Land & Leute
“Storkow”: Wie retten wir einen der letzten Fischkutter?
16. Oktober: Einer der letzten seegängigen 17-Meter-Kutter, die „Storkow“, hat schon längst nicht mehr am Strom festgemacht. Nach seiner Bergung liegt er hoch und trocken an Land.
25, ja bis zu 50 rot-weiße Fischkutter fuhren Jahrzehnte ab Warnemünde raus auf See. Das Ostseebad ohne Kutter am Altem Strom wäre gar nicht vorstellbar gewesen, sind sie doch alle Zeugnisse der Geschichte einer ganzen Region. Und auch heute vermissen viele Einheimische ihre Kutter, die immer das Bild von Warnemünde mitbestimmt haben.
Der 37-jährige Rostocker Paul Hildebrandt träumt nicht nur, sondern setzt alles daran, den Kutter als Kulturgut, als Denkmal zu retten. Der Antrag auf Denkmalschutz beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M/V ist eingereicht. Denkmalschützer waren bereits vor Ort zur Besichtigung des Schiffes.
Hildebrandt ist optimistisch, denn noch in diesem Jahr soll in Rostock die Stiftung „Maritimes Erbe“ gegründet werden. Ein erster Schritt, um von der Bundesregierung die finanzielle Unterstützung für Traditionsschiffe zu erhalten.
Aber vorerst bereiten dem Seefahrtsenthusiasten 58 000 Euro Sorgen. Kosten, die von der Stadt Rostock für die Bergung der „Storkow“ erhoben werden.
Die aalglatt-Redaktion wird weiter dran bleiben, wie diese Rettungsmission in unserer Hanse-und Hafenstadt weiter geht und ob vielleicht doch ein neues Kapitel in Sachen maritimes Erbe aufgeschlagen wird. Wir fiebern richtig mit. Und wenn Sie, liebe Leser, eine Idee haben, wie wir einen der letzten Warnemünder Fischkutter retten können, wir sind ganz Ohr.
Für Paul Hildebrandt und seine Verbündeten steht fest: Sie wollen unbedingt die „Storkow“ wieder im Strom sehen. mkad
So zeigt es sich in diesen Tagen: das alte Vereinshaus des Warnemünder Segel Clubs Foto: mkad
Das war‘s dann!
7.Oktober: Computer, Schreibtische, die Grünpflanze vorm Fenster, Töpfe und Pfannen sind raus aus dem Vereinsheim. Vereinzelte Stühle und Tische stehen verlassen im Raum. Das große Wandbild der Textilkünstlerin Susanne Buch ist längst abgehängt und hat wieder einen Ehrenplatz im Foyer der Landessportschule gefunden.
Aber!!! Am kommenden Sonnabend treffen sich um 10 Uhr ein aller letztes Mal die Seglerinnen und Segler des Warnemünder Segelclubs, um ihr traditionelles Absegeln für dieses Jahr ausklingen zu lassen. Schon wehmütig, denn die Segler sind ein geselliges Völkchen, wie sie selbst von sich sagen und feierten hier zur Weihnachtszeit, zu Geburtstagen, Jubiläen. Hochzeiten – auch goldene und diamantene – sind in bester Erinnerung. Fast jeder Warnemünder, der mit dem Segelsport verbunden ist oder von Freunden eingeladen war, kann schmunzelnd so manche Läuschen von diesem gemütlichen Platz auf der Mittelmole erzählen.
Aber nun hat das zweckmäßige Gebäude ausgedient. Es duckt sich vor der großen modernen Sportschule und dem WIRO-Hotel. Nur eine Armlänge entfernt wächst Tag um Tag das neue Vereinshaus für den Warnemünder Segelclub. Vor allem geplant für den Kinder- und Jugendsport und wieder zum großen Teil bezahlt von den Seglern selbst. Es schließt sich ein Kapitel Segelgeschichte vor den Toren der Hansestadt.
Wie war das aber vor hundert Jahren auf der Mittelmole?
Aalglatt schlug bei Dieter Goldschmidt in seinem Buch „Der Warnemünder Segel-Club“ nach:
Der Warnemünder Segel-Club war gerade ein Jahr alt, als die Stadt Rostock im Brachland der Mittelmole vier Anlegebrücken für Segler bauen ließ. Welch Erleichterung für den Freizeitsport, weil nun nicht mehr der Mast umgelegt werden musste bei der Brückendurchfahrt vom südlichen Stromende aus in die See. Da die Segler schon damals nach ihrem Törn und eigentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit gern zusammen saßen, war der Gedanke an ein Vereinshaus bald kein Traum mehr. Nicht nur wohlhabende Warnemünder machten ihren Sparstrumpf leer. Andere packten mit an, das im Blockhausstil konzipierte Haus, das sich damals im Grün versteckte, zu errichten.
Am 8.Juli 1929 konnte an der Westseite der Mittelmole auf städtischem Grund das Vereinshaus eingeweiht werden! Natürlich mit zünftigem Hausspruch in dem es u. a.hieß: Steh‘, Bootshaus, steh‘! Markzeichen zwischen Warnow und See! Sei dem frei-frohen Segelsport Herberge, Zuflucht und Sammelort! Dem Freundeskreis offen steht Tür und Tor, Für Friedensstörer: den Riegel vor…
Am 15.Oktober übergibt nun der Landessportbund dieses Haus an den Eigentümer. Es übernimmt die Rostocker Wohnungsgesellschaft WIRO. Monika Kadner
Sommerliche Temperaturen und reichlich Niederschlag
Den Witterungsrückblick der Wetterstation Warnemünde für September 2026 gibt der Diplom-Ing. für Meteorologie Rudolf Kemnitz
So wie in den vergangenen Tagen lassen wir uns den Herbst gefallen. Was ist das Resümee der Meteorologen?
Der erste meteorologische Herbstmonat verband in Warnemünde sommerliche Temperaturen mit reichlich Niederschlägen, die überwiegend in den ersten beiden Dekaden fielen. An zwei Tagen überschritt die Tagessumme die 20-Literschwelle, während es zum Monatsende kaum noch regnete. Mit der Monatssumme von 93,2 l/m² spielte der September unter den zehn feuchtesten Monate seit 1946 mit und erreichte 171 Prozent des sonst üblichen Solls von 54,5 l/m².
Gab es auch noch echte Hitzetage?
Der abgelaufene Monat fiel mit einer Durchschnittstemperatur von 16,5 Grad Celsius deutlich zu warm aus und übertraf das Mittel um 2,6 Grad. Auffallend war hier, dass die großen Kracher aber ausblieben, nur einen Sommertag mit 25,6 Grad am 7. September und heiße Tage mit 30 Grad und mehr wurden überhaupt nicht erreicht. Die hohe Durchschnittstemperatur resultiert eher aus einem erhöhtem fast gleichmäßigen Temperaturniveau von um die 20 Grad am Tage und nachts dem Fehlen einer stärkeren Abkühlung. So wurde nur am 27. September ein einstelliges Minimum von 9,9 Grad gemessen. Interessant ist auch die Frage: wann kann man in Warnemünde noch mit einem Sommertag von 25 Grad und mehr rechnen? Normalerweise ist damit zum kalendarischen Herbstanfang Schluss, es gab bisher nur eine Ausnahme: am 13. Oktober 2018 konnte letztmalig ein Sommertag registriert werden.
Wann gibt’s den ersten Frost?
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Frage: Wann kann im Herbst mit dem ersten Frost in Warnemünde gerechnet werden? Das erste Eintrittsdatum in der 80-jährigen Wettergeschichte liegt am 14. Oktober, gemessen in zwei Meter Höhe. Bodenfrost tritt natürlich auch schon vorher auf.
Über die Sonne braucht man nicht viele Worte verlieren, sie legte mit 156,4 Stunden eine Punktlandung zum langjährigen Mittelwert von 157,3 Sonnenstunden hin.
Neben den AIDA-Schiffen gehörte MSC Magnifica auch in diesem Jahr zu den Stammgästen an den Warnemünder Liegeplätzen. Am 5. Oktober kommt der Cruiser nach einer tollen elftägigen Reise letztmals in dieser Saison nach Warnemünde. Foto:susa
ROSTOCK PORT vermeldet Rekorde
Oktober, 1.: In Rostock gingen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 16,73 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. „Davon wurden 15,9 Millionen Tonnen im Überseehafen umgeschlagen, so viel wie nie zuvor in den ersten sechs Monaten eines Jahres. Das sind 100.000 Tonnen mehr als im bisherigen Rekordhalbjahr 2023. Die Umschlagergebnisse des Überseehafens Rostock befinden sich seit mittlerweile vier Jahren auf Rekordniveau. Die Einzelergebnisse der Hauptgutarten fallen im ersten Halbjahr 2026 jedoch unterschiedlich aus: Während der Umschlag von Flüssig- und Stückgütern leicht abnahm, gab es Zuwächse bei den Schütt- sowie Fähr- und RoRo-Gütern. Auch der Fährpassagierverkehr von und nach Nordeuropa erreichte wieder ein hohes Niveau“, sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer von ROSTOCK PORT. Rund 830.000 Tonnen (plus 30.000 Tonnen) wurden laut Hafen- und Seemannsamt in den weiteren Rostocker Hafenanlagen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen Yara verladen.
Die Zahl der über Rostock beförderten Fährpassagiere erreichte mit 1,01 Millionen fast das Vorjahresniveau. ROSTOCK PORT-Geschäftsführer Jens Scharner betont: „Alle Rostocker Hafenunternehmen und ‑behörden, insbesondere die hier operierenden Reedereien, Umschlagunternehmen, Speditionen und Eisenbahngesellschaften haben in ihrem Zusammenspiel dafür gesorgt, dass der Überseehafen Rostock in seiner Universalität erneut seine enorme Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte.“
Auch aus dem Bereich Kreuzfahrt kommen positive Signale. „Mit dem Anlauf der AIDAdiva am 29. März begann die Warnemünder Kreuzfahrtsaison 2026. Für dieses Jahr wurden von 20 Kreuzfahrtreedereien 162 Anläufe von 34 Kreuzfahrtschiffen angemeldet. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises beispielsweise wird mit AIDAdiva, AIDAmar und AIDAluna 65 Reisewechselanläufe in ihrem Basishafen Warnemünde absolvieren“, sagt Dr. Gernot Tesch. In dieser Saison liefen drei Kreuzfahrtschiffe erstmals die Warnowmündung an: Evrima der Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection am 18. Juli, Scenic Eclipse II der Reederei Scenic Ocean am 21. August und Seven Seas Grandeur der Reederei Regent Seven Seas Cruises am 23. August 2026. Das amerikanischen Kreuzfahrtschiff Sky Princess (Bruttoraumzahl: 145.281, Länge: 330 Meter) war das größte Passagierschiff der Saison in Warnemünde, das am 29. April und 3. Juni sowie am 16. September angelegt hat. „Mehr als eine halbe Million nationale und internationale Kreuzfahrtgäste sind bzw. werden auch in dieser Saison in Warnemünde an und von Bord gehen. Nachdem in den beiden vergangenen Jahren bereits etwa die Hälfte aller Schiffsanläufe während der Hafenliegezeit mit Landstrom versorgt werden konnten, wird in diesem Jahr von einer weiter steigenden Landstromnutzung ausgegangen“, so Jens Scharner. Die Kreuzfahrtsaison 2026 endet voraussichtlich am 29. Dezember mit dem Anlauf von Spirit of Adventure der englischen Reederei Saga Cruises. Weitere Informationen: www.rostock-port.de

Letzte bzw. erste „Amtshandlung“: Siglinde Lindauer (l.) und Ida Menzdorf wechseln die Namensschilder an der Detharding-Apotheke am Kirchenplatz aus. Foto: mkad
Junge Pharmazeutin übernimmt
30. September: Heute, geht eine Ära zu Ende. Die Detharding- Apotheke am Kirchenplatz 13 wird Siglinde Lindauer gegen halb sieben – wie immer – ein letztes Mal mit dem eigenen Schlüssel zuschließen. Die Namensschilder an der Hauswand sind gewechselt. Ralf Lindauer, Ehemann und seit Jahr und Tag der verlässliche Buchhalter der Apotheke, legt den Arm um seine Frau, als ihr nun doch die Augen feucht werden. Für viele Warnemünder, Ärzte, Pflegedienste, vorbeikommende Urlauber ist hier der Anlaufpunkt, wenn Arzneimittel benötigt werden. Die Diplom-Pharmazeutin, selbst aus einer Apothekerfamilie stammend, war mit ihrem fachlich versiertem und freundlichem Team der Grund, warum die Detharding- Apotheke trotz der Mitbewerber von heute drei weiteren Apotheken in Warnemünde so viele Stamm“gäste“ hat. „Die Patienten sind unsere Arbeitgeber,“ so die 70jährige Apothekerin. „Respekt, Verschwiegenheit, Fachwissen, unbedingte Genauigkeit und Verständnis für die Sorgen, wenn beispielsweise plötzlich von einem Familienmitglied ein Krebsmedikament abgeholt wird. Ich hatte eine glückliche Zeit,“ so die Besitzerin der Detharding- Apotheke.
Ab morgen, am 1.Oktober, nimmt Ida Menzdorf, die in Greifswald fünf Jahre Pharmazie studierte, das Schlüsselbund vom Kirchenplatz 13 in die Hand. „Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Habe direkt nach dem Studium im Jahr 2020 hier ein halbes Jahr Praktikum gemacht. Dabei habe ich erlebt, wie ein persönliches Wort hilft, das ausgereichte Medikament nicht so bitter schmecken zu lassen und dem Patienten hilft, die Therapie zu unterstützen. Hinter jedem Arzneimittel verbergen sich doch Schicksale. Mit Achtung und Empathie möchte ich junge und alte Warnemünder in dieser so schön eingerichteten Offizin empfangen.“
Siglinde Lindauer war 33 Jahre jung, als die „Bezirksverwaltungsbehörde Rostock der Regierung der DDR“ am 1.Oktober 1990 ihr gestattete, die Detharding- Apotheke im „privatwirtschaftlichen Betrieb“ zu führen.
Ida Menzdorf ist 31 Jahre jung Auch die heutigen bürokratischen Hürden hat sie genommen – und es ist wieder ein 1. Oktober. Sie wird mitten in ihrem Team stehen, von dem niemand die Absicht hat, nach 25 Jahren, nach 15 oder zehn Jahren Betriebszugehörigkeit den Arbeitsplatz zu wechseln. „Vielleicht mag ja noch ein neuer Mitarbeiter zu uns kommen?“, fragt sie und zeigt im Handy auf ihre bisherige einzige angedachte Neuheit in der traditionsreichen Apotheke: die Detharding App, die noch umfangreicher die Dienstleistungen verbessern soll. Monika Kadner

Beste Wetterbedingungen an diesem heutigen sommerlichen Herbsttag, um zügig Außenarbeiten zu erledigen. Foto: Dirk
WSC-Bautagebuch (10)
Pingelig, jedes Sandkorn weggeputzt
´30. September: „Ist doch bisher was Vernünftiges geworden.“ Heinz Borgwardt, Hafenmeister vom Angelverband auf der Südseite des Alten Stromes, kommt hier immer mal wieder vorbei .“Mit dem Fahrrad ist es ja ein Katzensprung, und ich sehe, wie die Halle Schritt um Schritt wächst.“ Ganz so begeistert ist Ralph Bergel, Hafenmeister von der Nordseite des Stromes vom Warnemünder Segelclub, nicht. „Warum nur hat die Stadtverwaltung strikt verboten, die Fassade des Vereinsheims in der Farbe blau gestalten zu dürfen. Wir Segler wollten somit das Ortsbild prägen. Jetzt ist es grau…“ Aber, damit das Gebäude kein langweiliges graues Mäuschen wird, greifen alle Baugewerke auch heute zügig ineinander. Dafür sorgt die Warnemünder Bau GmbH. Polier Dirk Aulerich ist wieder hier und schaut sehr genau den Männern vom Alba Tiefbau und den Hallenbauern aus Witzin auf die Finger. Während mit dem Steiger die Fallrohre und Dachrinnen angeschlossen und die Eckverblendungen gleich als nächstes aufgebracht werden, sind die Tiefbauer dabei, in den Außenanlagen rund um die Halle Schächte für die Abdichtungen auszuheben. Exakt, ständig vermessend, entsteht in der Tiefe von 30 und 60 Zentimetern ein Graben. „Du musst Dir das vorstellen wie eine Klappstulle.“ Dirk Aurich versucht mir die Prozedur der Abdichtung zu verklickern. Zwischen der Bodenplatte in 30 Zentimetern und der in 60 Zentimetern Tiefe liegenden Frostschürze wird morgen ganz pingelig mit einem Stubenhandfeger (!) – Mathias Glatzer aus unserem Betrieb ist dafür Spezialist – jedes Sandkorn weggeputzt. Dann werden die Schichten so abgedichtet, dass keine Zwischenräume mehr sind, kein Wasser in Ritzen eindringen kann.“
Zwei gute Bootslängen nur entfernt vermessen Claudia und Christian Sauerbrei vom WSC gerade eines ihrer Segel. „Klar, wir träumten davon, schon im Winter die Bootshalle mit unserer „Aspasia“ nutzen zu können. Aber all diese vielen Papiere, die nötig waren, um überhaupt erst anfangen zu können mit dem Bau… Das sitzt uns noch heute in den Knochen. Jetzt sind wir sehr ungeduldig, wollten wir doch als Seglerinnen mit den Kindern und Jugendlichen schon längst gemütliche Nachmittage im Vereinsheim verbringen.“
Derweil verabreden Dirk Aulerich und Ralph Bergel, wie all die Winterplätze für die Yachten aufgeteilt werden können an Land, welche Baumaterialien schon in der Bootshalle verstaut werden können, damit es spätestens am 24. Oktober zügig und ohne Rammings losgehen kann zu kranen und die Boote aus dem Wasser zu holen.
Während dann schon mal für die Wassersportler eine Pause eintritt, werden die Bauarbeiter die Treppengänge setzen, die Terrasse zum Strom hin in Angriff nehmen, die Fluchtwege ausweisen. Noch auf den Plänen ist das Mastlager zur Straße hin. Und wenn dann die Rolltore fest in den Scharnieren sitzen, ist das meiste geschafft, „um vielleicht zum Frühjahr hin per Mast und Schotbruch Halle und Vereinsheim an die Segler übergeben zu können,“ so der Polier mit seinem Team. Monika Kadner
Farbintensive Bilder des norwegischen Malers Jørgen Dobloug sind in einer einmaligen Ausstellung im Munch-Haus Am Strom 53 zu sehen. Tim Simon Tilgner, Nachlassverwalter der Werke seines Vaters, gehen beim Anblick der Arbeiten viele Gedanken durch den Kopf. Auch der Betrachter kann seiner Fantasie freien Lauf lassen: Wo sind die Bilder entstanden? Stellen sie tatsächlich das dar, was man auf den ersten Blick wahr nimmt? Und welche Bedeutung hat das unglaubliche Farbenspiel? Viel Spaß beim Betrachten und Entdecken. Foto: susa
Munch-Haus präsentiert einmalige Dobloug-Exposition
20. September: Eine wohl einmalige Kabinettausstellung präsentiert das Edvard-Munch-Haus Am Strom 53. Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten des norwegischen Malers Jørgen Dobloug (1945 bis 2018) unter dem Titel “Menschen und Landschaften”. Zusammengestellt hat die Exposition Tim Simon Tilgner (Jørgen Dobloug Estate). Im Gespräch mit unserer aalglatt-Redaktion sagte der Sohn des Künstlers, das er die Werke speziell für die Exposition im Warnemünder Munch-Haus ausgewählt hat, diese so nirgendwo anders zu sehen sind. Immer im Blick dabei auch der Einfluss von Edvard Munch auf die Bilder des in Oslo geborenen Künstlers. “Ich habe meinen Vater erst spät kennengelernt. Deshalb ist die Arbeit als Nachlassverwalter für mich einerseits die Aufarbeitung einer sehr persönlichen Familiengeschichte, andererseits ist es eine total spannende Forschungsarbeit, mit der ich mich beschäftige. Dabei lerne ich meinen Vater als einen leidenschaftlichen Maler, seine Techniken und Farben, seine Besonderheiten, aber auch seine Freunde und Anhänger auf der ganzen Welt kennen”, sagt Tim Simon Tilgner. Er verweist darauf, dass die künstlerische Entwicklung Doblougs eng mit der Düsseldorfer Avantgarde der 1970- und 80er Jahre verbunden war. Studiert hat er von 1971 bis 1984 an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er in die Klasse von Joseph Beuys aufgenommen und anschließend zu einem seiner Meisterschüler wurde. Im Lauf der Zeit entwickelte sich sein Malstil zu einem offenen, fortlaufende Prozess zwischen Kontrolle und Spontanität, Geometrie und freiem Ausdruck. Er arbeitete vorwiegend mit Öl- und Acrylfarben und schuf farbintensive, emotionsgeladene Bilder.
Im Rahmen der exklusiven Ausstellung in Warnemünde erhalten Besucher mit einer Auswahl an Porträts und Landschaften einen seltenen Einblick in Doblougs umfangreiches und vielseitiges Werk. Dieses veranschaulicht die ausdrucksstarke Bildsprache des Künstlers, in der Abstraktion und Figuration, Ordnung und Unordnung sowie intensive Farben in einen Dialog treten. Bevor es im nächsten Jahr eine umfangreiche Dobloug-Ausstellung in Herzen Norwegens, in Lillehammer, geben wird, haben Kunst-Interessenten nun bis zum 15. November jeweils donnerstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr die einmalige Gelegenheit, sich die Schau anzusehen. Sabine Schubert

Sie ergänzen, sind Echo auf die Ausstellung: Die Zettel im Netz vor dem Altar, wo jeder Besucher seine Stoßseufzer in dieser unruhigen Zeit aufgeschrieben hat. 600 Notizen. Foto: privat
Nachdenkenswerte Bilder in unserer Kirche
14. September: Seit gut einer Woche ist das Querschiff unserer Kirche geschmückt mit über 30 Bildern. Künstlerische Arbeiten von Frauen und Männern, die schon lange etwas ausdrücken, etwas sagen wollen. Daneben, in der Überzahl, die Bilder junger Heranwachsender aus der ecolea, der Schule aus der Straße von nebenan. Sie alle widmen sich auf die unterschiedlichste Art dem Thema FRIEDEN. Grell, leise, in Adaptionen auf Vergangenes, aber immer laut im Ruf nach Demokratie, nach Frieden! Sie rütteln an Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit, an sozialer und ökologischer Kälte. Erstaunlich wie facettenreich Schüler sich dem großen Thema stellen.
Jung wie alt versuchen gemeinsam für sich und die Betrachter Orientierungen zu schaffen, laute Versprechungen zu prüfen. Sie stellen auf künstlerische Art die Lebensbedingung unserer Demokratie auf den Prüfstand. Dies alles ablesbar – nicht in zehn Minuten bei einer Besichtigung der Kirche, beim Gottesdiest oder nach einem Konzert. Verweilen, Nachdenken ist angesagt.
Unabhängig welcher Konfession und Weltanschauung der Betrachter angehört, unsere evangelische Kirche zeigt, ohne Parteipolitik zu machen, sehr unaufdringlich, sehr klar die Christliche Gesellschaftslehre auf. Ja, und das tut jedem gut, der denken mag. Monika Kadner
Dieses Foto mit Mitgliedern der Warnemünder Trachtengruppe entstand im Juni anlässlich der Veranstaltung “Martha trifft Fritz” im Stephan-Jantzen-Park. Aufnahmen bzw., Videos von der heutigen Veranstaltung finden Sie bei Facebook und Instragram. Foto: susa
50 Jahre Warnemünder Trachtengruppe
11. September: Wi sünd de Trachtengrupp‘ ut Warnmünn – selbstbewusst und auch ein wenig stolz feierte die Warnemünder Trachtengruppe heute ihren 50. Geburtstag. Der Einladung in die Ripka-Cafeteria in der Friedrich-Barnewitz-Straße gefolgt waren nicht nur Mitglieder des eingetragenen Vereins, sondern auch Weggefährten, Sponsoren und Freunde aus anderen Vereinen. Ehrenvorsitzende Karin Scarbarth, die den Verein 23 Jahre leitete und vor wenigen Monaten in jüngere, in die Hände von Gerd Grunewald legte, begrüßte die Gäste. Ein kurzer Abstecher in die Vergangenheit: 1976 wurden Mitglieder der GST-Sektion Seesport des VEB Warnowwerft Warnemünde für ein Stadtteilfest in alte Trachten – ausgeliehen vom Rostocker Volkstheater – gekleidet. Das war die Geburtsstunde der Trachtengruppe der Warnowwerft, die fortan immer zum Sommerfest in Trachten den „historischen Ümgang“ voranging und nach Vorlagen von Klaus Martens einige Spielszenen aus dem Leben unserer Vorfahren, der Fischer und ihrer Familien, spielten. Die Warnowwerft sorgte dafür, dass es materiell an nichts fehlte. Selbst die Schnürsenkel wurden bezahlt. Das änderte sich mit der politischen Wende – die Gruppe zählte damals rund 60 Mitglieder – schlagartig. „Die verbliebenen Mitglieder fassten den Beschluss, einen eingetragenen Verein zu gründen. Sie ließen sich Trachten nach weitgehend originalen Vorlagen der Warnemünder Kleidung um1850 schneidern. „Ohne Spenden u. a. vom Leuchtturmverein oder durch Einnahmen durch Auftritte wäre das nicht möglich gewesen“, weiß Karin Scarbarth. Sie erinnerte an viele schöne gemeinsame Auftritte in Warnemünde, in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern, an Reisen u. a. nach Prag und Rijeka. Mehrmals musste sich der Verein auf die Suche nach einer neuen Trainingsstätte machen. Nun, und dafür sei man sehr dankbar, könne man jeden Montag im Pflegeheim in der Schillerstraße trainieren. Ein weiteres Dankeschön ans Pflegeheim kam dafür von Rostocks OB Eva Maria Krüger, die als Gast gekommen war und der Trachtengruppe und ihren Mitgliedern für das ehrenamtliche Engagement Respekt zollte. Tradition, Heimatpflege und Identität seien wichtig, auch wenn ständige Veränderungen notwendig seien. Zu den Gratulanten zählten Mitglieder befreundeter Trachtengruppen aus Greifswald und Grevesmühlen, des Warnemünde Vereins, der Tourismuszentrale, des Pflegeheims Rolf Grund.
Für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden Siegfried und Karin Richter, die von Anbeginn und damit ein halbes Jahrhundert mit viel Engagement dabei sind, Renate und Werner Kreuscher, die seit Jahrzehnten mit Leidenschaft den Verein unterstützen, die auch ihre Kinder mit eingebunden haben.
„Wir sind hier eine tolle Gruppe. Das wöchentliche gemeinsame Training, die Auftritte, das gesellige Beisammensein, das hält uns jung und in Bewegung. Und man hat auch als Rentner eine Aufgabe“, sagt Margit Kleinke.
Erst seit fünf Wochen dabei ist Marlies Keller. Als Line Dancerin und ehemalige Leiterin einer Folkloregruppe suchte sie nach deren Auflösung nach einer neuen Aufgabe. „Hier fühle ich mich wohl. Das ist eine sehr nette Truppe“, findet die Seniorin. Weitere Mitstreiter – Damen und Herren – sind in der Warnemünder Trachtengruppe herzlich willkommen, so Gerd Grunewald. Der Vereinschef dankte allen Vereinsmitgliedern und Gästen für eine ganz tolle Geburtstagsparty, die nicht allzu spät ausklingen konnte. Denn morgen ist unsere Trachtengruppe selbstverständlich dabei, wenn die Bahnhofsbrücke gedreht und im ganzen Ort das Brückenfest zum Ausklang der Hauptsaison gefeiert wird. Sabine Schubert

Siglinde Lindauer, Ellen Keck und Anke Karnatz (v. l.) haben Position bezogen vor der Erinnerungsplakette für „Min Herzing“ Foto: Vera Zorn
Ehrung für „Min Herzing“
8. September: Punkt 16 Uhr fiel der improvisierte Vorhang von der Erinnerungsplakette für die legendäre Warnemünder Fischfrau „Min Herzing“.
Der Leuchtturmverein, das Heimatmuseum, der Kulturausschuss des Ortsbeirates und der Museumsverein waren die Initiatoren, dass dieses Schild am Haus der Detharding Apotheke, dort wo der Fischkarren von Hedwig Anke (so ihr bürgerlicher Name) viele Jahre stand, angebracht werden konnte. Von hier aus rief sie ihr unverwechselbares „Na, min Herzing, wisst‘n Fisch?“
Eine tolle Gastfreundschaft schlug der Runde von der Apothekerin Siglinde Lindauer entgegen, die sichtlich berührt war von der besonderen Ehre für ihr Haus. Viele historische Bilder, Videoausschnitte, Gummibärchenfische und natürlich das ureigenste Lebenselixier, der Knurrhahn, fehlten nicht für einen Schluck auf Herzing und auf Warnemünde, das seine Öllings nicht vergisst.
Die Herzing-Nachfolger in zweiter Generation ließen es sich nicht nehmen, an diesem besonderen Nachmittag dabei zu sein. Ellen Keck und Anke Karnatz, die sich genau wie ihre Mutter Margot Thielk, den würdigen Namen der Warnemünder Fischfrau zu eigen gemacht hatten.
Natürlich gab es einen Menschenauflauf wie immer, wenn eine Plakette angebracht wurde. Darunter heute auch Heike Johannson aus der es nur so heraussprudelte: “ Ich bin hier immer extra auf dem Nachhauseweg von meiner Freundin vorbei gelaufen. Die Schule war aus, aber auf einen Spruch von Herzing war ich immer wieder gespannt. Schön, dass sie nicht vergessen ist.“
Dies ist die 14. Tafel an Häusern unseres Ortes, die erinnern. Monika Kadner

Hässliche Schmierereien an der südlichen Strommauer. Vielleicht sollte man sie künstlerisch gestalten? Was meinen Sie, liebe Leser?
Südliche Strommauer: Kunst statt Schmierereien!
5. September: Wie sagten doch unsere Öllings? „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“. Unser aalglatt-Leser Uwe Kleinhans hat sich bei seinem Spaziergang sehr geärgert über all die Schmierereien, die am südlichen Ende des Alten Stromes auf die Flutmauer gesprayt sind. Weit einsichtbar rufen sie auch von der anderen Stromseite, der Bahnhofsseite, nicht nur Kopfschütteln hervor, sondern laute Schimpftiraden. Unser Leser schreibt: „Für Besucher Warnemündes, etwa von Schiffen oder mit der Bahn anreisend, ist das kein einladender Anblick. Gerade im Hinblick auf eine Olympia-Bewerbung wäre es wichtig, dass Warnemünde gepflegter und attraktiver wird.“ Weiter heißt es u. a. „Eine Idee wäre, die Mauer – beginnend vom Zollamt – künstlerisch zu gestalten. Das könnte ein weiteres Highlight sein und dem Ort auf Schritt und Tritt ein positiveres Gesicht geben.“
Dem können wir nur zustimmen und geben diese Kritik und die Anregungen an den Kulturausschuss des Ortsbeirates weiter.

Warnemünde aus der Luft gesehen Foto: Fotoagentur nordlicht
Warnemünde soll Wohnort bleiben
3. September: Schon vor einigen Wochen fragte aalglatt bei der Stadtverwaltung an: “Wie viele Ferienwohnungen verträgt Warnemünde noch?“
Nun hören wir, dass bereits in den nächsten Wochen der Bebauungsplan für Warnemünde geändert wird. Die Stadt Rostock will das dauerhafte Wohnen in Warnemünde langfristig sichern und eine weitere Verdrängung durch Ferienwohnungen begrenzen.
„Warnemünde ist einer unserer wichtigsten Tourismusstandorte – aber Warnemünde ist vor allem auch ein Ort, an dem Menschen dauerhaft leben und zu Hause sind. Beides muss miteinander vereinbar bleiben. Ein lebendiges Warnemünde braucht ganzjährig bewohnte Häuser“, so Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde.
Dauerwohnen und touristische Nutzungen sollen nunmehr räumlich geordnet und in ein dauerhaft verträgliches Verhältnis gebracht werden. Dazu sind aktuell Veränderungen im Bebauungsplan vorgesehen. Wohngeprägte Gebiete unter anderem im Umfeld von Gartenstraße und Wiesenweg sowie in der Schillerstraße werden als Allgemeine Wohngebiete festgesetzt. Dort sollen keine neuen Ferienwohnungen mehr zugelassen werden.
In anderen Bereichen, in denen Dauerwohnen und Ferienwohnungen bereits heute nebeneinander bestehen, werden Mindestanteile für das Dauerwohnen festgelegt. Damit wird gesichert, dass auch in stärker touristisch geprägten Straßen und Quartieren ein bestimmter Anteil dauerhaft dem Wohnen vorbehalten bleibt.
Die Satzung über den Bebauungsplan ist begrenzt. Im Norden: durch die Seestraße, Seepromenade, Strandweg, das Hotel „Neptun“ und die Parkstraße. Im Osten: durch den Alten Strom. Im Süden: durch die Straße Am Bahnhof, die Kleingartenanlage „Am Moor“, die Wohn-Bebauung nördlich der Rostocker Straße, die Bebauung nördlich bzw. südlich der John-Brinckman-Straße und die Wohnbebauung nördlich der Laakstraße. Im Westen: durch die Wohnbebauung westlich Schwarzer Weg, die Wohnbebauung westlich Fritz-Reuter-Straße ohne Nr. 34 – 40, die Kleingartenanlage „Am Moor“, den Weidenweg und die Sportflächen.
Für Wohnungseigentümer bedeutet die Änderung nicht, dass bestehende Ferienwohnungen automatisch aufgegeben werden müssen. Bereits vor 2013 nachweislich als Ferienwohnungen genutzte Wohnungen können Bestandsschutz genießen. Ungenehmigte Ferienwohnungen erhalten dagegen nicht allein deshalb Bestandsschutz, weil sie bereits bestehen. Für neue Nutzungsänderungen ist künftig entscheidend, in welchem Teil des Plangebietes sich eine Immobilie befindet. Mit der 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 01.WA.183 soll deshalb das Ziel, das Dauerwohnen zu schützen, rechtssicherer sein und zugleich den unterschiedlichen Strukturen innerhalb Warnemündes besser Rechnung getragen werden.
Die abschließende Entscheidung der Bürgerschaft ist für den 7. Oktober 2026 vorgesehen.
Heute waren Guido, Dirk und Daniel dabei, am Leuchtturmvorplatz die Baumscheiben von Unrat zu befreien und den Boden leicht zu harken. Foto: mkad
68 Bäume für Warnemünde
31 August:.Pflegearbeiten rund um die Baumscheiben sind in der zu Ende gehenden Hauptsaison nun sehr aktuell. Heute waren Guido, Dirk und Daniel dabei, am Leuchtturmvorplatz die Baumscheiben von Unrat zu befreien und den Boden leicht zu hacken.
Und wie steht es jetzt, in der kommenden Pflanzsaison mit Neupflanzungen bei uns aus, fragten wir Steffi Sodann vom Grünamt unserer Stadt:
Im Stadtteil Warnemünde werden voraussichtlich 68 Bäume gepflanzt werden, davon 33 an Straßen, 34 in Grünflächen und einer auf dem Friedhof. Ob das an jedem geplanten Standort möglich ist, wird im derzeit laufenden Ausschreibungsverfahren abschließend geprüft. Hier gilt es sich ausführlich mit den unterirdischen Leitungslagen zu befassen.
Darüber hinaus sollen auch noch Pflanzungen im Stephan-Jantzen-Park erfolgen, die in Art und Umfang noch nicht feststehen.
“Wir verfahren mit den Baumpflanzungen in Rostock im Rotationsprinzip, um nicht nur die Pflanzung, sondern auch die Entwicklungspflege effektiv gestalten zu können. Auf diese Weise wird nicht in jedem Stadtteil jährlich gepflanzt. In diesem Jahr ist Warnemünde an der Reihe. Die geplanten Baumpflanzungen für diesen Stadtteil im Herbst sind also auch Ersatzpflanzungen aus den vergangenen Jahren, wie z.B. Ersatz von ehemaligen Sturmschäden.” mkad
Der langjährige Rassekaninchen-Züchter Peter Koch freut sich über die Auszeichnungen als Vereins- und als Kreismeister. Foto: Marcus Baumann
Glückwunsch: Peter Koch ist Vereinsmeister
23. August: So richtig was los war an diesem Wochenende in der Ausstellungshalle des Warnemünder Rassekaninchenverein M59. Dort gaben sich 194 Kaninchen in 40 Rassen ein Stelldichein. 40 Züchter haben im Rahmen der diesjährigen Jungtierschau in Verbindung mit der 2. Warnemünder Kreisschau des KV Demmin ihre schönsten Tiere einer Jury präsentiert, deren Mitglieder die Langohren bereits vor Eröffnung der Schau mit fachmännischem Blick begutachtet haben. „Wir haben uns mit unserem langjährigen Mitglied Peter Koch riesig gefreut, dass er für seine Kaninchen der Rasse Kleinsilber hell gleich zweifach ausgezeichnet worden ist. Der 8o-Jährige wurde erstmals Vereinsmeister. Und zugleich Kreismeister. Wir gratulieren ihm ganz herzlich“, sagt Marcus Baumann, Schriftführer im Warnemünder Rassekaninchenverein. Mit dem Landesverbandsehrenpreis wurden Erhard Freitag aus Satow für seine Hellen Großsilber und Sören Güldener aus Gnoin für seine Deutschen Klein Widder wildfarben geehrt. Der Züchter aus Gnoin nahm zudem für eines seiner Tiere die Auszeichnung „Bester Rammler“ mit nach Hause. Die „Beste Häsin“ kommt aus Warnemünde. Der 80-Jährige Klaus-Dieter Stimm, ehemaliger und langjähriger Vorsitzender des Vereins sowie engagierter Züchter, bekam diese Anerkennung für ein Häschen der Rasse Kleinsilber graubraun.
Gefreut hat sich das Warnemünder Team auch über viele Besucher, die vor allem am Sonnabend vorbeischauten und die Langohren in Augenschein genommen haben. Darunter beispielsweise auch Vertreter der benachbarten Kleingartenanlage Am Moor.
Morgen heißt es für das Ausstellungsorganisationteam, die Käfige auszumisten, zu säubern, abzubauen und für die nächste große Schau einzulagern. Diese findet übrigens im nächsten Jahr statt. „Dann organisieren wir die 50. und damit eine Jubiläumsschau“, gibt Marcus Baumann, der ebenso wie seine Frau Elisa im Vereinsvorstand aktiv ist, schon mal einen Ausblick. Wie uns der 43-Järhige sagt, besteht der Warnemünder Rassekaninchenverein bereits seit 1932. Derzeit gehören ihm knapp 60 Mitglieder an. Sabine Schubert
Liederlicher Alter Strom
22. August: Stromanwohner vom nördlichen Ende der Vörderreeg haben uns angesprochen, dass wir doch bitte den Verantwortlichen der Stadtverwaltung energisch auf die Füße treten möchten! Ihre Kritik: Verrammelt und vernagelt ist das Haus mit der Nummer 64 seit Wochen und Monaten. Ab Hausnummer 66 steht seit bald zwei Wochen eine weiträumige Absperrung auf der Straße zum Ufer hin bis zur Nummer 68 und engt erheblich den Lieferverkehr ein. Nichts, aber rein gar nichts tut sich hier.
Ein Urwald Gestrüpp aus Unkräutern in der Umzäunung des Grundstückes vom Strom 115. Nebenstehende Geschäfte sind immer noch gezwungen darauf hinzuweisen, dass trotz Baustelle (?) ihre Geschäfte weitergehen. Ist hier jemand aufgewacht, weil laut genehmigtem Bauschild aus dem Bauamt fünf Ferienwohnungen entstehen sollten?
Schandflecke auf dem denkmalgeschützten Straßenzug der Vörderreeg am Alten Strom! … Uund leider reden wir schon lange nicht mehr nur von den vielen Kleiderständern, die den Weg versperren und einen rammschigen Markt aus unserem wunderschönen Strom machen.
Zu Zeiten der Öllings gab es strenge Vorschriften für die Badesaison. Noch nicht mal gebaut werden durfte. Da gab es allerdings auch einen Vogt. Seine Hegediener drehten Tag für Tag ihre Runden und sorgten dafür, dass sich Warnemünde heute noch mit seiner Vergangenheit schmücken kann. Wie mag unser Warnemünde in fünf oder 15 Jahren aussehen? Monika Kadner
Neues Leben im Warnemünder Pfarrhaus: Propsteibüro Rostock zieht ein
19. August: Das Warnemünder Pfarrhaus in der Kirchenstraße 1 ist ab sofort wieder voll bewohnt. In den Sommerferien zog das Büro der Propstei Rostock in das erste Obergeschoss. Propst Dirk Fey und die Sekretärin Anne Weiß verlassen damit die Rostocker Innenstadt. Zuvor lag ihr Büro in der 10. Etage des Nikolaikirchturms.
Mit dem Schulstart am Montag wird der Umzug nun im Alltag spürbar. Für das geschichtsträchtige Pfarrhaus bedeutet der Einzug ein rundes Gesamtkonzept. Das Gebäude dient nun wieder komplett als kirchlicher Knotenpunkt und Wohnraum. Neben den neuen Büroräumen beherbergt das Obergeschoss jetzt auch ein Konferenzzimmer sowie das Archiv.
Das Pastorenehepaar Stephan und Dirk Fey lebt bereits seit dem 1. April 2026 in der Dienstwohnung des Hauses. Stephan Fey ist seit dem 1. Oktober 2025 Pastor in Warnemünde. Zuvor wohnte hier bis zum Sommer des vergangenen Jahres Pastor Harry Moritz. Nach dessen Auszug wurden das Hochparterre mit der Dienstwohnung und das 1. Obergeschoss mit dem heutigen Propsteibüro energetisch saniert.
Doch was genau passiert in einem Propsteibüro? Propst Dirk Fey ist seit dem 1. Mai 2022 im Kirchenkreis Mecklenburg tätig. Er erklärt seine Aufgaben so: „Gemeinsam im Team der vier pröpstlichen Personen gestalten wir die Leitung unseres Kirchenkreises Mecklenburg Hand in Hand mit der Kirchenkreissynode und dem Kirchenkreisrat. Als Dienstvorgesetzter kümmere ich mich um verlässliche Rahmenbedingungen, damit die Pastorinnen und Pastoren vor Ort bestmöglich den Kopf frei haben für ihre eigentliche Arbeit in den Kirchengemeinden. Und nach außen bringe ich mit anderen die evangelische Stimme und unser christliches Zeugnis als Impuls in die Gesellschaft ein.“
Der Umzug hat praktische Strukturgründe. Der Rostocker Nikolaikirchturm war früher Sitz der gesamten Kirchenkreisverwaltung. Mit der Fusion zur Nordkirche verlagerten sich diese Büros allein nach Güstrow, Neubrandenburg und Schwerin. Im Turm blieb das pröpstliche Büro zurück. Außerdem arbeitet hier die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Mecklenburg, das Evangelische Kinder- und Jugendwerk der Propstei Rostock sowie das Kirchliche Zentrum Nikolaikirche Rostock. Jetzt soll es eine Neuausrichtung geben. Die Räume im Turm sollen in den nächsten Jahren saniert werden. Dort entstehen neue Arbeitsplätze für noch mehr kirchliche Akteure.
Mit dem Einzug in Warnemünde rückt der Rostocker Propst zwar näher an die Menschen an der Küste. Doch die Propstei Rostock ist ein großer und vielfältiger Teil der Region. Sie zählt aktuell 46.720 Gemeindeglieder in 54 Kirchengemeinden. Diese verteilen sich auf die fünf Kirchenregionen: Rostock, Ribnitz/Sanitz, Mecklenburgische Schweiz, Güstrow und Doberan. Die Grenzen verlaufen von Rostock östlich bis Wustrow über Dargun bis Malchin und Rittermannshagen. Im Westen reichen sie von Krakow am See nördlich über Bützow und Kröpelin bis nach Kühlungsborn.
Zusammen mit den Propsteien Wismar (Pröpstin Antje Exner), Parchim (Pröpstin Sabine Schümann) und Neustrelitz (Pröpstin Britta Carstensen) bildet sie den Ev.-Luth. Kirchenkreis Mecklenburg. Dieser umfasst insgesamt 130.220 Mitglieder in 172 Kirchengemeinden. Mecklenburg ist einer von 13 Kirchenkreisen der Nordkirche. Gemeinsam mit Pommern bildet er den Sprengel Mecklenburg und Pommern unter Leitung von Bischof Tilman Jeremias.
Das Team in der Kirchenstraße 1 freut sich auf die neue Nachbarschaft. Ein großer Pluspunkt ist die hervorragende Erreichbarkeit: Vom Bahnhof Warnemünde sind es zu Fuß nur rund vier Minuten Gehzeit bis zum Pfarrhaus.

Mark Sturm (links) und Julian Sturmschneider von der Nurse Stiftung sind Frank, der an den Rollstuhl gefesselt ist, beim Umsetzen ins Seatruc behilflich. Foto:mkad
Badespaß trotz Handicap
6. August: Das hat unser Strand wirklich noch nicht gesehen: eine futuristisch anmutende Schienenkonstruktion. Auf dieser ist ein wasserfester Sessel montiert. Hier nahm am vergangenen Dienstag mithilfe von zwei kräftigen Nurse Club Mitarbeitern Frank Platz. Der junge Mann, der mit starken Einschränkungen lebt, war wahnsinnig aufgeregt, als er die wasserfeste Tastatur umgehängt bekam und ohne Hilfestellung allein und nur mit einer Begleitperson ins Meer fuhr. Und endlich das kühle Wasser, die Wellen spüren konnte. An diesem Dienstag war dies alles noch ein Test – aber bereits eine Sensation, denn das mit Frank besetzte Seatrac am Ende des Strandaufganges 4 zog sofort eine neugierige Menschentraube an. „Etwas ganz Tolles für unsere Patienten, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind!“, so Julian Sturmschneider vom Nurse Club. Diese Stiftung, die gerade mal wenige Monate alt ist in der Hansestadt, hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen mit Behinderungen zu fördern. Dabei haben die vier examinierten Pfleger und die einzige Frau an ihrer Seite, die Pflegehelferin Sarah Kuring, besonders die möglichen Freizeitangebote im Ostseebad im Blick. Zu dem ersten, von Mathias Treichel und der Stadt aufgestellten großen Strandkorb für Behinderte stellte die Nurse Stiftung gleich noch drei Körbe dazu. Das große SUP für drei Rollstühle folgte. Zu dem von Treichel angeschafften Badewagen mit Ballonreifen im Handbetrieb betrieben, gesellte sich von der Nurse Stiftung ein zweiter dazu.
Nun am Dienstag die Vorstellung des Seatrac. Innerhalb weniger Minuten lassen sich die Steckverbindungen montieren und der ergometrische Sitz fährt per Knopfdruck eigenständig ins Wasser. „Aber vor allem“, erklärt Julian Sturmschneider, „fahren unsere intensiv pflegebedürftigen Patienten selbstständig und am besten nur mit einer Begleitperson. So spüren sie mit allen Sinnen das Meer..“
Noch ist dieser Seatrac bei uns Zukunftsmusik. In den Mittelmeerländern ist er fast an jedem Strandabschnitt vertreten… Aber alle Achtung: im Herbst wird die Rostocker Oberbürgermeisterin mit der Landesregierung und dem Nurse Club zusammenkommen, damit eine frei bestimmte Bademöglichkeit für Rolli-Fahrer am Warnemünder Strand mit Blauer Flagge und dem Prädikat Ostseebad Realität wird. Monika Kadner
Näheres zur Nurse Stiftung unter: 0381⁄87399304 und das Spendenkonto: Ostseesparkasse, IBAN: DE 61 1305 0000 0201175800
Hotel Neptun komplett zur DERTOUR Group
25. Juli: Die Deutsche Seereederei schärft ihre strategische Ausrichtung: Das Unternehmen überträgt seine verbleibenden 25,1 Prozent an der DSR Hotel Holding mit Wirkung zum 1. August 2026 an die DERTOUR Group und schafft sich damit gezielt Raum, seine unternehmerische Tätigkeit auf die Entwicklung neuer touristischer Konzepte zu richten. Die DERTOUR Group wird damit alleinige Eignerin des Unternehmens. Über den Verkauf hinaus bleiben beide Unternehmen bei ausgewählten Projekten partnerschaftlich verbunden.
Die DSR Hotel Holding geht auf die über viele Jahre von Horst Rahe und der Deutschen Seereederei erfolgreich aufgebauten Hotelaktivitäten zurück. Zum Portfolio gehören die Marken A‑ROSA, aja, HENRI, Urban Nature und MIRA Hotels & Resorts sowie traditionsreiche Einzelhotels wie das Hotel NEPTUN in Warnemünde und das Hotel Louis C. Jacob in Hamburg. Das Portfolio umfasst 34 Ferienhotels in Deutschland, Österreich und Italien, die gezielt auf erdgebundene Anreisen setzen.
Seit 2021 hatten die Deutsche Seereederei und die DERTOUR Group das Hotelgeschäft gemeinsam geführt; die DERTOUR Group baute ihre Beteiligung in den Folgejahren schrittweise auf zuletzt 74,9 Prozent aus. Mit dem jetzigen Schritt zieht sich die Deutsche Seereederei bewusst aus dem operativen Hotelgeschäft zurück und konzentriert ihre Kräfte auf Zukunftsthemen, denen sie sich bereits seit Längerem widmet. Mit der vollständigen Übernahme der DSR Hotel Holding stärkt die DERTOUR Group ein strategisch wichtiges Wachstumsfeld.
Horst Rahe, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Seereederei, erklärt: „Wir übergeben ein erfolgreich aufgebautes Hotelgeschäft in gute Hände und schaffen uns damit den Freiraum, unsere Energie auf die Entwicklung neuer touristischer Geschäftsmodelle zu konzentrieren. Die Zusammenarbeit mit der DERTOUR Group bleibt partnerschaftlich und wird bei geeigneten Projekten fortgeführt.“
„Die DSR Hotel Holding ist ein wichtiger Bestandteil unserer Hotel Division. Mit der vollständigen Übernahme schaffen wir eine klare und verlässliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens und seiner Marken. Mein besonderer Dank gilt Horst Rahe, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Deutschen Seereederei. Mit außergewöhnlichem unternehmerischem Weitblick, Innovationsfreude und großem persönlichem Einsatz hat er die Entwicklung dieses hochwertigen Hotel- und Markenportfolios maßgeblich geprägt. Für diese herausragende Leistung gebührt ihm unsere höchste Anerkennung“, sagt Christoph Debus, CEO der DERTOUR Group. „Wir freuen uns darauf, die DSR auch bei neuen Projekten partnerschaftlich zu begleiten.
Künftig bündelt die Deutsche Seereederei ihre Kompetenzen auf die Konzeption, Entwicklung und Markteinführung neuer Angebote für den Tourismus- und Freizeitmarkt. Die Reisebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz, verschärfte Nachhaltigkeitsanforderungen, veränderte Mobilitätspräferenzen, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Engpässe auf dem Arbeitsmarkt geprägt ist. „Unsere besondere Stärke lag immer darin, Veränderungen im Reiseverhalten frühzeitig zu erkennen und daraus konkrete Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wir arbeiten weiter an der Entwicklung neuer, zukunftsfähiger Angebote,“ betont Horst Rahe.

Warnemünder Brautkronen: die linke ist mehr als 200 Jahre alt und wurde 1848 letztmals getragen. Die rechte ist ein etwa 40 Jahre altes Replik, das die Trachtengruppe als Dauerleihgabe dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt hat. Foto: susa
In Warnemünder Tracht mit Brautkrone heiraten?
23. Juli: Auch im diesjährigen Niegen Ümgang war die Warnemünder Trachtengruppe mit einem Braut-Paar, dargestellt von Shanna Dshanussowa und Mathias Rimane, vertreten. Braut und Bräutigam tragen zu diesem Anlass Kleidung wie sie etwa um 1840 in Warnemünde zur Trauung üblich gewesen sein könnte. Ein besonderes, aber auch schweres Prachtstück ist die Brautkrone, ein filigranes Kunstwerk, das seinesgleichen sucht. Bei Friedrich Barnewitz nachlesen kann man dazu: „… auf dem Kopf trug sie die über und über mit Glasperlen geschmückte Brautkrone, deren großen Ohrenklappen aus schwarzem Tuch mit Goldfäden schneckenförmig durchzogen waren und das ganze Haar verdeckten.“
Da die Brautkrone sehr aufwändig hergestellt werden musste, sie damit in der Anschaffung sehr teuer war und die Menschen in Warnemünde in früheren Zeiten bescheiden lebten, wurde diese Kopfbedeckung zur Hochzeit ausgeliehen. Im Ort soll es zwei Brautkronen gegeben haben. Die eine verlieh die Frau des amtierenden Pastors, die andere die Putzmacherein Trien-Liesch Michelsen, die 1882 mit ihrer Krone beerdigt worden ist. Im Heimatmuseum, so Christoph Wegner, sind die metallenen Reste dieses Kopfschmuckes, die bei Umbettungsarbeiten gefunden wurden, aufbewahrt. Ebenso wie jene Brautkrone, die die Pfarrersfrau letztmals 1848 verliehen hat. In einer Vitrine im Dauerausstellungsraum hat dieses Prachtstück einen besonderen Platz gefunden. Daneben befindet sich seit einiger Zeit ein Replik, das die Warnemünder Trachtengruppe als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. „Im Warnemünder Umgang von Klaus Martens gab es eine Szene, während der eine Warnemünder Hochzeit vor der Seekiste zur Krim nachgestellt worden ist. Dazu brauchte man eine Brautkrone. Eine Maskenbildnerin des Volkstheaters Rostock hat vor etwa 40 Jahren dieses Replik nach alten Fotos angefertigt. Die dazu notwendigen Materialien wie die Glasperlen hat sie über Kontakte aus dem Westen bezogen“, weiß Karin Scarbarth aus Erzählungen. 1996, als die langjährige Leiterin der Trachtengruppe in dieser Mitglied wurde, wurde diese Krone zum Umgang von einer Braut bereits ausgeführt. Die nachgestellte Brautkrone, so Karin Scarbarth, kommt dem Original recht nahe. Die weitere Kleidung, die Braut und Bräutigam zum Umgang tragen, hingegen ist in Anlehnung an alte Aufzeichnungen entstanden. Der Bräutigam beispielsweise trägt die Warnemünder Fischertracht – mit einem Sträußchen am Revers.
Wollte heute ein Paar in Warnemünder Tracht, sprich auch mit Brautkrone, heiraten, könnte es sich dazu Kleidung ausleihen? „Bis 1933 noch haben Warnemünder in Tracht geheiratet. Dann war das nicht mehr erwünscht. Auch in der DDR hatte man damit zunächst Probleme. Erst mit dem ersten Sommerfest der Warnemünder Warnowwerft und dem Script von Klaus Martens änderte sich die Einstellung. Und ja, tatsächlich haben wir hin und wieder schon mal eine Tracht ausgeliehen. Niemals aber die Brautkrone. Sie ist einfach auch als Replik zu wertvoll. Außerdem ist sie sehr schwer. Und aufgrund der Ohrenklappen kann die Braut fast nichts hören“, verrät die Ehrenvorsitzende der Trachtengruppe.
Und wie sieht es mit dem Original aus? „Unsere Brautkrone wurde 1848 letztmals von einer Braut getragen. Sie ist mehr als 200 Jahre alt. Ein wertvolles museales Stück, das wir nicht ausleihen können“, betont Museumsleiter Christoph Wegner. Sabine Schubert
Warnemünder Bibliothek
Ballanchieren auf der Mole
Hanno Hochmuth, Mein Warnemünde. 128 Seiten, mareverlag 2026, ISBN 978−3−86648−771−0, 20 Euro
Inside, Rostock/Warnemünde, Hinstorff Verlag 2026, 132 Seiten, ISBN 978−3356−02580−4
22. Juli: Die beiden Neuerscheinungen, die wir heute vorstellen, sollten in keiner gut sortierten Warnemünder Hotel- oder Pensionsbibliothek fehlen. Zu Hause im Bücherschrank schon gar nicht. Mehr Warnemünde geht kaum.
Beginnen wir mit dem gerade bei Hinstorff erschienenen neuesten Stadt- und Reiseführer Rostock/Warnemünde im handlichen Pocketformat aus der bewährten „INSIDE“-Reihe. Anhand übersichtlich und prägnant aufbereiteter Informationen können sich Gäste und selbst Einheimische schnell über Adressen, Kontakte und News aus Rostock und Warnemünde informieren. Neben historischen Exkursen gibt es eine Fülle von Tipps für neue und bekannte Restaurants und Bars, Einkaufsmöglichkeiten, Ausflugstipps sowie Szenetreffs und Cafés. Empfehlungen für Stadtrundgänge fehlen ebenso wenig wie Sport- und Freizeitangebote, Hinweise auf Kultureinrichtungen und das Nachtleben. Auf den Punkt gebrachte „INSIDE Infos“ laden zum Schmökern und Planen ein, die vielen Fotos machen das Büchlein zu einem modernen Führer durch Rostock und Warnemünde. Leider auch mit ziemlich viel Hochglanzwerbung. Wer nach dem Blättern in diesem aktualisierten Reiseführer keine Ideen für einen Besuch am Alten Strom, in der Rostocker Heide, der Fischerbastion, der Alten Vogtei oder zu einem der benachbarten Sehenswürdigkeiten in Kühlungsborn, Wismar, Marlow oder Wiethagen findet, dem ist, wenigstens in Warnemünde und Umgebung, kaum zu helfen.
Der Ostberliner Historiker Hanno Hochmuth, ein vom Leibniz-Zentrum gewählter „Kopf der Wissenschaft“, hat bereits 2024 sein Hauptstadt-Buch „Berlin: Das Rom der Zeitgeschichte“ veröffentlicht. Nun erzählt er im bekanntlich auf maritime Themen spezialisierten mare-Verlag über sein Warnemünde. Natürlich wie in dieser Reihe üblich unter dem Titel „Mein Warnemünde“.
Es ist nicht weniger als eine Liebesgeschichte, die schon als Kind begann, als er seine Tante Antje in Lütten Klein besuchte und immer wieder auch nach Warnemünde kam. „In Warnemünde gab es nie Diskussionen, wo wir hingehen sollten. Der Weg war klar: zur Mole! Vorbei am alten Leuchtturm und am ikonischen Teepott…“ Angst hatte der kleine Hanno vor allem vor den Feuerquallen in der Ostsee, die Mole aber war ein sicherer Ort, „die Mauer war breit genug, um gefahrlos ganz alleine laufen zu können“. ‚Ballanchieren nannte ich das damals und fand es großartig. Plötzlich war ich größer als die Erwachsenen auf der Mole. Ich konnte das offene Meer sehen, und ich konnte alles werden, was ich mir wünschte. Historiker gehörte damals noch nicht dazu. Aber von Warnemünde gibt es viele Geschichten zu erzählen.“
Genau das gelingt Hochmuth auf den folgenden über 100 Seiten. Ich würde mich als geborener Rüganer sehr wundern, wenn nicht selbst Warnemünder in diesem unterhaltsamen, kurzweilig geschriebenen Büchlein Episoden und Dinge entdecken, die sie so noch nicht wussten.
Anekdoten aus der Familiengeschichte des Autors, Historisches von Stephan Jantzen bis Ulrich Müther, sehr persönliche Erlebnisse und Reflexionen verdichten sich zu eben jenem Warnemünde-Bild, wie wir alle es kennen, doch diesmal aus der Perspektive eines verliebten Berliners neu und anders sehen werden. Wussten Sie, das Edvard Munchs Gemälde „Badende Männer“ noch immer Sandkörner vom Warnemünder Strand in der Farbschicht enthält? Oder was die Bücherbüxe im Kurpark über die Zusammensetzung der Bewohner und Gäste von Warnemünde verrät? Oder was der Teepott mit der Westberliner Kongresshalle oder einem Nachtclub in Acapulco zu tun hat? Oder warum Walter Ulbricht sich den Teepott zum persönlichen Geschenk erkor? Nicht zuletzt, weil man dort „die lauschigen Ecken“ für die verliebte Jugend nicht vergessen hätte.
Das Kapitel über das Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen muss dem Autor sehr wichtig gewesen sein, scheint aber in einem Warnemünde-Buch etwas deplatziert. Informativ und unterhaltsam zugleich die Geschichte des „Neptun“, wo heute noch immer Gäste „den Osten im Norden“ finden, wie einst den Westen im Osten. Mit dem heimeligen Duft der Broiler-Bar.
Wagen sie sich also unbekümmert mit dem Autor auf sein Stand-up-Paddle-Board und genießen mit ihm vom Meer aus ein breites Panorama seines Warnemünde.
Unter uns: Heißen Backfisch-Udo und Backfisch-Thilo wirklich und immer noch Thilo und Udo? Holger Kankel
Im Mai vergangenen Jahres wurden die Flügel der Warnemünder Mühle abgenommen. Über die interessante Geschichte unserer Mühle sprach Christian Meyer auf dem Museumsabend vor wenigen Tagen. Fotos: susa
Warnemünder Zeitreise: Meyer’s Mühle
20. Juli: Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im Mai vergangenen Jahres die Kunde im Ostseebad: von Meyers Mühle sind Flügel abgefallen. Seither verfolgen viele Warnemünder das Geschehen rund um das historische, unter Denkmalschutz stehende Gemäuer mit Argusaugen. Auch wenn das im Jahre 1866 gebaute Gebäude nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck dient, es gehört zu Warnemünde wie Ostsee, Leuchtturm, Kirche und Teepott. Wie groß das Interesse an der Galerie-Holländer-Windmühle nach wie vor ist, wurde spätestens während des jüngsten Museumsabends deutlich: sämtliche Karten für diese Veranstaltung unter dem Motto „1866 – 2026: 160 Jahre Warnemünder/ Meyers Mühle“ waren schon lange im Voraus verkauft.
Aus Schwerin in seine alte Heimat gekommen war Christian Meyer, der Sohn der letzten Besitzer Gerhard und Doris Meyer. Der 60-Jährige nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise, die mit der Geburtsstunde der Mühle 1866 „einen Sonntagsspaziergang weit von den letzten Häusern des Ortes entfernt inmitten grüner Wiesen“ begann. Am 29. September 1867, so belegen es alte Urkunden, kam das erste Mehl aus der Mühle, deren Holzteile sämtlich aus der Rostocker Heide stammen. Höhen und Tiefen gehören zur Geschichte der Mühle, deren Besitzer teils Pleite gingen, sich teils zur Ruhe setzten. Schließlich sollte sie 1912 gar Wohnhäusern weichen, sprich abgerissen werden. Dann entschloss sich Hugo Meyer 1919 das Grundstück samt Mühlenbetrieb zu kaufen. Der Kaufmann war weitsichtig und baute bereits 1921 ein Motorenhaus an, für den Fall, dass auch in Warnemünde mal kein Wind wehen sollte. Vorausschauend gedacht, denn mit der Bebauung der Laakstraße verschlechterten sich die Windverhältnisse. Als Hugo Meyer 1937 starb, übernahm sein Sohn Gerhard die Mühle. 1953 dann startete die DDR-Regierung entlang der Ostseeküste und eben auch in Warnemünde die Aktion Rose. Wer Eigentum besaß, sollte – unter welchem Vorwand auch immer – enteignet werden. „Mein Vater wurde zu einer 13-monatigen Haft verurteilt. Nach vier Monaten kam er aus dem Gefängnis in Bützow frei. Wir bekamen die Mühle zurück. Doch sämtliche Betriebskonten waren gelöscht und alles eingelagerte Getreide und Mehl verschwunden. Wieder ein Neuanfang“, sagt Christian Meyer. Zumal die privaten Mühlen erst dann Getreide zur Mehlherstellung bekamen, wenn die volkseigenen Mühlen ausgelastet waren. 1971 konnte der Warnemünder auf der Leipziger Messe zwei moderne Doppelwalzenstuhl-Maschinen kaufen – weil ein potentieller ausländischer Kunde abgesagt hatte. Acht Tonnen Getreide in drei Schichten pro Tag konnten in der Warnemünder Mühle zu Roggenmehlen und Schrot vermahlen werden. Als Gerhard Meyer 1975 plötzlich starb, übernahm seine Frau Doris den Betrieb. Da sie keinen Meisterabschluss hatte, wurde ein langjähriger Obermüller als solcher anerkannt. Oft waren Schulklassen in der Mühle zu Gast. Die Kinder bestaunten die Technik und durften mit einem für das Mehl bzw. Mehlsäcke gedachten Aufzug fahren. Davon, so wurde während des Museumsabends berichtet, erzählen die damaligen Kinder noch heute.
Am 1. April 1991 wurde der Mahlbetrieb in der seit 1979 unter Denkmalschutz stehenden Mühle eingestellt. Brot und Brötchen gab es im Supermarkt, Bäckereien verschwanden. Die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen, aber auch die Tatsache, dass keines der drei Kinder von Gerhard und Doris Meyer das Müllerhandwerk gelernt haben, führten zu dem schweren Entschluss. 1993 wurden an der Mühle Sanierungsarbeiten durchgeführt und neue Flügel und die Windrose angebaut. Das Gebäude aber stand leer. Was tun? Gastwirtehepaar Karin und Andreas Bauer legten ein Nutzungskonzept für ein Restaurant vor, das vorsah, die alte Mühlentechnik erlebbar zu machen. Denkmalpfleger Gerhard Lau und Christian Meyer haben dieses Vorhaben begleitet. Bis 2017 existierte die Gaststätte. Ein Jahr später haben sich die Erben zum Verkauf des Anwesens entschlossen. Drei Wohnungen sind in der Mühle entstanden. „Schön wäre es, wenn die Mühle anlässlich ihres 160. Geburtstages wieder Flügel bekäme. Sie noch lange erhalten bleibt“, sagt Christian Meyer. Nicht unerwähnt lassen möchte er: Nach der politischen Wende wurde das im Zuge der Aktion Rose gefällte Unrechts-Urteil gegen den Warnemünder Mühlenbesitzer Gerhard Meyer aufgehoben. Sabine Schubert

Für Mathias Rieck ist und bleibt das Segel-Revier vor Warnemünde das schönste weit und breit. Foto: mkad
Auftakeln und los!
10. Juli: Zwei Stunden vor dem Hupen, dem Startbeginn, gibt‘s nur eins für Mathias Rieck, auftakeln und los! Er liebt seine OK-Jolle und will raus aus dem Hafen. Ein, zwei Schläge mal eben vorweg, Wind und Wellen checken. Dass Matze, so kennt ihn ein jeder in der Seglerfamilie, noch keine Schwimmhäute gewachsen sind – ein Wunder!
Familie Rieck wohnt ein paar Häuser neben uns Am Strom. Ich weiß noch genau, wenn die Jungs mit ihren neun Jahren auf dem Schulhof Kräftemessen „veranstalteten“, war Matze längst am Steg, hörte gespannt, was Hansi Petrowski, später Jörn Etzold, seine Warnemünder Übungsleiter, ihm erklärten und natürlich ging‘s dann ab in den Opti. Klitschnass, völlig zerstrubbelt, mit breitem Grinsen kam er nach Hause.
Wir treffen uns heute im sonnendurchfluteten Foyer der Sportschule. Matze ist inzwischen 47 Jahre alt. Seine 17jährige Tochter Joanna und der 12 Jahre alte Kalle wollen nachher im Hafen sein. Aber erst einmal kommt Matze nicht aus dem Schwärmen über sein ehemaliges Heimatrevier raus. „Es ist für mich mit großem Abstand das beste Revier Deutschlands. Fast ständig bläst es auflandig Nord-West. Mit großer Welle runter zu segeln, ist ein Genuss! In 20 Minuten bist du am Kurs.“ Mathias und seine Frau arbeiten und leben längst in der Nähe von Berlin. Nachdem er von der 420er Bootsklasse bei den Lasern eingestiegen war und die Sportreporter ihn als Segel-Ass der Ostsee zu recht beschrieben, war vor 20 Jahren die Familie aber dann doch die Nummer 1 in seinem Leben. „Jetzt sind die Kinder groß. Es kribbelte auch bei den „kleinen“ Wassern in Rangsdorf oder am Wannsee. Ich fand für mich eine faszinierende Bootsklasse, die OK-Jolle. Gleichzeitig aber auch Lollipopp, einen Regattaverein, wo alte Hasen es noch mal wissen wollen und eine wunderbare familiäre Atmosphäre herrscht. Die Meldeliste für meine erste Regatta im November 2025 auf dem Wannsee war leider sehr klein. Aber dafür erschwinglich für das Familienbudget. Das ist jetzt anders.. Ein großes Teilnehmerfeld und viel, viel teurer. Trotzdem! In Warnemünde passt alles. Es ist professionell, familiär, denn man läuft auf den Stegen vielen Bekannten über den Weg.“
Er ist heute elfter geworden. Sein Kommentar: „ Morgen geht‘s mit zweiter und dritter Regatta weiter. Für das zweite mal überhaupt aktiv zu segeln, bin ich zufrieden. Ist aber morgen ausbaufähig!“ Monika Kadner
12. Juli: Nachricht von der Jury: Von den 21 gestarteten OK-Jollen wurde Mathias Rieck mit seiner Jolle in der Gesamtwertung Fünfter Gratulation auch von aalglatt!

Wie sauber ist dieser Sand tatsächlich? Professorin Dr. Joanna Waniek vom IOW weiß, wieviel Plastik und anderer Müll im Strandsand versteckt ist. Foto: mkad
Wie geht’s unserer Ostsee?
aalglatt-Redakteurin Monika Kadner war mit Prof. Dr. Joanna Waniek vom IOW am Strand unterwegs
2. Juli: Eine Verabredung mit der Warnemünderin, Professorin Dr. Joanna Waniek vom Leibniz Institut für Ostseeforschung, lässt mich immer wieder meinen Hut abnehmen, den ich im Sommer so gerne trage, wie diese Frau mitreißen kann, ihre hoch spezialisierten, wissenschaftlichen Probleme weit über das Institut, den Hörsaal hinaus, für jedermann verständlich zu machen. Ich frage sie:
Wie geht‘s denn der Ostsee?
Die Blaue Flagge für eine hervorragende Wasserqualität zum Baden weht ja auch in diesem Jahr wieder an unserem Strand. Aber! Die Aktivitäten der Menschen, die Auswirkungen des Klimawandels stellen die größten Bedrohungen dar. Für uns Wissenschaftler sind das große Herausforderungen. Wir möchten doch alle gemeinsam das Meer und den Strand vor unserer Haustür auch für nachfolgende Generationen schützen.
Wie geschieht das konkret?
Bereits 1974 konstituierte sich die Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee. Die HELCOM. Die Ostseeanrainerstaaten und die EU haben beispielsweise im Ostseeaktionsplan bis 2030 festgeschrieben, dass Daten über Mengen und Quellen und die Transportwege von Meeresabfällen an die Politiker weitergegeben werden. Damit die Gesetzgebung auf fundierten Erkenntnissen basieren kann.
Ist das nicht ein Kampf à la Don Quichotte gegen Windmühlenflügel?
Ich bin doch nicht allein! In unserem Institut sind wir 15 Meeresforscher in verschiedensten Arbeitsgruppen. Besonders die jungen, oft noch studierenden und an Dissertationen arbeitenden Mitarbeiter, geben immer wieder Anstöße, wenn wir die Wechselwirkungen zwischen physikalischen und biologischen Prozessen untersuchen. Wir nehmen regelmäßig Proben im Sand und im Spülsaum, um Belastung durch Zigarettenrückstände und Mikroplastik zu erfassen. Wir haben Sensoren in unterschiedlichen Becken der Ostsee auf zahlreichen Tiefen ausgebracht. Fünf Mal im Jahr fahren wir mit unseren Forschungsschiffen auf See, den Zustand der Ostsee zu messen. Die wissenschaftlich belastbaren Ergebnisse der beteiligten Staaten sind über die HELCOM für jeden und jedes Land verfügbar.
Was steht im Moment im Mittelpunkt?
Eines von vielen: Plastk! Es löst sich nicht auf… Es zerfällt in Mikro-und Nanoplastik, also in Partikel, die mit bloßem Auge vom Sand nicht unterscheidbar sind. Es gelangt in die menschliche Nahrungskette über Speisen und Getränke.
Die intensive Forschung ist zirka 15 Jahre jung. Wir haben noch viele unbeantwortete Fragen.
Nicht nur mit Ihrem kürzlichen Vortrag im Munch Haus oder mit den Warnemünder Abenden immer am Donnerstag im Institut im Juli und August, werben Sie und ihre Kollegen für den Schutz der Ostsee?
Ja, denn ich finde, das ist wichtig! Welcher Raucher denkt schon daran wenn er seine Zigarettenkippe in den Sand steckt, dass damit Gifte wie Schwermetalle und Teer in den Boden kommen, den Sand und das Grundwasser verseuchen. Ein Stummel vergiftet rund 60 Liter Wasser. Auf einem Quadratkilometer Strand sind kürzlich über 900 Zigarettenreste gefunden worden….
Eine Plastikflasche oder eine Plastiktüte, braucht 100 bis 200 Jahre bist sie zu Mikro- und Nanoplastik zerfällt. Bei einem achtlos hingeworfenen Papiertaschentuch dauert es bis zu fünf Jahre bis der Zersetzungsprozess einsetzt.
Gibt es bei all diesem gruseligen Umweltmüll auch Optimistisches zu verkünden?
Seit einigen Jahren verteilt die Tourismuszentrale hier in Warnemünde 5000 Strandaschenbecher. „Eigentlich“ sind Eislöffel, Strohhalme Kaffeebecher, Schalen für das Mittag to go aus Plastik verboten. All dies wird beispielsweise aus Mais bereits hergestellt. Zum Glück wird es auf unserer Promenade teilweise auch angeboten.
Es sind erste, kleine Schritte. Aber es hat ein Nachdenken eingesetzt. Dazu verhilft auch ein von Meeresforschern und Museumspädagogen entwickeltes Programm „Plastc School“. Es wendet sich an Pädagogen und Schüler der unterschiedlichsten Klassenstufen. Es kostet nichts. Ist nur vom Computer runter zu laden.
Gibt es einen stillen Wusch für unser Land?
Dass Kurbetriebe und kommunale Kurverwaltungen, eingeschlossen der Tourismusbetrieb Rostock/Warnemünde, nicht nur Tropfen auf den heißen Stein regnen lassen. Müll nicht verteilt wird mit morgendlichem Harken des Strandes oder wie vorbildlich vom Wasser-und Schifffahrtsamt Stralsund wöchentlich die Westmole gefegt wird, der Sand mit dem Müll allerdings auf das Bollwerk und den Strand geschleudert wird. Sicherlich müsste Geld in die Hand genommen werden… Wenn dann noch die Politik aufwacht….

Mädchen und Jungen aus der Klasse 3a der Heinrich-Heine-Grundschule haben die Juroren in ihrem Schulgarten nicht nur mit selbstgemachten Kräutersalz, sondern auch mit einem Quiz begrüßt und überrascht. Foto: mkad
KGA Am Moor: Spaß und Freude statt Prüfungsstress
24. Juni: Wenn Prüfungen anstehen, jemand vor einer Jury bestehen möchte… immer schwingt ein bisschen Bammel, Aufregung mit. Man kann nicht sagen, dass die Kleingartenfreunde von der Anlage „Am Moor“ nicht aufgeregt waren, aber angefangen von den Zehnjährigen bis hin zu den betagten Rentnern, standen sie alle selbstbewusst, ideenreich den Juroren aus der gesamten Bundesrepublik Rede und Antwort. Sie führten ihre sommerlichen Gärten vor, die Begegnungsstätte Am Moor als Kultur- und Veranstaltungsort, ihren Schulgarten und bestachen bereits beim Rundgang durch sichtbar gelebtes Engagement, ökologische und soziale Leistungen.
Der Grund aber, warum gerade gestern viele Kleingärtner mit ihrem blauen T‑Shirt „Gärtnern und Meer“ in der Anlage präsent waren: Der 26. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ unter dem Motto „Kleingartensommer: cool und gemeinsam statt hitzig und einsam!“.
Immerhin rechnen sich die über 600 Mitglieder der ältesten und größten Kleingartenanlage „Am Moor“ e. V. gute Chancen aus, im Bundeswettbewerb zu punkten. Bereits im vergangenen Jahr wurden sie Landessieger im Wettbewerb der Kleingartenvereine Mecklenburg/Vorpommerns.
Gleich hinter dem Haupteingang fröhliches Kindergeschnatter. Hier im Schulgarten gehen einige mit Grabeforke und handschuhbehüteten Fingern dem Unkraut zu Leibe. Andere pflanzen noch sehr zarte Salatpflanzen und rufen nach Wasser zum Angießen nach den Mädchen mit den Gießkannen. Phil und Julie haben bei Oma und den Eltern auch einen Garten. Sie wissen schon Bescheid und sagen ihren Klassenkameraden an, während Anna und Mala sich die vorbereiteten Rätselfragen noch einmal vornehmen, denn die Juroren sollen zeigen, was sie können… Schulsozialarbeiterin Susann Schubert und Klassenlehrerin Antje Schmidt sind immer mittendrin und freuen sich, dass der Schulgarten – natürlich auch mit einer 2022 vom Warnemünder Lions Club gestifteten Laube – so ein wesentlicher Bestandteil eines praxisnahen Unterrichts geworden ist.
Der Rundgang führte weiter durch verschiedene Parzellen, zu den benachbarten Kleintierzüchtern, zum Erfrischungsstand mit Produkten aus den Gärten, zum Moorbiotop und zum Vereinsimker Thomas, der den ersten Sommerblütenhonig des Jahres dabei hatte, und schließlich zum regionalen Büfett, das das Landkombüse-Team vorbereitet hatte.
Thomas Kleinworth, Chef der Juroren, ist angetan. „Hier sind die alten Strukturen in Bewegung. Offensichtlich ist es: Am Moor wird nicht nur Obst und Gemüse angebaut. Es ist eine schöne Mischung zur Naturnähe, einem Miteinander, einer Verantwortung für ökologisches Gleichgewicht mit der Stadt.“
Das ist doch schon mal ein Lob. Aber die anderen Sieger der Landeswettbewerbe in der Bundesrepublik können bestimmt auch mit so manchem Pfund für diesen Bundeswettbewerb wuchern.
Es bleibt spannend. Am 14. November fällt die Entscheidung. Das Team aalglatt – Warnemünder Allerlei drückt die Daumen. Monika Kadner.
- Neptun-Werft baut Offshore-Plattformen
17. Juni: Einer der größten Industrieaufträge für Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren geht nach Warnemünde. Auf der Neptun-Werft sollen Offshore-Plattformen entstehen, mittels derer der Strom in die Netze an Land eingespeist werden kann. Darüber hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz heute gemeinsam mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) informiert. Den ersten Auftrag für eine Offshore-Konverterplattform des neuen Zwei-Gigawatt-Standards hat das Unternehmen an ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) vergeben. Das Konsortium aus der Meyer-Tochter Neptun und dem Unternehmen Smulders wurde 2023 eigens zu diesem Zweck gegründet.
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet der Auftrag neue Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen . Zumal es nicht nur um einen einzelnen Auftrag geht. Ein zweiter wird derzeit verhandelt. Kommt auch dieser zustande, summiert sich das Volumen auf rund 2,5 Milliarden Euro. “Das ist ein Riesenauftrag”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Bis zu 500 neue tarifgebundene Arbeitsplätze auf der Werft und weitere 500 Stellen bei Zulieferern könnten im Umfeld der Werft entstehen.
Installiert werden die Konverterplattformen später rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee. Dort wandeln sie den von Offshore-Windparks erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um. Über Unterseekabel wird die Energie an Land transportiert. Die Leitung endet an einem neuen Netzverknüpfungspunkt bei Mühlenbeck nordwestlich von Schwerin. Dort wird der Gleichstrom wieder in Wechselstrom umgewandelt, ins Höchstspannungsnetz eingespeist und schließlich weiter in Richtung Süddeutschland transportiert.
Über Jahre war unklar, ob deutsche Werften bei diesen hochspezialisierten Anlagen überhaupt eine Chance gegen internationale Wettbewerber haben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wertete die Vergabe als industriepolitisches Signal. Weltweit gebe es nur wenige Unternehmen, die solche Anlagen überhaupt bauen könnten. “Dieser Auftrag ist ein wirklich ermutigendes Signal”, betonte Reiche.
Noris: Lösungen für maritime Wirtschaft
13. Juni: Unter den Geehrten zur 28. Unternehmerehrung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock 2025 befindet sich auch der Geschäftsführer der Noris Automation GmbH Felix Weiss mit Sitz in Warnemünde. In der Laudatio heißt es u. a.:
Die Noris Automation GmbH wurde 1992 in Rostock gegründet und ist Teil der traditionsreichen NORIS Group aus Nürnberg, die seit 1925 zu den führenden Spezialisten für Mess‑, Steuerungs- und Automatisierungstechnik gehört. Das Unternehmen Noris Automation entwickelt und fertigt seither Antriebssteuerungs- und Automatisierungssysteme für Schiffe. Im Jahr 2014 erfolgte die Zentralisierung der Automatisierungsprojektierung aus Nürnberg nach Rostock. Damit wurde die Noris Automation GmbH zum Innovationsknotenpunkt der Gruppe im Bereich Schiffbau und maritime Technik.
Die Noris Automation GmbH als Teil des Familienunternehmens der Noris Group, reinvestiert Gewinne konsequent im Unternehmen. Hinter dem Erfolg stehen Menschen aus Rostock und der Region – Fachkräfte, die mit Leidenschaft und Präzision arbeiten. Am Warnemünder Standort arbeiten 66 Mitarbeiter im Bereich Entwicklung und Produktion. Die NORIS Automation GmbH zeigt, was verantwortungsvolle Unternehmensführung bedeutet. Obwohl NORIS in einem hochspezialisierten Nischenmarkt tätig ist, entfaltet die Technologie des Unternehmens eine bemerkenswerte internationale Wirkung und zählt zu den gefragten Lösungen der maritimen Industrie. Die komplexen Automations- und Steuerungssysteme aus Rostock finden sich nicht nur in der kommerziellen Schifffahrt – etwa auf modernen Cargoschiffen oder Fähren –, sondern ebenso auf Flotten von nationalen und internationalen Sicherheitskräften. Darüber hinaus vertrauen auch anspruchsvolle Expeditionsschiffe auf diese Technik, und sogar die größten Megayachten weltweit setzt auf Lösungen aus Warnemünde.
Mit seiner technologischen Spezialisierung trägt das Unternehmen NORIS wesentlich zur Positionierung Rostocks als maritimer High-Tech-Cluster bei sind ein bedeutender Imageträger für unsere Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Die Noris Automation GmbH ist regelmäßig an zukunftsweisenden Entwicklungen beteiligt, womit der Standort das Zukunftsbild Rostocks als „Innovationsstandort im maritimen Engineering“ stärkt. Seit mehr als drei Jahrzehnte ist die NORIS Automation GmbH in Rostock präsent – eine Beständigkeit, die das Unternehmen zu einem Symbol für wirtschaftliche Verlässlichkeit macht und zugleich ein wichtiges Element der positiven Außenwirkung unserer Stadt darstellt.
Die Noris Automation GmbH trägt in besonderer Weise zur Imageförderung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bei. Durch ihre technologische Spitzenposition im maritimen Sektor, ihre internationale Sichtbarkeit, ihre lange regionale Verwurzelung und ihre Rolle als Innovationsmotor. Noris zeigt, wie ein Unternehmen aus Rostock weltweit Maßstäbe setzten kann. Mit jeder Steuerungseinheit und jedem Projekt trägt die Noris Automation GmbH den Namen Rostock hinaus in die Welt und steht für Ingenieurskunst Made in Rostock.
Aus Werftbecken wird Zukunftsstandort für Offshore- und Energietechnologien
11. Juni: Heute wurde der erste offizielle Rammschlag für die Umgestaltung des ehemaligen Werftbeckens am Warnemünder Passagierkai gesetzt. Das Areal wird zum maritimen Gewerbepark für nachhaltige Energietechnologien umgestaltet.
Der traditionsreiche Schiffbaustandort wird revitalisiert und zu einem modernen Offshore- und Gewerbequartier entwickelt. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro handelt es sich um die zweitgrößte Infrastrukturmaßnahme in der jüngeren Geschichte des Rostocker Hafens nach der Ansiedlung von Liebherr im Überseehafen.
Landesweit ist das Vorhaben nach dem Neubau der Peenestrombrücke derzeit die zweitgrößte Infrastrukturinvestition in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Mit diesem Projekt entsteht in Rostock ein neuer Zukunftsstandort für die maritime Wirtschaft und die Energiewende. Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit 78,3 Millionen Euro, um hier die Voraussetzungen für neue Investitionen, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen. Gleichzeitig stärken wir Mecklenburg-Vorpommern als führenden Standort für Offshore-Windenergie und weitere umweltfreundliche Energietechnologien.“
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger unterstrich: „Für den Schiffbau nicht mehr benötigte Flächen erhalten eine neue Perspektive und werden künftig für Zukunftstechnologien genutzt. Es entstehen attraktive Gewerbeflächen mit direktem Kaianschluss und hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten. Rostock beweist damit einmal mehr seine hohe Standortqualität für innovative Unternehmen.“
Mehr als zehn Jahre Planungs- und Genehmigungsverfahren waren erforderlich, um die bereits seit 2007 verfolgte Umprofilierung des ehemaligen Schiffbaustandortes nun auch baulich umzusetzen. Das künftige Gewerbegebiet wird eine Fläche von mehr als zehn Hektar umfassen. Hinzu kommen knapp drei Hektar Kaiflächen mit einer Gesamtkailänge von 555 Metern. Rund 15 Prozent des Areals entfallen auf Straßen und Wege. Allein für die Errichtung einer neuen Spundwand sind über 6.000 Tonnen Stahl notwendig.
Ralf Merz für die ARGE Züblin, Prien, Colcrete: „Die Umgestaltung des ehemaligen Werftstandortes zählt zu den anspruchsvollsten Hafenbauprojekten in Norddeutschland. Neben umfangreichen Rückbau- und Sanierungsarbeiten entstehen moderne Kaianlagen und Erschließungsflächen für zukünftige Nutzer. Dabei setzen wir auf die Kompetenz zahlreicher Unternehmen und Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und der Region.“
Die Bauarbeiten gliedern sich in fünf voneinander abhängige Teilprojekte. Nach dem Rückbau von insgesamt 28 Bestandsgebäuden und der Entsorgung vorhandener Abfall- und Recyclingmaterialien erfolgen umfangreiche Bodensanierungen an Land sowie im Bereich der bestehenden Spundwände. Anschließend wird das Gebiet durch den Bau einer Hauptstraße und drei weiterer Erschließungsstraßen sowie durch die Neuverlegung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erschlossen. An vier Liegeplätzen entstehen neue Spundwände. Darüber hinaus wird ein Teil des bisherigen Werftbeckens verfüllt, um zusätzliche Vorstell- und Logistikflächen zu schaffen. Für die Liegeplätze im Becken ist ein Tiefgang von etwa 9,5 Metern vorgesehen. Die Fertigstellung des Gewerbeparks ist innerhalb der kommenden fünf Jahre vorgesehen.
Als Generalplaner verantwortet die INROS LACKNER SE die Entwicklung des Werftbeckens zum maritimen Gewerbepark von der Machbarkeitsstudie bis zur Fertigstellung. Dabei koordiniert das Architektur- und Ingenieurunternehmen sämtliche Projektbeteiligte in enger Abstimmung mit dem Hafen- und Seemannsamt. Seit mehr als sechs Jahrzehnten begleitet INROS LACKNER die Entwicklung der maritimen Infrastruktur in Rostock und der Region. Zu den Projekten zählen unter anderem das Kreuzfahrtterminal mit Landstromanlage sowie die Entwicklung von Stück- und Schüttgutterminals, des Ölhafens und des Liebherr-Standorts im Überseehafen sowie zahlreiche Projekte im Stadthafen. Als weitere Planer dabei sind Baugrund Stralsund Ingenieurgesellschaft mbH, Plan Akzent Rostock und UGB Genehmigungsmanagement GmbH sowie die bauausführenden Firmen ARGE Züblin, Döring GmbH, SDL City Baumanagement und STRABAG AG. Projektleiter ist Tobias Günzl, der seit 1999 bei INROS LACKNER arbeitet. Seine Expertise ist die Planung und Umsetzung komplexer Hafen- und Wasserbauprojekte. Am Standort Rostock ist Tobias Günzl für den Bereich Wasserbau zuständig.
Mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz steht bereits einer der ersten Ankernutzer des neuen Gewerbeparks fest. Auf 25.000 Quadratmetern Grundstücksfläche wird das „Rostock Offshore Quartier“ als multifunktionales Gebäudeensemble mit modernen Büros, Werkstätten und Materiallager direkt an der Kaikante entstehen. Dort sollen bis zu 180 Menschen in unterschiedlichen Funktionsbereichen des 50Hertz-Offshore-Betriebes arbeiten. Neben der Zentrale in Berlin und dem Regionalzentrum Mitte in Neuenhagen in Brandenburg wird dies der drittgrößte 50Hertz-Standort sein.
Das neue Gewerbegebiet soll insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Offshore-Windenergie, Netzinfrastruktur, maritime Energietechnik sowie weitere maritime Dienstleistungen anziehen.
Warnemünder Bibliothek
Ein Warnemünder Hexenzirkel
Regionalkrimis, wohin man schaut. Morden im Norden, Süden, Osten, Westen.
Natürlich ist auch die Ostsee oft ein beliebter Tatort. Diesmal gehen „Warnemünder Witwen“, so der Titel des unlängst erschienenen Kriminalromans von Henrietta Hartl, ihren Charity- und kriminellen Klüngeleien nach. Eigentlich müsste der Roman ja „Die Warnemünder Witwe“ heißen, weil nur Hedda, die „ungut vernetzte“ und „unterweltaffine“ Chefin des Hexenzirkels aus schwarzen und weißen Witwen, totschick mit mörderischer Energie unterwegs ist zwischen Altem Strom und Hoher Düne. Dorthin hat es die Münchner Luxus-Immobilienberaterin Karoline verschlagen. Sie wittert schnell hinter dem Tod von Heddas Mann bei der Explosion seiner Yacht einen zünftigen Mord, den sie in Miss-Marple-Manier aufzuklären gedenkt.
Henrietta Hartl, die sich selbst als „anglophile Ostseefränkin“ bezeichnet, hat einen soliden, aus der Sicht verschiedener Figuren erzählten, weitgehend unterhaltsamen Krimi geschrieben. Neben Möwenterror und Kritik an deftigen Restaurantpreisen hätte er durchaus etwas mehr Ostsee-Flair vertragen. Auch die sprachlichen Anleihen aus der Buisiness- und Jugendwelt wirken eher ärgerlich und zu sehr gewollt. Stilistische Verbeugung vor dem Zeitgeist ist das Gegenteil von modern.
Wahrscheinlich, so deutet es die Autorin jedenfalls zum Schluss an, werden wir einigen der Figuren dieses Schmökers, einschließlich eines gruseligen Messer-Stalkers, in einem Folgeband wieder begegnen. Karoline könnte dann etwas mehr Farbe und Profil vertragen und das Regionale in diesem Warnemünde-Krimi etwas mehr wieder erkennbare Regionalität. Sozusagen. Um das überstrapazierte Lieblingswort der Autorin zu zitieren. Holger Kankel
(Henrietta Hartl, Warnemünder Witwen, TB, 288 Seiten. emons Verlag 2026, ISBN 978−3−7408−2788−5, 14 Euro)
Eine alte Postkarte, die sich im Bestand des Heimatmuseums befindet, zeigt die Mühlenstraße mit ihren Linden in vergangener Zeit. Damals haben Anwohner offensichtlich den Wildwuchs an den Bäumen noch beseitigt und für eine gepflegte Flaniermeile gesorgt.
Diese Aufnahme von der Mühlenstraße entstand in diesen Tagen. Foto: mkad
Alt wie ein Baum….
11. Mai: Alt wie ein Baum, möchte ich werden….wer von uns Älteren kann diesen Text nicht zur Melodie der Puhdys aus dem Jahr 1977 mitsingen? Mir fällt die Melodie ein, wenn über die alten Bäume in der Mühlenstraße mit anmutenden wissenschaftlichen Abhandlungen der Initiative Rettet den Küstenwald gegen die Gewerbetreibenden und mit vielen Ämtern in der Stadtverwaltung gestritten wird. Dabei hat keiner die Leichtigkeit der Puhdy-Musik im Hinterkopf…
Wir Einwohner lieben diese knorrigen Kopflinden so oder so in unserer Hauptstraße.
So sagen die einen: Wir möchten die Kopflinden in der Mühlenstraße als Baumnaturdenkmale unter Schutz stellen.
Das bedeutet, dass auch die unmittelbare Umgebung der Bäume, mindestens mit einer Fläche unter der Baumkrone zuzüglich fünf Meter nach allen Seiten, geschützt ist. Es bedeutet, dass kein Bürgersteig repariert werden darf, keine Blumenkübel das Grün der Bäume ergänzen dürfen und vor allem keine Tische und Stühle aufgestellt werden können. Es würde sehr still werden in der Hauptstraße unseres Ortes.
Die Gastronomen könnten den Sommer nicht nutzen, um in jeder Form ihren Gästen entgegen zu kommen und ihr Geschäftskonto füllen, um im Winter überleben zu können. Es würde bedeuten, dass die Linden, die vor hundert Jahren in den Zentren von kleinen Orten tatsächlich extra gepflanzt wurden als Treffpunkt für ein Gemeindeleben, dass dies in Warnemünde nicht in Frage kommt.
So sagen es in der Straße ihrem Beruf und Gewerbe nachgehenden Wirte und Händler:
Wir möchten einen Einklang zwischen einem lebendigen Stadtleben und der Natur.
So sagt es die langjährige Leiterin des Teams Stadtbäume im Grünamt Rostock, Steffie Soldan: „Wir haben in der Baumschutzordnung unserer Stadt die Mühlenstraße mit ihren insgesamt 61 Kopflinden bereits unter Schutz gestellt. Sie genießt als Allee besondere Aufmerksamkeit und ständiges Beobachten. So u. a. regelmäßige Begehungen und Untersuchungen auf Pilzbefall und Verkehrssicherheit, oder das Einhalten von freien Baumscheiben vor den Häusern
In Warnemünde werden jährlich pro Fällsaison aus Verkehrssicherheitsgründen im Durchschnitt 28 Bäume gefällt. 29 Nachpflanzungen sind es jährlich, wobei nach einem Rotationsprinzip gepflanzt wird. In diesem Jahr wäre Warnemünde wieder dran. Es sind 126 Nachpflanzungen geplant.“
So sieht es die Redaktion von aalglatt: Es tut gut mittendrin zu sitzen in der Mühlenstraße beim Glas Wein, bei einem guten Essen. Hier trifft man Einheimische, Nachbarn und auch Touristen, die sich freuen, mit Warnemündern ins Gespräch zu kommen. Wir haben hier bereits mehr als eine Neuigkeit erfahren für unsere Veröffentlichungen.
Ist das nicht ein Trumpf für unser Ostseebad! Nur – kommt jemand mit dem Kinderwagen, mit dem Rollstuhl, dann wird es oft sehr eng für ein Flanieren. Gastronomen sollten nicht erst alt und gebrechlich werden, um hier ihre Außengastronomie besser zu möblieren!
Stichwort Flanieren. Vor mehr als hundert Jahren wurden 121 Linden hier angepflanzt. Sie sollten Schatten spenden und ausdrücklich klein bleiben. Das haben wir natürlich auch recherchiert.
Im Ortsbeirat wird nun in Kürze die Linde einen ganzen Tagungsordnungspunkt für sich beanspruchen. Hoffentlich kulturvoll und dem Verstand von Fachleuten folgend.
Übrigens, das wird auch im Ortsbeirat zur Sprache kommen: In den städtischen Ämtern wird geprüft, ob die große Stileiche im Stephan-Jantzen-Park den Schutzstatus als Naturdenkmal erhalten kann. Wenn ja, wird die Oberbürgermeisterin dann voraussichtlich noch in diesem Jahr diesen besonderen Status aussprechen. Monika Kadner
In einer der wenigen Mußestunden immer wieder ein Blick in die Foliante des Kirchenbuches ab 1938. Für Pastor Stephan Fey Minuten der Entspannung. Foto: mkad
Pfarrhaus atmet neuen Geist
14. April: Welch ein guter Geruch nach frischer Farbe beim Eintreten ins sanierte Pfarrhaus in der Kirchenstraße 1. Viele Warnemünder haben Zeit ihres Lebens geradezu ehrfürchtig den über 200 Jahre alten Bau betreten, um mit den Pastoren zu reden, Termine für Taufen und Beerdigungen abzusprechen oder über den Gartenzaun hinweg zur Veranda hin sich einen Gruß zuzurufen.
Heute – es ist ja immerhin das 21.Jahrhundert – ist es anders. In freundlicher, heller Atmosphäre empfängt mich Pastor Fey. Während schnurrend die beiden schwarzen Hauskater Störte Beker und Flens Burger um unsere Füße streichen, höre ich zu: „Jahrzehnte konnte die Kirche nicht an eine umfangreiche Sanierung dieses denkmalgeschützten Gebäudes denken. Doch heutzutage war es wichtig nicht nur Schönheitsreparaturen anzugehen, sondern auch eine energetische Sanierung vorzunehmen. Behutsam sind wir das mit dem Rostocker Architekten Achim Mansfeld angegangen.“ Tatsächlich atmet das Gebäude durch die noch vorhandenen alten Strukturen den Geist der Jahrzehnte. Erhaltenswertes ist bewahrt worden. Neue, lichtdurchflutete Räume sind für die kirchliche Nutzung sowie für die Wohn- und Arbeitsräume des Pastorenpaares entstanden. Sparsam, sehr sorgsam ausgewählt das Mobiliar und die Wandgestaltung. Sogar der Dachboden ist als gut aufgestelltes Archiv mit den alten und uralten Kirchenbüchern genutzt – welch Schatz für Warnemünde.
Bei warmem Wetter werden sich die Tischler noch der Veranda und des alten Waschhauses annehmen. „Dann ist für die nächsten Generationen alles perfekt!“ Der Pastor kann gar nicht alle Gewerke aufzählen, die hier dank der guten Begleitung durch den Architekten voll im Zeit‑, Geld– und Baurahmen geblieben sind und die wirklich mit großer Freude dieses Pfarrhaus wieder ertüchtigt haben! Monika Kadner
Jan Böhnke fängt mit seinem besonderen Fotografenblickwinkel Warnemünde in all seinen Facetten ein. Eine Auswahl seiner Fotos stellt er aalglatt kostenfrei zur Verfügung.
Eine Tradition mit Zukunft
13. April: Fotografen waren in Warnemünde etwas Besonderes. Zuerst oft in Strandbuden saisonal tätig, später dann die heute noch ehrfürchtig genannten Namen: Erhard Schäfer, der für seine Schiffsbilder und Ansichtskarten bekannt war. Karl Eschenburg, hervorragender Zeitchronist der 20er und 30er Jahre. Fotografenmeister Wolfhard Eschenburg, bei dem wohl jede Warnemünder Familie für ein Foto im Atelier war. Sorgsam werden all diese Fotodokumente im Stadt-oder Universitätsarchiv, in Museen bewahrt.
In diese Dynastie bricht nun ein junger Spund im Jahre 1990 ein: Jan Böhnke. Gerade hatte dieser im Schicksalsjahr 1989 seinen Beruf als Forstfachwirt verloren, als er sich in Katrin Abel verliebte. Eingeheiratet in diese Warnemünder Drogistenfamilie, war Schwiegervater Fritz so tolerant, dass er Jan sein Hobby ausleben ließ: Die Fotografie. Im Hinterzimmer der Drogerie vom Kirchenplatz!
Jan packte diese Gelegenheit beim Schopfe. Als Wolfhard Eschenburg mit ihm im Mini-Labor fachsimpelte, Jan für ihn archivarisch arbeitete, war das so etwas wie ein Ritterschlag, auf den der heute 56Jährige mit allem Recht der Welt stolz sein kann.
In den mehr als 30 vergangenen Jahren war es nicht möglich, nur noch an die Drogerie mit der Fotoabteilung zu denken. Im Ostseebad etablierten sich Drogerieketten, in der Kaufhalle Drogeriesortimente. Im klugen Familienrat wurde entschieden, sich ganz bewusst auf nur ausgewählte geschäftliche Beine zu stellen. So schwärmen die Warnemünder inzwischen von den Dessous an der Ecke Schul-/ Friedrich-Franz-Straße. Am Kirchenplatz kommt niemand vorbei an der ausgesucht bestückten Parfümerie, den besonderen Pflegeprodukten und an der großen Fotoabteilung.
Gibt‘s hier eigentlich etwas was es nicht gibt? „Aber ja!“ Jan Böhnke lacht. Ich sehe all die bereits gerahmten Fotoaufnahmen, die wunderschöne Erinnerungen an einen Ostseeurlaub sein können. Modernste Computertechnik ist hier zu Hause, um u. a. Handyfotos gern noch auf Fotopapier bannen zu können, dreidimensionale Passbilder zu erstellen – kurz all das und viel mehr finden Fotoamateure – gewürzt mit einer Prise Beratung. Nur den besonderen Fotografenblickwinkel, den kann keine Maschine und den hat Jan Böhnke.
Nicht lange gezögert hat der Fotograf. aalglatt-warnemuen.de seine Bilder für eine neue und hinguckenswürdige Präsentation zur Verfügung zu stellen. Unentgeltlich, wie wir alle gerne für aalglatt und unseren Heimatort arbeiten. Monika Kadner
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier
Entwurf eines Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes 2026 für Warnemünde vorgelegt
19. März: Wer da meint, die Stadt Rostock hat ihr Seebad Warnemünde aus den Augen verloren, der irrt. Wie wir heute erfahren, soll ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept 2026 für Warnemünde den Rahmen für die weitere Entwicklung des Seebades setzen. Ein Entwurf aus dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität wurde jetzt den kommunalpolitischen Gremien vorgelegt. Ziel ist es, Warnemünde sowohl als attraktiven Wohnort als auch als leistungsfähigen Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig weiterzuentwickeln.
„Wir brauchen eine klare Orientierung für die Entwicklung Warnemündes in den kommenden Jahren“, unterstreicht Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Gemeinsam mit allen beteiligten Partnerinnen und Partnern wollen wir die dann beschlossenen Maßnahmen transparent umsetzen und bauen dabei auf eine konstruktive Mitwirkung der Warnemünderinnen und Warnemünder.“
Das Konzept umfasst kurz‑, mittel- und langfristige Projekte, die schrittweise umgesetzt werden könnten. Fünf Schwerunkte wurden dabei herausgearbeitet:
Wohnen und Ferienwohnen: Der Schutz von Wohnraum steht im Fokus. Mit der Fortschreibung des Bebauungsplans soll das Gleichgewicht zwischen dauerhaftem Wohnen und Feenwohnungen gesichert werden.
Entwicklung des Werftbeckens: Das Gebiet soll künftig stärker für maritime Wirtschaft, insbesondere im Bereich Energie, genutzt werden. Planungs- und Abstimmungsprozesse laufen derzeit, ein Beschluss wird 2026 angestrebt.
Mittelmole Warnemünde: Die Mittelmole soll zu einem modernen, maritimen Quartier entwickelt werden. Geplant ist eine bessere Verknüpfung von Hafen, Bahnhof und städtischem Leben. Erste Schritte werden in diesem Jahr vorbereitet.
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier: Am Ortseingang Warnemündes sollen eine Schule sowie neue Wohnungen entstehen. Ein städtebaulicher Wettbewerb könnte schon in diesem Jahr gestartet werden, Baurecht wird bis 2028 angestrebt.
Strandentwicklung: Für den Strandbereich wird ein Bebauungsplan erarbeitet, der touristische Nutzung, Naturschutz und Klimaschutz in Einklang bringt. Die öffentliche Auslegung ist für Anfang 2026 vorgesehen (ist der Anfang 2026 nicht schon vorbei? , fragt aalglatt).
Die Bürgerschaft hatte bereits im Jahr 2011 das Strukturkonzept für Warnemünde als Leitlinie für die zukünftige Entwicklung beschlossen. In den Jahren 2019 bis 2022 wurde dieses Konzept in einem intensiven Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Bevölkerung, Politik, Verwaltung und Fachplanern umfassend fortgeschrieben. In mehreren öffentlichen Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen konnten Bürger ihre Ideen und Einschätzungen einbringen. Dabei ging es um den Städtebau und das Ortsbild ebenso wie um die Themen Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Gewerbe, Tourismus und Kreuzschifffahrt, Infrastruktur sowie Klima- und Umweltschutz. Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Thema Wohnen. Die vielfältigen Anregungen wurden ausgewertet, diskutiert und in einem aktualisierten Handlungs- und Maßnahmenkonzept zusammengefasst. Sie sind wichtige Grundlage für Warnemündes Zukunft.
Die Informationsvorlage soll am 22. April 2026 auf der Tagesordnung der Rostocker Bürgerschaft stehen.
Nicht nur Tee kann wärmen
27. Februar: Meine Badefreundin wurde 88 Jahre alt. Als die übrigen drei Frauen vom Strand kamen – noch ein bisschen unterkühlt von der Ostseetemperatur – wärmte uns die Hausherrin beim Frühstück mit heißem Tee auf und mit einer besonderen Lektüre. Mit einem ganz alten Lesebuch. Es war gerade mal 37 DIN‑A 5- Seiten dick. Schwarzer, schon völlig verknitterter, immer wieder glatt gestrichener Einband. Es war ein– oder zweimal schon von ihrer Mutter sorgfältig per Stopfgarn mit großen Stichen geheftet, dass es ja nicht auseinanderfiele. Die Innenseiten völlig vergilbt. Gleich auf der Aufschlagseite ein naturgetreuer Linolschnitt mit Pferden auf der Weide. Leider keine Jahresangabe.
Unsere Augen leuchteten, und allen wurde warm ums Herz. Dies war ein Buch aus dem Schulranzen, als unsere Gastgeberin gerade mal Lesen gelernt hat. Ausgewählte Märchen u. a. auch von den Gebr. Grimm waren hier auf den dünnen Seiten in altdeutscher Schrift gedruckt worden.
Wir reimten die alten Verse auf Seite 25 mit, lachten und beschlossen: Ab mit dem schmalen Bändchen in unser Heimatmuseum! Monika Kadner
Mittelmole wird Fokusprojekt
17. Dezember: Still ruht scheinbar der See bezüglich der Bebauung der Mittelmole, einem absoluten Filet-Grundstück. Erinnern Sie sich an die Vorstellung von Ideen und an all die Diskussionen, die teils sehr kontrovers geführt worden sind? Daran, dass der vormalige OB Madsen sämtliche Planungen gestoppt hat? Hat Irgendwer in der Stadtverwaltung doch die Mittelmole noch auf dem Schirm oder bleibt das große Areal weiterhin WIRO-Parkplatz? Aalglatt gab die Fragen weiter an die Pressestelle der Stadtverwaltung und erfuhr:
Die Mittelmole spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Seebades Warnemünde und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und ist ein Aushängeschild der Region Richtung Ostsee. Daher wurde nach Aufgabe des Fährverkehrs nach Gedser und Verkauf der Grundstücke an die WIRO ein großer städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem in einem intensiven Planungsverfahren mit den Beteiligten vor Ort der Funktionsplan Mittelmole entwickelt wurde.
In einem diskursiven Prozess mit den örtlichen Kritikern des Plans, den Gremien des Ortsbeirats und der WIRO wurde nach politisch mehrheitsfähigen und wirtschaftlich realisierbaren Lösungen gesucht, die in einen Bebauungsplan umgesetzt werden sollten. Für einige wenige Punkte wurde keine für alle Beteiligten befriedigende Lösung gefunden, daher wurde der Prozess gestoppt.
Torsten Fischer als neuer Amtsleiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität möchte die Entwicklung der Mittelmole ihrer herausragenden städtebaulichen Bedeutung wegen nun zu einem Fokusprojekt für die Entwicklung des Seebades Warnemünde machen. Er hat das Thema daher wieder auf die Agenda des Amtes gesetzt. Aktuell werden die Voraussetzungen für eine mögliche Planung und Umsetzung geprüft und entsprechende Gespräche mit den beteiligten Akteuren geführt. Wichtig für das Gelingen ist ein starkes Commitment mit Politik und dem Grundeigentümer.












