Land & Leute

Für Mathias Rieck ist und bleibt das Segel-Revier vor Warnemünde das schönste weit und breit. Foto: mkad
Auftakeln und los!
10. Juli: Zwei Stunden vor dem Hupen, dem Startbeginn, gibt‘s nur eins für Mathias Rieck, auftakeln und los! Er liebt seine OK-Jolle und will raus aus dem Hafen. Ein, zwei Schläge mal eben vorweg, Wind und Wellen checken. Dass Matze, so kennt ihn ein jeder in der Seglerfamilie, noch keine Schwimmhäute gewachsen sind – ein Wunder!
Familie Rieck wohnt ein paar Häuser neben uns Am Strom. Ich weiß noch genau, wenn die Jungs mit ihren neun Jahren auf dem Schulhof Kräftemessen „veranstalteten“, war Matze längst am Steg, hörte gespannt, was Hansi Petrowski, später Jörn Etzold, seine Warnemünder Übungsleiter, ihm erklärten und natürlich ging‘s dann ab in den Opti. Klitschnass, völlig zerstrubbelt, mit breitem Grinsen kam er nach Hause.
Wir treffen uns heute im sonnendurchfluteten Foyer der Sportschule. Matze ist inzwischen 47 Jahre alt. Seine 17jährige Tochter Joanna und der 12 Jahre alte Kalle wollen nachher im Hafen sein. Aber erst einmal kommt Matze nicht aus dem Schwärmen über sein ehemaliges Heimatrevier raus. „Es ist für mich mit großem Abstand das beste Revier Deutschlands. Fast ständig bläst es auflandig Nord-West. Mit großer Welle runter zu segeln, ist ein Genuss! In 20 Minuten bist du am Kurs.“ Mathias und seine Frau arbeiten und leben längst in der Nähe von Berlin. Nachdem er von der 420er Bootsklasse bei den Lasern eingestiegen war und die Sportreporter ihn als Segel-Ass der Ostsee zu recht beschrieben, war vor 20 Jahren die Familie aber dann doch die Nummer 1 in seinem Leben. „Jetzt sind die Kinder groß. Es kribbelte auch bei den „kleinen“ Wassern in Rangsdorf oder am Wannsee. Ich fand für mich eine faszinierende Bootsklasse, die OK-Jolle. Gleichzeitig aber auch Lollipopp, einen Regattaverein, wo alte Hasen es noch mal wissen wollen und eine wunderbare familiäre Atmosphäre herrscht. Die Meldeliste für meine erste Regatta im November 2025 auf dem Wannsee war leider sehr klein. Aber dafür erschwinglich für das Familienbudget. Das ist jetzt anders.. Ein großes Teilnehmerfeld und viel, viel teurer. Trotzdem! In Warnemünde passt alles. Es ist professionell, familiär, denn man läuft auf den Stegen vielen Bekannten über den Weg.“
Er ist heute elfter geworden. Sein Kommentar: „ Morgen geht‘s mit zweiter und dritter Regatta weiter. Für das zweite mal überhaupt aktiv zu segeln, bin ich zufrieden. Ist aber morgen ausbaufähig!“ Monika Kadner
12. Juli: Nachricht von der Jury: Von den 21 gestarteten OK-Jollen wurde Mathias Rieck mit seiner Jolle in der Gesamtwertung Fünfter Gratulation auch von aalglatt!

Polier Dirk Aulerich im Gespräch mit Torsten Schrank, Vorsitzender des Warnemünder Segelclubs (r.). Foto: mkad
WSC-Bautagebuch (7)
Sie haben gut lachen
9. Juli: Sie haben gut lachen: Torsten Schrank, Vorsitzender des WSC, und Dirk Aulerich, Polier der Warnemünder Bau GmbH. Die Baustelle auf der Mittelmole geht planmäßig voran. Auch wenn mancher Segler, der bestens mit Wind und Wellen umgehen kann, die Stirn kraust, dass an manchen Tagen niemand auf der Baustelle zu sehen ist, muss man wissen, dass es Zeit bedarf, bis die gegossene Bodenplatte abgebunden ist und wie hier erst nach 15 Tagen weiter gearbeitet werden kann.
Ja, und das ist jetzt!
Die Betonfacharbeiter Rayk Seelow, Torsten Helmanzick und Lehrling Johannes Türmer haben dem Sturm mit den unberechenbaren Böen auf Dachhöhe getrotzt und passgenau die Deckenrandschalung gesetzt, damit hier Bewehrung geflochten und verlegt werden kann. 175 Stützen tragen diesen Deckentiscch, auf den Beton für die Geschossdecke des Sozialgebäudes gegossen wird. Der Kran hebt darauf die Fassadenplatten für das Dach. Sie bestehen aus lackiertem Stahlblech, sind ausgeschäumt und enthalten Mineralwolle, die isolierend wirkt. Gleiches gilt für die bereits vorhandenen Stahlträger. Schwingungen und Schall sollen auch hier entkoppelt werden. Nun können Wände gesetzt werden und das Stahlgerippe gehört der Vergangenheit an, bevor es dann weiter geht mit dem Bau der Halle für die Boote.
Doch in vorderster Front zum Alten Strom ist nun erkennbar, dass hier ein weiterer Warnemünder Mosaikstein für den Segelsport gesetzt wird.
„Nicht nur ich bin froh, dass wir mit den Warnemünder Bauleuten verlässliche Partner gefunden haben, die unseren Traum realisieren, besonders für Kinder und Jugendliche beste Voraussetzungen zum Training zu schaffen. Die Siegertreppchen nicht nur bei der Warnemünder Woche sind jedenfalls angepeilt.“ So der Vorsitzende des WSC, der nach unserem Treff auf der Baustelle sofort wieder in der Jugendsportschule verschwunden ist, wo die Organisationsfäden der 88.Warnemünder Woche im hundertsten Jahr zusammenlaufen. Er ist mit seiner Familie, einer der rund 300 Ehrenamtlichen, der die Warnemünder Woche immer wieder national und international in die positiven Schlagzeilen bringt. Monika Kadner
Seglerin Susi aus Güstrow gehört zum ehrenamtlichen Team, das zur Warnemünder Woche jeden Morgen für leckeren Proviant sorgt. Foto: mkad
8 Uhr – Schnittchen sind fertig!
8. Juli:. Aufräumen der Verpackungen, stapeln der Warenkörbe, wischen und desinfizieren der drei großen Plastebrettchen, waschen der Messer …Schnittchen sind fertig und verpackt in wasserdichte, bequem zu tragende kleine Plastiktaschen. Sortiert in Tranchen auf welches Boot, in welches Jury-Büro, auf welchen Steg sie gehen.
8 Uhr!
Schon geht die Tür auf. Christa und Thomas von der „Erimar“ sind die ersten, die mit dialektreichem Schwarzwälder Guten-Morgen-Gruß in die provisorische Proviantküche auf die Mittelmole kommen. Es sind alte Bekannte, die da 1000 Kilometer fahren, um auch in ihrem 16. Jahr wieder auf der Warnemünder Woche als Start- und Zielboot zu helfen. Heute ist ihre Position bei den Open Skiff Regatten. Die Seglerin schwärmt: “Die Brote sind so mit Liebe gemacht. Jeden Tag gibt es kleine Überraschungen.“
Der Warnemünder Olaf Lahne, ebenfalls als „Wiederholungstäter“ auf seinem „Pott 54“ als Positionsschiff auf der Regattabahn. „Die Warnemünder Woche ist schon immer ein fester Termin für mich. Diese verschworene Gemeinschaft! Na, und dann das schönes Picknick auf hoher See! Es macht alles Spaß!“
Sind es nur belegte Roggenstullen, die von Susi (Seglerin aus Güstrow), den beiden Ritas und Jacqueline aus Warnemünde geschmiert und belegt werden? Die beiden Ritas, die schon 17 Jahre, Tag für Tag ab 6 Uhr die Segler vorwiegend auf See proviantieren, können bei dieser Frage nur schmunzeln. „Äpfel, Birnen, Bananen, Kekse, Gurke, Jogurt, Traubenzucker, harte kleine Würstchen und… Gummibärchen oder Menthos und andere Leckereien lösen wir wie wie den Belag für die Stullen Tag um Tag ab. Wir freuen uns, wenn wir uns alle wiedersehen. Aber in diesen zwei Stunden morgens ist konzentrierte Ruhe im Raum. Ansonsten haben wir viel zu schnattern.“ Rund hundert Pakete packen die Frauen, natürlich auch mit am Vortag abgegebenen Extrawünschen (ohne Butter, ohne Gurke, vegan). Selbstverständlich ehrenamtlich!
Wie es rund 300 Frauen und Männer aus Warnemünde – nicht nur aus dem Segelclub und Segler gleichtun, die sich bundesweit mit der Warnemünder Woche verbunden fühlen und im Ehrenamt helfen, damit auch die 88. im hundertsten Jahr wieder in aller Munde bleibt. Monika Kadner
Die Ferienarbeiter der Strandoase Fred Haase (r.) und Asadchy Fiodar rücken mit Schaufel und Schubkarre dem zu Dünen aufgetürmten Sand zu Leibe.
Foto: mkad
Für eine saubere Ostsee unterwegs
7. Juli: Am vergangenen Freitag und in der Woche davor war aalglatt-Redakteurin Monika Kadner im Gespräch mit der Meeresforscherin Prof. Dr. Joanna Waniek vom Leibniz Institut für Ostseeforschung. Ausführlich schrieb sie über die Bemühungen der Wissenschaftler, die Ostsee zu schützen. Denn, so hieß es in unserem Artikel u. a., dass eine einzige Zigarettenkippe 60 Liter Wasser mit Schwermetallen und Teer vergiftet. Eine Plastikflasche oder Plastiktüte 100 bis 200 Jahre braucht, bis sie zu Mikro-und Nanoplastik zerfallen. Und damit in die Nahrungskette von Tier und Mensch eingehen. Ein achtlos weggeworfenes Papiertaschentuch fünf Jahre benötigt, ehe der Zerfallsprozess einsetzt.
Monika Kadner schaute sich auf der Promenade um und kam ins Gespräch mit:
Manfred Schumann. Er ist mit seiner Crew direkt auf dem Leuchtturmvorplatz präsent. Sein Terrain ist wunderbar maritim ausgerichtet! Die Bestecke sind aus Holz. Es fallen keine Pappbecher an, weil alle Getränke in Gläsern ausgeschenkt werden. Die Teller sind aus recycelter Pappe. „Die Gäste lohnen uns den Aufwand!“, so Schumann.
Liana Mähling. Sie ist am Strandaufgang 9 seit rund 15 Jahren Vermieterin von Strandkörben. „Was denken Sie, wir sammeln morgens zwischen den Körben allen Schmutz auf. Die Strandaschenbecher der Tourismuszentrale sind für die Raucher unbedingt wichtig!“
Eine Warnemünder Legende ist die Strandkorbvermietung Saat. Philipp Saat keschert Morgen für Morgen zwischen seinen Körben den Sand und sammelt so Zigarettenkippen.
Im WAL lautet die Schlussansage um 22 Uhr: „take fife! – und wenn‘s geht, füttert mit mehr Kleinmüll die Tonnen am Strandaufgang!“
Bevor Conny Cunna ihre ehrenamtliche „Arbeit“ bei der Organisation der Warnemünder Woche aufnimmt, ist sie früh mit ihrem rumänischen Mischlingshund am Strand unterwegs: „ Ich habe immer eine Tüte mit. Ruck, zuck ist diese voll mit Kippen und Plastikteilchen.“
Der eine und andere Frühspaziergänger auf der Westmole gehört ebenfalls zur Riege jener, die mit Gummihandschuh und Tüte Hinterlassenschaften aufsammeln.
Prima, was seit Langem in der Strandoase Treichel Alltag ist: Der Nichtraucherabschnitt im Bereich der Strandkörbe.
Berechtigt stolz präsentieren sich die jungen Künstlerinnen mit ihren Müttern und der Lehrerin (rechts) vor ihren Bildern. Foto: mkad
Ecolea-Schüler stellen aus im Kunstatelier
4. Juli:. „Wer weiß, was daraus erwächst!“ – das war genau der Punkt, auf den es die Kunstlehrerin Katja Caglayan von der ecolea brachte, als sie heute die Laudatio für ihre Schülerinnen ausbrachte im Kunstatelier der alten Post. Ausgestellt haben auf kleiner Wandfläche mit erfreulich großer Wirkung: Hannah Lipinski, Helene Götzke und Maila Naumann.
Für Helene, die gerade die 9.Klasse beendet, „ist das Malen ein Weg sich auszudrücken und viele Dinge zu verarbeiten.“
Bei ihnen enden gerade die letzten Schulstunden der 10. Klasse: Hannah Lipinski und Maila Naumann. Maila sagt: “Wenn ich mich bereits am Montag auf die Kunststunde am Donnerstag freue, weiß ich doch, dass ich etwas Wichtiges für mich gefunden habe.“ Und: „Ich bin dankbar, hier meine Werke aufstellen zu können, denn Kunst sollte doch betrachtet werden.“ Und Hannah bekennt: “Ich liebe es einfach, den Pinsel in der Hand zu haben und etwas, was mir gerade durch den Kopf geht, auf die Leinwand zu bringen.“
Mit Recht waren die Mütter, die ihren herangewachsenen, aufgeregten Mädchen an diesem Vormittag zur Seite standen, stolz. Martina Götzke ist es nicht minder: “Wie großartig, dass hier die Arbeiten im Kunstatelier präsentiert werden können. Einen kleinen Grundstein haben wir vielleicht zu Hause gelegt. Am zweiten haben die Kunstlehrerinnen der ecolea erheblich gefeilt. Von Herzen gönn ich den jungen Mädchen ihre erste Vernissage!“
Auch wenn, wie es ein Warnemünder Kunstkenner im Atelier ausdrückte, dies nicht die große Kunst ist, wie im Ostseebad so oft präsentiert in Galerien, erinnert sei daran, was sich die Kunst interessierten und engagierten Lehrer und Eltern erhoffen: „Wer weiß, was daraus erwächst:“ Monika Kadner
Heute Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Heimatmuseum:
100 Jahre Warnemünder Woche
2. Juli Sehr feierlich und fröhlich eröffneten Mitglieder des Museumsvereins und Vertreter des Heimatmuseums die Sonderausstellung „100 Jahre Warnemünder Woche“. Wie bei einer Familienfeier ging es am heutigen Spätnachmittag zu. Umarmungen, laute Begrüßungen, „ weißt du noch“, waren geflügelte Worte. aalglatt-Redakteurin Monika Kadner hat ein paar Meinungen und die Stimmung eingefangen:
Torsten Schrank, Vorsitzender des Warnemünder Segelclubs: Es ist eine Ehre, dass unser Club mit dieser Ausstellung so in den Mittelpunkt als Ausrichter der Warnemünder Woche rückt. Die Fußabdrücke vorangegangener Vorsitzender des WSC sind groß. Unser aktueller Trumpf ist der Bau des neuen Clubhauses, in das vor allem Kinder und Jugendliche einziehen werden.
Dirk Jahnke – zu Himmelfahrt 2026 gerade den Euro Cup „Sail horse“ in Rostock gewonnen:
All diese Erinnerungen – eigentlich mein ganzes Leben – hier in den Vitrinen zu sehen, mir geht das Herz auf. Mein Vater wird gewürdigt, der fast 20 Jahre Chef der Warnemünder Woche war und so nicht vergessen wird. Viele haben meiner Mutter und mir heute auf die Schulter geklopft. Es geht gar nicht anders, als meinem Club die Treue zu halten und bei der Warnemünder Woche nach all den aktiven Jahren als Segler nun als Wettfahrtleiter der Seeregatten bei der 88.Warnemünder Woche dabei zu sein.
Pepe Hartmann, Fotograf und Grafiker: Das 30.Plakat für diese Woche habe ich abgeliefert. Seit 25 Jahren bin ich mit der Kamera auf der Warnemünder Woche. Der WSC und ich sind eine eingeschworene Crew. Du musst die Segelboote verstehen, wenn du sie fotografierst, musst wissen, wie sie sich bei Wind und Wellen und gleißender Sonne bei einer Regatta verhalten. Nur so ist es gelungen, auch prägnante Fotos von mir hier zu zeigen. Darüber freue ich mich sehr.
Jörn Etzold, Leiter der Jugendsportschule: Ich bin quasi auf dem Boot meiner Eltern geboren, die seit 1965 schon immer Mitglied im Warnemünder Club waren. Ich fing bei den Optimisten an, konnte später mehrmals auf dem obersten Treppchen nach Regatten stehen. Als Übungsleiter trainierte ich die jüngsten ohne Mast- und Schotbruch wieder nach Hause in den Hafen zu kommen. Ab 1991 bis 2006 stand ich dann hauptamtlich Uwe Jahnke bei der Organisation der Warnemünder Woche zur Seite. Ich bin echt begeistert, wie diese Ausstellung das Segelleben mit Flauten und Stürmen und Hochs wiedergibt. Toll!
Dieter Goldschmidt, Ehrenvorsitzender des Seglerverbandes und Autor „Der Warnemünder Segel-Club“: Eine wunderbare Ausstellung ist dem Heimatmuseum gelungen. Ich bin glücklich, dass die Geschichte des Clubs, über die ich ausführlich geschrieben habe, so ausgezeichnet präsentiert wird. Ich freue mich sehr darüber, das im Heimatmuseum dieses Buch verkauft wird, und der Erlös den Warnemünder Nachwuchsseglern zu Gute kommt. Danke!

Wie sauber ist dieser Sand tatsächlich? Professorin Dr. Joanna Waniek vom IOW weiß, wieviel Plastik und anderer Müll im Strandsand versteckt ist. Foto: mkad
Wie geht’s unserer Ostsee?
aalglatt-Redakteurin Monika Kadner war mit Prof. Dr. Joanna Waniek vom IOW am Strand unterwegs
2. Juli: Eine Verabredung mit der Warnemünderin, Professorin Dr. Joanna Waniek vom Leibniz Institut für Ostseeforschung, lässt mich immer wieder meinen Hut abnehmen, den ich im Sommer so gerne trage, wie diese Frau mitreißen kann, ihre hoch spezialisierten, wissenschaftlichen Probleme weit über das Institut, den Hörsaal hinaus, für jedermann verständlich zu machen. Ich frage sie:
Wie geht‘s denn der Ostsee?
Die Blaue Flagge für eine hervorragende Wasserqualität zum Baden weht ja auch in diesem Jahr wieder an unserem Strand. Aber! Die Aktivitäten der Menschen, die Auswirkungen des Klimawandels stellen die größten Bedrohungen dar. Für uns Wissenschaftler sind das große Herausforderungen. Wir möchten doch alle gemeinsam das Meer und den Strand vor unserer Haustür auch für nachfolgende Generationen schützen.
Wie geschieht das konkret?
Bereits 1974 konstituierte sich die Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee. Die HELCOM. Die Ostseeanrainerstaaten und die EU haben beispielsweise im Ostseeaktionsplan bis 2030 festgeschrieben, dass Daten über Mengen und Quellen und die Transportwege von Meeresabfällen an die Politiker weitergegeben werden. Damit die Gesetzgebung auf fundierten Erkenntnissen basieren kann.
Ist das nicht ein Kampf à la Don Quichotte gegen Windmühlenflügel?
Ich bin doch nicht allein! In unserem Institut sind wir 15 Meeresforscher in verschiedensten Arbeitsgruppen. Besonders die jungen, oft noch studierenden und an Dissertationen arbeitenden Mitarbeiter, geben immer wieder Anstöße, wenn wir die Wechselwirkungen zwischen physikalischen und biologischen Prozessen untersuchen. Wir nehmen regelmäßig Proben im Sand und im Spülsaum, um Belastung durch Zigarettenrückstände und Mikroplastik zu erfassen. Wir haben Sensoren in unterschiedlichen Becken der Ostsee auf zahlreichen Tiefen ausgebracht. Fünf Mal im Jahr fahren wir mit unseren Forschungsschiffen auf See, den Zustand der Ostsee zu messen. Die wissenschaftlich belastbaren Ergebnisse der beteiligten Staaten sind über die HELCOM für jeden und jedes Land verfügbar.
Was steht im Moment im Mittelpunkt?
Eines von vielen: Plastk! Es löst sich nicht auf… Es zerfällt in Mikro-und Nanoplastik, also in Partikel, die mit bloßem Auge vom Sand nicht unterscheidbar sind. Es gelangt in die menschliche Nahrungskette über Speisen und Getränke.
Die intensive Forschung ist zirka 15 Jahre jung. Wir haben noch viele unbeantwortete Fragen.
Nicht nur mit Ihrem kürzlichen Vortrag im Munch Haus oder mit den Warnemünder Abenden immer am Donnerstag im Institut im Juli und August, werben Sie und ihre Kollegen für den Schutz der Ostsee?
Ja, denn ich finde, das ist wichtig! Welcher Raucher denkt schon daran wenn er seine Zigarettenkippe in den Sand steckt, dass damit Gifte wie Schwermetalle und Teer in den Boden kommen, den Sand und das Grundwasser verseuchen. Ein Stummel vergiftet rund 60 Liter Wasser. Auf einem Quadratkilometer Strand sind kürzlich über 900 Zigarettenreste gefunden worden….
Eine Plastikflasche oder eine Plastiktüte, braucht 100 bis 200 Jahre bist sie zu Mikro- und Nanoplastik zerfällt. Bei einem achtlos hingeworfenen Papiertaschentuch dauert es bis zu fünf Jahre bis der Zersetzungsprozess einsetzt.
Gibt es bei all diesem gruseligen Umweltmüll auch Optimistisches zu verkünden?
Seit einigen Jahren verteilt die Tourismuszentrale hier in Warnemünde 5000 Strandaschenbecher. „Eigentlich“ sind Eislöffel, Strohhalme Kaffeebecher, Schalen für das Mittag to go aus Plastik verboten. All dies wird beispielsweise aus Mais bereits hergestellt. Zum Glück wird es auf unserer Promenade teilweise auch angeboten.
Es sind erste, kleine Schritte. Aber es hat ein Nachdenken eingesetzt. Dazu verhilft auch ein von Meeresforschern und Museumspädagogen entwickeltes Programm „Plastc School“. Es wendet sich an Pädagogen und Schüler der unterschiedlichsten Klassenstufen. Es kostet nichts. Ist nur vom Computer runter zu laden.
Gibt es einen stillen Wusch für unser Land?
Dass Kurbetriebe und kommunale Kurverwaltungen, eingeschlossen der Tourismusbetrieb Rostock/Warnemünde, nicht nur Tropfen auf den heißen Stein regnen lassen. Müll nicht verteilt wird mit morgendlichem Harken des Strandes oder wie vorbildlich vom Wasser-und Schifffahrtsamt Stralsund wöchentlich die Westmole gefegt wird, der Sand mit dem Müll allerdings auf das Bollwerk und den Strand geschleudert wird. Sicherlich müsste Geld in die Hand genommen werden… Wenn dann noch die Politik aufwacht….
Juni mit Kälte und historischer Hitze
Einen Witterungsrückblich der Wetterstation Warnemünde für Juni 2026 gibt Rudolf Kemnitz, Dipl.-Ing. für Meteorologie
Vielerorts knackte der Juni die 40-Grad-Marke. In Warnemünde auch?
Wenn es auch deutschlandweit zu vielen neuen Hitzerekorde gekommen ist – am 27. Juni wurde an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt -, wurde in Warnemünde die alte Juni-Bestmarke vom 30. Juni 2019 mit 35,9 Grad Celsius um zwei Zehntel verfehlt (35,7 Grad). Das absolute Maximum der Warnemünder Wetterstation lag am 20. Juli 2022 mit 38,4 Grad dann noch einen Tick höher. Zwei Tropennächte vom 26. bis 28. Juni, an denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel, führten ebenfalls nicht zur ersehnten Erholung. Für Deutschland wurde ein neuer Hitzerekord von 41,7 Grad im brandenburgischen Neißemünde-Coschen aufgestellt. Aus meteorologischer Zeit gab es von der zuerst nicht enden wollenden Schafskälte bis zur Hitzewelle zum Monatsende in diesem Juni alles.
In der ersten Monatshälfte waren noch Pullover angesagt. Also war es da noch zu kalt?
Die Schafskälte mit Tageshöchsttemperaturen von um die 10 Grad ließ uns in der ersten Monatshälfte fast 10 Tage hintereinander im ersten meteorologischen Sommermonat eher frieren. Trotzdem erreichte die Monatsmitteltemperatur von 18,5 Grad den drittwärmsten Wert für den Juni seit Aufzeichnungsbeginn. Sie lag damit um 3,5 Grad über dem Klimawert von 15,0 Grad.
Gab es reichlich Niederschlag?
Ja, mit 74,5 l/m² war dieser ausreichend, denn das langjährige Mittel von 59,0 l/m² konnte um 26 Prozent übertroffen werden. Die Sonnenscheindauer hielt sich mit 267,1 Stunden weitgehend am Klimamittel von 247,4 Stunden, ein leichtes Plus von 8 Prozent.
In Warnemünde gibt es ein Jubiläum?
Ja, am heutigen 1. Juli besteht die Warnemünder Wetterstation seit 80 Jahren ununterbrochen in der Seestraße in der ehemaligen Villa Lehment.
Das aalglatt-Team sagt: Glückwunsch!

Mädchen und Jungen aus der Klasse 3a der Heinrich-Heine-Grundschule haben die Juroren in ihrem Schulgarten nicht nur mit selbstgemachten Kräutersalz, sondern auch mit einem Quiz begrüßt und überrascht. Foto: mkad
KGA Am Moor: Spaß und Freude statt Prüfungsstress
24. Juni: Wenn Prüfungen anstehen, jemand vor einer Jury bestehen möchte… immer schwingt ein bisschen Bammel, Aufregung mit. Man kann nicht sagen, dass die Kleingartenfreunde von der Anlage „Am Moor“ nicht aufgeregt waren, aber angefangen von den Zehnjährigen bis hin zu den betagten Rentnern, standen sie alle selbstbewusst, ideenreich den Juroren aus der gesamten Bundesrepublik Rede und Antwort. Sie führten ihre sommerlichen Gärten vor, die Begegnungsstätte Am Moor als Kultur- und Veranstaltungsort, ihren Schulgarten und bestachen bereits beim Rundgang durch sichtbar gelebtes Engagement, ökologische und soziale Leistungen.
Der Grund aber, warum gerade gestern viele Kleingärtner mit ihrem blauen T‑Shirt „Gärtnern und Meer“ in der Anlage präsent waren: Der 26. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ unter dem Motto „Kleingartensommer: cool und gemeinsam statt hitzig und einsam!“.
Immerhin rechnen sich die über 600 Mitglieder der ältesten und größten Kleingartenanlage „Am Moor“ e. V. gute Chancen aus, im Bundeswettbewerb zu punkten. Bereits im vergangenen Jahr wurden sie Landessieger im Wettbewerb der Kleingartenvereine Mecklenburg/Vorpommerns.
Gleich hinter dem Haupteingang fröhliches Kindergeschnatter. Hier im Schulgarten gehen einige mit Grabeforke und handschuhbehüteten Fingern dem Unkraut zu Leibe. Andere pflanzen noch sehr zarte Salatpflanzen und rufen nach Wasser zum Angießen nach den Mädchen mit den Gießkannen. Phil und Julie haben bei Oma und den Eltern auch einen Garten. Sie wissen schon Bescheid und sagen ihren Klassenkameraden an, während Anna und Mala sich die vorbereiteten Rätselfragen noch einmal vornehmen, denn die Juroren sollen zeigen, was sie können… Schulsozialarbeiterin Susann Schubert und Klassenlehrerin Antje Schmidt sind immer mittendrin und freuen sich, dass der Schulgarten – natürlich auch mit einer 2022 vom Warnemünder Lions Club gestifteten Laube – so ein wesentlicher Bestandteil eines praxisnahen Unterrichts geworden ist.
Der Rundgang führte weiter durch verschiedene Parzellen, zu den benachbarten Kleintierzüchtern, zum Erfrischungsstand mit Produkten aus den Gärten, zum Moorbiotop und zum Vereinsimker Thomas, der den ersten Sommerblütenhonig des Jahres dabei hatte, und schließlich zum regionalen Büfett, das das Landkombüse-Team vorbereitet hatte.
Thomas Kleinworth, Chef der Juroren, ist angetan. „Hier sind die alten Strukturen in Bewegung. Offensichtlich ist es: Am Moor wird nicht nur Obst und Gemüse angebaut. Es ist eine schöne Mischung zur Naturnähe, einem Miteinander, einer Verantwortung für ökologisches Gleichgewicht mit der Stadt.“
Das ist doch schon mal ein Lob. Aber die anderen Sieger der Landeswettbewerbe in der Bundesrepublik können bestimmt auch mit so manchem Pfund für diesen Bundeswettbewerb wuchern.
Es bleibt spannend. Am 14. November fällt die Entscheidung. Das Team aalglatt – Warnemünder Allerlei drückt die Daumen. Monika Kadner.
Mitglieder vom Shantychor De Klaashahns und der ecolea-Schulband sorgten mit völlig gegensätzlichen Musik- bzw. Gesangseinlagen für einen tollen Kontrast. Foto: susa
An der Reuter-Eiche gab’s ein Fest
22. Juni: Bei wunderbaren Sommerwetter haben gestern Warnemünder Vereine und Gruppen unseren Heimatdichter Fritz Reuter und die vorpommersche Dichterin Martha Müller-Grählert mit einem buntgemixten Programm up Platt und Hoch im Stephan-Jantzen-Park geehrt. An der von unseren Altvorderen anlässlich des 100. Geburtstages von Fritz Reuter im November 1910 gepflanzten Eiche fanden sich Mitglieder des Shantychors De Klaashahns, der Trachtengruppe, des Chors SingManTau, der Gruppe Plattdüütsch in de Schummerstunn und der Ecola-Schulband zusammen. Sie sangen von Warnemünde, den Urlaubern, die ihren Sommer gern bei uns verleben, und den Ostseewellen, sie tanzten in alter Warnemünder Tracht und brachten kleine Geschichten up Platt zu Gehör. Und dazwischen die Songs aus heutiger Zeit, die das dreiköpfige Team der ecolea ausgewählt hatte. Viele Zuhörer sangen und schunkelten mit, spendeten immer wieder reichlich Beifall. Schönster Lohn für alle Akteure.
Vor zwei Jahren, so erinnerte ich in der Begrüßungsrede, wurde genau an dieser Stelle ein Fritz-Reuter-Stein eingeweiht. Ebenfalls mit einem wunderbaren, von Warnemünder Vereinen gestalteten Programm und unter Regie des Museumsvereins, des Warnemünde Vereins und des Leuchtturmvereins. Die Begeisterung damals war groß. Und die Akteure waren sich einig: An diesem idyllischen, ja geschichtsträchtigen Ort wird es bald wieder eine Veranstaltung geben. Inzwischen ist viel Wasser die Warnow entlang in unsere Ostsee geflossen. Nix ist passiert. Also habe ich die Idee auf- und zum Telefon gegriffen. Und genau das zeichnet Warnemünde aus: Es gab nicht eine einzige Absage. Nachdem wir vier zur Diskussion stehende Termine geprüft haben und der 21. Juni passend gefunden wurde, ging es an die Programmgestaltung. Und an die Lösung von Problemen, an die Johanna Bojarra vom Landesheimatverband und ich zunächst nicht gedacht haben. Woher beispielsweise den Strom für die Technik nehmen? Christoph Wegner, Leiter des Heimatmuseums, fand den Kontakt zum Haus Strandläufer. Und plötzlich – fünf Tage vor der Veranstaltung – die Frage: Gibt es eine Sondernutzungserlaubnis für die Fläche? Nein. Nicht mal einen Antrag. Dankenswerter Weise konnten wir diesen noch stellen. Und wir bekamen die Genehmigung. In Warnemünde und Diedrichshagen haben wir mal ebenso ganz nebenbei die von Sebastian Stave wunderbar gestalteten und vom Leuchtturmverein finanzierten Plakate verteilt. Einige wenige, die noch übrig waren, haben wir mit Unterstützung der Trachtengruppe gegen einen kleinen Obolus unter die Zuschauer gebracht. Über den Erlös von 96 Euro freut sich der Museumsverein. Auch soziale Medien haben wir genutzt, um auf das kleine Event aufmerksam zu machen. Bevor dieses gestern Nachmittag startete, fegte Werner Kreuscher vom Vorstand des Museumsvereins fix noch die Wege und mähte ein Stück Rasenfläche. Und schon eilten nach und nach rund 100 Zuhörer bzw. Zuschauer herbei. Unter ihnen zahlreiche Warnemünder, aber auch Touristen sowie Mitglieder verschiedener Vereine – selbst die Angler waren vertreten.
Alle Akteure und die meisten Zuhörer waren sich einig: Eine kleine, feine, gelungene Veranstaltung. Natürlich gab‘s auch Kritik: Keine Sitzgelegenheiten. Keine Getränke. Aber wo anfangen, wo aufhören? Wer soll woher Stühle holen? Wer Getränke ausschenken, wofür wahrscheinlich wieder eine Genehmigung vorhanden sein muss. Dazu Toiletten aufbauen, einen Rettungsdienst einschalten …. Ob das alles so nebenbei im Ehrenamt und ohne große Kosten stemmbar ist, wird sich zeigen. Im nächsten Jahr jedenfalls soll es wieder eine Veranstaltung zu Ehren Fritz Reuters geben. Vielleicht auch wie in diesem Jahr im Rahmen der plattdeutschen Wochen in MV. Wir freuen uns darauf. Sabine Schubert
Über Plastik im Meer spricht Prof. Dr. Joanna Waniek im Munch-Haus. Foto: mkad
Eine Kippe verunreinigt 60 Liter Wasser
20. Juni: . Was war das für ein spannender Abend gestern! Prof. Dr. Joanna Waniek referierte auf Einladung des Munch Hauses zum Thema Mikroplastik in der Ostsee. Immer wieder mussten Stühle organisiert werden, denn die Plätze reichten ganz knapp, um all den interessierten Warnemündern und auch so manchen angereisten Fachleuten Sitzgelegenheiten bieten zu können. Das Thema war mehr als spannend, denn wer will nicht in der sauberen See baden, sich am unvermüllten Strand aalen. „Doch Mikroplastik ist am Strand mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden,.“ so die Wissenschaftlerin, die seit 15 Jahren mit ihrem Team Mikroplastikquellen auf der Spur ist.
Nur ein aufhorchendes Beispiele: auf hundert Meter Strandsand haben die Forscher 917 Kippen gefunden. In Warnemünde! Dazu muss man wissen: eine einzige ins Meer gespülte Kippe verunreinigt 60 Liter Wasser…
Knackpunkt der sich anschließenden Aussprache immer wieder der Tenor: was macht die Politik, was der vor Ort ansässige Tourismusbetrieb (von dem leider niemand anwesend war), um Plasteabfall zu vermeiden, das Rauchen nicht nur mit dem klitzekleinen Feigenblatt des Strandaschenbechers einzuschränken. ja vielleicht ganz zu verbieten?
Die Wissenschaftlerin vermutet eine düstere Utopie, dass beispielsweise unsere Kindeskinder in Plastik schwimmen werden, mit dem Fisch Plastik verspeist wird.
Ein Thema, das mich nicht losläßt. Deshalb werde ich die Professorin zu einem ausführlichen Interview bitten, mal kurz über die Straße zu gehen und an den Strand zu kommen. Aalglatt-warnemuen.de ist wie immer neugierig im Auftrag unserer Leser.
Der Verein des Munch Hauses sah die derzeitige Ausstellung der regionalen Künstler„Bach runter-Strom auf“ mit dem dazu begleitend Vortrag als interdisziplinäres Projekt mit dem Leibnitz Institut für Ostseeforschung. Monika Kadner
Meeresforscher laden ein zu interessanten Vorträgen
20. Juni: Auch in diesem Sommer lädt das Leibniz- Institut für Ostseeforschung Warnemünde unter dem Motto “Warnemünder Abende” wieder zu populärwissenschaftlichen Vorträge zum Thema Ostsee ein. Sie finden jeweils donnerstags um 18.30 Uhr im Vortragssaal des IOW statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Der Zugang zum Institut erfolgt von der Kurparkseite aus. Bitte benutzen Sie die Abzweigung von der Seestraße neben dem Kurhaus.
Im Fokus der Warnemünder Abende 2026 stehen wissenschaftliche Aspekte über die Ostsee, aber auch die vielfältigen Belastungen, denen dieses kleine, fast vollständig von Land umschlossene Meer vor unserer Haustür, ausgesetzt ist. Forscher berichten an acht Abenden im Juli und August über verschiedenste Themen – von Mikroorganismen über Mikroplastik bis hin zu Seegraswiesen. Ein spezieller Abend am Internationalen Tag der Meeresschutzgebiete am Sonnabend, 1. August wird eine ganze Bandbreite der Bemühungen um den Schutz der Ostsee präsentieren.
Das Programm:
9. Juli: Prof. Dr. Heide Schulz-Vogt, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Die unsichtbaren Entgifter der Meere: Wie sulfidoxidierende Bakterien das Leben im Meer schützen
16. Juli: Prof. Dr. Gregor Rehder, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Methan aus den zerstörten Nord Stream Pipelines – wieviel, wohin, und wie wurde das eigentlich gemessen?
23. Juli: Dr. Georg Sebastian Völker, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Wetter, Klima, die Ostsee und wir: Eine Welt im Wandel
1. August: Bundesamt für Naturschutz & Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Wissen schafft Schutz – Abtauchen in die küstenfernen Meeresschutzgebiete der Ostsee (Kurzvortrag und interaktiver Austausch an Informationsständen)
6. August: Dr. Matthias Kreuzburg, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Wo Seegras wächst, lebt das Meer – Renaturierung in der Ostsee und warum wir Grund zur Hoffnung haben
13. August: Prof. Dr. Joanna Waniek, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Die unsichtbare Gefahr – Mikroplastik im Meer
20.August: Dr. Daniel Herlemann, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Vibrionen im warmen Badewasser: Selten, aber gefährlich
27. August, Dr. Hanno Hochmuth, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Mein Warnemünde – Zeitgeschichte und Erinnerung
- Neptun-Werft baut Offshore-Plattformen
17. Juni: Einer der größten Industrieaufträge für Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren geht nach Warnemünde. Auf der Neptun-Werft sollen Offshore-Plattformen entstehen, mittels derer der Strom in die Netze an Land eingespeist werden kann. Darüber hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz heute gemeinsam mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) informiert. Den ersten Auftrag für eine Offshore-Konverterplattform des neuen Zwei-Gigawatt-Standards hat das Unternehmen an ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) vergeben. Das Konsortium aus der Meyer-Tochter Neptun und dem Unternehmen Smulders wurde 2023 eigens zu diesem Zweck gegründet.
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet der Auftrag neue Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen . Zumal es nicht nur um einen einzelnen Auftrag geht. Ein zweiter wird derzeit verhandelt. Kommt auch dieser zustande, summiert sich das Volumen auf rund 2,5 Milliarden Euro. “Das ist ein Riesenauftrag”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Bis zu 500 neue tarifgebundene Arbeitsplätze auf der Werft und weitere 500 Stellen bei Zulieferern könnten im Umfeld der Werft entstehen.
Installiert werden die Konverterplattformen später rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee. Dort wandeln sie den von Offshore-Windparks erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um. Über Unterseekabel wird die Energie an Land transportiert. Die Leitung endet an einem neuen Netzverknüpfungspunkt bei Mühlenbeck nordwestlich von Schwerin. Dort wird der Gleichstrom wieder in Wechselstrom umgewandelt, ins Höchstspannungsnetz eingespeist und schließlich weiter in Richtung Süddeutschland transportiert.
Über Jahre war unklar, ob deutsche Werften bei diesen hochspezialisierten Anlagen überhaupt eine Chance gegen internationale Wettbewerber haben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wertete die Vergabe als industriepolitisches Signal. Weltweit gebe es nur wenige Unternehmen, die solche Anlagen überhaupt bauen könnten. “Dieser Auftrag ist ein wirklich ermutigendes Signal”, betonte Reiche.

Jens Dusing, Bauleiter des Warnemünder Baubetriebes (Mitte), achtet sehr genau auf das spiegelblanke Tellern des Fußbodens durch die Spezialisten der Floor Technik aus Weimar. Foto: mkad
WSC-Bautagebuch (6)
72 Kubikmeter Beton fügen sich zur Bodenplatte
16. Juni: Na klar äugen alle Mitglieder des Warnemünder Segelclubs (WSC) zur Baustelle an der Stromkante, wenn sie zu ihren Booten gehen, die ja nun alle längst im Wasser am Steg liegen und startklar für Ausfahrten sind. Besonders Torsten Schrank, Vorsitzender des WSC, nimmt sich schon mal mehr als nur für einen kurzen Blick Zeit, bevor er seine „Adjameh“ auftakelt. „Ich bin mit dem Bauablauf zufrieden, auch wenn durch den Frost Verspätungen auftraten. Jetzt geht es ja Schlag auf Schlag! Das Haus für die Jugend unseres Clubs ist extrem wichtig. Es sichert immerhin den Fortbestand unseres Vereins mit einem sportlichen Zuhause der jungen Mitglieder,“ so der noch jung gebliebene Vorsitzende. Unsere Clubmitglieder reden den Bauleuten auch nicht dazwischen, erklärt er „Wir haben bei der Beräumung des Geländes, bei der Finanzierung geholfen und sind schon beim Überlegen, wie wir das Innere der Räume ausgestalten können.“
An diesem Dienstag, am 16.Juni, ragt der lange Arm der Betonpumpe nun über dem verzinkten Stahlgerippe der Halle. Beton schnirkst leise platschend aus dem Rohr über der geflochtenen eisernen Bewehrung. Im späteren Sozialtrakt wird gerade noch ein besonderer Schaltisch eingebaut für die spätere Installation der Duschtasse und einer Behindertentoilette.
72 Kubikmeter fließen heute Beton, der mit 20 Zentimetern Tiefe langsam anzieht, um Risse zu verhindern. 56 Tage sind da Norm. Heute wird aber erst noch getellert, d. h. eine Maschine mit rotierender Stahlscheibe macht den Beton, den Boden, spiegelglatt.
„So können wahrscheinlich nach der Warnemünder Woche schon die Wandplatten aufgerichtet werden…wenn heute kein Regen fällt, nur ein leichter Wind weht und möglichst Sonne rauskommt, damit der Beton anzieht, und wir die große Plane ausbreiten können, um die Bodenplatte staub- und schmutzfrei zu halten,“ so Polier Dirk Aulrich vom Warnemünder Bau, der uns mit dem Optimismus für das zügige Gelingen dieses Hauses ansteckt.
Möglichst bald sollen die Kinder mit ihren Optimisten, der Jolle mit ihren knappe 2,50 Meter Länge und der Breite von 1,13 Metern sowie dem kleinen Gaffelsegel hier die jüngsten Hausherren des Warnemünder Segelclubs werden. Monika Kadner
Noris: Lösungen für maritime Wirtschaft
13. Juni: Unter den Geehrten zur 28. Unternehmerehrung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock 2025 befindet sich auch der Geschäftsführer der Noris Automation GmbH Felix Weiss mit Sitz in Warnemünde. In der Laudatio heißt es u. a.:
Die Noris Automation GmbH wurde 1992 in Rostock gegründet und ist Teil der traditionsreichen NORIS Group aus Nürnberg, die seit 1925 zu den führenden Spezialisten für Mess‑, Steuerungs- und Automatisierungstechnik gehört. Das Unternehmen Noris Automation entwickelt und fertigt seither Antriebssteuerungs- und Automatisierungssysteme für Schiffe. Im Jahr 2014 erfolgte die Zentralisierung der Automatisierungsprojektierung aus Nürnberg nach Rostock. Damit wurde die Noris Automation GmbH zum Innovationsknotenpunkt der Gruppe im Bereich Schiffbau und maritime Technik.
Die Noris Automation GmbH als Teil des Familienunternehmens der Noris Group, reinvestiert Gewinne konsequent im Unternehmen. Hinter dem Erfolg stehen Menschen aus Rostock und der Region – Fachkräfte, die mit Leidenschaft und Präzision arbeiten. Am Warnemünder Standort arbeiten 66 Mitarbeiter im Bereich Entwicklung und Produktion. Die NORIS Automation GmbH zeigt, was verantwortungsvolle Unternehmensführung bedeutet. Obwohl NORIS in einem hochspezialisierten Nischenmarkt tätig ist, entfaltet die Technologie des Unternehmens eine bemerkenswerte internationale Wirkung und zählt zu den gefragten Lösungen der maritimen Industrie. Die komplexen Automations- und Steuerungssysteme aus Rostock finden sich nicht nur in der kommerziellen Schifffahrt – etwa auf modernen Cargoschiffen oder Fähren –, sondern ebenso auf Flotten von nationalen und internationalen Sicherheitskräften. Darüber hinaus vertrauen auch anspruchsvolle Expeditionsschiffe auf diese Technik, und sogar die größten Megayachten weltweit setzt auf Lösungen aus Warnemünde.
Mit seiner technologischen Spezialisierung trägt das Unternehmen NORIS wesentlich zur Positionierung Rostocks als maritimer High-Tech-Cluster bei sind ein bedeutender Imageträger für unsere Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Die Noris Automation GmbH ist regelmäßig an zukunftsweisenden Entwicklungen beteiligt, womit der Standort das Zukunftsbild Rostocks als „Innovationsstandort im maritimen Engineering“ stärkt. Seit mehr als drei Jahrzehnte ist die NORIS Automation GmbH in Rostock präsent – eine Beständigkeit, die das Unternehmen zu einem Symbol für wirtschaftliche Verlässlichkeit macht und zugleich ein wichtiges Element der positiven Außenwirkung unserer Stadt darstellt.
Die Noris Automation GmbH trägt in besonderer Weise zur Imageförderung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bei. Durch ihre technologische Spitzenposition im maritimen Sektor, ihre internationale Sichtbarkeit, ihre lange regionale Verwurzelung und ihre Rolle als Innovationsmotor. Noris zeigt, wie ein Unternehmen aus Rostock weltweit Maßstäbe setzten kann. Mit jeder Steuerungseinheit und jedem Projekt trägt die Noris Automation GmbH den Namen Rostock hinaus in die Welt und steht für Ingenieurskunst Made in Rostock.
Aus Werftbecken wird Zukunftsstandort für Offshore- und Energietechnologien
11. Juni: Heute wurde der erste offizielle Rammschlag für die Umgestaltung des ehemaligen Werftbeckens am Warnemünder Passagierkai gesetzt. Das Areal wird zum maritimen Gewerbepark für nachhaltige Energietechnologien umgestaltet.
Der traditionsreiche Schiffbaustandort wird revitalisiert und zu einem modernen Offshore- und Gewerbequartier entwickelt. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro handelt es sich um die zweitgrößte Infrastrukturmaßnahme in der jüngeren Geschichte des Rostocker Hafens nach der Ansiedlung von Liebherr im Überseehafen.
Landesweit ist das Vorhaben nach dem Neubau der Peenestrombrücke derzeit die zweitgrößte Infrastrukturinvestition in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Mit diesem Projekt entsteht in Rostock ein neuer Zukunftsstandort für die maritime Wirtschaft und die Energiewende. Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit 78,3 Millionen Euro, um hier die Voraussetzungen für neue Investitionen, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen. Gleichzeitig stärken wir Mecklenburg-Vorpommern als führenden Standort für Offshore-Windenergie und weitere umweltfreundliche Energietechnologien.“
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger unterstrich: „Für den Schiffbau nicht mehr benötigte Flächen erhalten eine neue Perspektive und werden künftig für Zukunftstechnologien genutzt. Es entstehen attraktive Gewerbeflächen mit direktem Kaianschluss und hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten. Rostock beweist damit einmal mehr seine hohe Standortqualität für innovative Unternehmen.“
Mehr als zehn Jahre Planungs- und Genehmigungsverfahren waren erforderlich, um die bereits seit 2007 verfolgte Umprofilierung des ehemaligen Schiffbaustandortes nun auch baulich umzusetzen. Das künftige Gewerbegebiet wird eine Fläche von mehr als zehn Hektar umfassen. Hinzu kommen knapp drei Hektar Kaiflächen mit einer Gesamtkailänge von 555 Metern. Rund 15 Prozent des Areals entfallen auf Straßen und Wege. Allein für die Errichtung einer neuen Spundwand sind über 6.000 Tonnen Stahl notwendig.
Ralf Merz für die ARGE Züblin, Prien, Colcrete: „Die Umgestaltung des ehemaligen Werftstandortes zählt zu den anspruchsvollsten Hafenbauprojekten in Norddeutschland. Neben umfangreichen Rückbau- und Sanierungsarbeiten entstehen moderne Kaianlagen und Erschließungsflächen für zukünftige Nutzer. Dabei setzen wir auf die Kompetenz zahlreicher Unternehmen und Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und der Region.“
Die Bauarbeiten gliedern sich in fünf voneinander abhängige Teilprojekte. Nach dem Rückbau von insgesamt 28 Bestandsgebäuden und der Entsorgung vorhandener Abfall- und Recyclingmaterialien erfolgen umfangreiche Bodensanierungen an Land sowie im Bereich der bestehenden Spundwände. Anschließend wird das Gebiet durch den Bau einer Hauptstraße und drei weiterer Erschließungsstraßen sowie durch die Neuverlegung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erschlossen. An vier Liegeplätzen entstehen neue Spundwände. Darüber hinaus wird ein Teil des bisherigen Werftbeckens verfüllt, um zusätzliche Vorstell- und Logistikflächen zu schaffen. Für die Liegeplätze im Becken ist ein Tiefgang von etwa 9,5 Metern vorgesehen. Die Fertigstellung des Gewerbeparks ist innerhalb der kommenden fünf Jahre vorgesehen.
Als Generalplaner verantwortet die INROS LACKNER SE die Entwicklung des Werftbeckens zum maritimen Gewerbepark von der Machbarkeitsstudie bis zur Fertigstellung. Dabei koordiniert das Architektur- und Ingenieurunternehmen sämtliche Projektbeteiligte in enger Abstimmung mit dem Hafen- und Seemannsamt. Seit mehr als sechs Jahrzehnten begleitet INROS LACKNER die Entwicklung der maritimen Infrastruktur in Rostock und der Region. Zu den Projekten zählen unter anderem das Kreuzfahrtterminal mit Landstromanlage sowie die Entwicklung von Stück- und Schüttgutterminals, des Ölhafens und des Liebherr-Standorts im Überseehafen sowie zahlreiche Projekte im Stadthafen. Als weitere Planer dabei sind Baugrund Stralsund Ingenieurgesellschaft mbH, Plan Akzent Rostock und UGB Genehmigungsmanagement GmbH sowie die bauausführenden Firmen ARGE Züblin, Döring GmbH, SDL City Baumanagement und STRABAG AG. Projektleiter ist Tobias Günzl, der seit 1999 bei INROS LACKNER arbeitet. Seine Expertise ist die Planung und Umsetzung komplexer Hafen- und Wasserbauprojekte. Am Standort Rostock ist Tobias Günzl für den Bereich Wasserbau zuständig.
Mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz steht bereits einer der ersten Ankernutzer des neuen Gewerbeparks fest. Auf 25.000 Quadratmetern Grundstücksfläche wird das „Rostock Offshore Quartier“ als multifunktionales Gebäudeensemble mit modernen Büros, Werkstätten und Materiallager direkt an der Kaikante entstehen. Dort sollen bis zu 180 Menschen in unterschiedlichen Funktionsbereichen des 50Hertz-Offshore-Betriebes arbeiten. Neben der Zentrale in Berlin und dem Regionalzentrum Mitte in Neuenhagen in Brandenburg wird dies der drittgrößte 50Hertz-Standort sein.
Das neue Gewerbegebiet soll insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Offshore-Windenergie, Netzinfrastruktur, maritime Energietechnik sowie weitere maritime Dienstleistungen anziehen.
Warnemünder Bibliothek
Ein Warnemünder Hexenzirkel
Regionalkrimis, wohin man schaut. Morden im Norden, Süden, Osten, Westen.
Natürlich ist auch die Ostsee oft ein beliebter Tatort. Diesmal gehen „Warnemünder Witwen“, so der Titel des unlängst erschienenen Kriminalromans von Henrietta Hartl, ihren Charity- und kriminellen Klüngeleien nach. Eigentlich müsste der Roman ja „Die Warnemünder Witwe“ heißen, weil nur Hedda, die „ungut vernetzte“ und „unterweltaffine“ Chefin des Hexenzirkels aus schwarzen und weißen Witwen, totschick mit mörderischer Energie unterwegs ist zwischen Altem Strom und Hoher Düne. Dorthin hat es die Münchner Luxus-Immobilienberaterin Karoline verschlagen. Sie wittert schnell hinter dem Tod von Heddas Mann bei der Explosion seiner Yacht einen zünftigen Mord, den sie in Miss-Marple-Manier aufzuklären gedenkt.
Henrietta Hartl, die sich selbst als „anglophile Ostseefränkin“ bezeichnet, hat einen soliden, aus der Sicht verschiedener Figuren erzählten, weitgehend unterhaltsamen Krimi geschrieben. Neben Möwenterror und Kritik an deftigen Restaurantpreisen hätte er durchaus etwas mehr Ostsee-Flair vertragen. Auch die sprachlichen Anleihen aus der Buisiness- und Jugendwelt wirken eher ärgerlich und zu sehr gewollt. Stilistische Verbeugung vor dem Zeitgeist ist das Gegenteil von modern.
Wahrscheinlich, so deutet es die Autorin jedenfalls zum Schluss an, werden wir einigen der Figuren dieses Schmökers, einschließlich eines gruseligen Messer-Stalkers, in einem Folgeband wieder begegnen. Karoline könnte dann etwas mehr Farbe und Profil vertragen und das Regionale in diesem Warnemünde-Krimi etwas mehr wieder erkennbare Regionalität. Sozusagen. Um das überstrapazierte Lieblingswort der Autorin zu zitieren. Holger Kankel
(Henrietta Hartl, Warnemünder Witwen, TB, 288 Seiten. emons Verlag 2026, ISBN 978−3−7408−2788−5, 14 Euro)

Museumsleiter Christoph Wegner und Jutta Weidemann vom Museumsverein sichten und sortieren die wertvollen Exponate, von denen einige in der neuen Ausstellung “100 Jahre Warnemünder Woche” zu sehen sein werden. Foto: mkad
100 Jahre ist sie alt und doch so jung:
Die Warnemünder Woche
9. Juni: Hat der Chef vom Heimatmuseum noch ein Büro in der ersten Etage des alten Fischerhauses in der Achterreeg? Ganz eng ist‘s hier geworden. Es stapeln sich wie in Archiven bunt gezeichnete Urkunden mit damals moderner Fraktura Schrift. Dann schon bereits gedruckte moderne Auszeichnungen. Glänzende und ein bisschen skurrile Pokale, überall, wo es Abstellmöglichkeiten gibt. Dort ein Rahmen mit sortiertem „Goldstaub“, die überaus begehrten Cockpitplaketten in allen Farbnuancen. Es hängen Westen, T‑Shirts, Jacken an Schranktüren. An der Wand vergilbte alte Dreieckskurse und neue Regattakurse. Natürlich Fotos über Fotos, einzeln oder in abgegriffenen Alben mit Lesezeichen markiert. Zeitungsausschnitte aus Warnemünder Tageszeitungen, der Seglerzeitung „Yacht“.
Im Aufbau ist eine Ausstellung „100 Jahre Warnemünder Woche“ im Heimatmuseum.
Der Museumsverein ist glücklich, dass diese Woche im Juli bei den Warnemündern gestern wie heute hoch im Kurs steht. Dabei legt Museumsleiter Christoph Wegner nicht selten in diesen Tagen seine Stirn in Falten. „Die Segler haben uns eine Menge gehüteter Erinnerungen an die eigene Leidenschaft des Segelns anvertraut. Da stört mich überhaupt nicht die scheinbare Unordnung!“ Und gemeinsam mit sich für den Segelsport begeisternden und kompetenten Mitgliedern des Museumsvereins werden Haufen für Haufen sortiert, geprüft, was als Exponat in Frage kommen könnte. Immer dabei die Chronik des Warnemünder Segel-Clubs, denn hier ist historisch belegt und nachzulesen, dass am 11. Juli 1926 und am 14. Juli des gleichen Jahres die Mecklenburgische Bäderwettfahrt gestartet wurde. Diese Regatta ging als erste Warnemünder Woche in die Geschichte ein und war ab sofort und bis heute untrennbar mit der Entwicklung des Warnemünder Segelclubs verbunden.
Gestapeltes wird zu Häufchen. Im Heimatmuseum nimmt die neue Sonderausstellung Gestalt an.
Während noch im „Programmheft der Verbands- und Ausgleichswettfahrten“ von 1926, in den höchsten Tönen gelobt wird, dass 47 Yachten vorm Westmolenkopf starteten, sind laut Meldeportal der Warnemünder Woche 2026 550 Boote mit rund 1100 Aktiven am Start. Frauen und Männer aus dem Warnemünder Segel-Club und befreundeten Clubs sorgen tatkräftig und selbstlos für die Austragung der Warnemünder Woche über Jahre und Stürme hinweg. 2026 sind es allein 300 Ehrenamtler.
In der „Yacht“ hieß es 1927 über glänzend verlaufende Wettfahrten… Annehmlichkeiten, die hoffen lassen, dass die Warnemünder Woche zu Glanz ersteht und die Beteiligung im nächsten Jahr noch größer wird. Die Ausstellungsmacher haben es eigentlich leicht den Glanz der Warnemünder Woche in aller Bescheidenheit, manchmal ruhig auftrumpfend, in ihrem 100. Jahr ab 3. Juli 2026 in der Sonderausstellung darzustellen. Monika Kadner
P.S. Das Heimatmuseum sorgt für freien Eintritt, wenn die Teilnehmer-Ausweise von 2026 vorgezeigt werden. Die Chronik des WSC „Der Warnemünder Segelclub“ wird für einen Sonderpreis verkauft Das Geld kommt den Nachwuchsseglern zugute. Das Plakat der diesjährigen Warnemünder Woche vom 4. bis 12. Juli spricht von der 88. Woche. Das stimmt insofern, da von 1940–1950 die Wochen nicht gezählt wurden. Sie begannen erst wieder 1951. Und während Corona (lang scheint es her zu sein) 2020 musste die Woche leider auch ausfallen.

Vom Hörsaal an die Bar – hinterm WAL-Tresen: Shirley und Lea (links). Foto: mkad
WAL lädt in Unterwasserwelt ein
8. Juni: Seit gut einer Woche ist er wieder da: der WAL mit seinen umfangreichen Zeltaufbauten in Nachbarschaft und Kooperation mit der Strand Arena. Schon ab zehn Uhr ist täglich die Zeltbahntür zurück geschlagen, laden die rustikalen Tische und Stühle zum Verweilen beim Morgenkaffee ein. Liegestühle und Hängematten stehen zum Relaxen bereit. Sportfelder sind bereits abgesteckt und die dazu passenden Sportgeräte warten auf erste Spieler.
Jedes Jahr haben sich die engagierten Macher um den DOCKINN-Chef Christoph Krause Besonderes einfallen lassen. So lockt der WAL die eigentlich nur zum Strand eilenden Sonnenhungrigen am Strandaufgang 1 in seine Unterwasserwelt, die naturgetreu von Außen das große Zelt des Bistros schmückt. Wer will da nicht näher kommen…
Natürlich sind auch die kunstvollen Eisengeflechte des großen und kleinen WALs, die Metallskulptur des Hais auf der Freifläche wieder hier gestrandet. Ohne Sand im Schuh kommen Rollstuhlfahrer nun ganz bequem auf neu verlegten Betonplatten zum Rendezvous mit dem WAL und zur Strand Arena.
Für Furore hatte in den vergangenen Jahren die Möwen-Police in der WAL-Strandbar gesorgt. Jeder, dessen Essen vom Imbissstand einer Attacke von Möwen zum Opfer gefallen war, bekam dies kostenfrei ersetzt. In diesem Jahr wird die Police sogar noch ausgeweitet. „Auch unser Bar-Angebot ist künftig inbegriffen“, sagt Christoph Krause.
In einem Pilotprojekt wurden zudem gemeinsam mit der Uni Rostock kostenfreie Sonnencrème-Spender für die Strand Arena Warnemünde entwickelt. „Davon profitieren dann nicht nur die vielen Athletinnen und Athleten in der Arena, sondern auch alle Gäste des Warnemünder Strandes. Es soll doch ein sorgenfreier und gesunder Aufenthalt am Warnemünder Strand werden“, so Krause.
Ich wohne nur gute hundert Meter vom Strandaufgang 1 entfernt, freue mich aber – bis jetzt – jedes Jahr, wie Jung UND Alt hier willkommen sind, wie sich dieses Areal zu einer Oase zum Entspannen, zum abendlichen Träumen beim Sonnenuntergang, zum gesitteten Musik Hören geworden ist. Um 22 Uhr ist strikt Daddeldu. Und wenn am Wochenende bis 24 Uhr getanzt wird, kann man das als Anwohner gut tolerieren. Das nächste Konzert ist übrigens Mittwoch (10. Juni) ab 20 Uhr mit Leon Zeug. Monika Kadner
Christopher, Silke und Bo haben in der Anlage “Am Moor” den für sie passenden Kleingarten gefunden. Foto: susa
Junge Familie hat ihr grünes Paradies gefunden
21. Mai: Auch wenn noch einige Kartoffeln der vorjährigen Ernte auf ihren großen kulinarischen Einsatz warten, Christopher Gührcke hat die neuen Knollen für die 2026er Saison schon längst in die Erde gebracht. „Im vergangenen Jahr haben wir sogar ein Riesenexemplar geerntet. Das hat für eine komplette Mahlzeit für unsere Familie gereicht“, erinnert sich Silke Dewitz, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Kleingarten in der Anlage Am Moor bewirtschaftet. Die junge Familie, zu der auch Sohn Bo gehört, findet sich auch mit Hilfe netter Nachbarn Stück für Stück ins Kleingärtnern hinein. „Als wir 2020 aus der Nähe von Hamburg, wo wir aus beruflichen Gründen einige Jahre gelebt haben, zurück nach Mecklenburg und damit näher an die Familie gezogen sind, haben wir uns nach einem Garten umgeschaut. In der Anlage Am Moor wurden wir auf eine Warteliste gesetzt. Als der Vorbesitzer gestorben ist, hat der Sohn sich als Nachfolger eine junge Familie gewünscht. Und so sind wir zu unserem kleinen Paradies gekommen“, freut sich die 37-Jährige. Gemeinsam mit ihrem Sohn, der die erste Klasse in der Heinrich-Heine-Schule besucht, bringt sie kleine, von der Nachbarin vorgezogene Pflänzchen in die Erde. „Im Supermarkt Gemüse oder Obst zu kaufen, ist die eine Sache. Die andere, zu sehen, wie etwas wächst, gedeiht, gepflegt und gegossen werden muss, bis es dann auf dem Tisch landet“, findet die Lehrerin. Auch wenn die Wohnung in Warnemünde nur wenige Radfahr-Minuten vom Kleingarten entfernt ist, die jungen Leute haben auch die Gartenlaube auf Vordermann gebracht. Neues Dach, neuer Fußboden, neue Elektrik. Neue Küche. Alles modern und zweckmäßig. „Noch ist einiges zu tun“, sagt Christopher, der als Mechatroniker arbeitet und einen Teil seiner Freizeit gern auf der Scholle verbringt. „So oft es die Zeit erlaubt, sind wir im Garten. Es macht ja auch Spaß“, fügt der 38-Jährige hinzu. Sabine Schubert
Im vergangenen Jahr war die Strand Arena Warnemünde Austragungsort eines Geheimkonzertes von Marteria, organisiert durch die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde. Auch für 2026 sind Überraschungen geplant. © TZRW
Ein Sommer zwischen Teepott und Ostsee
16. Mai: Am kommenden Montag rollen die Schwerlasttransporter in Richtung Teepott, zum Strandaufgang 1. Planen, Schienen, Taue, Gittergerüste und vieles Zubehör mehr haben sie auf den Ladeflächen, um die Strandarena aufzubauen. Das Zelt für die inzwischen so beliebte WAL-Bar, die unterhalb des Teepotts im Sommer nicht mehr wegzudenken ist, die Tribüne mit den bis zu 1200 Plätzen und dem tollen Blick auf Konzerte, Sportwettkämpfe, und natürlich auch auf die Ostsee, wenn u. a. die Segler zur großen Rund Bornholm Regatta starten und wieder ankommen. Für drei Monate wird sich der Strand unterhalb des Teepotts in eine von jung und alt angenommene Event-Arena verwandeln. Auf der Pressekonferenz informiert die Chefin der Strandarena, die auch in diesem Sommer bei Wind und Wetter gern ihren Schreibtisch in der Tourismuszentrale eintauscht gegen die Ostseebrise, um alle Organisationsfäden hier in der Hand zu halten. Wir erfahren von Ulrike Döring einige Ausschnitte:
Wir starten mit dem 6. Jugger-Strandturnier am 30. Mai. Dies ist eine recht neue, laute Mannschaftssportart mit Pompfen und Juggs. Dann vom 12. bis 14. Juni Beachhandball. Über 200 Mannschaften werden erwartet. Erstmals startet vom 16. bis 18. Juli die Deutsche Meisterschaft im Rettungssport. Insgesamt werden Wettbewerbe in acht unterschiedlichen Sportarten in der Strand Arena ausgetragen.
Doch auch kulturell wird es vielfältig. Über 30 verschiedene Künstlerinnen und Künstler haben sich für Auftritte angekündigt. Kultureller Höhepunkt im Juli werden die zweiten Glashäger Strandkonzerte. Dazu werden nach der Hinterlandgang und Tocotronic wie im vergangenen Jahr, am 9. Juli Soffie, Blond und Fatoni am Strand erwartet. Die Konzerte sind kostenfrei.
Auch Chriistoph Krause, Geschäftsführer von DockInn und vom WAL, hat in der WAL Bar neben vielfältigen gastronomischen Angeboten wieder weitaus mehr mit seinem Team zu bieten: Strandpartys, Mittwochkonzerte, High Seaciety, das kleine Strandfestival am 31.August, eine Pre Party 20 Jahre Feine Sahne Fischfilet mit Ostmaul und Astro Punks am 18.Juli, Lesungen, Filmaufführungen und, und..
Sehr erfreulich, dass es auch in diesem Jahr wieder die originelle Möwenpolice gibt, die ja vor allem an die Jüngsten gerichtet ist, die ihr Eis kostenlos nachgeliefert bekommen, wenn es von den Möwen stiebitzt wurde. Aber es wird auch an jene Menschen gedacht, die nicht gut zu Fuß sind. Sowohl zur Tribüne als auch in den WAL, ja auch bis zur Ostsee kommt man jetzt per Rollstuhl!
Neu werden in diesem Jahr Sonnencremespender für die Athleten und die Besucher sein. Mit einem Faktor 50 kann sich Jedermann und jede Frau vor den Sonnenstrahlen schützen. Der Sommer zwischen Teepott und Ostsee kann also kommen! Monika Kadner
Rückenwind für Bewerbung um Olympische Segelwettbewerbe vor Warnemünde
15. Mai: Die vom Meinungsforschungsinstitut dimap in der vergangenen Woche durchgeführte repräsentative Befragung in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zeichnet ein ausgesprochen positives Bild für eine mögliche Olympiabewerbung mit Rostocker Beteiligung: 73 Prozent der befragten wahlberechtigten Rostocker befürworten grundsätzlich eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele. Noch deutlicher fällt die Unterstützung für Rostock-Warnemünde als Austragungsort der Segelwettbewerbe aus: 80 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Wettbewerbe im Falle einer deutschen Olympiabewerbung in Warnemünde auszurichten. Damit bestätigen die Ergebnisse die hohe fachliche Eignung der Region als traditionsreicher und international etablierter Segelstandort.
Auch die Bekanntheit der Bewerbung ist bereits hoch: 60 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben bereits von der Bewerbung gehört. Das zeigt, dass das Thema in der Stadtgesellschaft präsent ist und auf breite öffentliche Aufmerksamkeit stößt.
Bei den Erwartungen an eine mögliche Bewerbung stehen konkrete Zukunftsthemen im Mittelpunkt. Besonders wichtig sind den Befürwortern langfristige Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur, wirtschaftliche Impulse für Region und Tourismus sowie eine stärkere internationale Sichtbarkeit für Rostock und Warnemünde. Auch nachhaltige Effekte für den Sportstandort sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt werden als zentrale Chancen gesehen. Zugleich messen viele Befragte ökologischer Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung bei.
Unterstützung erhält die Bewerbung auch aus Wirtschaft und Tourismus. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA M‑V) hat sich ebenso hinter das Vorhaben gestellt wie die Industrie- und Handelskammer zu Rostock mit einem entsprechenden Kammerbeschluss. Die breite Rückendeckung zeigt, dass die Bewerbung weit über den Sport hinaus als Chance für Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland verstanden wird.
Mit dem klaren Rückhalt aus der Bevölkerung geht Rostock-Warnemünde selbstbewusst in die nächsten Schritte des Bewerbungsprozesses. Ziel bleibt es, sich innerhalb der deutschen Bewerbung als Austragungsort der Segelwettbewerbe zu positionieren. Voraussichtlich im Herbst 2026 will der DOSB festlegen, welches deutsche Konzept offiziell ins internationale Rennen um Olympia 2026, 2040 oder 2044 geht. Die Entscheidung trifft dann das Internationale Olympische Komitee (IOC). Informationen zur Bewerbung: www.rostock.de/olympia
Die beiden Optikermeister vom Alten Strom: Jana und Martin Ernst. Foto: mkad
Janmare – für den richtigen Blick
12. Mai: Auf der Walz? Wanderstock und Charlottenburger dabei? „Nein, nein!“, lacht Jana Ernst, obwohl sie drei Jahre und mehr als einen Tag fort war aus Warnemünde. Der Werdegang der heute 49jährigen Optikermeisterin erinnert mich aber sehr an die Walz, die in ihrem Beruf Meister ihres Faches ist. Sie erlernte den Beruf eines Optikers 1993 in Graal Müritz.
1999 absolvierte sie die Meisterschule. An der Werkstattwand hängt heute die Urkunde eines „Staatlich geprüften Augenoptikermeisters“ neben der Meisterurkunde ihres Geschäftspartners Martin Ernst.
Dann doch wieder Reisen. Diesmal München, um einen noch besseren Überblick über all die angebotenen, mehr als 600 Brillenkollektionen auf dem Markt, die Technik lang eingesessener Optiker vergleichen zu können, das Neueste zu sehen, zu lernen, anzuwenden.
Ein Koffer aber stand immer in Mecklenburg! Ob es im Urlaub Schicksal war? Sie kamen gerade in großer Familie vom Strand… da wurde das traditionsreiche Fotogeschäft Schäfer und das spätere vom Fotografenmeister Ansehl von der Eigentümerin zur Miete angeboten. Fragen kostete ja nichts! Ob sie am Alten Strom, in erster Lage, eine Chance mit den Vorstellungen einer realen Miete hätten? Hatten sie! Das solide, das kreative Handwerk, die Leidenschaft der jungen Bewerber überzeugte die alteingesessene Warnemünder Familie. Und wieder waren es Warnemünder, die Tischlerei Rische und die Glaserei Dettmann, die mit Freude, mit großer Energie und Fertigkeit die Baupläne so realisierten, wie es sich die neuen Mieter vorgestellt hatten.
Zwanzig Jahre sind seit all dieser Zeit vergangen, die für Jana Ernst noch sehr fassbar und immer noch aufregend sind im Janmare, Am Strom. Übrigens der Name setzt sich aus den beiden Namen Jana und Martin Ernst zusammen, die im Ostseebad ihr Erfolgskonzept realisieren: Offene, herzliche Willkommenskultur für Jedermann. Individuelle, kompetente und modische Beratung. Die beiden Optikermeister sind sicher, hier noch weitere Jahresjubiläen zu feiern.
Mit den anderen Optikern in unserem Ort gibt es keine Berührungsängste, denn alle drei ergänzen sich, erklären mir die beiden freundlichen Optiker und fügen hinzu, dass Brillen auch Mode und gut angezogen zu sein bedeuten. Deshalb haben sie mit elf besonderen Kollektionen für jeden Geldbeutel ab 150 Euro ganz individuell die passende Brille. Tatsächlich? In diesem Geschäft mit dem Hauch von Großstadt und Luxus? „Warnemünde ist doch kein verschlafener Ort!“
Ich sehe der gebürtigen Warnemünderin an, wie glücklich sie ist, wieder zu Hause angekommen zu sein, wie gut es gelungen ist in 20 Jahren zu zweit und mit täglich achtstündigen Öffnungszeiten hohe Versorgungs-und Verkaufskultur an den Strom zu bringen. Monika Kadner
Eine alte Postkarte, die sich im Bestand des Heimatmuseums befindet, zeigt die Mühlenstraße mit ihren Linden in vergangener Zeit. Damals haben Anwohner offensichtlich den Wildwuchs an den Bäumen noch beseitigt und für eine gepflegte Flaniermeile gesorgt.
Diese Aufnahme von der Mühlenstraße entstand in diesen Tagen. Foto: mkad
Alt wie ein Baum….
11. Mai: Alt wie ein Baum, möchte ich werden….wer von uns Älteren kann diesen Text nicht zur Melodie der Puhdys aus dem Jahr 1977 mitsingen? Mir fällt die Melodie ein, wenn über die alten Bäume in der Mühlenstraße mit anmutenden wissenschaftlichen Abhandlungen der Initiative Rettet den Küstenwald gegen die Gewerbetreibenden und mit vielen Ämtern in der Stadtverwaltung gestritten wird. Dabei hat keiner die Leichtigkeit der Puhdy-Musik im Hinterkopf…
Wir Einwohner lieben diese knorrigen Kopflinden so oder so in unserer Hauptstraße.
So sagen die einen: Wir möchten die Kopflinden in der Mühlenstraße als Baumnaturdenkmale unter Schutz stellen.
Das bedeutet, dass auch die unmittelbare Umgebung der Bäume, mindestens mit einer Fläche unter der Baumkrone zuzüglich fünf Meter nach allen Seiten, geschützt ist. Es bedeutet, dass kein Bürgersteig repariert werden darf, keine Blumenkübel das Grün der Bäume ergänzen dürfen und vor allem keine Tische und Stühle aufgestellt werden können. Es würde sehr still werden in der Hauptstraße unseres Ortes.
Die Gastronomen könnten den Sommer nicht nutzen, um in jeder Form ihren Gästen entgegen zu kommen und ihr Geschäftskonto füllen, um im Winter überleben zu können. Es würde bedeuten, dass die Linden, die vor hundert Jahren in den Zentren von kleinen Orten tatsächlich extra gepflanzt wurden als Treffpunkt für ein Gemeindeleben, dass dies in Warnemünde nicht in Frage kommt.
So sagen es in der Straße ihrem Beruf und Gewerbe nachgehenden Wirte und Händler:
Wir möchten einen Einklang zwischen einem lebendigen Stadtleben und der Natur.
So sagt es die langjährige Leiterin des Teams Stadtbäume im Grünamt Rostock, Steffie Soldan: „Wir haben in der Baumschutzordnung unserer Stadt die Mühlenstraße mit ihren insgesamt 61 Kopflinden bereits unter Schutz gestellt. Sie genießt als Allee besondere Aufmerksamkeit und ständiges Beobachten. So u. a. regelmäßige Begehungen und Untersuchungen auf Pilzbefall und Verkehrssicherheit, oder das Einhalten von freien Baumscheiben vor den Häusern
In Warnemünde werden jährlich pro Fällsaison aus Verkehrssicherheitsgründen im Durchschnitt 28 Bäume gefällt. 29 Nachpflanzungen sind es jährlich, wobei nach einem Rotationsprinzip gepflanzt wird. In diesem Jahr wäre Warnemünde wieder dran. Es sind 126 Nachpflanzungen geplant.“
So sieht es die Redaktion von aalglatt: Es tut gut mittendrin zu sitzen in der Mühlenstraße beim Glas Wein, bei einem guten Essen. Hier trifft man Einheimische, Nachbarn und auch Touristen, die sich freuen, mit Warnemündern ins Gespräch zu kommen. Wir haben hier bereits mehr als eine Neuigkeit erfahren für unsere Veröffentlichungen.
Ist das nicht ein Trumpf für unser Ostseebad! Nur – kommt jemand mit dem Kinderwagen, mit dem Rollstuhl, dann wird es oft sehr eng für ein Flanieren. Gastronomen sollten nicht erst alt und gebrechlich werden, um hier ihre Außengastronomie besser zu möblieren!
Stichwort Flanieren. Vor mehr als hundert Jahren wurden 121 Linden hier angepflanzt. Sie sollten Schatten spenden und ausdrücklich klein bleiben. Das haben wir natürlich auch recherchiert.
Im Ortsbeirat wird nun in Kürze die Linde einen ganzen Tagungsordnungspunkt für sich beanspruchen. Hoffentlich kulturvoll und dem Verstand von Fachleuten folgend.
Übrigens, das wird auch im Ortsbeirat zur Sprache kommen: In den städtischen Ämtern wird geprüft, ob die große Stileiche im Stephan-Jantzen-Park den Schutzstatus als Naturdenkmal erhalten kann. Wenn ja, wird die Oberbürgermeisterin dann voraussichtlich noch in diesem Jahr diesen besonderen Status aussprechen. Monika Kadner
35. Hanse Sail: Von treuen Planken und großer Bühne
15. April: Vom 6. bis 9. August 2026 verwandelt sich Rostock wieder zu einem der weltweit größten Treffpunkte für Traditionssegler und maritime Erlebnisse. Zur 35. Hanse Sail werden über 100 Schiffe aus sieben Nationen an den Kaikanten und hochkarätige Acts auf den Bühnen erwartet.
Besucher dürfen sich auf ein beeindruckendes maritimes Panorama freuen: Von historischen Koggen über liebevoll gepflegte Traditionssegler bis ausgediente Dampfschiffe bietet die Hanse Sail auch 2026 wieder ein einzigartiges Erlebnis auf und am Wasser. Wer selbst Teil der Crew werden möchte, sollte sich beeilen: Über 12.000 Mitsegeltickets stehen in der Buchungszentrale des Hanse Sail Büros zur Verfügung. Etwa 50 Prozent der Tickets sind bereits schon vergriffen.
Das Herzstück der Hanse Sail
„Die Mitsegelangebote sind ein Herzstück der Hanse Sail, denn sie machen maritime Tradition unmittelbar erlebbar. Wer an Bord eines Traditionsseglers geht, taucht für einige Stunden in eine ganz besondere Welt ein und wird selbst Teil der Crew. Dieses authentische Erlebnis begeistert Gäste aus nah und fern und ist zugleich ein wichtiger Baustein für die touristische Attraktivität unserer Region“, sagt Rostocks Tourismusdirektor Matthias Fromm.
Ein besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr die Ehrung von teilnehmenden Schiffen, die bereits über 30 Mal zur Hanse Sail in Rostock angelegt und jedes Mal die Gäste der Stadt begeistert haben. Ausgezeichnet werden die Schiffe ALBERT JOHANNES, das bereits 34 Mal an der Hanse Sail teilgenommen hat, LOTH LORIEN mit 33 Teilnahmen, STETTIN mit 32 Teilnahmen sowie SWAENSBORG, REGINA MARIS und NOBILE, die jeweils auf 31 beziehungsweise 30 Teilnahmen zurückblicken können.
Von Karussell bis Das Bo
Neben dem maritimen Programm erwartet die Gäste auch 2026 ein vielfältiges musikalisches Angebot auf mehreren Bühnen. Am Donnerstag stehen mit Petra Zieger und Karussell Künstlerinnen und Künstler auf der Skylight Stage, die schon seit DDR-Zeiten das Publikum begeistern. Am Freitag wird zunächst ein musikalischer Überraschungsgast auf der Skylight Stage erwartet und im Anschluss sorgt Euro-Disco-Ikone Fancy auf der Sailors Stage für Stimmung. Am Samstag können sich die Besucherinnen und Besucher auf Olaf Henning (Sailors Stage) sowie auf die energiegeladenen Shows der Hermes House Band und von Das Bo (Skylight Stage) freuen.
„Die Hanse Sail steht nicht nur für maritime Erlebnisse, sondern auch für gemeinsames Feiern und unvergessliche Live-Momente – genau diese besondere Mischung macht den Charakter unserer Veranstaltung aus. In diesem Jahr ist es uns gelungen mit Hilfe unserer Partner ein vielfältiges und großartiges Programm zu gestalten, dass sicherlich viele Gäste der Hanse Sail begeistern wird“, sagt die Büroleiterin der Hanse Sail, Bettina Fust.
Rostock in guter Erinnerung
Das Schiff mit der weitesten Anreise wird in diesem Jahr die PASCUAL FLORES sein. Der spanische Dreimaster hat Rostock noch in guter Erinnerung. 2024 legte es erstmals in Rostock an, konnte zunächst aber aufgrund eines Motorschadens keine Ausfahrten durchführen. Dank der tatkräftigen Hilfe des Hanse Sail Vereins und Technikern der Firma Kloska konnte der Schaden innerhalb weniger Tage behoben werden. „Das war eine großartige Rostocker Gemeinschaftsleistung. Und wir freuen uns sehr, dass wir die spanische Crew wieder in unserem Hafen begrüßen und Ausfahrten auf diesem fantastischen Schiff anbieten dürfen“, sagt Fust.
In einer der wenigen Mußestunden immer wieder ein Blick in die Foliante des Kirchenbuches ab 1938. Für Pastor Stephan Fey Minuten der Entspannung. Foto: mkad
Pfarrhaus atmet neuen Geist
14. April: Welch ein guter Geruch nach frischer Farbe beim Eintreten ins sanierte Pfarrhaus in der Kirchenstraße 1. Viele Warnemünder haben Zeit ihres Lebens geradezu ehrfürchtig den über 200 Jahre alten Bau betreten, um mit den Pastoren zu reden, Termine für Taufen und Beerdigungen abzusprechen oder über den Gartenzaun hinweg zur Veranda hin sich einen Gruß zuzurufen.
Heute – es ist ja immerhin das 21.Jahrhundert – ist es anders. In freundlicher, heller Atmosphäre empfängt mich Pastor Fey. Während schnurrend die beiden schwarzen Hauskater Störte Beker und Flens Burger um unsere Füße streichen, höre ich zu: „Jahrzehnte konnte die Kirche nicht an eine umfangreiche Sanierung dieses denkmalgeschützten Gebäudes denken. Doch heutzutage war es wichtig nicht nur Schönheitsreparaturen anzugehen, sondern auch eine energetische Sanierung vorzunehmen. Behutsam sind wir das mit dem Rostocker Architekten Achim Mansfeld angegangen.“ Tatsächlich atmet das Gebäude durch die noch vorhandenen alten Strukturen den Geist der Jahrzehnte. Erhaltenswertes ist bewahrt worden. Neue, lichtdurchflutete Räume sind für die kirchliche Nutzung sowie für die Wohn- und Arbeitsräume des Pastorenpaares entstanden. Sparsam, sehr sorgsam ausgewählt das Mobiliar und die Wandgestaltung. Sogar der Dachboden ist als gut aufgestelltes Archiv mit den alten und uralten Kirchenbüchern genutzt – welch Schatz für Warnemünde.
Bei warmem Wetter werden sich die Tischler noch der Veranda und des alten Waschhauses annehmen. „Dann ist für die nächsten Generationen alles perfekt!“ Der Pastor kann gar nicht alle Gewerke aufzählen, die hier dank der guten Begleitung durch den Architekten voll im Zeit‑, Geld– und Baurahmen geblieben sind und die wirklich mit großer Freude dieses Pfarrhaus wieder ertüchtigt haben! Monika Kadner
Jan Böhnke fängt mit seinem besonderen Fotografenblickwinkel Warnemünde in all seinen Facetten ein. Eine Auswahl seiner Fotos stellt er aalglatt kostenfrei zur Verfügung.
Eine Tradition mit Zukunft
13. April: Fotografen waren in Warnemünde etwas Besonderes. Zuerst oft in Strandbuden saisonal tätig, später dann die heute noch ehrfürchtig genannten Namen: Erhard Schäfer, der für seine Schiffsbilder und Ansichtskarten bekannt war. Karl Eschenburg, hervorragender Zeitchronist der 20er und 30er Jahre. Fotografenmeister Wolfhard Eschenburg, bei dem wohl jede Warnemünder Familie für ein Foto im Atelier war. Sorgsam werden all diese Fotodokumente im Stadt-oder Universitätsarchiv, in Museen bewahrt.
In diese Dynastie bricht nun ein junger Spund im Jahre 1990 ein: Jan Böhnke. Gerade hatte dieser im Schicksalsjahr 1989 seinen Beruf als Forstfachwirt verloren, als er sich in Katrin Abel verliebte. Eingeheiratet in diese Warnemünder Drogistenfamilie, war Schwiegervater Fritz so tolerant, dass er Jan sein Hobby ausleben ließ: Die Fotografie. Im Hinterzimmer der Drogerie vom Kirchenplatz!
Jan packte diese Gelegenheit beim Schopfe. Als Wolfhard Eschenburg mit ihm im Mini-Labor fachsimpelte, Jan für ihn archivarisch arbeitete, war das so etwas wie ein Ritterschlag, auf den der heute 56Jährige mit allem Recht der Welt stolz sein kann.
In den mehr als 30 vergangenen Jahren war es nicht möglich, nur noch an die Drogerie mit der Fotoabteilung zu denken. Im Ostseebad etablierten sich Drogerieketten, in der Kaufhalle Drogeriesortimente. Im klugen Familienrat wurde entschieden, sich ganz bewusst auf nur ausgewählte geschäftliche Beine zu stellen. So schwärmen die Warnemünder inzwischen von den Dessous an der Ecke Schul-/ Friedrich-Franz-Straße. Am Kirchenplatz kommt niemand vorbei an der ausgesucht bestückten Parfümerie, den besonderen Pflegeprodukten und an der großen Fotoabteilung.
Gibt‘s hier eigentlich etwas was es nicht gibt? „Aber ja!“ Jan Böhnke lacht. Ich sehe all die bereits gerahmten Fotoaufnahmen, die wunderschöne Erinnerungen an einen Ostseeurlaub sein können. Modernste Computertechnik ist hier zu Hause, um u. a. Handyfotos gern noch auf Fotopapier bannen zu können, dreidimensionale Passbilder zu erstellen – kurz all das und viel mehr finden Fotoamateure – gewürzt mit einer Prise Beratung. Nur den besonderen Fotografenblickwinkel, den kann keine Maschine und den hat Jan Böhnke.
Nicht lange gezögert hat der Fotograf. aalglatt-warnemuen.de seine Bilder für eine neue und hinguckenswürdige Präsentation zur Verfügung zu stellen. Unentgeltlich, wie wir alle gerne für aalglatt und unseren Heimatort arbeiten. Monika Kadner
Für alle: ein Picknick am Meer
10. April: Wann haben Sie, liebe Leser, das letzte Mal ein Picknick veranstaltet oder an einem teilgenommen? Gelegenheit, bei solch einem geselligen Essen, zu dem jeder etwas mitbringt, dabei zu sein, haben wir am Sonnabend, 29. August, zwischen 10 und 15 Uhr in unserem Kurhausgarten. Mit dieser Idee haben Sabine Engel und Melanie Lex vom Warnemünde-Verein ganz offensichtlich ins Schwarze getroffen. Denn noch ist die Werbung für dieses Event unter dem Motto „Frühstück am Meer“ gar nicht offiziell gestartet und schon liegen fast 200 Anmeldungen vor.
„Die ersten Ideen zu einem Picknick hatten wir bereits im Oktober. Wo aber soll es stattfinden? Wer übernimmt die Organisation? Was gilt es alles zu beachten? Fragen über Fragen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg, haben im Kurhaus einen Partner gefunden“, berichtet Sabine Engel, die hofft, dass viele Einheimische, Mitglieder von Vereinen, dabei sein und an diesem Sommertag ins Gespräch kommen werden. Natürlich sind auch Urlauber gern gesehen.
Stilvoll soll dieses gemeinsame Essen sein; ein bisschen Luxus ist an diesem Tag gestattet. Warum also nicht mal die wunderschöne Tischdecke, die sonst nie benutzt wird und im Schrank schlummert, mitbringen? Hübsche Gläser oder die geerbte Sammeltasse, ein Strauß Sommerblumen dürfen den Tisch schmücken. Von der selbstgemachten Konfitüre oder dem Pesto könnte man den Nachbarn probieren lassen … Und wer Lust hat, darf auch ein Liedchen singen oder seinem Musikinstrument ein paar Töne entlocken.
Wer keine Zeit hat, das Picknick vorzubereiten, der kann im Kurhaus bis zum 15. August auch einen kompletten Picknick-Korb bestellen. Das Kurhaus-Team wartet zudem mit einem Zusatzangebot an Leckereien wie hausgebackenem Kuchen und frischen Waffeln sowie duftendem Kaffee auf.
„Wir stellen die Tische und Stühle bereit, weshalb wir um eine Anmeldung bitten. Wer es sich auf einer Decke gemütlich machen will, auch das ist möglich“, versichert Melanie Lex, die als Mutter zweier Jungen natürlich auch an das Wohl der Kinder denkt. „Damit die Eltern ein bisschen Ruhe haben beim Essen sind wir dabei mehrere Angebote für Mädchen und Jungen zu organisieren“, sagt Melanie, die als Sportkoordinatorin beim Seglerverband MV hauptberuflich und ehrenamtlich im Warnemünde-Verein tätig ist.
Wie die beiden Organisatorinnen betonen, geht der Eintritt von drei Euro pro Erwachsenen nicht in die Vereinskasse. Vielmehr wird der Obolus vom Kurhaus erhoben, um damit diverse Unkosten bestreiten zu können. Sabine Schubert
Kontakt/Anmeldung: fruehstueck.am.meer@web.de
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier
Entwurf eines Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes 2026 für Warnemünde vorgelegt
19. März: Wer da meint, die Stadt Rostock hat ihr Seebad Warnemünde aus den Augen verloren, der irrt. Wie wir heute erfahren, soll ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept 2026 für Warnemünde den Rahmen für die weitere Entwicklung des Seebades setzen. Ein Entwurf aus dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität wurde jetzt den kommunalpolitischen Gremien vorgelegt. Ziel ist es, Warnemünde sowohl als attraktiven Wohnort als auch als leistungsfähigen Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig weiterzuentwickeln.
„Wir brauchen eine klare Orientierung für die Entwicklung Warnemündes in den kommenden Jahren“, unterstreicht Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Gemeinsam mit allen beteiligten Partnerinnen und Partnern wollen wir die dann beschlossenen Maßnahmen transparent umsetzen und bauen dabei auf eine konstruktive Mitwirkung der Warnemünderinnen und Warnemünder.“
Das Konzept umfasst kurz‑, mittel- und langfristige Projekte, die schrittweise umgesetzt werden könnten. Fünf Schwerunkte wurden dabei herausgearbeitet:
Wohnen und Ferienwohnen: Der Schutz von Wohnraum steht im Fokus. Mit der Fortschreibung des Bebauungsplans soll das Gleichgewicht zwischen dauerhaftem Wohnen und Feenwohnungen gesichert werden.
Entwicklung des Werftbeckens: Das Gebiet soll künftig stärker für maritime Wirtschaft, insbesondere im Bereich Energie, genutzt werden. Planungs- und Abstimmungsprozesse laufen derzeit, ein Beschluss wird 2026 angestrebt.
Mittelmole Warnemünde: Die Mittelmole soll zu einem modernen, maritimen Quartier entwickelt werden. Geplant ist eine bessere Verknüpfung von Hafen, Bahnhof und städtischem Leben. Erste Schritte werden in diesem Jahr vorbereitet.
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier: Am Ortseingang Warnemündes sollen eine Schule sowie neue Wohnungen entstehen. Ein städtebaulicher Wettbewerb könnte schon in diesem Jahr gestartet werden, Baurecht wird bis 2028 angestrebt.
Strandentwicklung: Für den Strandbereich wird ein Bebauungsplan erarbeitet, der touristische Nutzung, Naturschutz und Klimaschutz in Einklang bringt. Die öffentliche Auslegung ist für Anfang 2026 vorgesehen (ist der Anfang 2026 nicht schon vorbei? , fragt aalglatt).
Die Bürgerschaft hatte bereits im Jahr 2011 das Strukturkonzept für Warnemünde als Leitlinie für die zukünftige Entwicklung beschlossen. In den Jahren 2019 bis 2022 wurde dieses Konzept in einem intensiven Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Bevölkerung, Politik, Verwaltung und Fachplanern umfassend fortgeschrieben. In mehreren öffentlichen Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen konnten Bürger ihre Ideen und Einschätzungen einbringen. Dabei ging es um den Städtebau und das Ortsbild ebenso wie um die Themen Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Gewerbe, Tourismus und Kreuzschifffahrt, Infrastruktur sowie Klima- und Umweltschutz. Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Thema Wohnen. Die vielfältigen Anregungen wurden ausgewertet, diskutiert und in einem aktualisierten Handlungs- und Maßnahmenkonzept zusammengefasst. Sie sind wichtige Grundlage für Warnemündes Zukunft.
Die Informationsvorlage soll am 22. April 2026 auf der Tagesordnung der Rostocker Bürgerschaft stehen.
Ver.di Nord klagt: Gericht kippt Bäderregelung
14. März: Die Aufregung ist groß. Denn die aktuelle Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern steht erneut auf dem Prüfstand. Das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern hat mit Urteil vom 12. März 2026 die derzeitige Öffnungszeitenverordnung des Landes für unwirksam erklärt
Nach Auffassung des Gerichts erlaubt die bestehende Verordnung Sonntagsöffnungen in zu vielen Orten und an zu vielen Tagen im Jahr. Damit werde das verfassungsrechtlich gebotene Verhältnis zwischen der Regel – der Sonn- und Feiertagsruhe – und möglichen Ausnahmen nicht ausreichend gewahrt. Konkret betrifft das die Freigabe von Sonderöffnungszeiten in touristisch geprägten Orten im Zeitraum vom 15. März bis 31. Oktober sowie rund um die Weihnachts- und Neujahrsferien.
Trotz der Entscheidung bleibt die derzeitige Regelung zunächst bestehen, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Das heißt: Ab morgen dürfen ausgewählte Geschäfte auch in Warnemünde sonntags wieder ab 11 Uhr öffnen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern prüft derzeit, ob gegen die Entscheidung eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt wird. Zunächst will das Wirtschaftsministerium die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.
Aus Sicht des DEHOGA MV unterstreicht die aktuelle Entwicklung erneut, wie wichtig eine rechtssichere und zugleich praxistaugliche Lösung für touristisch geprägte Regionen ist. In einer Presseerklärung sagt DEHOGA-Präsident Lars Schwarz: Unser Bundesland gehört zu den bedeutendsten Tourismusländern Deutschlands. Gerade in Ferienzeiten erwarten Gäste ein Angebot, das den Bedürfnissen eines modernen Urlaubslandes entspricht. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass Geschäfte in stark frequentierten Tourismusorten an ausgewählten Sonn- und Feiertagen öffnen können. Die Bäderregelung ist daher weit mehr als eine Frage des Einzelhandels. Sie betrifft das gesamte touristische Angebot und damit auch das Gastgewerbe. Geschlossene Geschäfte an stark frequentierten Urlaubstagen sorgen regelmäßig für Unverständnis bei Gästen und führen zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen Destinationen im In- und Ausland. Da kommen Gäste ins Land mit vollem Portemonnaie und wir geben ihnen nicht die Möglichkeit, das Geld auszugeben. Das hat nicht nur einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Regionen zur Folge, sondern wirkt sich auch auf den Erhalt von Arbeitsplätzen aus.
Auch der Tourismusverein Rostock & Warnemünde e. V. sieht diese Entscheidung mit großer Sorge. Für die Tourismusregion Rostock und Warnemünde, so Vorsitzender Holger Martens, ist die Möglichkeit der Sonntagsöffnung ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Standort- und Serviceangebots. Sie stärkt die Aufenthaltsqualität für Gäste, verbessert die Besucherorientierung in der Destination und unterstützt zugleich die wirtschaftliche Stabilität des stationären Handels. Davon profitieren nicht nur Urlauber und Tagesgäste, sondern auch viele Einheimische, die diese Angebotsstrukturen ebenfalls nutzen. Gerade in einer stark touristisch geprägten Region erwarten Besucher an Wochenenden und in saisonalen Spitzenzeiten eine verlässliche Infrastruktur. Dazu gehören neben Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft ausdrücklich auch geöffnete Einzelhandelsangebote. Sonntagsöffnungen leisten damit einen konkreten Beitrag zur lokalen Wertschöpfung, zur Attraktivität des Aufenthalts und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die aktuelle Entwicklung trifft Handel und Tourismuswirtschaft in einem ohnehin anspruchsvollen Marktumfeld. Zahlreiche Betriebe stehen bereits unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Weitere Einschränkungen bei den Rahmenbedingungen verschärfen diese Situation zusätzlich.
Kommentar: Mal sind es die Kirchen, mal ist es die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft ver.di Nord (wie viele Mitglieder hat sie eigentlich?), die gegen Sonntagsöffnungszeiten in Geschäften in Warnemünde und anderen ausgewählten Orten Beschwerde einlegen. Der Sonntag sei als gemeinsamer verlässlicher freier Tag ein elementarer Bestandteil des sozialen Lebens. Für Familien, für Freunde, für Vereine und in vielen weiteren Zusammenhängen sind die Sonn- und Feiertage eine extrem wichtige Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen und die Gemeinschaft zu pflegen, meint die Gewerkschaft. Was aber machen Pastoren, Ärzte, Pfleger, Journalisten, Notdienst-Mitarbeiter (weiblich, männlich, divers) und viele weitere Menschen, die sonntags arbeiten müssen? Sie haben dafür einen anderen Tag frei. Wie mir eine Verkäuferin, die Am Strom tätig ist, sagte, arbeitet sie gern mal sonntags. Wechselt sich ab mit Kollegen und dem Laden-Inhaber. Den so gewonnenen freien Tag kann sie in der Woche nehmen, kann mal in der Schule ihres Sprösslings vorbeischauen und mit dem Mathe-Lehrer reden, mal einen Arzttermin wahrnehmen oder sich einfach mal um sich selbst kümmern. Gehen der Gewerkschaft die Themen aus, möchte sie mal wieder gehört werden, oder warum nimmt sie immer wieder die Sonntagsöffnungszeiten auf ihre Tagesordnung? In anderen Ländern ist das übrigens überhaupt kein Thema, da öffnen Geschäfte selbstverständlich auch sonntags, dann, wenn vor allem Urlauber und Tagestouristen Zeit und Lust auf Shopping haben. Sabine Schubert
Die 88. Warnemünder Woche findet vom 4. bis 12. Juli 2026 statt.
1100 Segelsportler zur 88. Warnemünder Woche erwartet
12. März: Es sind tatsächlich nur noch 115 Tage bis die 88. Warnemünder Woche eröffnet wird. Das Meldeportal für die Segler aus aller Welt für die 19 Wettbewerbe im Segelrevier vor unserer Haustür ist geöffnet. So werden 550 Boote mit rund 1100 Seglerinnen und Seglern hier erwartet und spannende Wettkämpfe austragen. Eine Weltmeisterschaft, Eurochallenge, Deutsche Meisterschaften sind u. a. angesagt.
Doch was wäre diese traditionsreiche Segelsportveranstaltung ohne das ehrenamtliche Engagement. Wieder werden 300 Frauen und Männer, die mit dem Segelsport verbunden sind, für die Betreuung der Aktiven da sein. Allen voran die Mitglieder des Warnemünder Segelclubs.
Ralf Bergel, selbst leidenschaftlicher Freizeitskipper und einer der Hafenkapitäne auf der Mittelmole, wird wieder als Chairman der Warnemünder Woche im Ehrenamt die landseitige Organisation der Segelwettbewerbe übernehmen. „Schon längst ist die Vorbereitung für die 88. Warnemünder Woche voll im Gange. Das zeigt sich nicht nur in den Plakaten und Plaketten für die 88. sondern in all den vielen Kleinigkeiten, die jeder gern macht und mit diesem Élan auch all die Sponsoren ansteckt. Mehr Segler als im vergangenen Jahr werden auch wieder auf der Hohen Düne sein. Der Zeltplatz bei der Marine wird ebenfalls einbezogen und die Landessportschule bietet sich gleichfalls für die unterschiedlichsten Serviceleistungen an. Eigentlich ist heute schon zu sagen: Unser Segelrevier, das weltbekannt ist, wird sich auch im Jahr 2026 mit optimalen Bedingungen nicht nur für diese eine Woche, sondern gleichzeitig für den olympischen Segelsport präsentieren,“ so Bergel. Monika Kadner
Nicht nur Tee kann wärmen
27. Februar: Meine Badefreundin wurde 88 Jahre alt. Als die übrigen drei Frauen vom Strand kamen – noch ein bisschen unterkühlt von der Ostseetemperatur – wärmte uns die Hausherrin beim Frühstück mit heißem Tee auf und mit einer besonderen Lektüre. Mit einem ganz alten Lesebuch. Es war gerade mal 37 DIN‑A 5- Seiten dick. Schwarzer, schon völlig verknitterter, immer wieder glatt gestrichener Einband. Es war ein– oder zweimal schon von ihrer Mutter sorgfältig per Stopfgarn mit großen Stichen geheftet, dass es ja nicht auseinanderfiele. Die Innenseiten völlig vergilbt. Gleich auf der Aufschlagseite ein naturgetreuer Linolschnitt mit Pferden auf der Weide. Leider keine Jahresangabe.
Unsere Augen leuchteten, und allen wurde warm ums Herz. Dies war ein Buch aus dem Schulranzen, als unsere Gastgeberin gerade mal Lesen gelernt hat. Ausgewählte Märchen u. a. auch von den Gebr. Grimm waren hier auf den dünnen Seiten in altdeutscher Schrift gedruckt worden.
Wir reimten die alten Verse auf Seite 25 mit, lachten und beschlossen: Ab mit dem schmalen Bändchen in unser Heimatmuseum! Monika Kadner
Heimatmuseum vergrößert sich
30. Januar: Im Heimatmuseum Warnemünde blieben die Gästezahlen im vergangenen Jahr im Gesamttrend unverändert gut. Fast 12.200 Besucher wurden 2025 gezählt, bilanzieren das Museum und der Museumsverein zufrieden. Zum Vergleich: 2024 waren es rund 12900 Gäste.
Bis zum 14. Juni 2026 läuft im Heimatmuseum noch die Sonderausstellung „Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee”. In der zweiten Junihälfte erfolgt der Ausstellungswechsel. Ab 4. Juli 2026 bis 13. Juni 2027 wird die Sonderausstellung „100 Jahre Warnemünder Woche“ zu sehen sein. Darüber hinaus gibt es in der Dauerausstellung viel zu entdecken, sodass sich ein Besuch immer lohnt. Seit Herbst 2025 ist im Ausstellungsbereich zum 20. Jahrhundert auch eine Mini-Ausstellung zur Geschichte der Eisenbahnfährverbindung Warnemünde-Gedser zu sehen, die von 1903 bis 1995 existierte.
Das Heimatmuseum wird sich wie in jedem Jahr wieder am Internationalen Museumstag im Mai und am Tag des offenen Denkmals am 13. September beteiligen. Am Internationalen Museumstag gibt es neben Musik, Maibowle und Schmalzstullen auch einen Flohmarkt unter dem Motto „Kunst & Krempel“. Der Eintritt ist an beiden Tagen wie immer frei. Von April bis Oktober lädt die Einrichtung jeweils am dritten Mittwoch des Monats wieder zu Museumsabenden.
Darüber hinaus wächst das kleine Museum in diesem Jahr auch örtlich weiter über sich hinaus. Denn 2026 beginnt die Erweiterung des Museums durch die Übernahme des Hauses Alexandrinenstraße 30 (bislang Pension Birnbom).
Vorträge und Veranstaltungen 2026:
| 15.04. | Warneminner Utkiekers – Lieder auf Hoch und Platt |
| 17.05. | Internationaler Museumstag – Museen mit Freude entdecken (10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei!). |
| Mit einem Flohmarkt der besonderen Art unter dem Motto „Kunst & Krempel“ | |
| 20.05. | Johannes Lang – Handel mit Teer in Rostock und Warnemünde |
| 17.06. | Reno Stutz – Die Rostocker Schifferkompanie |
| 15.07. | Christian Meyer – 1866–2026 – 160 Jahre Meyers Mühle Warnemünde |
| 19.08. | Uwe Heimhardt – Warnemünder Baugeschichte |
| 13.09. | Tag des offenen Denkmals (10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei!) |
| 16.09. | Wilfried Steinmüller – Vergessene Warnemünde-Literatur wiederentdeckt im Ortschronikenportal M‑V |
| 20.09. | Hoffest des Museumsvereins (Museum geschlossen!) |
| 01.–04.10. | Stephan-Jantzen-Tage in Warnemünde und im Heimatmuseum |
| 21.10. | Susanne Buch – Bericht aus der Restaurierungs-Werkstatt: Wie die Vereinsfahne des Warnemünder Männer-Turn-Vereins von 1887 wieder zu neuem Glanz gekommen ist |
| 04.12. | Adventsmarkt vorm Heimatmuseum (als Teil vom “Lebendigen Adventskalender”) |
Die Vorträge finden in der Regel am dritten Mittwoch des jeweiligen Monats statt. Vortragsbeginn ist 18 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Kartenreservierungen haben bis 24 Stunden vor Vortragsbeginn Gültigkeit. (Änderungen und Ergänzungen im Programm sind möglich.) Linktipp: https://heimatmuseum-warnemuende.de
Mittelmole wird Fokusprojekt
17. Dezember: Still ruht scheinbar der See bezüglich der Bebauung der Mittelmole, einem absoluten Filet-Grundstück. Erinnern Sie sich an die Vorstellung von Ideen und an all die Diskussionen, die teils sehr kontrovers geführt worden sind? Daran, dass der vormalige OB Madsen sämtliche Planungen gestoppt hat? Hat Irgendwer in der Stadtverwaltung doch die Mittelmole noch auf dem Schirm oder bleibt das große Areal weiterhin WIRO-Parkplatz? Aalglatt gab die Fragen weiter an die Pressestelle der Stadtverwaltung und erfuhr:
Die Mittelmole spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Seebades Warnemünde und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und ist ein Aushängeschild der Region Richtung Ostsee. Daher wurde nach Aufgabe des Fährverkehrs nach Gedser und Verkauf der Grundstücke an die WIRO ein großer städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem in einem intensiven Planungsverfahren mit den Beteiligten vor Ort der Funktionsplan Mittelmole entwickelt wurde.
In einem diskursiven Prozess mit den örtlichen Kritikern des Plans, den Gremien des Ortsbeirats und der WIRO wurde nach politisch mehrheitsfähigen und wirtschaftlich realisierbaren Lösungen gesucht, die in einen Bebauungsplan umgesetzt werden sollten. Für einige wenige Punkte wurde keine für alle Beteiligten befriedigende Lösung gefunden, daher wurde der Prozess gestoppt.
Torsten Fischer als neuer Amtsleiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität möchte die Entwicklung der Mittelmole ihrer herausragenden städtebaulichen Bedeutung wegen nun zu einem Fokusprojekt für die Entwicklung des Seebades Warnemünde machen. Er hat das Thema daher wieder auf die Agenda des Amtes gesetzt. Aktuell werden die Voraussetzungen für eine mögliche Planung und Umsetzung geprüft und entsprechende Gespräche mit den beteiligten Akteuren geführt. Wichtig für das Gelingen ist ein starkes Commitment mit Politik und dem Grundeigentümer.













