Land & Leute
Im vergangenen Jahr war die Strand Arena Warnemünde Austragungsort eines Geheimkonzertes von Marteria, organisiert durch die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde. Auch für 2026 sind Überraschungen geplant. © TZRW
Ein Sommer zwischen Teepott und Ostsee
16. Mai: Am kommenden Montag rollen die Schwerlasttransporter in Richtung Teepott, zum Strandaufgang 1. Planen, Schienen, Taue, Gittergerüste und vieles Zubehör mehr haben sie auf den Ladeflächen, um die Strandarena aufzubauen. Das Zelt für die inzwischen so beliebte WAL-Bar, die unterhalb des Teepotts im Sommer nicht mehr wegzudenken ist, die Tribüne mit den bis zu 1200 Plätzen und dem tollen Blick auf Konzerte, Sportwettkämpfe, und natürlich auch auf die Ostsee, wenn u. a. die Segler zur großen Rund Bornholm Regatta starten und wieder ankommen. Für drei Monate wird sich der Strand unterhalb des Teepotts in eine von jung und alt angenommene Event-Arena verwandeln. Auf der Pressekonferenz informiert die Chefin der Strandarena, die auch in diesem Sommer bei Wind und Wetter gern ihren Schreibtisch in der Tourismuszentrale eintauscht gegen die Ostseebrise, um alle Organisationsfäden hier in der Hand zu halten. Wir erfahren von Ulrike Döring einige Ausschnitte:
Wir starten mit dem 6. Jugger-Strandturnier am 30. Mai. Dies ist eine recht neue, laute Mannschaftssportart mit Pompfen und Juggs. Dann vom 12. bis 14. Juni Beachhandball. Über 200 Mannschaften werden erwartet. Erstmals startet vom 16. bis 18. Juli die Deutsche Meisterschaft im Rettungssport. Insgesamt werden Wettbewerbe in acht unterschiedlichen Sportarten in der Strand Arena ausgetragen.
Doch auch kulturell wird es vielfältig. Über 30 verschiedene Künstlerinnen und Künstler haben sich für Auftritte angekündigt. Kultureller Höhepunkt im Juli werden die zweiten Glashäger Strandkonzerte. Dazu werden nach der Hinterlandgang und Tocotronic wie im vergangenen Jahr, am 9. Juli Soffie, Blond und Fatoni am Strand erwartet. Die Konzerte sind kostenfrei.
Auch Chriistoph Krause, Geschäftsführer von DockInn und vom WAL, hat in der WAL Bar neben vielfältigen gastronomischen Angeboten wieder weitaus mehr mit seinem Team zu bieten: Strandpartys, Mittwochkonzerte, High Seaciety, das kleine Strandfestival am 31.August, eine Pre Party 20 Jahre Feine Sahne Fischfilet mit Ostmaul und Astro Punks am 18.Juli, Lesungen, Filmaufführungen und, und..
Sehr erfreulich, dass es auch in diesem Jahr wieder die originelle Möwenpolice gibt, die ja vor allem an die Jüngsten gerichtet ist, die ihr Eis kostenlos nachgeliefert bekommen, wenn es von den Möwen stiebitzt wurde. Aber es wird auch an jene Menschen gedacht, die nicht gut zu Fuß sind. Sowohl zur Tribüne als auch in den WAL, ja auch bis zur Ostsee kommt man jetzt per Rollstuhl!
Neu werden in diesem Jahr Sonnencremespender für die Athleten und die Besucher sein. Mit einem Faktor 50 kann sich Jedermann und jede Frau vor den Sonnenstrahlen schützen. Der Sommer zwischen Teepott und Ostsee kann also kommen! Monika Kadner
Rückenwind für Bewerbung um Olympische Segelwettbewerbe vor Warnemünde
15. Mai: Die vom Meinungsforschungsinstitut dimap in der vergangenen Woche durchgeführte repräsentative Befragung in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zeichnet ein ausgesprochen positives Bild für eine mögliche Olympiabewerbung mit Rostocker Beteiligung: 73 Prozent der befragten wahlberechtigten Rostocker befürworten grundsätzlich eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele. Noch deutlicher fällt die Unterstützung für Rostock-Warnemünde als Austragungsort der Segelwettbewerbe aus: 80 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Wettbewerbe im Falle einer deutschen Olympiabewerbung in Warnemünde auszurichten. Damit bestätigen die Ergebnisse die hohe fachliche Eignung der Region als traditionsreicher und international etablierter Segelstandort.
Auch die Bekanntheit der Bewerbung ist bereits hoch: 60 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben bereits von der Bewerbung gehört. Das zeigt, dass das Thema in der Stadtgesellschaft präsent ist und auf breite öffentliche Aufmerksamkeit stößt.
Bei den Erwartungen an eine mögliche Bewerbung stehen konkrete Zukunftsthemen im Mittelpunkt. Besonders wichtig sind den Befürwortern langfristige Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur, wirtschaftliche Impulse für Region und Tourismus sowie eine stärkere internationale Sichtbarkeit für Rostock und Warnemünde. Auch nachhaltige Effekte für den Sportstandort sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt werden als zentrale Chancen gesehen. Zugleich messen viele Befragte ökologischer Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung bei.
Unterstützung erhält die Bewerbung auch aus Wirtschaft und Tourismus. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA M‑V) hat sich ebenso hinter das Vorhaben gestellt wie die Industrie- und Handelskammer zu Rostock mit einem entsprechenden Kammerbeschluss. Die breite Rückendeckung zeigt, dass die Bewerbung weit über den Sport hinaus als Chance für Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland verstanden wird.
Mit dem klaren Rückhalt aus der Bevölkerung geht Rostock-Warnemünde selbstbewusst in die nächsten Schritte des Bewerbungsprozesses. Ziel bleibt es, sich innerhalb der deutschen Bewerbung als Austragungsort der Segelwettbewerbe zu positionieren. Voraussichtlich im Herbst 2026 will der DOSB festlegen, welches deutsche Konzept offiziell ins internationale Rennen um Olympia 2026, 2040 oder 2044 geht. Die Entscheidung trifft dann das Internationale Olympische Komitee (IOC). Informationen zur Bewerbung: www.rostock.de/olympia
Die beiden Optikermeister vom Alten Strom: Jana und Martin Ernst. Foto: mkad
Janmare – für den richtigen Blick
12. Mai: Auf der Walz? Wanderstock und Charlottenburger dabei? „Nein, nein!“, lacht Jana Ernst, obwohl sie drei Jahre und mehr als einen Tag fort war aus Warnemünde. Der Werdegang der heute 49jährigen Optikermeisterin erinnert mich aber sehr an die Walz, die in ihrem Beruf Meister ihres Faches ist. Sie erlernte den Beruf eines Optikers 1993 in Graal Müritz.
1999 absolvierte sie die Meisterschule. An der Werkstattwand hängt heute die Urkunde eines „Staatlich geprüften Augenoptikermeisters“ neben der Meisterurkunde ihres Geschäftspartners Martin Ernst.
Dann doch wieder Reisen. Diesmal München, um einen noch besseren Überblick über all die angebotenen, mehr als 600 Brillenkollektionen auf dem Markt, die Technik lang eingesessener Optiker vergleichen zu können, das Neueste zu sehen, zu lernen, anzuwenden.
Ein Koffer aber stand immer in Mecklenburg! Ob es im Urlaub Schicksal war? Sie kamen gerade in großer Familie vom Strand… da wurde das traditionsreiche Fotogeschäft Schäfer und das spätere vom Fotografenmeister Ansehl von der Eigentümerin zur Miete angeboten. Fragen kostete ja nichts! Ob sie am Alten Strom, in erster Lage, eine Chance mit den Vorstellungen einer realen Miete hätten? Hatten sie! Das solide, das kreative Handwerk, die Leidenschaft der jungen Bewerber überzeugte die alteingesessene Warnemünder Familie. Und wieder waren es Warnemünder, die Tischlerei Rische und die Glaserei Dettmann, die mit Freude, mit großer Energie und Fertigkeit die Baupläne so realisierten, wie es sich die neuen Mieter vorgestellt hatten.
Zwanzig Jahre sind seit all dieser Zeit vergangen, die für Jana Ernst noch sehr fassbar und immer noch aufregend sind im Janmare, Am Strom. Übrigens der Name setzt sich aus den beiden Namen Jana und Martin Ernst zusammen, die im Ostseebad ihr Erfolgskonzept realisieren: Offene, herzliche Willkommenskultur für Jedermann. Individuelle, kompetente und modische Beratung. Die beiden Optikermeister sind sicher, hier noch weitere Jahresjubiläen zu feiern.
Mit den anderen Optikern in unserem Ort gibt es keine Berührungsängste, denn alle drei ergänzen sich, erklären mir die beiden freundlichen Optiker und fügen hinzu, dass Brillen auch Mode und gut angezogen zu sein bedeuten. Deshalb haben sie mit elf besonderen Kollektionen für jeden Geldbeutel ab 150 Euro ganz individuell die passende Brille. Tatsächlich? In diesem Geschäft mit dem Hauch von Großstadt und Luxus? „Warnemünde ist doch kein verschlafener Ort!“
Ich sehe der gebürtigen Warnemünderin an, wie glücklich sie ist, wieder zu Hause angekommen zu sein, wie gut es gelungen ist in 20 Jahren zu zweit und mit täglich achtstündigen Öffnungszeiten hohe Versorgungs-und Verkaufskultur an den Strom zu bringen. Monika Kadner
Eine alte Postkarte, die sich im Bestand des Heimatmuseums befindet, zeigt die Mühlenstraße mit ihren Linden in vergangener Zeit. Damals haben Anwohner offensichtlich den Wildwuchs an den Bäumen noch beseitigt und für eine gepflegte Flaniermeile gesorgt.
Diese Aufnahme von der Mühlenstraße entstand in diesen Tagen. Foto: mkad
Alt wie ein Baum….
11. Mai: Alt wie ein Baum, möchte ich werden….wer von uns Älteren kann diesen Text nicht zur Melodie der Puhdys aus dem Jahr 1977 mitsingen? Mir fällt die Melodie ein, wenn über die alten Bäume in der Mühlenstraße mit anmutenden wissenschaftlichen Abhandlungen der Initiative Rettet den Küstenwald gegen die Gewerbetreibenden und mit vielen Ämtern in der Stadtverwaltung gestritten wird. Dabei hat keiner die Leichtigkeit der Puhdy-Musik im Hinterkopf…
Wir Einwohner lieben diese knorrigen Kopflinden so oder so in unserer Hauptstraße.
So sagen die einen: Wir möchten die Kopflinden in der Mühlenstraße als Baumnaturdenkmale unter Schutz stellen.
Das bedeutet, dass auch die unmittelbare Umgebung der Bäume, mindestens mit einer Fläche unter der Baumkrone zuzüglich fünf Meter nach allen Seiten, geschützt ist. Es bedeutet, dass kein Bürgersteig repariert werden darf, keine Blumenkübel das Grün der Bäume ergänzen dürfen und vor allem keine Tische und Stühle aufgestellt werden können. Es würde sehr still werden in der Hauptstraße unseres Ortes.
Die Gastronomen könnten den Sommer nicht nutzen, um in jeder Form ihren Gästen entgegen zu kommen und ihr Geschäftskonto füllen, um im Winter überleben zu können. Es würde bedeuten, dass die Linden, die vor hundert Jahren in den Zentren von kleinen Orten tatsächlich extra gepflanzt wurden als Treffpunkt für ein Gemeindeleben, dass dies in Warnemünde nicht in Frage kommt.
So sagen es in der Straße ihrem Beruf und Gewerbe nachgehenden Wirte und Händler:
Wir möchten einen Einklang zwischen einem lebendigen Stadtleben und der Natur.
So sagt es die langjährige Leiterin des Teams Stadtbäume im Grünamt Rostock, Steffie Soldan: „Wir haben in der Baumschutzordnung unserer Stadt die Mühlenstraße mit ihren insgesamt 61 Kopflinden bereits unter Schutz gestellt. Sie genießt als Allee besondere Aufmerksamkeit und ständiges Beobachten. So u. a. regelmäßige Begehungen und Untersuchungen auf Pilzbefall und Verkehrssicherheit, oder das Einhalten von freien Baumscheiben vor den Häusern
In Warnemünde werden jährlich pro Fällsaison aus Verkehrssicherheitsgründen im Durchschnitt 28 Bäume gefällt. 29 Nachpflanzungen sind es jährlich, wobei nach einem Rotationsprinzip gepflanzt wird. In diesem Jahr wäre Warnemünde wieder dran. Es sind 126 Nachpflanzungen geplant.“
So sieht es die Redaktion von aalglatt: Es tut gut mittendrin zu sitzen in der Mühlenstraße beim Glas Wein, bei einem guten Essen. Hier trifft man Einheimische, Nachbarn und auch Touristen, die sich freuen, mit Warnemündern ins Gespräch zu kommen. Wir haben hier bereits mehr als eine Neuigkeit erfahren für unsere Veröffentlichungen.
Ist das nicht ein Trumpf für unser Ostseebad! Nur – kommt jemand mit dem Kinderwagen, mit dem Rollstuhl, dann wird es oft sehr eng für ein Flanieren. Gastronomen sollten nicht erst alt und gebrechlich werden, um hier ihre Außengastronomie besser zu möblieren!
Stichwort Flanieren. Vor mehr als hundert Jahren wurden 121 Linden hier angepflanzt. Sie sollten Schatten spenden und ausdrücklich klein bleiben. Das haben wir natürlich auch recherchiert.
Im Ortsbeirat wird nun in Kürze die Linde einen ganzen Tagungsordnungspunkt für sich beanspruchen. Hoffentlich kulturvoll und dem Verstand von Fachleuten folgend.
Übrigens, das wird auch im Ortsbeirat zur Sprache kommen: In den städtischen Ämtern wird geprüft, ob die große Stileiche im Stephan-Jantzen-Park den Schutzstatus als Naturdenkmal erhalten kann. Wenn ja, wird die Oberbürgermeisterin dann voraussichtlich noch in diesem Jahr diesen besonderen Status aussprechen. Monika Kadner
Im Saal der Begegnungsstätte am Moor wurde nach einem Jahr Bilanz gezogen und ein Ausblick auf weitere Vorhaben gegeben. Foto: susa
Begegnungsstätte Am Moor beliebter Treffpunkt
10. Mai: In der Begegnungsstätte Am Moor, die vor rund einem Jahr entstanden ist und die sich in dieser kurzen Zeit zu einem beliebten Treff für Vereine, Gruppen, Initiativen und zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt hat, wurde heute nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch ein Ausblick auf die nächsten Vorhaben gegeben. Höhepunkt aber war zweifellos die Namensgebung. Der Saal wurde auf den Namen Gerhard Lau getauft. Wer erinnert sich nicht an den ehemaligen Rostocker Denkmalpfleger, langjährigen Vorsitzenden des Warnemünder Leuchtturmvereins, der ehrenamtlich im Ostseebad viele Projekte angeschoben und mit seiner Crew und Gleichgesinnten verwirklicht hat? Ümbläddern, heute Warnemünder Turmleuchten, Warnemünder Bäderjournal Tidingsbringer, Sonntagsschule, Knurrhahnrunde. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Den Kulturimpulsgeber und Gemeinschaftsstifter würde es garantiert freuen, dass eine solche Stätte der Begegnung und des gemeinschaftlichen Engagements nun seinen Namen trägt. Denn in dem neugestalteten Saal, den Warnemünder Vereine kostenfrei nutzen können, finden vielfältigste Veranstaltungen statt. Wie der Vorsitzende des noch jungen Vereins Begegnungsstätte Am Moor, Ondra Kitzerow, sagte, wurden dort bereits mehr als 1600 Gäste willkommen geheißen. Inzwischen, so Vorstandsmitglied Heike Anna Hildebrand, müsse man sich gar nicht mehr auf der Suche nach Ideen begeben, den diese kämen nun zum Verein. Immer wieder gehen Anfragen für Veranstaltungen wie Buchlesungen ein. Auch der plattdeutschen Sprache will man künftig mehr Raum geben. Und einen Ersten-Hilfe-Kursus anbieten. „Es ist berührend, wenn uns Besucher danken und gestehen: Ihr habt uns glücklich gemacht. Ja, manche Gäste, die zuvor einsam waren, haben bei uns ein zweites Zuhause gefunden. Kommen gern zu Spieleabenden, Lesungen, zu handgemachter Live-Musik oder zu Grillabenden, die das Team der Landkombüse durchführt.“
Auch künftig will der Verein um Ondra Kitzerow die Veranstaltungen kostenfrei anbieten. Finanziert werden diese ausschließlich über Spenden. Wer kann, dankt mit einem Obolus in die Spendenbox, sodass auch im zweiten Jahr wieder viel los sein wird im Wiesenweg. So beispielsweise am 15. Mai um 18 Uhr, wenn der in Rostock geborene Krimi-Autor Frank Goyke aus seinem spannenden Buch „Dunkle Tiefe“ lesen wird. Sabine Schubert
Bereits seit elf Jahren unterstützen die Stadtwerke Rostock die Young Academy. Einige der jungen Musiker gaben heute ein beeindruckendes Konzert für Schüler der ecolea in unserer Kirche. Foto: mkad
Junge Musiker spielen für Schüler
7. Mai: Welch ein Vormittag in unserer Kirche! Fünf junge Musikerinnen und Musiker der Young Academy Rostock im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die sich auf ihr Musikstudium vorbereiten, boten innerhalb einer Stunde eine kleine, aber beeindruckende Bandbreite der Musik. Sie waren auf Einladung der Stadtwerke Rostock nach Warnemünde gekommen und zeigten vor den Schülern der elften Klassen aus der ecolea, was Musik vermag und wie sie durch Zeit und Raum trägt. Die Musiklehrer der ecolea Alina Weissgerber und Tilman Fröhlich sind glücklich über diese außergewöhnliche Musikstunde, denn „wir möchten unsere Jugendlichen immer wieder mitnehmen zur Musik.“ so Alina Weissgerber.
Das Programm, das vom Leiter der Young Academy, Prof. Stephan Imorde von der Hochschule für Musik und der Dozentin Henny Freund gemeinsam mit den jungen Musikern zusammengestellt wurde, traf mit berührenden Texten und dementsprechender Musik auf sehr emotionale Art die Zuhörer.
Ein Wermutstropfen: Schade, dass so ein Konzert junger Leute nicht vor größerem Publikum in unserer Kirche zu Aufführung kommt.
Die Stadtwerke unterstützen bereits seit elf Jahren diese Art der Musikförderung. Monika Kadner

Mit seinem 50-Tonnen-Kran hat Andreas Eggert alle verzinkten Stützen, Binder und Riegel zur Baugrube gebracht. Foto: Dirk Aurich
Bautagebuch Seglerlogis (5)
Pünktlich biegt der Kran zur Mittelmole ein
6. Mai: „Wenn Warnemünder Bau ruft, weiß ich, dass alles läuft. Ich bin zur Stelle,“ so Andreas Eggert, der mir das Kompliment für den Warnemünder Baubetrieb aus seinem 50-Tonnen-Kran ins Notizbuch diktiert. Der ehemalige Schiffbauer der Warnowwerft, heute ist er bei HN Krane GmbH angestellt, hat erst einmal alle verzinkten Stützen, Binder und Riegel an den Rand der Baugrube gebracht, die per hundert mal geübten Handzeichen von den Metallbauern Sebastian Schulz, Uwe Nultsch und Tobias Römer vom Hallenbau aus Witzin so abgelegt werden, dass sie schnell und problemlos wieder vom Kran gegriffen werden können. Damit ist vorab gesichert, dass bis zum Mittwoch kommender Woche das gesamte Gestell – ich sage „Gerippe“ – der Halle stehen kann.
Am Rand der Baugrube Polier Dirk Aurich vom Warnemünder Bau, der sehr genau beobachtet und schon weiter denkt, wie er das Aufsetzen des Hallendaches koordinieren wird auf der mehr als engen Baustelle. Aber der 61jährige Kranführer mit seinen vielen Erfahrungen kann nach anfänglichem Zweifeln dem Jungspund folgen und wird auch dann wieder pünktlich zur Stelle sein.
Gut gesichert für die schweren Fahrzeuge, wie den Kran oder oder den Teleskoplift, der schon für die Montage bereit steht, ist die Baugrube. Alle Fundamente sind fertig. Eines ist allerdings unter dem Kies versteckt – das für die Außentreppe. So kann nichts kaputt gehen. Leerrohre für Strom, Wasser, das Internet und Sanitär ragen wie erhobene Arme, die geduldig warten, aus dem Boden. In genügender Tiefe ist die Entwässerung bereits im Boden.
Ein eisig kalter Ostwind treibt uns zur Frühstückspause weg in die Mensa der warmen Sportschule, die von der Handschrift der Warnemünder Bauarbeiter geprägt ist. Immer wieder gerne werden sie hier versorgt. Das scheint nicht nur, das ist ein gutes Zeichen. Monika Kadner
Sportakrobaten beim Frühlingsturnier erfolgreich
4. Mai: Das 5. Frühlingsturnier der Sportakrobaten des SV Warnemünde 1949 e.V. hat vom 1. bis 3. Mai stattgefunden. Insgesamt nahmen rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vier Bundesländern an der Veranstaltung teil. Der Auftakt erfolgte bereits am Freitag mit einem gemeinsamen Podiumstraining, bei dem sich die Warnemünder Sportler auf das Wettkampfwochenende einstimmten. Abgerundet wurde der erste Tag durch ein geselliges Grillen in entspannter Atmosphäre.
Erstmals wurden die Wettkämpfe an zwei Tagen ausgetragen, sodass am Sonnabend und Sonntag Wettkämpfe in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen stattfanden. Die Zuschauer erlebten Sportakrobatik auf hohem Niveau. Die Sportakrobatinnen und Sportakrobaten des SV Warnemünde 1949 e.V. zeigten sich dabei sehr erfolgreich: Sechsmal konnten sie den ersten Platz erreichen, einmal den 3. Platz; hinzu kamen starke vierte und fünfte Platzierungen. Die Sieger durften sich über attraktive Pokale freuen, zudem erhielt Teilnehmer ein Gastgeschenk und eine Urkunde als Erinnerung an das Turnier.
Der Wettkampf war dabei professionell und zugleich mit viel Herzblut ausgestaltet, was von Teilnehmenden und Trainern sowie Gästen gleichermaßen gelobt wurde. Auch das Wetter spielte hervorragend mit, sodass die Gäste aus Sachsen, Brandenburg und den weiteren Bundesländern neben dem sportlichen Programm auch die Ostsee und den Warnemünder Strand genießen konnten. Ein weiterer Höhepunkt war die gemeinsame Abendveranstaltung am Sonnabend, bei der bei Essen, Tanz und kleinen Spaßwettkämpfen bis in die frühen Abendstunden gefeiert wurde.
Der SV Warnemünde 1949 e.V. blickt damit auf eine gelungene Veranstaltung zurück, die Sport und Gemeinschaft ideal miteinander verband. Das nächste Highlight folgt bereits am kommenden Sonntag, 10. Mai: Die Warnemünder Sportakrobaten treten bei den Rostock Seawolves in der 1. Basketball Bundesliga in der Stadthalle Rostock auf. Dr. Sibylle Schlüter
April 2026 – nachts kalt, tags viel Sonnenschein
Den Witterungsrückblick der Wetterstation Warnemünde gibt Rudolf Kemnitz, Dipl.-Ing. für Meteorologie
Ein warmes Federbett war im April noch angesagt. War es tatsächlich zu kühl?
Wer im abgelaufenen Monat abends oder nachts unterwegs war, hat spürbar gemerkt, dass es draußen doch empfindlich frisch sein kann. Auch wenn die Temperaturen nicht in den negativen Bereich gerutscht sind, wurden am 8. Und 10. April die niedrigsten Werte von 1,4 Grad gemessen. Am Erdboden ging es bis minus 5 Grad nach unten.
Am Tag aber dann das Kontrastprogramm?
Ja, denn tagsüber sorgte vielfach die Sonne dafür, dass Temperaturen von um die 10 Grad doch als wärmer wahrgenommen wurden. Der Spitzenwert wurde am 18. April mit 19,3 Grad registriert. Auch das ist nicht die Welt, kann es doch im April schon Werte von knapp 30 Grad geben. Trotzdem schloss der Monat mit einer Mitteltemperatur von 8,0 Grad um 1,7 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 ab. Ein Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (8,4 Grad) zeigt dann doch eine leichte Unterkühlung.
War die Sonne besonders oft im Einsatz?
Die Sonne schien im April mit 260,6 Stunden besonders lange. Der Klimawert von 173,5 Stunden wurde um 50 Prozent übertroffen. Somit liegt der April unter den TopTen der letzten rund 80 Jahren. Der Niederschlag von 41,3 l/m² zeigt zwar eine ausgeglichene Bilanz von 99 Prozent zum Soll von 41,9 l/m², aber die Verteilung dürfte für die Landwirte recht unzufrieden ausgefallen sein. Von den rund 42 l/m² fielen am 19. April alleine 35,3 l/m², der übrige geringe Rest verteilte sich in der ersten Monatshälfte.
Waren bei der PortParty vor wenigen Tagen mit dabei: Gerd Grunewald, Sylvia Zindler, Karin Scarbarth und Klaus Kleinke. Foto: Trachtengruppe
Trachtengruppe auch an diesem Wochenende im Einsatz
Mai: Stafettenwechsel in der Warnemünder Trachtengruppe. Wie aalglatt bereits meldete, hat Karin Scarbarth den Vorsitz des Vereins aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Seit 1996 ist sie Mitglied in dem 1992 gegründeten Verein, den sie 22 Jahre geleitet hat. „Da habe ich über all die Jahre viel Zeit investiert. Aber es hat auch Spaß gemacht“, bekennt die Warnemünderin, die stets auf der Suche nach Nachwuchs war, damit der Verein eine Zukunft hat. „Zweimal haben wir versucht, Kinder für unsere Trachtengruppe und die Tänze zu begeistern. Gescheitert ist es an Räumlichkeiten und an entsprechenden Trainern. Auch wenn der Leuchtturm uns finanziell unterstützen wollte, den Trainern waren 30 Euro pro Stunde zu wenig. Und schließlich hatten auch Eltern oft wenig Verständnis für Training sowie Auftritte am Wochenende. Schade. Es schlummern 20 Kinder-Kostüme in unserem Fundus“, sagt Karin Scarbarth. In ihrem letzten Rechenschaftsbericht informierte sie über zahlreiche Auftritte im vergangenen Jahr. So in Klockenhagen, in Prag und in Dänemark. Und darüber, dass an diesem Wochenende wieder viel los im Ostseebad und die Trachtengruppe dabei ist.
Zu ihrem Nachfolger gewählt wurde auf der Mitgliederversammlung Gerd Grunewald , der seit elf Jahren Mitglied in der Warnemünder Trachtengruppe ist. „Als Mitgesellschafter einer Firma in Roggentin konnte ich mir meine Zeit einteilen und bei Proben und Auftritten dabei sein. Das macht Spaß, denn wir sind eine gute Truppe, in der das Miteinander gepflegt wird“, sagt der 67-Jährige. Er möchte die Arbeit von Karin Scarbarth, die übrigens einstimmig zur Ehrenvorsitzenden gewählt wurde, fortführen. „In diesem Jahr feiern wir den 50. Geburtstag unserer Trachtengruppe. Da haben wir wieder viel vor“, sagt der neue Vorsitzende, der die Fischertracht von 1840 während der Auftritte mit Stolz trägt. Er verweist auf die Teilnahme am Frühlingslandgang an diesem Wochenende. An einen am morgigen Sonnabend um 15 Uhr an der Vogtei startenden Spaziergang einiger Mitglieder in Trachten durch den Ort zum Leuchtturm, wo die Warnemünder Jungs und die Breitlings aufspielen. Am 3. Mai unterstützen Vereinsmitglieder den Kuchenbasar des Warnemünde Vereins ab 13.30 Uhr vor der Vogtei. „Und wir sind am Internationalen Museumstag am 17. Mai in unserem Heimatmuseum, verkaufen Bowle und Schmalzstullen für einen guten Zweck. Und am 21. Juni gestalten wir eine tolle Veranstaltung am Fritz- Reuter ‑Stein im Kurpark mit. Insgesamt werden es rund 30 Auftritte in diesem Jahr sein. Darunter auch wieder in Pflegeheimen oder am 30. April in der Heinrich-Heine-Grundschule. Dort stellen wir unsere Trachten vor, sprechen über Traditionen. Das kommt bei den Lütten gut an“, weiß der Diplom-Ingenieur für Schiffsmaschinenbetrieb und ehemalige Unternehmer, der nun im Rentenalter sich auf seine neue Aufgabe in der Warnemünder Trachtengruppe freut. Und der mit seinen Frauen und Männern nach weiteren Mitgliedern Ausschau hält. Sabine Schubert
Wie sich Rostock 2025 entwickelt hat
29. April: Wie hat sich Rostock und damit auch Warnemünde entwickelt? Darüber Auskunft gibt eine neue Veröffentlichung der Kommunalen Statistikstelle „2025 im Überblick“. Einige Trends:
. Ende 2025 lebten 211.568 Personen in Rostock. Das waren 425 weniger als Ende 2024. Der Anteil der Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg auf rund 10 Prozent.
. Jeder vierte Einwohner ist 65 Jahre und älter.
. Die Zahl der Geburten war 2025 weiter rückläufig. Im Jahr 2025 wurden nur noch 1.276 Kinder geboren (2015 waren es noch 2.064).
. Der kontinuierliche Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hielt auch 2025 an.
. Die Arbeitslosenquote blieb Ende 2025 konstant im Vergleich zu 2024 und lag bei 7,5 Prozent.
. 365 neue Wohnungen wurden 2025 gebaut. 2024 waren es 750 neue Wohnungen.
. Beim Güterumschlag wurde mit 24,888 Mio. Tonnen ein absoluter Rekord erzielt.
. Einen weiteren Rekord gab es 2025 bei den Tourismuszahlen. Mit 908.800 Ankünften von Gästen und mehr als 2,3 Mio. Übernachtungen in den größeren Beherbergungsbetrieben (zehn und mehr Gästebetten) wurde das bisherige Rekordjahr 2019 übertroffen.
. Mit 13.804 Studierenden im Wintersemester 2025/2026 hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr (13.827 Studierende) kaum verändert.
In einem Sonderbericht widmet sich die Kommunale Statistikstelle der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Analyse ergibt: Ein höheres Alter und geringe berufliche Qualifizierung steigern signifikant das Risiko langfristig arbeitslos zu sein.
Die Statistische Nachrichten „2025 im Überblick“ sind neben zahlreichen weiteren Publikationen der Kommunalen Statistikstelle kostenfrei unter der Internetadresse www.rostock.de/statistik in der Rubrik „Veröffentlichungen“ als Download abrufbar. Download Statistische Nachrichten „2025 im Überblick“ (PDF, 2,4 MB) https://rathaus.rostock.de/media/rostock_01.a.4984.de/datei/2025%20Rostock%20%C3%9Cberblick.477443.pdf
Beim 43. Warnemünder Küstenwaldlauf waren mehr als 700 Aktive dabei. Foto: mkad
Über 700 Sportler beim Küstenwaldlauf
26. April: Zum Glück sind wir kein Radiosender! Wir hätten gestern nur krächzend ins Mikrofon sprechen können. Der 43. Küstenwaldlauf Stolteraa des SV Warnemünde hat uns beim Anfeuern alles abverlangt!
Während die Organisatoren von der Sektion Leichtathletik noch von einer stärkeren Meeresbrise sprachen, frischte der Wind zwischen der Sporthalle, dem Leuchtturm und der Rundung vor der Kleingartensiedlung so sehr auf, dass Vorankommen – zu Fuß! – schon äußerst schwierig war. Aber die Läufer ließen sich nicht abhalten. Jung und alt, dick und dünn, trainiert im Verein oder so ganz allein beim Lauftraining im morgendlichen Fitniss, Butscher an der Hand des Vaters, zierliche Mädchen aus der Akrobatik-Gruppe, durchtrainierte Männer, die sonst Fußball spielen, gestandene Hausfrauen, die vor allem den Spaß dieses sportlichen Sonnabends genießen wollten. Unter dem stürmischen Applaus, den anfeuernden Rufen an der von hunderten Enthusiasten gesäumten Strecke gab jeder sein Bestes. 8 Kilometer Walking waren angesagt, 3 Kilometer und 10 Kilometer Laufen. Natürlich gab es ganz ehrgeizige Sportler aus den vielen Verbänden aus unserem Land, aus elf weiteren Bundesländern, gar aus aus der Ukraine und der Schweiz. Für die allermeisten war dieser Küstenwaldlauf ein großes Familienereignis. 50 ehrenamtliche Helfer aus dem Warnemünder Sportverein, der Feuerwehr, der Polizei und dem Malteser Hilfswerk sorgten hoch motiviert für ein reibungsloses Gelingen, für Speis und Trank auf dem Gelände des Sportplatzes, denn so schnell wollte sich keiner bei der Hochstimmung und der Gemeinschaft der sportlichen Warnemünder verabschieden. Einfach Toll! Monika Kadner
Das erste Brett ist gesetzt. Mathias Lange vom Warnemünder Bau wird heute noch stapelweise Bretter für die Verschalung setzen. Foto: mkad
Bautagebuch Seglerlogis (4)
An frisches Grün ist auch gedacht
22. April: “Erdarbeiten” ist heute die große Überschrift auf der Baustelle für das Vereinsheim des Segelclubs. Hier, wo vor allem Kinder und Jugendliche für den Segelsport viel mehr als ein Dach über den Kopf haben werden, kommt gerade Kies, der sofort per Bagger und Hand zur Füllung verteilt wird .
Mutterboden ist beim nächsten Transport dran. Mutterboden? „Ja,“ erklärt mir Mathias Lange, „die Linde am Rande der Baugrube, die wir schon mit Brettern eingehüllt haben, um sie zu schützen, erhält diesen Mutterboden. Sie soll wieder gut austreiben und wachsen! Gesundes Grün auch hier auf der Mittelmole ist doch wichtig.“ In den Anlieferpausen mit Kies und Erde sägt und schraubt und setzt der Mann vom Warnemünder Bau Brett um Brett für einen ersten Abschnitt der Randschalung, damit die Wurzeln des Baumes auch ja gut bedeckt sind.
Was kann man weiter dazu sagen, als PRIMA! Monika Kadner
„Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein fantastisches Programm bei der Port Party bieten können. Mein Dank geht in diesem Zuge an diejenigen, ohne die dieses Fest nicht möglich wäre – AIDA Cruises, der Fairplay Towage Group, der Reiseagentur Verchow, Rostock Port, der SAJ Eventagentur, Scandlines Deutschland GmbH und dem Verkehrsverbund Warnow“, sagt Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm. Moritz Naumann

Die drei Warnemünderinnen: Natascha Ostrowska, Laura Brockmann und Frieda Schlüter. Foto: S. Schlüter
Warnemünderinnen glänzten in Italien
17. April: Einen starken Auftritt auf internationalem Parkett feierten die Sportakrobatinnen des SV Warnemünde 1949 e.V. beim 11. FISAC International Acro-Cup in der vergangenen Woche im italienischen Cesenatico. 600 Sportlerinnen und Sportler aus 13 Ländern der Welt traten in verschiedenen Altersklassen an. Für Natascha Ostrowska, Laura Brockmann und Frieda Schlüter war es der erste Start bei einem internationalen Wettkampf – und zugleich ein eindrucksvolles Ausrufezeichen für die Sportakrobatik aus Warnemünde.
Die Teilnahme erfolgte mit Unterstützung des Instituts für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. im Rahmen der Kooperation mit dem SV Warnemünde 1949 e.V.
Mit einer dynamischen und technisch sehr sauberen Tempoübung erturnten die Warnemünderinnen 25,100 Punkte und belegten damit den 1. Platz in dieser Disziplin. Trotz kleiner Anfangsunsicherheiten überzeugte das Team bei der Balanceübung mit einer ruhigen, kontrollierten Präsentation und hoher Ausdrucksstärke. 24,800 Punkte bedeuteten Rang 2. in der Mehrkampfwertung sowie die souveräne Qualifikation für das Finale.
Auch dort bewiesen die Sportakrobatinnen ihr Können. Mit 25,800 Punkten lagen sie punktgleich mit dem 3. Platz. Am Ende entschied die Technikwertung denkbar knapp zugunsten des Teams aus Bulgarien, das sich mit lediglich 0,1 Punkten Vorsprung durch setzte. Für das Team des SV Warnemünde stand dennoch ein hervorragender 4. Platz im Finale zu Buche.
Betreut wurden die Athletinnen von Trainer Holger Genkel, der das Team seit drei Jahren kontinuierlich begleitet und aufbaut. Zudem war Melanie Höhn für den SV Warnemünde als Kampfrichterin im Einsatz. Neben den sportlichen Erfolgen blieb auch Zeit für gemeinsame Ausflüge nach Bologna, Rimini und San Marino.
Die drei Sportlerinnen trainieren gemeinsam mit über 70 Aktiven im Alter von 5 bis 23 Jahren in der Sportakrobatik‑Abteilung des SV Warnemünde 1949 e.V., die seit Jahrzehnten fest im Nachwuchs‑ und Leistungssport Mecklenburg‑Vorpommerns etabliert ist und regelmäßig an Landes‑ und Bundeswettkämpfen teilnimmt. Das nächste Highlight folgt bereits Anfang Mai: Vom 1. bis 3. Mai 2026 richtet der Verein das 5. Frühlingsturnier in der Sporthalle Warnemünde aus. Erwartet werden neun Vereine aus vier Bundesländern mit rund 275 Sportlerinnen und Sportlern. Dr. Sibylle Schlüter/ SV Warnemünde 1949 e.V.
35. Hanse Sail: Von treuen Planken und großer Bühne
15. April: Vom 6. bis 9. August 2026 verwandelt sich Rostock wieder zu einem der weltweit größten Treffpunkte für Traditionssegler und maritime Erlebnisse. Zur 35. Hanse Sail werden über 100 Schiffe aus sieben Nationen an den Kaikanten und hochkarätige Acts auf den Bühnen erwartet.
Besucher dürfen sich auf ein beeindruckendes maritimes Panorama freuen: Von historischen Koggen über liebevoll gepflegte Traditionssegler bis ausgediente Dampfschiffe bietet die Hanse Sail auch 2026 wieder ein einzigartiges Erlebnis auf und am Wasser. Wer selbst Teil der Crew werden möchte, sollte sich beeilen: Über 12.000 Mitsegeltickets stehen in der Buchungszentrale des Hanse Sail Büros zur Verfügung. Etwa 50 Prozent der Tickets sind bereits schon vergriffen.
Das Herzstück der Hanse Sail
„Die Mitsegelangebote sind ein Herzstück der Hanse Sail, denn sie machen maritime Tradition unmittelbar erlebbar. Wer an Bord eines Traditionsseglers geht, taucht für einige Stunden in eine ganz besondere Welt ein und wird selbst Teil der Crew. Dieses authentische Erlebnis begeistert Gäste aus nah und fern und ist zugleich ein wichtiger Baustein für die touristische Attraktivität unserer Region“, sagt Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm.
Ein besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr die Ehrung von teilnehmenden Schiffen, die bereits über 30 Mal zur Hanse Sail in Rostock angelegt und jedes Mal die Gäste der Stadt begeistert haben. Ausgezeichnet werden die Schiffe ALBERT JOHANNES, das bereits 34 Mal an der Hanse Sail teilgenommen hat, LOTH LORIEN mit 33 Teilnahmen, STETTIN mit 32 Teilnahmen sowie SWAENSBORG, REGINA MARIS und NOBILE, die jeweils auf 31 beziehungsweise 30 Teilnahmen zurückblicken können.
Von Karussell bis Das Bo
Neben dem maritimen Programm erwartet die Gäste auch 2026 ein vielfältiges musikalisches Angebot auf mehreren Bühnen. Am Donnerstag stehen mit Petra Zieger und Karussell Künstlerinnen und Künstler auf der Skylight Stage, die schon seit DDR-Zeiten das Publikum begeistern. Am Freitag wird zunächst ein musikalischer Überraschungsgast auf der Skylight Stage erwartet und im Anschluss sorgt Euro-Disco-Ikone Fancy auf der Sailors Stage für Stimmung. Am Samstag können sich die Besucherinnen und Besucher auf Olaf Henning (Sailors Stage) sowie auf die energiegeladenen Shows der Hermes House Band und von Das Bo (Skylight Stage) freuen.
„Die Hanse Sail steht nicht nur für maritime Erlebnisse, sondern auch für gemeinsames Feiern und unvergessliche Live-Momente – genau diese besondere Mischung macht den Charakter unserer Veranstaltung aus. In diesem Jahr ist es uns gelungen mit Hilfe unserer Partner ein vielfältiges und großartiges Programm zu gestalten, dass sicherlich viele Gäste der Hanse Sail begeistern wird“, sagt die Büroleiterin der Hanse Sail, Bettina Fust.
Rostock in guter Erinnerung
Das Schiff mit der weitesten Anreise wird in diesem Jahr die PASCUAL FLORES sein. Der spanische Dreimaster hat Rostock noch in guter Erinnerung. 2024 legte es erstmals in Rostock an, konnte zunächst aber aufgrund eines Motorschadens keine Ausfahrten durchführen. Dank der tatkräftigen Hilfe des Hanse Sail Vereins und Technikern der Firma Kloska konnte der Schaden innerhalb weniger Tage behoben werden. „Das war eine großartige Rostocker Gemeinschaftsleistung. Und wir freuen uns sehr, dass wir die spanische Crew wieder in unserem Hafen begrüßen und Ausfahrten auf diesem fantastischen Schiff anbieten dürfen“, sagt Fust.
In einer der wenigen Mußestunden immer wieder ein Blick in die Foliante des Kirchenbuches ab 1938. Für Pastor Stephan Fey Minuten der Entspannung. Foto: mkad
Pfarrhaus atmet neuen Geist
14. April: Welch ein guter Geruch nach frischer Farbe beim Eintreten ins sanierte Pfarrhaus in der Kirchenstraße 1. Viele Warnemünder haben Zeit ihres Lebens geradezu ehrfürchtig den über 200 Jahre alten Bau betreten, um mit den Pastoren zu reden, Termine für Taufen und Beerdigungen abzusprechen oder über den Gartenzaun hinweg zur Veranda hin sich einen Gruß zuzurufen.
Heute – es ist ja immerhin das 21.Jahrhundert – ist es anders. In freundlicher, heller Atmosphäre empfängt mich Pastor Fey. Während schnurrend die beiden schwarzen Hauskater Störte Beker und Flens Burger um unsere Füße streichen, höre ich zu: „Jahrzehnte konnte die Kirche nicht an eine umfangreiche Sanierung dieses denkmalgeschützten Gebäudes denken. Doch heutzutage war es wichtig nicht nur Schönheitsreparaturen anzugehen, sondern auch eine energetische Sanierung vorzunehmen. Behutsam sind wir das mit dem Rostocker Architekten Achim Mansfeld angegangen.“ Tatsächlich atmet das Gebäude durch die noch vorhandenen alten Strukturen den Geist der Jahrzehnte. Erhaltenswertes ist bewahrt worden. Neue, lichtdurchflutete Räume sind für die kirchliche Nutzung sowie für die Wohn- und Arbeitsräume des Pastorenpaares entstanden. Sparsam, sehr sorgsam ausgewählt das Mobiliar und die Wandgestaltung. Sogar der Dachboden ist als gut aufgestelltes Archiv mit den alten und uralten Kirchenbüchern genutzt – welch Schatz für Warnemünde.
Bei warmem Wetter werden sich die Tischler noch der Veranda und des alten Waschhauses annehmen. „Dann ist für die nächsten Generationen alles perfekt!“ Der Pastor kann gar nicht alle Gewerke aufzählen, die hier dank der guten Begleitung durch den Architekten voll im Zeit‑, Geld– und Baurahmen geblieben sind und die wirklich mit großer Freude dieses Pfarrhaus wieder ertüchtigt haben! Monika Kadner
Jan Böhnke fängt mit seinem besonderen Fotografenblickwinkel Warnemünde in all seinen Facetten ein. Eine Auswahl seiner Fotos stellt er aalglatt kostenfrei zur Verfügung.
Eine Tradition mit Zukunft
13. April: Fotografen waren in Warnemünde etwas Besonderes. Zuerst oft in Strandbuden saisonal tätig, später dann die heute noch ehrfürchtig genannten Namen: Erhard Schäfer, der für seine Schiffsbilder und Ansichtskarten bekannt war. Karl Eschenburg, hervorragender Zeitchronist der 20er und 30er Jahre. Fotografenmeister Wolfhard Eschenburg, bei dem wohl jede Warnemünder Familie für ein Foto im Atelier war. Sorgsam werden all diese Fotodokumente im Stadt-oder Universitätsarchiv, in Museen bewahrt.
In diese Dynastie bricht nun ein junger Spund im Jahre 1990 ein: Jan Böhnke. Gerade hatte dieser im Schicksalsjahr 1989 seinen Beruf als Forstfachwirt verloren, als er sich in Katrin Abel verliebte. Eingeheiratet in diese Warnemünder Drogistenfamilie, war Schwiegervater Fritz so tolerant, dass er Jan sein Hobby ausleben ließ: Die Fotografie. Im Hinterzimmer der Drogerie vom Kirchenplatz!
Jan packte diese Gelegenheit beim Schopfe. Als Wolfhard Eschenburg mit ihm im Mini-Labor fachsimpelte, Jan für ihn archivarisch arbeitete, war das so etwas wie ein Ritterschlag, auf den der heute 56Jährige mit allem Recht der Welt stolz sein kann.
In den mehr als 30 vergangenen Jahren war es nicht möglich, nur noch an die Drogerie mit der Fotoabteilung zu denken. Im Ostseebad etablierten sich Drogerieketten, in der Kaufhalle Drogeriesortimente. Im klugen Familienrat wurde entschieden, sich ganz bewusst auf nur ausgewählte geschäftliche Beine zu stellen. So schwärmen die Warnemünder inzwischen von den Dessous an der Ecke Schul-/ Friedrich-Franz-Straße. Am Kirchenplatz kommt niemand vorbei an der ausgesucht bestückten Parfümerie, den besonderen Pflegeprodukten und an der großen Fotoabteilung.
Gibt‘s hier eigentlich etwas was es nicht gibt? „Aber ja!“ Jan Böhnke lacht. Ich sehe all die bereits gerahmten Fotoaufnahmen, die wunderschöne Erinnerungen an einen Ostseeurlaub sein können. Modernste Computertechnik ist hier zu Hause, um u. a. Handyfotos gern noch auf Fotopapier bannen zu können, dreidimensionale Passbilder zu erstellen – kurz all das und viel mehr finden Fotoamateure – gewürzt mit einer Prise Beratung. Nur den besonderen Fotografenblickwinkel, den kann keine Maschine und den hat Jan Böhnke.
Nicht lange gezögert hat der Fotograf. aalglatt-warnemuen.de seine Bilder für eine neue und hinguckenswürdige Präsentation zur Verfügung zu stellen. Unentgeltlich, wie wir alle gerne für aalglatt und unseren Heimatort arbeiten. Monika Kadner
Für alle: ein Picknick am Meer
10. April: Wann haben Sie, liebe Leser, das letzte Mal ein Picknick veranstaltet oder an einem teilgenommen? Gelegenheit, bei solch einem geselligen Essen, zu dem jeder etwas mitbringt, dabei zu sein, haben wir am Sonnabend, 29. August, zwischen 10 und 15 Uhr in unserem Kurhausgarten. Mit dieser Idee haben Sabine Engel und Melanie Lex vom Warnemünde-Verein ganz offensichtlich ins Schwarze getroffen. Denn noch ist die Werbung für dieses Event unter dem Motto „Frühstück am Meer“ gar nicht offiziell gestartet und schon liegen fast 200 Anmeldungen vor.
„Die ersten Ideen zu einem Picknick hatten wir bereits im Oktober. Wo aber soll es stattfinden? Wer übernimmt die Organisation? Was gilt es alles zu beachten? Fragen über Fragen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg, haben im Kurhaus einen Partner gefunden“, berichtet Sabine Engel, die hofft, dass viele Einheimische, Mitglieder von Vereinen, dabei sein und an diesem Sommertag ins Gespräch kommen werden. Natürlich sind auch Urlauber gern gesehen.
Stilvoll soll dieses gemeinsame Essen sein; ein bisschen Luxus ist an diesem Tag gestattet. Warum also nicht mal die wunderschöne Tischdecke, die sonst nie benutzt wird und im Schrank schlummert, mitbringen? Hübsche Gläser oder die geerbte Sammeltasse, ein Strauß Sommerblumen dürfen den Tisch schmücken. Von der selbstgemachten Konfitüre oder dem Pesto könnte man den Nachbarn probieren lassen … Und wer Lust hat, darf auch ein Liedchen singen oder seinem Musikinstrument ein paar Töne entlocken.
Wer keine Zeit hat, das Picknick vorzubereiten, der kann im Kurhaus bis zum 15. August auch einen kompletten Picknick-Korb bestellen. Das Kurhaus-Team wartet zudem mit einem Zusatzangebot an Leckereien wie hausgebackenem Kuchen und frischen Waffeln sowie duftendem Kaffee auf.
„Wir stellen die Tische und Stühle bereit, weshalb wir um eine Anmeldung bitten. Wer es sich auf einer Decke gemütlich machen will, auch das ist möglich“, versichert Melanie Lex, die als Mutter zweier Jungen natürlich auch an das Wohl der Kinder denkt. „Damit die Eltern ein bisschen Ruhe haben beim Essen sind wir dabei mehrere Angebote für Mädchen und Jungen zu organisieren“, sagt Melanie, die als Sportkoordinatorin beim Seglerverband MV hauptberuflich und ehrenamtlich im Warnemünde-Verein tätig ist.
Wie die beiden Organisatorinnen betonen, geht der Eintritt von drei Euro pro Erwachsenen nicht in die Vereinskasse. Vielmehr wird der Obolus vom Kurhaus erhoben, um damit diverse Unkosten bestreiten zu können. Sabine Schubert
Kontakt/Anmeldung: fruehstueck.am.meer@web.de
Penibel genau überprüfen Martijn und Maxim (r.) jeden fertigen Arbeitsschritt beim Aufbau des Riesenrades. Foto: mkad
Ein neues, ein 35 Meter Riesenrad
28. März: Tatsächlich – gleich zwei Ostermarktereignisse kann unser Ostseebad für sich verbuchen. Während der eine Ostermarkt direkt am Meer seine Besucher anziehen wird, nimmt der andere am Ufer des Seekanals und neben dem Weg zur Fähre Hohe Düne gerade Gestalt an.
Der auf der Promenade ist zeitweilig, der auf der Mittelmole wird sich vorerst für ein Jahr einrichten. Gemeinsam ist beiden, dass sie Warnemünde bereichern möchten und wieder hunderte Gäste erfreuen wollen.
Den einen Markt auf der Promenade und auf dem Leuchtturmvorplatz kennen fast alle Osterspaziergänger. Den neuen stellt aalglatt gleich mal vor mit seinem Höhepunkt, der 35 Meter aufragt. Es ist das Riesenrad der niederländischen Firma Dutch.Rides.B.v. Sieben Mitarbeiter dieses weltweit tätigen Unternehmens haben gerade das Fundament und den Hauptmast des Stahlkörpers errichtet. Es soll nicht mehr Tage dauern, bis die Voraussetzungen da sind, dass die 24 Gondeln gehängt werden können. Martijn Vrolijk und Maxim Kuijper, zwei der Spezialisten, verraten schon mal, dass es keine offenen Gondeln sind, die hier das Bild prägen werden, sondern geschlossene Kabinen. Viele mit einem Tisch in der Mitte, sodass vorab ein Cateringpaket bestellt werden kann, um die Aussicht auf Warnemünde nicht nur mit den Augen von oben genießen zu können, sondern auch mit dem Gaumen.
Die Niederländer wissen um den sensiblen Charakter des Ostseebades und stellen das Riesenrad so, dass es die Hotelgäste auf der Hohen Düne nicht mit seinem hellen Licht und auch nicht mit lauter Musik belästigen wird.
Nicht jeder, der durch den Bauzaun den Blick schweifen lässt, ist glücklich, dass die langjährige einheimische Schaustellerfamilie Geisler, die hier fünf Jahre lang ein Riesenrad betrieb und für viele eine gemütliche Atmosphäre auch drum herum schuf, nach der Kündigung des Platzes durch die Wiro weiterziehen musste. Aber, so die Spezialisten der Herstellerfirma für dieses neue Riesenrad, wie aus einem Munde „ Wir haben mit über hundert Installationen u. a. in Amerika, an den Niagarafällen, in Kapstadt, in Australien überzeugt, wir sind sicher, dass sich die Warnemünder mit unserem Rad anfreunden können.
Schon heute: “Vrolijk Pasen! Frohe Ostern!“ Monika Kadner
71 Mitglieder des Museumsvereins Warnemünde waren gestern Abend der Einladung zur Mitgliederversammlung gefolgt. 37 hatten ihre Stimmen übertragen. Foto: Renate Kreuscher
Museumsverein setzt viele tolle Ideen um
27. März: 12119 Besucher schauten im vergangenen Jahr ins Warnemünder Heimatmuseum in der Alexandrinenstraße 31 ein. Diese stattliche Zahl nannte Uwe Heimhardt, Vorsitzender des Museumsvereins Warnemünde, auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend. Er informierte auch darüber, dass es traditionell zum Start der Warnemünder Woche wieder eine neue Sonderausstellung geben wird. Diese stellt „100 Jahre Warnemünder Woche“ in den Fokus. Die Witwe von Uwe Jahnke, Margitta Jahnke, hat aus dem umfangreichen Fundus ihres Mannes sehr interessante Dinge für diese Exposition bereitgestellt. Zudem hat sich der Museumsverein das Ziel gestellt, den großen Museumshof im hinteren Bereich des Geländes zu säubern und so herzurichten, dass er zum Hoffest des Vereins wieder begeh- und nutzbar ist. Dort finden künftig doppelt so viele Besucher, nämlich rund 120, wie im jetzigen Museumshof Platz.
Die Gestaltung des großen Museumshofs steht im Zusammenhang mit der künftigen kompletten Nutzung des Nachbarhauses Alexandrinenstraße 30, das teilweise bereits vom Heimatmuseum genutzt wird, teils als Pension dient. Wenn der Vertrag mit dem Pensionsbetreiber Ende April 2026 ausläuft, dann wird ein Planer im Auftrag des städtischen Eigenbetriebes kommunale Objektbewirtschaftung und ‑entwicklung als Eigentümerin der Immobilie diese genauestens in Augenschein nehmen und prüfen, was machbar ist. „Wir als Verein haben bereits ein Konzept erarbeitet und unsere Ideen zur künftigen Nutzung kund getan“, sagt Uwe Heimhardt. In dem Gebäude sollen dann auch neue Ausstellungsräume und das Büro des Museumsleiters Platz finden. Das jetzige Büro wird als Depot genutzt. Bereits Anfang 2027, so zeigt sich der Vereinschef optimistisch, könne man die hinzugewonnenen Räumlichkeiten in Augenschein nehmen. Die Besucher aus vieler Herren Länder wird es freuen, künftig noch mehr über Warnemünde, seine Geschichte und seine Menschen erfahren zu dürfen. Sabine Schubert
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier
Entwurf eines Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes 2026 für Warnemünde vorgelegt
19. März: Wer da meint, die Stadt Rostock hat ihr Seebad Warnemünde aus den Augen verloren, der irrt. Wie wir heute erfahren, soll ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept 2026 für Warnemünde den Rahmen für die weitere Entwicklung des Seebades setzen. Ein Entwurf aus dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität wurde jetzt den kommunalpolitischen Gremien vorgelegt. Ziel ist es, Warnemünde sowohl als attraktiven Wohnort als auch als leistungsfähigen Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig weiterzuentwickeln.
„Wir brauchen eine klare Orientierung für die Entwicklung Warnemündes in den kommenden Jahren“, unterstreicht Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Gemeinsam mit allen beteiligten Partnerinnen und Partnern wollen wir die dann beschlossenen Maßnahmen transparent umsetzen und bauen dabei auf eine konstruktive Mitwirkung der Warnemünderinnen und Warnemünder.“
Das Konzept umfasst kurz‑, mittel- und langfristige Projekte, die schrittweise umgesetzt werden könnten. Fünf Schwerunkte wurden dabei herausgearbeitet:
Wohnen und Ferienwohnen: Der Schutz von Wohnraum steht im Fokus. Mit der Fortschreibung des Bebauungsplans soll das Gleichgewicht zwischen dauerhaftem Wohnen und Feenwohnungen gesichert werden.
Entwicklung des Werftbeckens: Das Gebiet soll künftig stärker für maritime Wirtschaft, insbesondere im Bereich Energie, genutzt werden. Planungs- und Abstimmungsprozesse laufen derzeit, ein Beschluss wird 2026 angestrebt.
Mittelmole Warnemünde: Die Mittelmole soll zu einem modernen, maritimen Quartier entwickelt werden. Geplant ist eine bessere Verknüpfung von Hafen, Bahnhof und städtischem Leben. Erste Schritte werden in diesem Jahr vorbereitet.
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier: Am Ortseingang Warnemündes sollen eine Schule sowie neue Wohnungen entstehen. Ein städtebaulicher Wettbewerb könnte schon in diesem Jahr gestartet werden, Baurecht wird bis 2028 angestrebt.
Strandentwicklung: Für den Strandbereich wird ein Bebauungsplan erarbeitet, der touristische Nutzung, Naturschutz und Klimaschutz in Einklang bringt. Die öffentliche Auslegung ist für Anfang 2026 vorgesehen (ist der Anfang 2026 nicht schon vorbei? , fragt aalglatt).
Die Bürgerschaft hatte bereits im Jahr 2011 das Strukturkonzept für Warnemünde als Leitlinie für die zukünftige Entwicklung beschlossen. In den Jahren 2019 bis 2022 wurde dieses Konzept in einem intensiven Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Bevölkerung, Politik, Verwaltung und Fachplanern umfassend fortgeschrieben. In mehreren öffentlichen Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen konnten Bürger ihre Ideen und Einschätzungen einbringen. Dabei ging es um den Städtebau und das Ortsbild ebenso wie um die Themen Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Gewerbe, Tourismus und Kreuzschifffahrt, Infrastruktur sowie Klima- und Umweltschutz. Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Thema Wohnen. Die vielfältigen Anregungen wurden ausgewertet, diskutiert und in einem aktualisierten Handlungs- und Maßnahmenkonzept zusammengefasst. Sie sind wichtige Grundlage für Warnemündes Zukunft.
Die Informationsvorlage soll am 22. April 2026 auf der Tagesordnung der Rostocker Bürgerschaft stehen.
Ver.di Nord klagt: Gericht kippt Bäderregelung
14. März: Die Aufregung ist groß. Denn die aktuelle Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern steht erneut auf dem Prüfstand. Das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern hat mit Urteil vom 12. März 2026 die derzeitige Öffnungszeitenverordnung des Landes für unwirksam erklärt
Nach Auffassung des Gerichts erlaubt die bestehende Verordnung Sonntagsöffnungen in zu vielen Orten und an zu vielen Tagen im Jahr. Damit werde das verfassungsrechtlich gebotene Verhältnis zwischen der Regel – der Sonn- und Feiertagsruhe – und möglichen Ausnahmen nicht ausreichend gewahrt. Konkret betrifft das die Freigabe von Sonderöffnungszeiten in touristisch geprägten Orten im Zeitraum vom 15. März bis 31. Oktober sowie rund um die Weihnachts- und Neujahrsferien.
Trotz der Entscheidung bleibt die derzeitige Regelung zunächst bestehen, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Das heißt: Ab morgen dürfen ausgewählte Geschäfte auch in Warnemünde sonntags wieder ab 11 Uhr öffnen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern prüft derzeit, ob gegen die Entscheidung eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt wird. Zunächst will das Wirtschaftsministerium die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.
Aus Sicht des DEHOGA MV unterstreicht die aktuelle Entwicklung erneut, wie wichtig eine rechtssichere und zugleich praxistaugliche Lösung für touristisch geprägte Regionen ist. In einer Presseerklärung sagt DEHOGA-Präsident Lars Schwarz: Unser Bundesland gehört zu den bedeutendsten Tourismusländern Deutschlands. Gerade in Ferienzeiten erwarten Gäste ein Angebot, das den Bedürfnissen eines modernen Urlaubslandes entspricht. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass Geschäfte in stark frequentierten Tourismusorten an ausgewählten Sonn- und Feiertagen öffnen können. Die Bäderregelung ist daher weit mehr als eine Frage des Einzelhandels. Sie betrifft das gesamte touristische Angebot und damit auch das Gastgewerbe. Geschlossene Geschäfte an stark frequentierten Urlaubstagen sorgen regelmäßig für Unverständnis bei Gästen und führen zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen Destinationen im In- und Ausland. Da kommen Gäste ins Land mit vollem Portemonnaie und wir geben ihnen nicht die Möglichkeit, das Geld auszugeben. Das hat nicht nur einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Regionen zur Folge, sondern wirkt sich auch auf den Erhalt von Arbeitsplätzen aus.
Auch der Tourismusverein Rostock & Warnemünde e. V. sieht diese Entscheidung mit großer Sorge. Für die Tourismusregion Rostock und Warnemünde, so Vorsitzender Holger Martens, ist die Möglichkeit der Sonntagsöffnung ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Standort- und Serviceangebots. Sie stärkt die Aufenthaltsqualität für Gäste, verbessert die Besucherorientierung in der Destination und unterstützt zugleich die wirtschaftliche Stabilität des stationären Handels. Davon profitieren nicht nur Urlauber und Tagesgäste, sondern auch viele Einheimische, die diese Angebotsstrukturen ebenfalls nutzen. Gerade in einer stark touristisch geprägten Region erwarten Besucher an Wochenenden und in saisonalen Spitzenzeiten eine verlässliche Infrastruktur. Dazu gehören neben Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft ausdrücklich auch geöffnete Einzelhandelsangebote. Sonntagsöffnungen leisten damit einen konkreten Beitrag zur lokalen Wertschöpfung, zur Attraktivität des Aufenthalts und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die aktuelle Entwicklung trifft Handel und Tourismuswirtschaft in einem ohnehin anspruchsvollen Marktumfeld. Zahlreiche Betriebe stehen bereits unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Weitere Einschränkungen bei den Rahmenbedingungen verschärfen diese Situation zusätzlich.
Kommentar: Mal sind es die Kirchen, mal ist es die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft ver.di Nord (wie viele Mitglieder hat sie eigentlich?), die gegen Sonntagsöffnungszeiten in Geschäften in Warnemünde und anderen ausgewählten Orten Beschwerde einlegen. Der Sonntag sei als gemeinsamer verlässlicher freier Tag ein elementarer Bestandteil des sozialen Lebens. Für Familien, für Freunde, für Vereine und in vielen weiteren Zusammenhängen sind die Sonn- und Feiertage eine extrem wichtige Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen und die Gemeinschaft zu pflegen, meint die Gewerkschaft. Was aber machen Pastoren, Ärzte, Pfleger, Journalisten, Notdienst-Mitarbeiter (weiblich, männlich, divers) und viele weitere Menschen, die sonntags arbeiten müssen? Sie haben dafür einen anderen Tag frei. Wie mir eine Verkäuferin, die Am Strom tätig ist, sagte, arbeitet sie gern mal sonntags. Wechselt sich ab mit Kollegen und dem Laden-Inhaber. Den so gewonnenen freien Tag kann sie in der Woche nehmen, kann mal in der Schule ihres Sprösslings vorbeischauen und mit dem Mathe-Lehrer reden, mal einen Arzttermin wahrnehmen oder sich einfach mal um sich selbst kümmern. Gehen der Gewerkschaft die Themen aus, möchte sie mal wieder gehört werden, oder warum nimmt sie immer wieder die Sonntagsöffnungszeiten auf ihre Tagesordnung? In anderen Ländern ist das übrigens überhaupt kein Thema, da öffnen Geschäfte selbstverständlich auch sonntags, dann, wenn vor allem Urlauber und Tagestouristen Zeit und Lust auf Shopping haben. Sabine Schubert

In diesem Haus Am Leuchtturm 1 in Warnemünde befindet sich das Informationszentrum Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) . Foto: DGzRS
Wer unterstützt die Seenotretter?
14. März: Die Seenotretter bitten um Mithilfe – nicht im Einsatz auf Nord- und Ostsee, sondern an Land: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sucht weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit in ihrem Informationszentrum in Warnemünde.
„Unsere Ehrenamtlichen an Land sind eine tragende Säule für die erfolgreiche Tätigkeit der DGzRS“, weiß Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums. „Wer sich bei uns engagiert, hilft dabei, unsere lebenswichtige Aufgabe vielen Menschen nahe zu bringen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für unsere rein spendenfinanzierte Arbeit.“
Im Informationszentrum begrüßen die Ehrenamtlichen Besucher, geben Einblicke in die Tätigkeit der Seenotretter und begleiten die Gäste durch die Ausstellung. Diese umfasst historische Rettungsausrüstung und Modelle moderner Seenotrettungskreuzer. Darüber hinaus unterstützen die Ehrenamtlichen bei Veranstaltungen, Vorträgen und Gruppenführungen. Dabei können sie sich ihre Zeit frei einteilen und selbst entscheiden, wann und wie oft sie aktiv mithelfen möchten. Allerdings: Vor allem am Wochenende benötigt das Team um Jörg Westphal engagierte Hilfe. Selbstverständlich arbeiten die Seenotretter neue Ehrenamtliche in ihre verantwortungsvolle Aufgabe gründlich ein.
Seit 1995 befindet sich das Informationszentrum im historischen Stephan-Jantzen-Haus. Die ehemalige Besitzerin vermachte das Gebäude der DGzRS in einer Schenkung. Das Haus ist eng mit den Anfängen der Seenotretter in Warnemünde verbunden: Dort lebte und arbeitete Stephan Jantzen, der ab 1866 maßgeblich am Aufbau der ersten Rettungsstation der DGzRS an der mecklenburgischen Küste beteiligt war. Zwischen 1867 und 1903 rettete er als Vormann der Station mit seiner Freiwilligen-Mannschaft rund 80 Menschen aus Seenot – mehrfach unter Einsatz seines eigenen Lebens. Zu seinen Ehren taufte die DGzRS nach der Wiedervereinigung ihren damals modernsten Seenotrettungskreuzer in Warnemünde auf den Namen VORMANN JANTZEN.
Interessierte können sich bei Jörg Westphal per Telefon unter 0381⁄514 09 melden oder ihm eine E‑Mail schreiben an infozentrum-mv@seenotretter.de.
Über die DGzRS: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und ‑boote auf 53 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter rund 2.000 Einsätze, koordiniert von der deutschen Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coördination Centre (MRCC) Bremen der DGzRS. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne jegliche staatlich-öffentliche Mittel zu beanspruchen. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 87.700 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.
Die 88. Warnemünder Woche findet vom 4. bis 12. Juli 2026 statt.
1100 Segelsportler zur 88. Warnemünder Woche erwartet
12. März: Es sind tatsächlich nur noch 115 Tage bis die 88. Warnemünder Woche eröffnet wird. Das Meldeportal für die Segler aus aller Welt für die 19 Wettbewerbe im Segelrevier vor unserer Haustür ist geöffnet. So werden 550 Boote mit rund 1100 Seglerinnen und Seglern hier erwartet und spannende Wettkämpfe austragen. Eine Weltmeisterschaft, Eurochallenge, Deutsche Meisterschaften sind u. a. angesagt.
Doch was wäre diese traditionsreiche Segelsportveranstaltung ohne das ehrenamtliche Engagement. Wieder werden 300 Frauen und Männer, die mit dem Segelsport verbunden sind, für die Betreuung der Aktiven da sein. Allen voran die Mitglieder des Warnemünder Segelclubs.
Ralf Bergel, selbst leidenschaftlicher Freizeitskipper und einer der Hafenkapitäne auf der Mittelmole, wird wieder als Chairman der Warnemünder Woche im Ehrenamt die landseitige Organisation der Segelwettbewerbe übernehmen. „Schon längst ist die Vorbereitung für die 88. Warnemünder Woche voll im Gange. Das zeigt sich nicht nur in den Plakaten und Plaketten für die 88. sondern in all den vielen Kleinigkeiten, die jeder gern macht und mit diesem Élan auch all die Sponsoren ansteckt. Mehr Segler als im vergangenen Jahr werden auch wieder auf der Hohen Düne sein. Der Zeltplatz bei der Marine wird ebenfalls einbezogen und die Landessportschule bietet sich gleichfalls für die unterschiedlichsten Serviceleistungen an. Eigentlich ist heute schon zu sagen: Unser Segelrevier, das weltbekannt ist, wird sich auch im Jahr 2026 mit optimalen Bedingungen nicht nur für diese eine Woche, sondern gleichzeitig für den olympischen Segelsport präsentieren,“ so Bergel. Monika Kadner

Mit einem Foto von dem ehemaligen Dreigestirn des Warnemünde Vereins Hansi Richert, Ingeborg Regenthal und Astrid Voß sowie einen Blumenstrauß überraschte Stefanie Pensky (r.) Astrid Voß bei deren offiziellem Abschied als Vereinsvorsitzende. Foto:Torsten Linke
Nach mehr als 15 Jahren gibt Astrid Voß den Vorsitz ab
4. März: Es war ein heißer Sommertag in diesem Jahr 2010. Daran und an den ersten Besuch von Astrid Voß im Redaktionsbüro auf dem Mühlenhof erinnere ich mich heute noch sehr genau. Die neue Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins für Warnemünde e. V. – wie sie wohl so ist? Nachdem mich mit dem langjährigen Vereinsvorsitzenden Alfred Stave ein fast freundschaftliches Verhältnis verband, ich seine Nachfolgerin Brigitte Nielsen ebenfalls sehr schätzte, nun also Astrid Voß. Die gebürtige Warnemünderin, so erfuhr ich, hat die Heinrich-Heine-Schule besucht und „auswärts“ das Abitur gemacht. Auf keinen Fall wollte sie wie viele ihrer ehemaligen Mitschüler, Freunde und Verwandten auf der Warnemünder Werft arbeiten, wo jeder jeden kannte und über jeden Bescheid wusste. Die junge Frau studierte Seeverkehrswirtschaft, war bei der Deutschen Seereederei für die Kalkulation von Schiffsreparaturen zuständig. Sie heiratete ihren ehemaligen Mitschüler Hartmut Voß, den sie seit der ersten Klasse kannte, zog mit diesem und dem gemeinsamen Sohn 1988 nach Berlin, wo ihr Mann im englischen Seerecht promovierte. Sie arbeitete kurze Zeit im Ministerium für Verkehrswesen, absolvierte eine Ausbildung zum Versicherungsmakler und kehrte schließlich mit ihrer Familie 2001 aus Berlin zurück in heimatliche Gefilde und in das Haus ihrer Großeltern in der Alten Bahnhofstraße. Drei Jahre später trat sie in den Warnemünde Verein ein und arbeitete im Vorstand mit. Dessen Ziele, das landschafts- und ortstypische Bild von Warnemünde zu bewahren, Traditionen zu pflegen und das gesellschaftliche Miteinander zu fördern – und zwar ehrenamtlich, gemeinnützig, politisch unabhängig, überparteilich und überkonfessionell, lagen und liegen ihr als Warnemünderin am Herzen. Nun also im Jahre 2010 sollte sie die Geschicke des Vereins in ihre Hände nehmen. Unterstützung gab es natürlich. Beispielsweise von Ingeborg Regenthal, ein Urgestein des Vereins. Wir kennen uns schon seit 1990, als die die Norddeutschen Neuesten Nachrichten auf Wunsch vieler Warnemünder eine eigene Seite für das Ostseebad ins Leben riefen, einen Raum im Werftkulturhaus dafür mieteten, mich und Monika Kadner anheuerten. Dort hatten auch Inge Regenthal und andere ehemalige Werftler aus dem Bereich Kultur noch ihr Domizil.
Inzwischen sind seit dem ersten Gespräch zwischen Astrid Voß und mir mehr als 15 Jahre vergangen. Zeit, die Geschicke des Vereins in jüngere Hände zu legen und die ereignisreichen Jahre Revue passieren zu lassen. „Diese ehrenamtliche Arbeit als Vereinsvorsitzende habe ich nie bereut. Ich habe so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Berufen mit den unterschiedlichsten Ansichten und Meinungen kennen gelernt, das war für mich eine Bereicherung“, sagt die Warnemünderin. Besonders die Zusammenarbeit mit anderen im Ostseebad ansässigen Vereinen war prägend. Gern erinnert sie sich auch an die Warnemünder Nachmittage im dänischen Marielyst, die seit 2014 fester Bestandteil der Vorstandsarbeit sind. „Damals ist Rüdiger Lachmann mit seiner Band am Leuchtturm aufgetreten. Und er hat immer wieder für einen Kulturaustausch mit Dänemark geworben“, erinnert sich Astrid Voß. Der Oberbürgermeister von Guldborgsund John Brædder war zu Besuch. Sein damaliger Rostocker Amtskollege Roland Methling war verhindert, konnte den Gast nicht empfangen. „Also sind Hansi Richert, Ingeborg Regenthal und ich eingesprungen. So ist eine langjährige Freundschaft entstanden, so finden regelmäßige Besuche statt, an denen auch Künstler aus Warnemünde teilnehmen. Eine wirkliche Erfolgsgeschichte“, freut sich die Warnemünderin, die diesen Kontakt auch weiterhin pflegen möchte.
Was macht Astrid Voß nun mit all ihrer vielen freien Zeit? „Sie genießen. Meinen Mann, der immer viel Rücksicht auf all meine vielen Termine nehmen musste, zur Seite stehen, ihn beispielsweise zu Drehorgeltreffen ins Ruhrgebiet oder im Sommer nach Dänemark begleiten. Bücher lesen, unsere neue Wohnung gestalten. Und ich möchte Lesepate in einer Grundschule werden. Darauf freue ich mich sehr“, gesteht Astrid Voß, die voller Élan und Lebensfreude auf die kommende Zeit blickt. Sabine Schubert
Kopflinden-Allee in der Mühlenstraße als Naturdenkmal
4. März: Vorschläge für Naturdenkmäler in Warnemünde zu machen, darum wurde die Bürgerinitiative „Rettet den Küstenwald“ vom Ortsbeirat gebeten. Diese Anregung hat die BI gerne aufgenommen und im Januar 2026 die Allee gezogener Kopflinden in der Mühlenstraße als Naturdenkmal vorgeschlagen, eine wunderschöne Allee, die 150 Jahre alt und prägend für Warnemünde ist (aalglatt berichteten).
Die Lindenbäume, aus denen die Allee besteht, sind in einem sehr rigiden Sandboden aufgewachsen und stehen unter großem Nutzungsdruck. Trotzdem haben die 62 Kopflinden zwei Weltkriege, die Wende und mehrere Dürrejahre unbeschadet überlebt. Viele Generationen von Mecklenburgern haben diese Linden so gezogen und alle zwei bis drei Jahre gepflegt. Die Allee ist daher auch landeskundlich, historisch und kulturell bedeutsam.
Nach Auffassung des renommierten Hamburger Baumpflegeinstitutes können die vorhandenen Linden noch langfristig (mind. 50 – 100 Jahre) stehen. Die Kopflindenallee im Zentrum Warnemündes ist absolut schutzwürdig und schutzbedürftig.
Die bestehenden Alleenschutzbestimmungen reichen für einen umfassenden Schutz dieses Kleinods, dieses Natur- und Kulturerbe nicht aus; bspw. sind die gesetzlich vorgeschriebenen Nachpflanzungen seit Jahrzehnten unterblieben. Im Fall einer herkömmlichen Straßen- und Leitungssanierung bieten sie keinen ausreichenden Schutz für die Bäume. Es ist daher aus Sicht der Bürgerinitiative notwendig, die Allee als Naturdenkmal auszuweisen und den Bäumen schon im Vorfeld geplanter Sanierungen eine Stimme zu geben.
Mitstreiter für dieses Projekt, so die Sprecherin der der Bürgerinitiative „Rettet den Küstenwald“ Dr. Boog, sind herzlich willkommen. Kontakt kann über treesforfuture@web.de oder Tel. 0381⁄5105357 aufgenommen werden.
Der gerade neu gewählte Vorstand des Warnemünde Vereins: Stefanie Pensky, Janette Heidenreich, Jana Gutzmann-Endler, Jan Starzynski , Anke Zilm, Stefanie Conrad (von links). Foto: Hartmut Voß
Warnemünde Verein hat neuen Vorstand
27. Februar: Drei bemerkenswerte Neuigkeiten wurden auf der gestrigen Ordentlichen Mitgliederversammlung des Warnemünde Vereins bekannt:
Der gesamte alte Vorstand mit Astrid Voß, Ingeborg Regenthal, Cornelia Döring und Torsten Linke ist nicht wieder zur Wahl angetreten. Das Quartett hat die Verantwortung in jüngere Hände übergeben. Die Mitglieder wählten in den Vorstand: Stefane Conrad, Jana Gutzmann-Endler, Janette Heidenreich, Stefanie Pensky, Jan Starzynski und Anke Zilm.
Zudem galt es in den vergangenen Monaten eine neue Veranstaltungsagentur zu finden, mit der der Warnemünde Verein ab 2026 zusammenarbeitet. „Unsere langjährige Partnerin, die Kongress- und Veranstaltungsservice Rostock GmbH, ist mit dem 1. Januar 2026 in den verdienten Ruhestand gegangen. Wir haben es uns nicht leichtgemacht und uns nach einem strengen und fairen Auswahlverfahren für die Highlights Event Management MV Agentur, namentlich Heiko Lange, entschieden und diese per Vertrag vom 10. Juni 2025 für die Marktgestaltung gebunden. Nun freuen wir uns auf eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit in den nächsten Jahren“, sagt Astrid Voß.
Weiterhin wurde eine neue Kooperationsvereinbarung mit der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde erarbeitet, die die bestehende aus dem Jahr 2023 ab 2026 ersetzt. Danach wird der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde durch den Warnemünde Verein der Auftrag übergeben, die Gestaltung des Hauptbühnenprogramms zur Warnemünder Woche und der Bühnenprogramme im Rahmen des „Warnemünder Frühlingslandganges“ und des „Warnemünder Brückenfestes“ zu übernehmen. Der Warnemünde Verein bleibt Veranstalter des Sommerfestes im Rahmen der Warnemünder Woche, des „Warnemünder Frühlinglandganges“ und des „Warnemünder Brückenfestes“ und ist weiterhin voll verantwortlich für die Ausrichtung des „Niegen Ümganges“.
Aus dem Rechenschaftsbericht:
Die bisherige Vorsitzende Astrid Voß berichtete vom 35. Vereinsgeburtstag, „Plattdüütsch inne Schummerstund“, Fahrradtour zum Forst- und Köhlerhof Wiethagen, Ausflug zum Sommerfest der Modelleisenbahner, Grillfest, Schiffstour und Begleitfahrt zum Mehrauslauf von Kreuzfahrtschiffen im September, bebilderter Jahresrückblick von Torsten Linke, Vortrag über den „Zustand der Ostseefische und die Zukunft der Ostseefischerei“ von Dr. Christopher Zimmermann vom Institut für Ostseefischerei im November, Eröffnung des lebendigen Adventskalenders mit einer Weihnachtsfeier.
Während der elf Vorstandssitzungen wurden all diese Veranstaltungen, aber auch die drei großen Warnemünder Feste unter Regie des Warnemünde Vereins geplant: Warnemünder Frühlingslandgang vom 29. April bis 4.Mai, 22. Nieger Ümgang und 48. Sommerfest im Rahmen der 87. Warnemünder Woche Anfang Juli, Warnemünder Brückenfest inklusive Kuchenbasar zum Abschluss der Sommersaison.
Astrid Voß erinnerte zudem an den Warnemünder Nachmittag in Marielyst, der seit 2014 durchgeführt wird. Die beiden Hauptinitiatoren dieses besonderen Freundschaftstreffens, John Brædder, damals Oberbürgermeister in Guldborgsund, und Roland Methling, damals Obermeister von Rostock, waren mit dabei.
Gefreut hat sich der Vereinsvorstand, dass der Ortsbeirat Geld aus seinem Budget für die Erneuerung der Ortseingangsschilder Warnemünde, für eine Warnemünder Bank und für einen Gedenkstein für die auf See Bestatteten, der im St.-Jantzen-Park aufgestellt werden soll, bereitgestellt hat bzw. bereit stellen will.
Ein herzliches Dankeschön fand Astrid Voß für alle jene, die auf unterschiedlichste Art und Weise mit dazu beigetragen haben, dass der Rechenschaftsbericht so positiv ausfallen konnte. Neben ihren Vorstandsmitstreitern, die trotz Job viel ehrenamtliche Arbeit leisteten, dankte sie u. a. allen aktiven Vereinsmitgliedern, all den Projektgruppen unter dem Dach des Vereins, dem Förderverein Warnemünder Leuchtturm e. V. als Hauptsponsor, der WIRO, allen Handel- und Gewebetreibenden, Ärzten, Apothekern und Warnemündern, die mit ihren Spenden zum Gelingen der Feste und Veranstaltungen beigetragen haben, der KVS-Agentur, dem Büro Warnemünder Woche, der TZ Rostock-Warnemünde. dem Ortsbeirat, dem Stadtamt und Tiefbauamt, den Mitarbeiter der Polizeistation sowie JM Event & Security, dem Bestattungshaus Neumann, Ripka Catering, in dessen Räumen der Verein ein Zuhause hat.
Nicht nur Tee kann wärmen
27. Februar: Meine Badefreundin wurde 88 Jahre alt. Als die übrigen drei Frauen vom Strand kamen – noch ein bisschen unterkühlt von der Ostseetemperatur – wärmte uns die Hausherrin beim Frühstück mit heißem Tee auf und mit einer besonderen Lektüre. Mit einem ganz alten Lesebuch. Es war gerade mal 37 DIN‑A 5- Seiten dick. Schwarzer, schon völlig verknitterter, immer wieder glatt gestrichener Einband. Es war ein– oder zweimal schon von ihrer Mutter sorgfältig per Stopfgarn mit großen Stichen geheftet, dass es ja nicht auseinanderfiele. Die Innenseiten völlig vergilbt. Gleich auf der Aufschlagseite ein naturgetreuer Linolschnitt mit Pferden auf der Weide. Leider keine Jahresangabe.
Unsere Augen leuchteten, und allen wurde warm ums Herz. Dies war ein Buch aus dem Schulranzen, als unsere Gastgeberin gerade mal Lesen gelernt hat. Ausgewählte Märchen u. a. auch von den Gebr. Grimm waren hier auf den dünnen Seiten in altdeutscher Schrift gedruckt worden.
Wir reimten die alten Verse auf Seite 25 mit, lachten und beschlossen: Ab mit dem schmalen Bändchen in unser Heimatmuseum! Monika Kadner
Katharina Otte, Katrin Heller und Cindy Weinhold bringen das Leben der großen Hildegard Knef interessant und unterhaltsam auf die Bühne der Kleinen Komödie. Foto: Thomas Mandt
Große Geschichte auf kleiner Bühne
6. Februar: Zu einer unterhaltsamen, nachdenklichen Geschichtsstunde mit der Knef als Hauptdarstellerin hat die Kleine Komödie in der musikalischen Inszenierung von Cindy Weinhold unter dem Titel „So oder so ist das Leben“ eingeladen. Wieder einmal präsentierte sich die minimalistische Bühne dieses Theaters als groß! „Schuld“ daran waren Cindy Weinhold am Klavier, Katrin Heller und Katharina Otte, die nicht versuchten, Hildegard Frieda Albertine in ihren Jahren von 1925 bis 2002 darzustellen, zu doubeln. Sondern sie folgten ihr pointiert musikalisch, sowie über Leseausschnitte aus den Büchern der Schriftstellerin Knef durch die unruhigen Zeiten dieser Jahrzehnte. Habitus und Stimme der Diva kamen dem Zuschauer durch Jacob Gückel über seine Ausschnitte von Dokumentaraufnahmen auf der „mitspielenden“ Videoleinwand nahe.
Es gelang den Akteuren insgesamt, die Zuschauer und Zuhörer sehr genau hinhören zu lassen, was die Knef so unvergessen macht nicht nur mit ihrer Stimme, ihrer unerschrockenen Art, sondern auch wie sie sich über alle Klippen des Lebens hinweg durch setzte. Wie heißt es doch in einem vorgetragenen Zitat aus ihren Büchern: „So wie das Meer ist, ist das Leben.“
Wie aktuell war doch diese unterhaltsame Geschichtsstunde mit der Knef als Hauptdarstellerin und wie gut, dass dies vom Volkstheater künstlerisch auf die Bühne gebracht wurde.
Heimatmuseum vergrößert sich
30. Januar: Im Heimatmuseum Warnemünde blieben die Gästezahlen im vergangenen Jahr im Gesamttrend unverändert gut. Fast 12.200 Besucher wurden 2025 gezählt, bilanzieren das Museum und der Museumsverein zufrieden. Zum Vergleich: 2024 waren es rund 12900 Gäste.
Bis zum 14. Juni 2026 läuft im Heimatmuseum noch die Sonderausstellung „Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee”. In der zweiten Junihälfte erfolgt der Ausstellungswechsel. Ab 4. Juli 2026 bis 13. Juni 2027 wird die Sonderausstellung „100 Jahre Warnemünder Woche“ zu sehen sein. Darüber hinaus gibt es in der Dauerausstellung viel zu entdecken, sodass sich ein Besuch immer lohnt. Seit Herbst 2025 ist im Ausstellungsbereich zum 20. Jahrhundert auch eine Mini-Ausstellung zur Geschichte der Eisenbahnfährverbindung Warnemünde-Gedser zu sehen, die von 1903 bis 1995 existierte.
Das Heimatmuseum wird sich wie in jedem Jahr wieder am Internationalen Museumstag im Mai und am Tag des offenen Denkmals am 13. September beteiligen. Am Internationalen Museumstag gibt es neben Musik, Maibowle und Schmalzstullen auch einen Flohmarkt unter dem Motto „Kunst & Krempel“. Der Eintritt ist an beiden Tagen wie immer frei. Von April bis Oktober lädt die Einrichtung jeweils am dritten Mittwoch des Monats wieder zu Museumsabenden.
Darüber hinaus wächst das kleine Museum in diesem Jahr auch örtlich weiter über sich hinaus. Denn 2026 beginnt die Erweiterung des Museums durch die Übernahme des Hauses Alexandrinenstraße 30 (bislang Pension Birnbom).
Vorträge und Veranstaltungen 2026:
| 15.04. | Warneminner Utkiekers – Lieder auf Hoch und Platt |
| 17.05. | Internationaler Museumstag – Museen mit Freude entdecken (10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei!). |
| Mit einem Flohmarkt der besonderen Art unter dem Motto „Kunst & Krempel“ | |
| 20.05. | Johannes Lang – Handel mit Teer in Rostock und Warnemünde |
| 17.06. | Reno Stutz – Die Rostocker Schifferkompanie |
| 15.07. | Christian Meyer – 1866–2026 – 160 Jahre Meyers Mühle Warnemünde |
| 19.08. | Uwe Heimhardt – Warnemünder Baugeschichte |
| 13.09. | Tag des offenen Denkmals (10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei!) |
| 16.09. | Wilfried Steinmüller – Vergessene Warnemünde-Literatur wiederentdeckt im Ortschronikenportal M‑V |
| 20.09. | Hoffest des Museumsvereins (Museum geschlossen!) |
| 01.–04.10. | Stephan-Jantzen-Tage in Warnemünde und im Heimatmuseum |
| 21.10. | Susanne Buch – Bericht aus der Restaurierungs-Werkstatt: Wie die Vereinsfahne des Warnemünder Männer-Turn-Vereins von 1887 wieder zu neuem Glanz gekommen ist |
| 04.12. | Adventsmarkt vorm Heimatmuseum (als Teil vom “Lebendigen Adventskalender”) |
Die Vorträge finden in der Regel am dritten Mittwoch des jeweiligen Monats statt. Vortragsbeginn ist 18 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Kartenreservierungen haben bis 24 Stunden vor Vortragsbeginn Gültigkeit. (Änderungen und Ergänzungen im Programm sind möglich.) Linktipp: https://heimatmuseum-warnemuende.de
Brigitte Moll hat die Musik für sich entdeckt. Sie spielt mehrere Instrumente und ist u. a. im Verein „Life music now“ aktiv. Foto: mkad
Harmonie bestimmt ihr Leben
27. Januar: “Seit meinem ersten Schrei mache ich Musik. Nur heute vielleicht ein bisschen besser,“ lacht Brigitte Moll und erzählt: „Kaum war der Zündschlüssel im Familienauto rumgedreht, sang und klang es. Volkslieder, Kinderlieder. Rauf und runter.“ Im sauerländischen Zuhause nahm Brigitte mit zwölf Jahren das Klavier in Beschlag, pustete in die Blockflöte und zupfte auf der Gitarre. Während des Studiums spielten Paragrafen statt Noten die Hauptrolle im Leben der Heranwachsenden. So blieb es auch bei passivem Musikgenuss solange sie in Hamburg das Schild an der Haustür hatte, das sie als Anwältin auswies. Doch dann stellte sich für Brigitte Moll das Leben noch einmal auf den Kopf. Es war tatsächlich geschehen, dass Deutschland eins wurde. Voller Interesse wollte sie die andere Seite richtig kennenlernen, denn auf Schulausflügen war der Osten sehr nebulös geblieben, um es „artig“ auszudrücken, wie es so ihre Art ist. Warnemünde, vor allem wegen der direkten Nähe zur Ostsee, wurde ihre neue Adresse. Sie nahm wieder Unterrichtsstunden und wenn ihr als gestandene Persönlichkeit anfangs die Finger zitterten beim Finden der richtigen Flötenlöcher, sie gab nicht auf. Besann sich darauf, wie Musik Türen und Herzen öffnen kann. So meldete sie sich, gerade angekommen im Ostseebad, im Chor der Warnemünder Kantorei an. Aus dem großen Chor wurde es für sie bald der Kammerchor. Es entstand mit Flöte, Geige, Cello und Klavier das Quartett der Kantorei. „Im Rentenalter nimmt die Arbeit zwar ab, zu meinem großen Glück, nimmt die Musik aber zu.“
Ein Klavier und ein ganzes Ensemble von hölzernen Flöten und ein Saxophon stehen in der Veranda. Fast täglich werden sie gespielt. „Sonst schlafen sie ja ein – und ich auch!“ so Brigitte Moll, die viele Stunden am Tag immer noch streitet und dann, wenn der Aktenordner aus der Hand gelegt ist, Harmonie, Ruhe in der Musik findet.
Doch längst nicht genug. Gemeinsam mit Musikerfreunden bringt sie mit dem Verein „Life music now“ Musik zu denen, die nicht mehr in den Konzertsaal gehen können. Ganz nach der Überzeugung des Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin, dass Musik heilt, tröstet und Freude bringt.
In unserer Landeshauptstadt hat sie den Vorsitz der Musik- und Kunstschule ATARAXIA übernommen, die im Juni diesen Jahres ihr 35jähriges Bestehen feiert. Ataraxia bedeutet im griechischen: Seelenruhe, innere Gelassenheit und Frieden. Man könnte meinen, dass genau dies auch auf Brigitte Moll zutrifft.
Moment! Manchmal geht‘s auch sehr schrill zu. „Taktlos“ heißt das Flötenensemble, in das sie sich eingereiht hat, das auch mächtig auf die Pauke hauen kann….
Behutsam ist sie Schritt für Schritt auf ihr neues Erlebnis „Ost“ zugegangen. So ist sie in Warnemünde angekommen. Monika Kadner
Begegnungsstätte Am Moor plant auch 2026 tolle Veranstaltungen
Vereinsvorstand zieht nach dem ersten Jahr erfolgreiche Bilanz
24. Januar: Die erste Jahresversammlung des am 1. Februar 2025 gegründeten Vereins Begegnungsstätte Am Moor e. V (BAM) hat heute stattgefunden. Ins Leben gerufen wurde der neue Verein mit Blick auf den die meiste Zeit leerstehenden Saal im Vereinshaus des Kleingartenvereins Am Moor im Warnemünder Wiesenweg. „Der Kleingartenverein hat sich laut seiner Satzung um die Gärten zu kümmern. Nicht um Kultur. Also haben wir beschlossen, den wenig genutzten Saal nicht mehr mit an die Gastronomen zu verpachten, sondern dessen Nutzung in die Hände eines eigenständigen Vereins zu legen“, erinnert sich Ondra Kitzerow. Inzwischen hat der große Raum ein zeitgemäßes Outfit bekommen, kann von anderen Vereinen, aber auch von Privatpersonen gebucht werden. Der Vorstand, bestehend aus Ondra Kitzerow, Vorsitzender, Jürgen Dührkop, stellv. Vorsitzender, Maik Stamer, Schatzmeister, Anne Jülich, Protokollführerin, Rene Heinig, Beisitzer, und Heike Anna Hildebrand, Ersatzmitglied, konnte heute eine durchweg positive Bilanz ziehen. „Wir haben im zurückliegenden Jahr zahlreiche tolle Veranstaltungen durchführen können, die natürlich auch von Nicht-Vereinsmitgliedern besucht werden können. Das Interesse war groß. Für uns Ansporn, weiter zu machen, neue Ideen zu entwickeln“, sagt Heike Anna Hildebrand. Die Buchlesungen waren ein solch großer Erfolg, dass sich inzwischen Autoren melden, um dort auftreten zu können. Auch die Open Stage Jam, die am 30. Januar um 18 Uhr in die nunmehr fünfte Runde geht und Akteuren eine breite Bühne in Sachen Musik bietet, hat viele Freunde gefunden. Geplant ist beispielsweise auch ein plattdeutscher Nachmittag am 21. März um 15 Uhr. Und die Vorschläge, ein Konzert mit Studenten der HMT oder auch ein Sommer-Kino zu organisieren, sind auf offene Ohren gestoßen. „Gerade heute haben wir beschlossen, unsere Bühne in der Begegnungsstätte noch besser zu beleuchten“, berichtet Ondra Kitzerow. Der Vorsitzende freut sich, dass bekannte Warnemünder wie Mariken und Jobst Mehlan zu den Vereinsmitgliedern zählen. Weitere sind herzlich willkommen. Der Jahresbeitrag beträgt zwölf Euro. Aber wer Interesse hat, darf auch Fördermitglied werden, denn die Begegnungsstätte lebt von Fördermitteln. Auf der Internetseite des Vereins kann man den Mitgliedsantrag ausfüllen. Und wer den Kontakt sucht, kommt mit diesem ausgefüllt zu einer der nächsten Veranstaltungen, die Sie, liebe Leser, unter was, wann, wo auf unserer aalglatt-Seite finden.
Naturdenkmal wird vorbereitet
23. Januar: Im Wald hinter der Promenade sind rund um die Aranka-Wiese Baumpflegearbeiten im Gange. Die dafür verantwortliche Mitarbeiterin im Grünamt, Steffi Soldan, berichtet uns, dass bereits im Dezember in diesem flächigen Bestand mit Baumfällungen angefangen wurde. Diese habe man zuvor mit dem Ortsbeirat abgestimmt. Diese, in ihren Umfängen unterschiedlichen Bäume mussten in dieser Wintersaison weichen, da sie hier durch verschiedene Krankheiten die Verkehrssicherheit rund um die Aranka-Wiese gefährdeten.
Wir erfuhren bei diesem Gespräch mit dem Grünamt, dass im Stephan-Jantzen- Park eine sehr dicke Eiche in den Schutzstatus eines Naturdenkmals gestellt werden soll. Dafür laufen gerade jetzt die Vorbereitungen im Rathaus. Auch auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates wurde das thematisiert (aalglatt berichteten).
Ein Ausblick in den Herbst 2026: Auf Grund des Rotationsprinzips für Baumpflanzungen in der Hansestadt werden in unserem Ort Nachpflanzungen stattfinden. Das geschieht auch, um vorhandene Fehlstellungen wieder aufzuforsten. mkad
Das Hotel Neptun sucht Ihre Erinnerungen, liebe Leser, und verschenkt ein Stück Neptun-Geschichte, nämlich die historischen gelben Buchstaben vom Neptun-Portal; auf dem Foto präsentiert von der Logis-Managerin Kerstin Pingel-Scheydt, dem Chef de Partie Simon Wingenfeld, der Stellvertretenden Restaurantleiterin Lisa Wellsandt aus dem Café Panorama, Omar Sabreen aus dem Housekeeping und PR-Chefin Silke Greven. (v.l.n.r.) Foto: Hotel Neptun
55 Jahre Hotel Neptun
21. Januar: : Seinen 55. Geburtstag begeht das weithin bekannte Hotel Neptun in diesem Jahr. Ein guter Grund, das große Jubiläum am Warnemünder Ostseestrand 2026 mit zahlreichen Aktionen und Angeboten gebührend zu feiern. Das traditionsreiche 5‑Sterne-Haus lädt Gäste und die Öffentlichkeit dazu ein, das denkwürdige Ereignis mitzugestalten und mitzuerleben.
„Es ist kaum zu glauben: Wir fühlen uns noch gar nicht so alt, sondern äußerst lebendig und lebensfroh“, lacht General Manager Guido Zöllick: „Das liegt wohl vor allem an unseren zahlreichen treuen Stammgästen und natürlich an unserer tollen Mannschaft. Gemeinsam sorgen wir Jahr für Jahr für viele fröhliche Momente und ein schönes Miteinander in unserem Neptun.“
Angebote und Geschenkideen
Wer das Wiegenfest des legendären Hauses hautnah miterleben möchte, kann das ganz bequem mit seiner Urlaubsplanung verbinden. „Wir haben für unsere Gäste ein mehrtägiges Jubiläumsangebot geschnürt, das man das ganze Jahr buchen kann. Und natürlich möchten wir auch unser Geburtstags-Wochenende inklusive großer Gala mit vielen vertrauten Gesichtern, prominenten Gästen, Freunden, Fans und Partnern feiern“, freut sich der Hotelchef.
Das ganze Jahr über dürfen sich die Gäste auf eine kulinarische Zeitreise begeben. So werden neben den beliebten Neptun-Klassikern auch ein exklusives Jubiläumsmenü, ein Geburtstagseisbecher und ein bekannter Cocktail-Klassiker angeboten. Zum Jubiläum gibt es außerdem einen limitierten Wandkalender mit wunderschönen, fröhlich gezeichneten Motiven aus dem Hotel vom Warnemünder Künstler Sebastian Stave und viele weitere originelle Produkte im hoteleigenen Shop „Neptun-Welt“.
Jetzt ein Stück Neptun gewinnen
Zum großen Jubiläum macht man sich natürlich richtig schick: Aus diesem Anlass wurden die historischen, gelben Leucht-Buchstaben „H, O, T, E, L“ am Neptun-Portal erneuert und sorgfältig aufbewahrt. „Jetzt starten wir mit diesem Stück Hotelgeschichte unsere erste große Jubiläumsaktion – ein einmaliges Gewinnspiel“, verrät PR-Chefin Silke Greven: „Teilen Sie mit uns Ihre persönlichen Erinnerungen und schönsten Momente aus 55 Jahren und schreiben Sie uns, warum Sie das Neptun lieben!“, appelliert Greven an Gäste und Einheimische: „Unter allen Einsendungen verlosen wir bis zu unserer Jubiläumsgala im Sommer jeden Monat einen Buchstaben.“ Mitmachen und gewinnen kann jeder. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2026.
Wer an der großen Buchstabenverlosung teilnehmen möchte, schickt seine Bilder und Geschichten an PR-Managerin Silke Greven, Hotel Neptun, Seestraße 19, 18119 Warnemünde, an s.greven@hotel-neptun.de oder postet alles auf dem hoteleigenen Facebook-Kanal. So kann man Erinnerungen teilen und mit etwas Glück einen der fünf Buchstaben im Großformat gewinnen!
Einzigartige Erfolgsgeschichte am Meer
Im Juni 1971 begann am Strand von Warnemünde die einmalige Erfolgsgeschichte: Das Hotel Neptun öffnete seine Türen und empfing bereits seine ersten Gäste mit dem Anspruch, jeden Aufenthalt zu etwas Besonderem zu machen. 55 Jahre später blickt man in dem traditionsreichen Haus stolz auf über neun Millionen Gäste aus mehr als 120 Ländern zurück. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Neptun zu einer starken Marke entwickelt und sich als exklusives Urlaubs- und Wellnesshotel mit einzigartigen Original-Thalasso-Angeboten und Tagungsmöglichkeiten etabliert. So reicht der exzellente Ruf des Hauses längst weit über die Landesgrenzen hinaus – das Hotel Neptun steht für Höchstleistungen: erstklassige Angebote, einen hervorragenden Service, gelebte Gastfreundschaft und seinen ganz besonderen Neptun-Spirit.
Schwimmendes Bistro auf dem Altem Strom
13.Januar: Während vielen Gastronomen landauf-landab die Puste ausgeht, blicken diese beiden gestandenen Gastronomen ganz optimistisch ins neue Jahr – Jana und Kurt Weber. Seit nun mehr als 20 Jahren haben sie mit dem Hummerkorb auf der Mittelmole ihre Visitenkarte abgegeben. Seit kurzem gehört ihnen eben dort auch die Skipper Lounge, wo einst Tankstelle und Service von Fiete Paap, dem Bootsservice, waren.
„Mach bloß keine Werbung!“ , bittet manch Warnemünder, der hier längst Stammgast ist. Trotz des scheinbar improvisierten Ambientes mit der eingehausten Terrasse, ist der Trumpf die Möblierung. Das Ambiente eines vielleicht etwas größeren Bootes, wie sie hier in unmittelbarer Nachbarschaft am Steg liegen. Kuschelige Decken und Kissen liegen bereit, Wärmestrahler sind geschaltet, wenn auf der Back Glühwein oder heiße Säfte dampfen. Der kleine Hunger kann gestillt werden, während auf der gegenüber liegenden Seite des Alten Stromes lärmender Trubel „In“ ist.
Neues Jahr. Nochmal die Ärmel hoch – sagen sich Jana und Kurt Weber und gehen in diesen Tagen in die (hoffentlich!) letzte Etappe der Bürokratie. Sie möchten vor ihr Bistro einen 9 Meter mal 19 Meter großen Ponton legen. „Wäre das nicht auch eine interessante Touristenattraktion für das Ostseebad?“ zwinkert mir der 73-jährige ehemalige Helgoländer Kurt Weber zu, der voller Tatendrang davon überzeugt ist und gern als nächsten Schritt von „seiner“ Insel auch ein traditionelles Börte Boot mit an den Alten Strom bringen möchte, das im Shuttle-Verkehr Besucher zur Skipper Lounge übersetzen könnte.
Aalglatt ist dem realistischen Traum der Beiden auf den Grund gegangen. Aus dem Rostocker Rathaus erfahren wir:
„Es hat dazu im Dezember ein Auftaktgespräch zwischen der Familie Weber und Vertretern des Hafen- und Seemannsamtes gegeben. Das Projekt zur wasserseitigen Nutzungserweiterung wurde vorgestellt. Das Konzept wird seitens der Betreiber nun geschärft und konkreter beschrieben. Eine Umsetzung in diesem Jahr erscheint realistisch.“
Aus der Reederei Kammel erfahren wir, dass der recht schmale Alte Strom weiter für die Fahrgastschiffe gut befahrbar bleiben muss. Das ist gegeben, wenn der Ponton so gelegt wird, wenn er zwischen den vorhandenen Dalben bleibt.
Ein spannender Sommer am Strom steht bevor. Es könnte tatsächlich endlich mehr um Qualität, als um Quantität in unserem Ort gehen. Monika Kadner
Mittelmole wird Fokusprojekt
17. Dezember: Still ruht scheinbar der See bezüglich der Bebauung der Mittelmole, einem absoluten Filet-Grundstück. Erinnern Sie sich an die Vorstellung von Ideen und an all die Diskussionen, die teils sehr kontrovers geführt worden sind? Daran, dass der vormalige OB Madsen sämtliche Planungen gestoppt hat? Hat Irgendwer in der Stadtverwaltung doch die Mittelmole noch auf dem Schirm oder bleibt das große Areal weiterhin WIRO-Parkplatz? Aalglatt gab die Fragen weiter an die Pressestelle der Stadtverwaltung und erfuhr:
Die Mittelmole spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Seebades Warnemünde und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und ist ein Aushängeschild der Region Richtung Ostsee. Daher wurde nach Aufgabe des Fährverkehrs nach Gedser und Verkauf der Grundstücke an die WIRO ein großer städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem in einem intensiven Planungsverfahren mit den Beteiligten vor Ort der Funktionsplan Mittelmole entwickelt wurde.
In einem diskursiven Prozess mit den örtlichen Kritikern des Plans, den Gremien des Ortsbeirats und der WIRO wurde nach politisch mehrheitsfähigen und wirtschaftlich realisierbaren Lösungen gesucht, die in einen Bebauungsplan umgesetzt werden sollten. Für einige wenige Punkte wurde keine für alle Beteiligten befriedigende Lösung gefunden, daher wurde der Prozess gestoppt.
Torsten Fischer als neuer Amtsleiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität möchte die Entwicklung der Mittelmole ihrer herausragenden städtebaulichen Bedeutung wegen nun zu einem Fokusprojekt für die Entwicklung des Seebades Warnemünde machen. Er hat das Thema daher wieder auf die Agenda des Amtes gesetzt. Aktuell werden die Voraussetzungen für eine mögliche Planung und Umsetzung geprüft und entsprechende Gespräche mit den beteiligten Akteuren geführt. Wichtig für das Gelingen ist ein starkes Commitment mit Politik und dem Grundeigentümer.
Sie fallen auch Folkert Janssen und Dr. Karin Guthoff sofort ins Auge, die sieben grünen Tafeln, die unterhaltsam über den Maler Edvar Munch berichten und ganz neu im Stadtbild zu finden sind. Foto: mkad
Raus aus dem Haus zum Munch-Pfad
4. Dezember: „Raus aus dem Haus!“, sagten sich Mitglieder vom Verein des Munch Hauses. Dabei ist dieses denkmalgeschützte Fischerhaus am Alten Strom schon seit rund 30 Jahren immer etwas Besonderes.
Raus aus dem Haus? Aus dieser Begegnungsstätte norwegischer und deutscher Künstler? Aus dem Treff von Warnemündern mit norwegischer Lebensweise?
Das Haus, dieses Kleinod am Strom, bleibt, wie es der Verein konzipiert hat. Aber es soll mehr werden: Ein ganz augenscheinliches, beim Spaziergang erlebbares Angebot für Einheimische und Touristen, um Edvard Munchs 18-monatigen Aufenthalt in Warnemünde von Mai 1907 bis Oktober 1908 noch deutlicher zu machen.
Die Idee eines Munch-Pfades kristallisierte sich gemeinsam mit dem Kulturausschuss des Ortes und dem Ortsbeirat heraus. Zunächst entstand eine digitale Schnitzeljagd von Wegen, die der Maler gegangen war. Szenen seiner Bilder stellten die Schüler der ecolea vor gut vier Wochen zur Première des Pfades nach, machten Fotos – und waren begeistert über diesen Bound „Edvard Munch in Warnemuende“, der sich vor allem an Jugendliche wendet.
Parallel dazu sind seit heute sieben grüne Tafeln neu im Stadtbild des Ostseebades zu entdecken, die über Munch in Schrift, Bild und bald auch in Ton berichten. Es ist alles historisch korrekt, aber Ulrich Groß, Vorsitzender des Vereins, fand in Briefdokumenten herrliche, teils unbekannte Anekdoten über den Maler. Ansichtskarten aus dem Schatz des Heimatmuseums vervollständigen diese vor Informationen überquellenden neuen grünen Tafeln Warnemündes. Auch dank eines QR-Codes!
Mit einem kleinen Stückchen mehr Kulturgeschichte kann sich sehr offensichtlich nun Warnemünde schmücken, ja, mit einem touristischen Mehrwert, weil der Munch-Verein beschloss: „Raus aus dem Haus!“ Monika Kadmer
Die neue Anzeigetafel hält zahlreiche Wetter- Daten bereit. Foto: Rudolf Kemnitz
Top aktuell: neue Anzeigetafel an der Wetterstation
28. November: Vermisst haben viele Warnemünder, aber auch Touristen die Anzeigetafel an der Wetterstation in der Seestraße. Bei einem Bummel auf der Seepromenade beispielsweise gehörte es einfach dazu, mal zu gucken, wie das Wetter tatsächlich ist und was sich möglicherweise über uns zusammenbraut. Die alte Anzeige wurde im Dezember 2021 demontiert, nachdem im September 2021 auch die letzte Mitarbeiterin die Warnemünder Dienststelle verlassen hat und mit neuen Aufgaben zu einem anderen Geschäftsfeld wechselte. Damit war das zum Teil händische Einpflegen der Wetterdaten nicht mehr gewährleistet. Dass es nun so lange dauerte, bis eine automatisch arbeitende Schautafel wieder installiert werden konnte, hat verschiedene Ursachen. Zuletzt hatte die vorläufige Haushaltsführung der Bundesregierung zu weiteren Verzögerungen geführt.
Beim Blick auf die Anzeigetafel wird man feststellen, dass die Wassertemperatur nicht mit aufgeführt wird. Das hat einen einfachen Grund: Die Messung der Wassertemperatur gehört nicht zum Standardmessprogramm einer Wetterstation. Früher war dies eine optionale Leistung, die von der personell besetzten Wetterstation miterledigt wurde. Leider kann diese Information nun nicht mehr bereitgestellt werden.
Was aber zu sehen ist auf der Anzeige sind die aktuelle Lufttemperatur, gemessen in zwei Meter Höhe, sowie die Luftfeuchtigkeit, der Luftdruck, die Windangaben sowie die Wolkenuntergrenze, gemessen direkt über der Station. Daneben werden im zeitlichen Verlauf die Lufttemperatur und die Windböen dargestellt. Alles in allem top aktuell und sehr anschaulich! Rudolf Kemnitz





















