Mehr Vorhersagen: wetterlabs.de

 

 

News

Land & Leute

Was, wann, wo

Schiffsankünfte

Aus der Geschichte

Land & Leu­te

“Stor­kow”: Wie ret­ten wir einen der letz­ten Fisch­kut­ter?

16. Okto­ber: Einer der letz­ten see­gän­gi­gen 17-Meter-Kut­ter, die „Stor­kow“, hat schon längst nicht mehr am Strom fest­ge­macht. Nach sei­ner Ber­gung liegt er hoch und tro­cken an Land.
25, ja bis zu 50 rot-wei­ße Fisch­kut­ter fuh­ren Jahr­zehn­te ab War­ne­mün­de raus auf See. Das Ost­see­bad ohne Kut­ter am Altem Strom wäre gar nicht vor­stell­bar gewe­sen, sind sie doch alle Zeug­nis­se der Geschich­te einer gan­zen Regi­on. Und auch heu­te ver­mis­sen vie­le Ein­hei­mi­sche ihre Kut­ter, die immer das Bild von War­ne­mün­de mit­be­stimmt haben.
Der 37-jäh­ri­ge Ros­to­cker Paul Hil­de­brandt träumt nicht nur, son­dern setzt alles dar­an, den Kut­ter als Kul­tur­gut, als Denk­mal zu ret­ten. Der Antrag auf Denk­mal­schutz beim Lan­des­amt für Kul­tur und Denk­mal­pfle­ge M/V ist ein­ge­reicht. Denk­mal­schüt­zer waren bereits vor Ort zur Besich­ti­gung des Schif­fes.
Hil­de­brandt ist opti­mis­tisch, denn noch in die­sem Jahr soll in Ros­tock die Stif­tung „Mari­ti­mes Erbe“ gegrün­det wer­den. Ein ers­ter Schritt, um von der Bun­des­re­gie­rung die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für Tra­di­ti­ons­schif­fe zu erhal­ten.
Aber vor­erst berei­ten dem See­fahrts­en­thu­si­as­ten 58 000 Euro Sor­gen. Kos­ten, die von der Stadt Ros­tock für die Ber­gung der „Stor­kow“ erho­ben wer­den.
Die aal­glatt-Redak­ti­on wird wei­ter dran blei­ben, wie die­se Ret­tungs­mis­si­on in unse­rer Han­se-und Hafen­stadt wei­ter geht und ob viel­leicht doch ein neu­es Kapi­tel in Sachen mari­ti­mes Erbe auf­ge­schla­gen wird. Wir fie­bern rich­tig mit. Und wenn Sie, lie­be Leser, eine Idee haben, wie wir einen der letz­ten War­ne­mün­der Fisch­kut­ter ret­ten kön­nen, wir sind ganz Ohr.
Für Paul Hil­de­brandt und sei­ne Ver­bün­de­ten steht fest: Sie wol­len unbe­dingt die „Stor­kow“ wie­der im Strom sehen. mkad

So zeigt es sich in die­sen Tagen: das alte Ver­eins­haus des War­ne­mün­der Segel Clubs    Foto: mkad

Das war‘s dann!

7.Oktober: Com­pu­ter, Schreib­ti­sche, die Grün­pflan­ze vorm Fens­ter,  Töp­fe und Pfan­nen sind raus aus dem Ver­eins­heim. Ver­ein­zel­te Stüh­le und Tische ste­hen ver­las­sen im Raum. Das gro­ße Wand­bild der Tex­til­künst­le­rin Susan­ne Buch ist längst abge­hängt und hat wie­der einen Ehren­platz im Foy­er der Lan­des­sport­schu­le gefun­den.

Aber!!!  Am kom­men­den Sonn­abend tref­fen sich um 10 Uhr ein aller letz­tes Mal die Seg­le­rin­nen und Seg­ler des War­ne­mün­der Segel­clubs, um ihr tra­di­tio­nel­les Abse­geln für die­ses Jahr aus­klin­gen zu las­sen. Schon weh­mü­tig, denn die Seg­ler sind ein gesel­li­ges Völk­chen, wie sie selbst von sich sagen und fei­er­ten hier zur Weih­nachts­zeit, zu Geburts­ta­gen, Jubi­lä­en. Hoch­zei­ten – auch gol­de­ne und dia­man­te­ne – sind in bes­ter Erin­ne­rung. Fast jeder War­ne­mün­der, der mit dem Segel­sport ver­bun­den ist oder von Freun­den ein­ge­la­den war, kann schmun­zelnd so man­che Läu­schen von die­sem gemüt­li­chen Platz auf der Mit­tel­mo­le erzäh­len.

Aber nun hat das zweck­mä­ßi­ge Gebäu­de aus­ge­dient. Es duckt sich vor der gro­ßen moder­nen Sport­schu­le und dem WIRO-Hotel. Nur eine Arm­län­ge ent­fernt wächst Tag um Tag das neue Ver­eins­haus für den War­ne­mün­der Segel­club. Vor allem geplant für den Kin­der- und Jugend­sport und wie­der zum gro­ßen Teil bezahlt von den Seg­lern selbst. Es schließt sich ein Kapi­tel Segel­ge­schich­te vor den Toren der Han­se­stadt.

Wie war das aber vor hun­dert Jah­ren auf der Mit­tel­mo­le? 

Aal­glatt schlug bei Die­ter Gold­schmidt in sei­nem Buch „Der War­ne­mün­der Segel-Club“  nach:

Der War­ne­mün­der Segel-Club war gera­de ein Jahr alt, als die Stadt Ros­tock im Brach­land der Mit­tel­mo­le vier Anle­ge­brü­cken für Seg­ler bau­en ließ. Welch Erleich­te­rung für den Frei­zeit­sport, weil nun nicht mehr der Mast umge­legt wer­den muss­te bei der Brü­cken­durch­fahrt vom süd­li­chen Stromen­de aus in die See. Da die Seg­ler schon damals nach ihrem Törn und eigent­lich bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit gern zusam­men saßen, war der Gedan­ke an ein Ver­eins­haus bald kein Traum mehr. Nicht nur wohl­ha­ben­de War­ne­mün­der mach­ten ihren Spar­strumpf leer. Ande­re pack­ten mit an, das im Block­haus­stil kon­zi­pier­te Haus, das sich damals im Grün ver­steck­te, zu errich­ten.

Am 8.Juli 1929 konn­te an der West­sei­te der Mit­tel­mo­le auf städ­ti­schem Grund das Ver­eins­haus ein­ge­weiht wer­den!  Natür­lich mit zünf­ti­gem Haus­spruch in dem es u. a.hieß: Steh‘, Boots­haus, steh‘! Mark­zei­chen zwi­schen War­now und See! Sei dem frei-fro­hen Segel­sport Her­ber­ge, Zuflucht und Sam­mel­ort! Dem Freun­des­kreis offen steht Tür und Tor, Für Frie­dens­stö­rer: den Rie­gel vor…

Am 15.Oktober über­gibt nun der Lan­des­sport­bund die­ses Haus an den Eigen­tü­mer. Es  über­nimmt die Ros­to­cker Woh­nungs­ge­sell­schaft WIRO. Moni­ka Kad­ner

 Som­mer­li­che Tem­pe­ra­tu­ren und reich­lich Nie­der­schlag

Den Wit­te­rungs­rück­blick der Wet­ter­sta­ti­on War­ne­mün­de für Sep­tem­ber 2026 gibt der Diplom-Ing. für Meteo­ro­lo­gie Rudolf Kem­nitz

So wie in den ver­gan­ge­nen Tagen las­sen wir uns den Herbst gefal­len. Was ist das Resü­mee der Meteo­ro­lo­gen?

Der ers­te meteo­ro­lo­gi­sche Herbst­mo­nat ver­band in War­ne­mün­de som­mer­li­che Tem­pe­ra­tu­ren mit reich­lich Nie­der­schlä­gen, die über­wie­gend in den ers­ten bei­den Deka­den fie­len. An zwei Tagen über­schritt die Tages­sum­me die 20-Liter­schwel­le, wäh­rend es zum Monats­en­de kaum noch reg­ne­te. Mit der Monats­sum­me von 93,2 l/m² spiel­te der Sep­tem­ber unter den zehn feuch­tes­ten Mona­te seit 1946 mit und erreich­te 171 Pro­zent des sonst übli­chen Solls von 54,5 l/m².

Gab es auch noch ech­te Hit­ze­ta­ge?

Der abge­lau­fe­ne Monat fiel mit einer Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur von 16,5 Grad Cel­si­us deut­lich zu warm aus und über­traf das Mit­tel um 2,6 Grad. Auf­fal­lend war hier, dass die gro­ßen Kra­cher aber aus­blie­ben, nur einen Som­mer­tag mit 25,6 Grad am 7. Sep­tem­ber und hei­ße Tage mit 30 Grad und mehr wur­den über­haupt nicht erreicht. Die hohe Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur resul­tiert eher aus einem erhöh­tem fast gleich­mä­ßi­gen Tem­pe­ra­tur­ni­veau von um die 20 Grad am Tage und nachts dem Feh­len einer stär­ke­ren Abküh­lung. So wur­de nur am 27. Sep­tem­ber ein ein­stel­li­ges Mini­mum von 9,9 Grad gemes­sen. Inter­es­sant ist auch die Fra­ge: wann kann man in War­ne­mün­de noch mit einem Som­mer­tag von 25 Grad und mehr rech­nen? Nor­ma­ler­wei­se ist damit zum kalen­da­ri­schen Herbst­an­fang Schluss, es gab bis­her nur eine Aus­nah­me: am 13. Okto­ber 2018 konn­te letzt­ma­lig ein Som­mer­tag regis­triert wer­den.

Wann gibt’s den ers­ten Frost?

Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang ist auch die Fra­ge: Wann kann im Herbst mit dem ers­ten Frost in War­ne­mün­de gerech­net wer­den? Das ers­te Ein­tritts­da­tum in der 80-jäh­ri­gen Wet­ter­ge­schich­te liegt am 14. Okto­ber, gemes­sen in zwei Meter Höhe. Boden­frost tritt natür­lich auch schon vor­her auf.

Über die Son­ne braucht man nicht vie­le Wor­te ver­lie­ren, sie leg­te mit 156,4 Stun­den eine Punkt­lan­dung zum lang­jäh­ri­gen Mit­tel­wert von 157,3 Son­nen­stun­den hin.

 

Neben den AIDA-Schif­fen gehör­te MSC Magni­fi­ca auch in die­sem Jahr zu den Stamm­gäs­ten an den War­ne­mün­der Lie­ge­plät­zen. Am 5. Okto­ber kommt der Crui­ser nach einer tol­len elf­tä­gi­gen Rei­se letzt­mals in die­ser Sai­son nach War­ne­mün­de. Foto:susa

ROSTOCK PORT ver­mel­det Rekor­de

Okto­ber, 1.: In Ros­tock gin­gen im ers­ten Halb­jahr 2026 ins­ge­samt 16,73 Mil­lio­nen Ton­nen Fracht über die Kai­kan­ten. „Davon wur­den 15,9 Mil­lio­nen Ton­nen im Über­see­ha­fen umge­schla­gen, so viel wie nie zuvor in den ers­ten sechs Mona­ten eines Jah­res. Das sind 100.000 Ton­nen mehr als im bis­he­ri­gen Rekord­halb­jahr 2023. Die Umschla­g­er­geb­nis­se des Über­see­ha­fens Ros­tock befin­den sich seit mitt­ler­wei­le vier Jah­ren auf Rekord­ni­veau. Die Ein­zel­er­geb­nis­se der Haupt­gut­ar­ten fal­len im ers­ten Halb­jahr 2026 jedoch unter­schied­lich aus: Wäh­rend der Umschlag von Flüs­sig- und Stück­gü­tern leicht abnahm, gab es Zuwäch­se bei den Schütt- sowie Fähr- und RoRo-Gütern. Auch der Fähr­pas­sa­gier­ver­kehr von und nach Nord­eu­ro­pa erreich­te wie­der ein hohes Niveau“, sagt Dr. Ger­not Tesch, Geschäfts­füh­rer von ROSTOCK PORT. Rund 830.000 Ton­nen (plus 30.000 Ton­nen) wur­den laut Hafen- und See­manns­amt in den wei­te­ren Ros­to­cker Hafen­an­la­gen wie dem Fracht- und Fische­rei­ha­fen sowie Che­mie­ha­fen Yara ver­la­den.

Die Zahl der über Ros­tock beför­der­ten Fähr­pas­sa­gie­re erreich­te mit 1,01 Mil­lio­nen fast das Vor­jah­res­ni­veau. ROSTOCK PORT-Geschäfts­füh­rer Jens Scharner betont: „Alle Ros­to­cker Hafen­un­ter­neh­men und ‑behör­den, ins­be­son­de­re die hier ope­rie­ren­den Ree­de­rei­en, Umschlag­un­ter­neh­men, Spe­di­tio­nen und Eisen­bahn­ge­sell­schaf­ten haben in ihrem Zusam­men­spiel dafür gesorgt, dass der Über­see­ha­fen Ros­tock in sei­ner Uni­ver­sa­li­tät erneut sei­ne enor­me Leis­tungs­fä­hig­keit unter Beweis stel­len konn­te.“

Auch aus dem Bereich Kreuz­fahrt kom­men posi­ti­ve Signa­le. „Mit dem Anlauf der AID­A­di­va am 29. März begann die War­ne­mün­der Kreuz­fahrt­sai­son 2026. Für die­ses Jahr wur­den von 20 Kreuz­fahr­tree­de­rei­en 162 Anläu­fe von 34 Kreuz­fahrt­schif­fen ange­mel­det. Die Ros­to­cker Ree­de­rei AIDA Crui­ses bei­spiels­wei­se wird mit AID­A­di­va, AIDA­mar und AIDAlu­na 65 Rei­se­wech­sel­an­läu­fe in ihrem Basis­ha­fen War­ne­mün­de absol­vie­ren“, sagt Dr. Ger­not Tesch. In die­ser Sai­son lie­fen drei Kreuz­fahrt­schif­fe erst­mals die War­now­mün­dung an: Evri­ma der Ree­de­rei Ritz-Carl­ton Yacht Coll­ec­tion am 18. Juli, Scenic Eclip­se II der Ree­de­rei Scenic Oce­an am 21. August und Seven Seas Gran­deur der Ree­de­rei Regent Seven Seas Crui­ses am 23. August 2026. Das ame­ri­ka­ni­schen Kreuz­fahrt­schiff Sky Prin­cess (Brut­to­raum­zahl: 145.281, Län­ge: 330 Meter) war das größ­te Pas­sa­gier­schiff der Sai­son in War­ne­mün­de, das am 29. April und 3. Juni sowie am 16. Sep­tem­ber ange­legt hat. „Mehr als eine hal­be Mil­li­on natio­na­le und inter­na­tio­na­le Kreuz­fahrt­gäs­te  sind bzw. wer­den auch in die­ser Sai­son in War­ne­mün­de an und von Bord gehen. Nach­dem in den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits etwa die Hälf­te aller Schiffs­an­läu­fe wäh­rend der Hafen­lie­ge­zeit mit Land­strom ver­sorgt wer­den konn­ten, wird in die­sem Jahr von einer wei­ter stei­gen­den Land­strom­nut­zung aus­ge­gan­gen“, so Jens Scharner. Die Kreuz­fahrt­sai­son 2026 endet vor­aus­sicht­lich am 29. Dezem­ber mit dem Anlauf von Spi­rit of Adven­ture der eng­li­schen Ree­de­rei Saga Crui­ses. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: www.rostock-port.de

 

Letz­te  bzw. ers­te „Amts­hand­lung“: Sig­lin­de Lin­dau­er (l.) und Ida Menz­dorf wech­seln die Namens­schil­der an der Det­har­ding-Apo­the­ke am Kir­chen­platz aus. Foto: mkad

Jun­ge Phar­ma­zeu­tin über­nimmt

30. Sep­tem­ber: Heu­te, geht eine Ära zu Ende. Die Det­har­ding- Apo­the­ke am Kir­chen­platz 13 wird Sig­lin­de Lin­dau­er gegen halb sie­ben – wie immer – ein letz­tes Mal mit dem eige­nen Schlüs­sel zuschlie­ßen. Die Namens­schil­der an der Haus­wand sind gewech­selt. Ralf Lin­dau­er, Ehe­mann und seit Jahr und Tag der ver­läss­li­che Buch­hal­ter der Apo­the­ke, legt den Arm um sei­ne Frau, als ihr nun doch die Augen feucht wer­den. Für vie­le War­ne­mün­der, Ärz­te, Pfle­ge­diens­te, vor­bei­kom­men­de Urlau­ber ist hier der Anlauf­punkt, wenn Arz­nei­mit­tel benö­tigt wer­den. Die Diplom-Phar­ma­zeu­tin, selbst aus einer  Apo­the­ker­fa­mi­lie stam­mend, war mit ihrem fach­lich ver­sier­tem und freund­li­chem Team der Grund, war­um die Det­har­ding- Apo­the­ke trotz der Mit­be­wer­ber von heu­te drei wei­te­ren Apo­the­ken in War­ne­mün­de so vie­le Stamm“gäste“ hat. „Die Pati­en­ten sind unse­re Arbeit­ge­ber,“ so die 70jährige Apo­the­ke­rin. „Respekt, Ver­schwie­gen­heit, Fach­wis­sen, unbe­ding­te Genau­ig­keit und Ver­ständ­nis für die Sor­gen, wenn bei­spiels­wei­se plötz­lich von einem Fami­li­en­mit­glied ein Krebs­me­di­ka­ment abge­holt wird. Ich hat­te eine glück­li­che Zeit,“ so die Besit­ze­rin der Det­har­ding- Apo­the­ke.

Ab mor­gen, am 1.Oktober, nimmt Ida Menz­dorf, die in Greifs­wald  fünf Jah­re Phar­ma­zie stu­dier­te, das Schlüs­sel­bund vom Kir­chen­platz 13 in die Hand. „Ich weiß, wor­auf ich mich ein­las­se. Habe direkt nach dem Stu­di­um im Jahr 2020 hier ein hal­bes Jahr Prak­ti­kum gemacht. Dabei habe ich erlebt, wie ein per­sön­li­ches Wort hilft,  das aus­ge­reich­te Medi­ka­ment nicht so bit­ter schme­cken zu las­sen und dem Pati­en­ten hilft, die The­ra­pie zu unter­stüt­zen. Hin­ter jedem Arz­nei­mit­tel ver­ber­gen sich doch Schick­sa­le. Mit Ach­tung und Empa­thie möch­te ich jun­ge und alte War­ne­mün­der in die­ser so schön ein­ge­rich­te­ten Offi­zin emp­fan­gen.“

Sig­lin­de Lin­dau­er war 33 Jah­re jung, als die „Bezirks­ver­wal­tungs­be­hör­de Ros­tock  der Regie­rung der DDR“  am 1.Oktober 1990 ihr gestat­te­te, die Det­har­ding- Apo­the­ke im „pri­vat­wirt­schaft­li­chen Betrieb“ zu füh­ren.

Ida Menz­dorf ist 31 Jah­re jung  Auch die heu­ti­gen büro­kra­ti­schen Hür­den hat sie genom­men – und es ist wie­der ein 1. Okto­ber. Sie wird mit­ten in ihrem Team ste­hen, von dem nie­mand die Absicht hat, nach 25 Jah­ren, nach 15 oder zehn Jah­ren Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit den Arbeits­platz zu wech­seln. „Viel­leicht mag ja noch ein neu­er Mit­ar­bei­ter zu uns kom­men?“, fragt sie und zeigt im Han­dy auf ihre bis­he­ri­ge ein­zi­ge ange­dach­te  Neu­heit in der tra­di­ti­ons­rei­chen Apo­the­ke: die Det­har­ding App, die noch umfang­rei­cher die Dienst­leis­tun­gen ver­bes­sern soll. Moni­ka Kad­ner 

 

Bes­te Wet­ter­be­din­gun­gen an die­sem heu­ti­gen som­mer­li­chen Herbst­tag,  um zügig Außen­ar­bei­ten zu erle­di­gen. Foto: Dirk

WSC-Bau­ta­ge­buch (10)

Pin­ge­lig, jedes Sand­korn weg­ge­putzt

´30. Sep­tem­ber: „Ist doch bis­her was Ver­nünf­ti­ges gewor­den.“ Heinz Borg­wardt, Hafen­meis­ter vom Angel­ver­band auf der Süd­sei­te des Alten Stro­mes, kommt hier immer mal wie­der vor­bei .“Mit dem Fahr­rad ist es ja ein Kat­zen­sprung, und ich sehe, wie die Hal­le Schritt um Schritt wächst.“  Ganz so begeis­tert ist Ralph Ber­gel, Hafen­meis­ter von der Nord­sei­te des Stro­mes vom War­ne­mün­der Segel­club, nicht. „War­um nur hat die Stadt­ver­wal­tung strikt ver­bo­ten, die Fas­sa­de des Ver­eins­heims  in der Far­be blau gestal­ten zu dür­fen. Wir Seg­ler woll­ten somit das Orts­bild prä­gen. Jetzt ist es grau…“  Aber, damit das Gebäu­de kein lang­wei­li­ges grau­es Mäus­chen wird, grei­fen alle Bau­ge­wer­ke auch heu­te zügig inein­an­der. Dafür sorgt die War­ne­mün­der Bau GmbH. Polier Dirk Aule­rich ist wie­der hier und schaut sehr genau den Män­nern vom Alba Tief­bau und den Hal­len­bau­ern aus Wit­zin auf die Fin­ger. Wäh­rend mit dem Stei­ger die Fall­roh­re und Dach­rin­nen ange­schlos­sen und die Eck­ver­blen­dun­gen gleich als nächs­tes auf­ge­bracht wer­den, sind die Tief­bau­er dabei, in den Außen­an­la­gen rund um die Hal­le Schäch­te für die Abdich­tun­gen aus­zu­he­ben. Exakt, stän­dig ver­mes­send, ent­steht in der Tie­fe von 30 und 60 Zen­ti­me­tern ein Gra­ben.  „Du musst Dir das vor­stel­len wie eine Klapp­stul­le.“ Dirk Aurich ver­sucht mir die Pro­ze­dur der Abdich­tung zu ver­kli­ckern. Zwi­schen der Boden­plat­te in 30 Zen­ti­me­tern und der in 60 Zen­ti­me­tern Tie­fe lie­gen­den Frost­schür­ze wird mor­gen ganz pin­ge­lig mit einem Stu­ben­hand­fe­ger (!) – Mathi­as Glat­zer aus unse­rem Betrieb ist dafür Spe­zia­list –  jedes Sand­korn weg­ge­putzt. Dann wer­den die Schich­ten so abge­dich­tet, dass kei­ne Zwi­schen­räu­me mehr sind, kein Was­ser in Rit­zen ein­drin­gen kann.“

Zwei gute Boots­län­gen nur ent­fernt ver­mes­sen Clau­dia und Chris­ti­an Sau­er­brei vom WSC gera­de eines ihrer Segel. „Klar, wir träum­ten davon, schon im Win­ter die Boots­hal­le mit unse­rer „Aspa­sia“  nut­zen zu kön­nen. Aber all die­se vie­len Papie­re, die nötig waren, um über­haupt erst anfan­gen zu kön­nen mit dem Bau… Das sitzt uns  noch heu­te in den Kno­chen. Jetzt sind wir sehr unge­dul­dig, woll­ten wir doch als Seg­le­rin­nen mit den Kin­dern und Jugend­li­chen schon längst gemüt­li­che Nach­mit­ta­ge im Ver­eins­heim ver­brin­gen.“

Der­weil ver­ab­re­den Dirk Aule­rich und Ralph Ber­gel, wie all die Win­ter­plät­ze für die Yach­ten auf­ge­teilt wer­den kön­nen an Land, wel­che Bau­ma­te­ria­li­en schon in der Boots­hal­le ver­staut wer­den kön­nen, damit es spä­tes­tens am 24. Okto­ber zügig und ohne Rammings los­ge­hen kann zu kra­nen und die Boo­te aus dem Was­ser zu holen.

Wäh­rend dann schon mal für die Was­ser­sport­ler eine Pau­se ein­tritt, wer­den die Bau­ar­bei­ter die Trep­pen­gän­ge set­zen, die Ter­ras­se zum Strom hin in Angriff neh­men, die Flucht­we­ge aus­wei­sen. Noch auf den Plä­nen ist das Mast­la­ger zur Stra­ße hin. Und wenn dann die Roll­to­re fest in den Schar­nie­ren sit­zen, ist das meis­te geschafft, „um viel­leicht zum Früh­jahr hin per Mast und Schot­bruch Hal­le und Ver­eins­heim an die Seg­ler über­ge­ben zu kön­nen,“ so der Polier mit sei­nem Team. Moni­ka Kad­ner

 

Farb­in­ten­si­ve Bil­der des nor­we­gi­schen Malers Jør­gen Dobloug sind in einer ein­ma­li­gen Aus­stel­lung im Munch-Haus Am Strom 53 zu sehen. Tim Simon Til­g­ner, Nach­lass­ver­wal­ter der Wer­ke sei­nes Vaters, gehen beim Anblick der Arbei­ten vie­le Gedan­ken durch den Kopf. Auch der Betrach­ter kann sei­ner Fan­ta­sie frei­en Lauf las­sen: Wo sind die Bil­der ent­stan­den? Stel­len sie tat­säch­lich das dar, was man auf den ers­ten Blick wahr nimmt? Und wel­che Bedeu­tung hat das unglaub­li­che Far­ben­spiel? Viel Spaß beim Betrach­ten und Ent­de­cken. Foto: susa

 

Munch-Haus prä­sen­tiert ein­ma­li­ge Dobloug-Expo­si­ti­on

20. Sep­tem­ber: Eine wohl ein­ma­li­ge Kabi­nett­aus­stel­lung prä­sen­tiert das Edvard-Munch-Haus Am Strom 53. Gezeigt wer­den aus­ge­wähl­te Arbei­ten des nor­we­gi­schen Malers Jør­gen Dobloug (1945 bis 2018) unter dem Titel “Men­schen und Land­schaf­ten”.  Zusam­men­ge­stellt hat die Expo­si­ti­on Tim Simon Til­g­ner (Jør­gen Dobloug Estate). Im Gespräch mit unse­rer aal­glatt-Redak­ti­on sag­te der Sohn des Künst­lers, das er die Wer­ke spe­zi­ell für die Expo­si­ti­on im War­ne­mün­der Munch-Haus aus­ge­wählt hat, die­se so nir­gend­wo anders zu sehen sind. Immer im Blick dabei auch der Ein­fluss von Edvard Munch auf die Bil­der des in Oslo gebo­re­nen Künst­lers. “Ich habe mei­nen Vater erst spät ken­nen­ge­lernt. Des­halb ist die Arbeit als Nach­lass­ver­wal­ter für mich einer­seits die Auf­ar­bei­tung einer sehr per­sön­li­chen Fami­li­en­ge­schich­te, ande­rer­seits ist es eine total span­nen­de For­schungs­ar­beit, mit der ich mich beschäf­ti­ge. Dabei ler­ne ich mei­nen Vater als einen lei­den­schaft­li­chen Maler, sei­ne Tech­ni­ken und Far­ben, sei­ne Beson­der­hei­ten, aber auch sei­ne Freun­de und Anhän­ger auf der gan­zen Welt ken­nen”, sagt Tim Simon Til­g­ner. Er ver­weist dar­auf, dass die künst­le­ri­sche Ent­wick­lung Doblougs eng mit der Düs­sel­dor­fer Avant­gar­de der 1970- und 80er Jah­re ver­bun­den war. Stu­diert hat er von 1971 bis 1984 an der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf, wo er in die Klas­se von Joseph Beuys auf­ge­nom­men und anschlie­ßend zu einem sei­ner Meis­ter­schü­ler wur­de. Im Lauf der Zeit ent­wi­ckel­te sich sein Mal­stil zu einem offe­nen, fort­lau­fen­de Pro­zess zwi­schen Kon­trol­le und Spon­ta­ni­tät, Geo­me­trie und frei­em Aus­druck. Er arbei­te­te vor­wie­gend mit Öl- und Acryl­far­ben und schuf farb­in­ten­si­ve, emo­ti­ons­ge­la­de­ne Bil­der.

Im Rah­men der exklu­si­ven Aus­stel­lung in War­ne­mün­de erhal­ten Besu­cher mit einer Aus­wahl an Por­träts und Land­schaf­ten einen sel­te­nen Ein­blick in Doblougs umfang­rei­ches und viel­sei­ti­ges Werk. Die­ses ver­an­schau­licht die aus­drucks­star­ke Bild­spra­che des Künst­lers, in der Abs­trak­ti­on und Figu­ra­ti­on, Ord­nung und Unord­nung sowie inten­si­ve Far­ben in einen Dia­log tre­ten. Bevor es im nächs­ten Jahr eine umfang­rei­che Dobloug-Aus­stel­lung in Her­zen Nor­we­gens, in Lil­le­ham­mer, geben wird, haben Kunst-Inter­es­sen­ten nun bis zum 15. Novem­ber jeweils don­ners­tags bis sonn­tags von 12 bis 17 Uhr die ein­ma­li­ge Gele­gen­heit, sich die Schau anzu­se­hen.                     Sabi­ne Schu­bert

 

Sie ergän­zen, sind  Echo auf die Aus­stel­lung: Die Zet­tel im Netz vor dem Altar, wo jeder Besu­cher sei­ne Stoß­seuf­zer in die­ser unru­hi­gen Zeit auf­ge­schrie­ben hat. 600 Noti­zen. Foto: pri­vat

Nach­den­kens­wer­te Bil­der in unse­rer Kir­che

14. Sep­tem­ber: Seit gut einer Woche ist das Quer­schiff unse­rer Kir­che geschmückt mit über 30 Bil­dern. Künst­le­ri­sche Arbei­ten von Frau­en und Män­nern, die schon lan­ge etwas aus­drü­cken, etwas sagen wol­len. Dane­ben, in der Über­zahl, die Bil­der jun­ger Her­an­wach­sen­der aus der eco­lea, der Schu­le aus der Stra­ße von neben­an. Sie alle wid­men sich auf die unter­schied­lichs­te Art dem The­ma FRIEDEN. Grell, lei­se, in Adap­tio­nen auf Ver­gan­ge­nes, aber immer laut im Ruf nach Demo­kra­tie, nach Frie­den! Sie rüt­teln an Bequem­lich­keit, Gleich­gül­tig­keit, an sozia­ler und öko­lo­gi­scher Käl­te. Erstaun­lich wie facet­ten­reich Schü­ler sich dem gro­ßen The­ma stel­len.

Jung wie alt ver­su­chen gemein­sam für sich und die Betrach­ter Ori­en­tie­run­gen zu schaf­fen, lau­te Ver­spre­chun­gen zu prü­fen. Sie stel­len auf künst­le­ri­sche Art die Lebens­be­din­gung unse­rer Demo­kra­tie auf den Prüf­stand. Dies alles ables­bar – nicht in zehn Minu­ten bei einer Besich­ti­gung der Kir­che, beim Got­tes­diest oder nach einem Kon­zert. Ver­wei­len, Nach­den­ken ist ange­sagt.

Unab­hän­gig wel­cher Kon­fes­si­on und Welt­an­schau­ung der Betrach­ter ange­hört, unse­re evan­ge­li­sche Kir­che zeigt, ohne Par­tei­po­li­tik zu machen,  sehr unauf­dring­lich, sehr klar die Christ­li­che Gesell­schafts­leh­re auf. Ja, und das tut jedem gut, der den­ken mag. Moni­ka Kad­ner

Die­ses Foto mit Mit­glie­dern der War­ne­mün­der Trach­ten­grup­pe ent­stand im Juni anläss­lich der Ver­an­stal­tung “Mar­tha trifft Fritz” im Ste­phan-Jant­zen-Park. Auf­nah­men bzw., Vide­os von der heu­ti­gen Ver­an­stal­tung fin­den Sie bei Face­book und Instra­gram. Foto: susa

50 Jah­re War­ne­mün­der Trach­ten­grup­pe

11. Sep­tem­ber: Wi sünd de Trach­ten­grupp‘ ut Warn­münn – selbst­be­wusst und auch ein wenig stolz fei­er­te die War­ne­mün­der Trach­ten­grup­pe heu­te ihren 50. Geburts­tag. Der Ein­la­dung in die Rip­ka-Cafe­te­ria in der Fried­rich-Bar­ne­witz-Stra­ße gefolgt waren nicht nur Mit­glie­der des ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins, son­dern auch Weg­ge­fähr­ten, Spon­so­ren und Freun­de aus ande­ren Ver­ei­nen. Ehren­vor­sit­zen­de Karin Scar­barth, die den Ver­ein 23 Jah­re lei­te­te und vor weni­gen Mona­ten in jün­ge­re, in die Hän­de von Gerd Gru­ne­wald leg­te, begrüß­te die Gäs­te.  Ein kur­zer Abste­cher in die Ver­gan­gen­heit: 1976 wur­den Mit­glie­der der GST-Sek­ti­on See­s­port des VEB War­now­werft War­ne­mün­de für ein Stadt­teil­fest in alte Trach­ten – aus­ge­lie­hen vom Ros­to­cker Volks­thea­ter – geklei­det. Das war die Geburts­stun­de der Trach­ten­grup­pe der War­now­werft, die fort­an immer zum Som­mer­fest in Trach­ten den „his­to­ri­schen Ümgang“ vor­an­ging und nach Vor­la­gen von Klaus Mar­tens eini­ge Spiel­sze­nen aus dem Leben unse­rer Vor­fah­ren, der Fischer und ihrer Fami­li­en, spiel­ten. Die War­now­werft sorg­te dafür, dass es mate­ri­ell an nichts fehl­te. Selbst die Schnür­sen­kel wur­den bezahlt. Das änder­te sich mit der poli­ti­schen Wen­de – die Grup­pe zähl­te damals rund 60 Mit­glie­der – schlag­ar­tig. „Die ver­blie­be­nen Mit­glie­der fass­ten den Beschluss, einen ein­ge­tra­ge­nen Ver­ein zu grün­den. Sie lie­ßen sich Trach­ten nach weit­ge­hend ori­gi­na­len Vor­la­gen der War­ne­mün­der Klei­dung um1850 schnei­dern. „Ohne Spen­den u. a. vom Leucht­turm­ver­ein oder durch Ein­nah­men durch Auf­trit­te wäre das nicht mög­lich gewe­sen“, weiß Karin Scar­barth. Sie erin­ner­te an vie­le schö­ne gemein­sa­me Auf­trit­te in War­ne­mün­de, in Meck­len­burg-Vor­pom­mern und ande­ren Bun­des­län­dern, an Rei­sen u. a. nach Prag und Rije­ka. Mehr­mals muss­te sich der Ver­ein auf die Suche nach einer neu­en Trai­nings­stät­te machen. Nun, und dafür sei man sehr dank­bar, kön­ne man jeden Mon­tag im Pfle­ge­heim in der Schil­ler­stra­ße trai­nie­ren. Ein wei­te­res Dan­ke­schön ans Pfle­ge­heim kam dafür von Ros­tocks OB Eva Maria Krü­ger, die als Gast gekom­men war und der Trach­ten­grup­pe und ihren Mit­glie­dern für das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment Respekt zoll­te. Tra­di­ti­on, Hei­mat­pfle­ge und Iden­ti­tät sei­en wich­tig, auch wenn stän­di­ge Ver­än­de­run­gen not­wen­dig sei­en. Zu den Gra­tu­lan­ten zähl­ten Mit­glie­der befreun­de­ter Trach­ten­grup­pen aus Greifs­wald und Gre­ves­müh­len, des War­ne­mün­de Ver­eins, der Tou­ris­mus­zen­tra­le, des Pfle­ge­heims Rolf Grund.

Für ihre lang­jäh­ri­ge Mit­glied­schaft geehrt wur­den Sieg­fried und Karin Rich­ter, die von Anbe­ginn und damit ein hal­bes Jahr­hun­dert mit viel Enga­ge­ment dabei sind, Rena­te und Wer­ner Kreu­scher, die seit Jahr­zehn­ten mit Lei­den­schaft den Ver­ein unter­stüt­zen, die auch ihre Kin­der mit ein­ge­bun­den haben.

„Wir sind hier eine tol­le Grup­pe. Das wöchent­li­che gemein­sa­me Trai­ning, die Auf­trit­te, das gesel­li­ge Bei­sam­men­sein, das hält uns jung und in Bewe­gung. Und man hat auch als Rent­ner eine Auf­ga­be“, sagt Mar­git Klein­ke.

Erst seit fünf Wochen dabei ist Mar­lies Kel­ler. Als Line Dance­rin und ehe­ma­li­ge Lei­te­rin einer Folk­lo­re­grup­pe such­te sie nach deren Auf­lö­sung nach einer neu­en Auf­ga­be. „Hier füh­le ich mich wohl. Das ist eine sehr net­te Trup­pe“, fin­det die Senio­rin. Wei­te­re Mit­strei­ter – Damen und Her­ren – sind in der War­ne­mün­der Trach­ten­grup­pe herz­lich will­kom­men, so Gerd Gru­ne­wald. Der Ver­eins­chef dank­te allen Ver­eins­mit­glie­dern und Gäs­ten für eine ganz tol­le Geburts­tags­par­ty, die nicht all­zu spät aus­klin­gen konn­te. Denn mor­gen ist unse­re Trach­ten­grup­pe selbst­ver­ständ­lich dabei, wenn die Bahn­hofs­brü­cke gedreht und im gan­zen Ort das Brü­cken­fest zum Aus­klang der Haupt­sai­son gefei­ert wird. Sabi­ne Schu­bert

 

Sig­lin­de Lin­dau­er, Ellen Keck und Anke Kar­natz (v. l.) haben Posi­ti­on bezo­gen vor der Erin­ne­rungs­pla­ket­te für „Min Her­zing“  Foto: Vera Zorn

Ehrung für „Min Her­zing“

8. Sep­tem­ber: Punkt 16 Uhr fiel der impro­vi­sier­te Vor­hang von der Erin­ne­rungs­pla­ket­te für die legen­dä­re War­ne­mün­der Fisch­frau „Min Her­zing“.

Der Leucht­turm­ver­ein, das Hei­mat­mu­se­um, der Kul­tur­aus­schuss des Orts­bei­ra­tes und der Muse­ums­ver­ein waren die Initia­to­ren, dass die­ses Schild am Haus der Det­har­ding Apo­the­ke, dort wo der Fisch­kar­ren von Hed­wig Anke (so ihr bür­ger­li­cher Name) vie­le Jah­re stand, ange­bracht wer­den konn­te. Von hier aus rief sie ihr unver­wech­sel­ba­res „Na, min Her­zing, wisst‘n Fisch?“

Eine tol­le Gast­freund­schaft schlug der Run­de von der Apo­the­ke­rin  Sig­lin­de Lin­dau­er ent­ge­gen, die sicht­lich berührt war von der beson­de­ren Ehre für ihr Haus. Vie­le his­to­ri­sche Bil­der, Video­aus­schnit­te, Gum­mi­bär­chen­fi­sche und natür­lich das urei­gens­te Lebens­eli­xier, der Knurr­hahn, fehl­ten nicht für einen Schluck auf Her­zing und auf War­ne­mün­de, das sei­ne Öllings nicht ver­gisst.

Die Her­zing-Nach­fol­ger in zwei­ter Gene­ra­ti­on lie­ßen es sich nicht neh­men, an die­sem beson­de­ren Nach­mit­tag dabei zu sein. Ellen Keck und Anke Kar­natz, die sich genau wie ihre Mut­ter Mar­got Thielk, den wür­di­gen Namen der War­ne­mün­der Fisch­frau zu eigen gemacht hat­ten.

Natür­lich gab es einen Men­schen­auf­lauf wie immer, wenn eine Pla­ket­te ange­bracht wur­de. Dar­un­ter heu­te auch Hei­ke Johann­son aus der es nur so her­aus­spru­del­te: “ Ich bin hier immer extra auf dem Nach­hau­se­weg von mei­ner Freun­din vor­bei gelau­fen. Die Schu­le war aus, aber auf einen Spruch von Her­zing war ich immer wie­der gespannt. Schön, dass sie nicht ver­ges­sen ist.“

Dies ist die 14. Tafel an Häu­sern unse­res Ortes, die erin­nern. Moni­ka Kad­ner

 

Häss­li­che Schmie­re­rei­en an der süd­li­chen Strom­mau­er. Viel­leicht soll­te man sie künst­le­risch gestal­ten? Was mei­nen Sie, lie­be Leser? 

Süd­li­che Strom­mau­er: Kunst statt Schmie­re­rei­en!

5. Sep­tem­ber: Wie sag­ten doch unse­re Öllings? „Nar­ren­hän­de beschmie­ren Tisch und Wän­de“. Unser aal­glatt-Leser Uwe Klein­hans hat sich bei sei­nem Spa­zier­gang sehr geär­gert über all die Schmie­re­rei­en, die am süd­li­chen Ende des Alten Stro­mes auf die Flut­mau­er gesprayt sind. Weit ein­sicht­bar rufen sie auch von der ande­ren Strom­sei­te, der Bahn­hofs­sei­te, nicht nur Kopf­schüt­teln her­vor, son­dern lau­te Schimpf­ti­ra­den. Unser Leser schreibt: „Für Besu­cher War­ne­mün­des, etwa von Schif­fen oder mit der Bahn anrei­send, ist das kein ein­la­den­der Anblick. Gera­de im Hin­blick auf eine Olym­pia-Bewer­bung wäre es wich­tig, dass War­ne­mün­de gepfleg­ter und attrak­ti­ver wird.“  Wei­ter heißt es u. a.  „Eine Idee wäre, die Mau­er – begin­nend vom Zoll­amt – künst­le­risch zu gestal­ten. Das könn­te ein wei­te­res High­light sein und dem Ort auf Schritt und Tritt ein posi­ti­ve­res Gesicht geben.“

Dem kön­nen wir nur zustim­men und geben die­se Kri­tik und die Anre­gun­gen an den Kul­tur­aus­schuss des Orts­bei­ra­tes wei­ter.

 

War­ne­mün­de aus der Luft gese­hen   Foto: Foto­agen­tur nord­licht

War­ne­mün­de soll Wohn­ort blei­ben

3. Sep­tem­ber:  Schon vor eini­gen Wochen frag­te aal­glatt bei der Stadt­ver­wal­tung an: “Wie vie­le Feri­en­woh­nun­gen ver­trägt War­ne­mün­de noch?“

Nun hören wir, dass bereits in den nächs­ten Wochen der Bebau­ungs­plan für War­ne­mün­de geän­dert wird. Die Stadt Ros­tock will das dau­er­haf­te Woh­nen in War­ne­mün­de lang­fris­tig sichern und eine wei­te­re Ver­drän­gung durch Feri­en­woh­nun­gen begren­zen.

„War­ne­mün­de ist einer unse­rer wich­tigs­ten Tou­ris­mus­stand­or­te – aber War­ne­mün­de ist vor allem auch ein Ort, an dem Men­schen dau­er­haft leben und zu Hau­se sind. Bei­des muss mit­ein­an­der ver­ein­bar blei­ben.  Ein leben­di­ges War­ne­mün­de braucht ganz­jäh­rig bewohn­te Häu­ser“, so Sena­to­rin Dr. Ute Fischer-Gäde.

Dau­er­woh­nen und tou­ris­ti­sche Nut­zun­gen sol­len nun­mehr räum­lich geord­net und in ein dau­er­haft ver­träg­li­ches Ver­hält­nis gebracht wer­den. Dazu sind aktu­ell Ver­än­de­run­gen im Bebau­ungs­plan vor­ge­se­hen. Wohn­ge­präg­te Gebie­te unter ande­rem im Umfeld von Gar­ten­stra­ße und Wie­sen­weg sowie in der Schil­ler­stra­ße wer­den als All­ge­mei­ne Wohn­ge­bie­te fest­ge­setzt. Dort sol­len kei­ne neu­en Feri­en­woh­nun­gen mehr zuge­las­sen wer­den.

In ande­ren Berei­chen, in denen Dau­er­woh­nen und Feri­en­woh­nun­gen bereits heu­te neben­ein­an­der bestehen, wer­den Min­dest­an­tei­le für das Dau­er­woh­nen fest­ge­legt. Damit wird gesi­chert, dass auch in stär­ker tou­ris­tisch gepräg­ten Stra­ßen und Quar­tie­ren ein bestimm­ter Anteil dau­er­haft dem Woh­nen vor­be­hal­ten bleibt.

Die Sat­zung über den Bebau­ungs­plan ist begrenzt. Im Nor­den: durch die See­stra­ße, See­pro­me­na­de, Strand­weg, das Hotel „Nep­tun“ und  die Park­stra­ße. Im Osten: durch den Alten Strom. Im Süden: durch die Stra­ße Am Bahn­hof, die Klein­gar­ten­an­la­ge „Am Moor“, die Wohn-Bebau­ung nörd­lich der Ros­to­cker Stra­ße, die Bebau­ung nörd­lich bzw. süd­lich der John-Brinck­man-Stra­ße und die Wohn­be­bau­ung nörd­lich der Laak­stra­ße. Im Wes­ten: durch die Wohn­be­bau­ung west­lich Schwar­zer Weg, die Wohn­be­bau­ung west­lich Fritz-Reu­ter-Stra­ße ohne Nr. 34 – 40, die Klein­gar­ten­an­la­ge „Am Moor“, den Wei­den­weg und die Sport­flä­chen.

Für Woh­nungs­ei­gen­tü­mer bedeu­tet die Ände­rung nicht, dass bestehen­de Feri­en­woh­nun­gen auto­ma­tisch auf­ge­ge­ben wer­den müs­sen. Bereits vor 2013 nach­weis­lich als Feri­en­woh­nun­gen genutz­te Woh­nun­gen kön­nen Bestands­schutz genie­ßen. Unge­neh­mig­te Feri­en­woh­nun­gen erhal­ten dage­gen nicht allein des­halb Bestands­schutz, weil sie bereits bestehen. Für neue Nut­zungs­än­de­run­gen ist künf­tig ent­schei­dend, in wel­chem Teil des Plan­ge­bie­tes sich eine Immo­bi­lie befin­det. Mit der 1. Ände­rung des Bebau­ungs­pla­nes Nr. 01.WA.183 soll des­halb das Ziel, das Dau­er­woh­nen zu schüt­zen,  rechts­si­che­rer sein und zugleich den unter­schied­li­chen Struk­tu­ren inner­halb War­ne­mün­des bes­ser Rech­nung getra­gen wer­den.

Die abschlie­ßen­de Ent­schei­dung der Bür­ger­schaft ist für den 7. Okto­ber 2026 vor­ge­se­hen.

Heu­te waren Gui­do, Dirk und Dani­el dabei, am Leucht­turm­vor­platz die Baum­schei­ben von Unrat zu befrei­en und den Boden leicht zu har­ken. Foto: mkad

68 Bäu­me für War­ne­mün­de

31 August:.Pflegearbeiten rund um die Baum­schei­ben sind in der zu Ende gehen­den Haupt­sai­son nun sehr aktu­ell. Heu­te waren Gui­do, Dirk und Dani­el dabei, am Leucht­turm­vor­platz die Baum­schei­ben von Unrat zu befrei­en und den Boden leicht zu hacken.
Und wie steht es jetzt, in der kom­men­den Pflanz­sai­son mit Neu­pflan­zun­gen bei uns aus, frag­ten wir Stef­fi Sodann vom Grün­amt unse­rer Stadt:
Im Stadt­teil War­ne­mün­de wer­den vor­aus­sicht­lich 68 Bäu­me gepflanzt wer­den, davon 33 an Stra­ßen, 34 in Grün­flä­chen und einer auf dem Fried­hof. Ob das an jedem geplan­ten Stand­ort mög­lich ist, wird im der­zeit lau­fen­den Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren abschlie­ßend geprüft. Hier gilt es sich aus­führ­lich mit den unter­ir­di­schen Lei­tungs­la­gen zu befas­sen.
Dar­über hin­aus sol­len auch noch Pflan­zun­gen im Ste­phan-Jant­zen-Park erfol­gen, die in Art und Umfang noch nicht fest­ste­hen.

“Wir ver­fah­ren mit den Baum­pflan­zun­gen in Ros­tock im Rota­ti­ons­prin­zip, um nicht nur die Pflan­zung, son­dern auch die Ent­wick­lungs­pfle­ge effek­tiv gestal­ten zu kön­nen. Auf die­se Wei­se wird nicht in jedem Stadt­teil jähr­lich gepflanzt. In die­sem Jahr ist War­ne­mün­de an der Rei­he. Die geplan­ten Baum­pflan­zun­gen für die­sen Stadt­teil im Herbst sind also auch Ersatz­pflan­zun­gen aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren, wie z.B. Ersatz von ehe­ma­li­gen Sturm­schä­den.” mkad

 

 

Der lang­jäh­ri­ge Ras­se­ka­nin­chen-Züch­ter Peter Koch freut sich über die Aus­zeich­nun­gen als Ver­eins- und als Kreis­meis­ter. Foto: Mar­cus Bau­mann

Glück­wunsch: Peter Koch ist Ver­eins­meis­ter

23. August: So rich­tig was los war an die­sem Wochen­en­de in der Aus­stel­lungs­hal­le des War­ne­mün­der Ras­se­ka­nin­chen­ver­ein M59. Dort gaben sich 194 Kanin­chen in 40 Ras­sen ein Stell­dich­ein. 40 Züch­ter haben im Rah­men der dies­jäh­ri­gen Jung­tier­schau in Ver­bin­dung mit der 2. War­ne­mün­der Kreis­schau des KV Dem­min ihre schöns­ten Tie­re einer Jury prä­sen­tiert, deren Mit­glie­der die Lang­oh­ren bereits vor Eröff­nung der Schau mit fach­män­ni­schem Blick begut­ach­tet haben. „Wir haben uns mit unse­rem lang­jäh­ri­gen Mit­glied Peter Koch rie­sig gefreut, dass er für sei­ne Kanin­chen der Ras­se Klein­sil­ber hell gleich zwei­fach aus­ge­zeich­net wor­den ist. Der 8o-Jäh­ri­ge wur­de erst­mals Ver­eins­meis­ter. Und zugleich Kreis­meis­ter. Wir gra­tu­lie­ren ihm ganz herz­lich“, sagt Mar­cus Bau­mann, Schrift­füh­rer im War­ne­mün­der Ras­se­ka­nin­chen­ver­ein. Mit dem Lan­des­ver­bands­eh­ren­preis wur­den Erhard Frei­tag aus Satow für sei­ne Hel­len Groß­sil­ber und Sören Gül­de­ner aus Gno­in für sei­ne Deut­schen Klein Wid­der wild­far­ben geehrt. Der Züch­ter aus Gno­in nahm zudem für eines sei­ner Tie­re die Aus­zeich­nung „Bes­ter Ramm­ler“ mit nach Hau­se. Die „Bes­te Häsin“ kommt aus War­ne­mün­de. Der 80-Jäh­ri­ge Klaus-Die­ter Stimm, ehe­ma­li­ger und lang­jäh­ri­ger Vor­sit­zen­der des Ver­eins sowie enga­gier­ter Züch­ter, bekam die­se Aner­ken­nung für ein Häs­chen der Ras­se Klein­sil­ber grau­braun.

Gefreut hat sich das War­ne­mün­der Team auch über vie­le Besu­cher, die vor allem am Sonn­abend vor­bei­schau­ten und die Lang­oh­ren in Augen­schein genom­men haben. Dar­un­ter bei­spiels­wei­se auch Ver­tre­ter der benach­bar­ten Klein­gar­ten­an­la­ge Am Moor.

Mor­gen  heißt es für das Aus­stel­lungs­or­ga­ni­sa­ti­onteam, die Käfi­ge aus­zu­mis­ten, zu säu­bern, abzu­bau­en und für die nächs­te gro­ße Schau ein­zu­la­gern. Die­se fin­det übri­gens im nächs­ten Jahr statt. „Dann orga­ni­sie­ren wir die 50. und damit eine Jubi­lä­ums­schau“, gibt Mar­cus Bau­mann, der eben­so wie sei­ne Frau Eli­sa im Ver­eins­vor­stand aktiv ist, schon mal einen Aus­blick. Wie uns der 43-Jär­hi­ge sagt, besteht der War­ne­mün­der Ras­se­ka­nin­chen­ver­ein bereits seit 1932. Der­zeit gehö­ren ihm knapp 60 Mit­glie­der an. Sabi­ne Schu­bert

Lie­der­li­cher Alter Strom

22. August: Strom­an­woh­ner vom nörd­li­chen Ende der Vör­der­reeg haben uns ange­spro­chen, dass wir doch bit­te den Ver­ant­wort­li­chen der Stadt­ver­wal­tung ener­gisch auf die Füße tre­ten möch­ten! Ihre Kri­tik: Ver­ram­melt und ver­na­gelt ist das Haus mit der Num­mer 64 seit Wochen und Mona­ten. Ab Haus­num­mer 66 steht seit bald zwei Wochen eine weit­räu­mi­ge Absper­rung auf der Stra­ße zum Ufer hin bis zur Num­mer 68 und engt erheb­lich den Lie­fer­ver­kehr ein. Nichts, aber rein gar nichts tut sich hier.

Ein Urwald Gestrüpp aus Unkräu­tern in der Umzäu­nung des Grund­stü­ckes vom Strom 115. Neben­ste­hen­de Geschäf­te  sind immer noch gezwun­gen dar­auf hin­zu­wei­sen, dass trotz Bau­stel­le (?) ihre Geschäf­te wei­ter­ge­hen. Ist hier jemand auf­ge­wacht, weil laut geneh­mig­tem Bau­schild aus dem Bau­amt fünf Feri­en­woh­nun­gen ent­ste­hen soll­ten?

Schand­fle­cke auf dem denk­mal­ge­schütz­ten Stra­ßen­zug der Vör­der­reeg am Alten Strom! … Uund lei­der reden wir schon lan­ge nicht mehr nur von den vie­len Klei­der­stän­dern, die den Weg ver­sper­ren und einen ramm­schi­gen Markt aus unse­rem wun­der­schö­nen Strom machen.

Zu Zei­ten der Öllings gab es stren­ge Vor­schrif­ten für die Bade­sai­son. Noch nicht mal gebaut wer­den durf­te. Da gab es aller­dings auch einen Vogt. Sei­ne Hege­die­ner dreh­ten Tag für Tag  ihre Run­den und sorg­ten dafür, dass sich War­ne­mün­de heu­te noch mit sei­ner Ver­gan­gen­heit schmü­cken kann. Wie mag unser War­ne­mün­de in fünf oder 15 Jah­ren aus­se­hen? Moni­ka Kad­ner 

Neu­es Leben im War­ne­mün­der Pfarr­haus: Props­tei­bü­ro Ros­tock zieht ein

19. August: Das War­ne­mün­der Pfarr­haus in der Kir­chen­stra­ße 1 ist ab sofort wie­der voll bewohnt. In den Som­mer­fe­ri­en zog das Büro der Props­tei Ros­tock in das ers­te Ober­ge­schoss. Propst Dirk Fey und die Sekre­tä­rin Anne Weiß ver­las­sen damit die Ros­to­cker Innen­stadt. Zuvor lag ihr Büro in der 10. Eta­ge des Niko­lai­kirch­turms.

Mit dem Schul­start am Mon­tag wird der Umzug nun im All­tag spür­bar. Für das geschichts­träch­ti­ge Pfarr­haus bedeu­tet der Ein­zug ein run­des Gesamt­kon­zept. Das Gebäu­de dient nun wie­der kom­plett als kirch­li­cher Kno­ten­punkt und Wohn­raum. Neben den neu­en Büro­räu­men beher­bergt das Ober­ge­schoss jetzt auch ein Kon­fe­renz­zim­mer sowie das Archiv.

Das Pas­to­ren­ehe­paar Ste­phan und Dirk Fey lebt bereits seit dem 1. April 2026 in der Dienst­woh­nung des Hau­ses. Ste­phan Fey ist seit dem 1. Okto­ber 2025 Pas­tor in War­ne­mün­de. Zuvor wohn­te hier bis zum Som­mer des ver­gan­ge­nen Jah­res Pas­tor Har­ry Moritz. Nach des­sen Aus­zug wur­den das Hoch­par­terre mit der Dienst­woh­nung und das 1. Ober­ge­schoss mit dem heu­ti­gen Props­tei­bü­ro ener­ge­tisch saniert.

Doch was genau pas­siert in einem Props­tei­bü­ro? Propst Dirk Fey ist seit dem 1. Mai 2022 im Kir­chen­kreis Meck­len­burg tätig. Er erklärt sei­ne Auf­ga­ben so: „Gemein­sam im Team der vier pröpst­li­chen Per­so­nen gestal­ten wir die Lei­tung unse­res Kir­chen­krei­ses Meck­len­burg Hand in Hand mit der Kir­chen­kreis­syn­ode und dem Kir­chen­kreis­rat. Als Dienst­vor­ge­setz­ter küm­me­re ich mich um ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, damit die Pas­to­rin­nen und Pas­to­ren vor Ort best­mög­lich den Kopf frei haben für ihre eigent­li­che Arbeit in den Kir­chen­ge­mein­den. Und nach außen brin­ge ich mit ande­ren die evan­ge­li­sche Stim­me und unser christ­li­ches Zeug­nis als Impuls in die Gesell­schaft ein.“

Der Umzug hat prak­ti­sche Struk­tur­grün­de. Der Ros­to­cker Niko­lai­kirch­turm war frü­her Sitz der gesam­ten Kir­chen­kreis­ver­wal­tung. Mit der Fusi­on zur Nord­kir­che ver­la­ger­ten sich die­se Büros allein nach Güs­trow, Neu­bran­den­burg und Schwe­rin. Im Turm blieb das pröpst­li­che Büro zurück. Außer­dem arbei­tet hier die Öffent­lich­keits­ar­beit des Kir­chen­krei­ses Meck­len­burg, das Evan­ge­li­sche Kin­der- und Jugend­werk der Props­tei Ros­tock sowie das Kirch­li­che Zen­trum Niko­lai­kir­che Ros­tock. Jetzt soll es eine Neu­aus­rich­tung geben. Die Räu­me im Turm sol­len in den nächs­ten Jah­ren saniert wer­den. Dort ent­ste­hen neue Arbeits­plät­ze für noch mehr kirch­li­che Akteu­re.

Mit dem Ein­zug in War­ne­mün­de rückt der Ros­to­cker Propst zwar näher an die Men­schen an der Küs­te. Doch die Props­tei Ros­tock ist ein gro­ßer und viel­fäl­ti­ger Teil der Regi­on. Sie zählt aktu­ell 46.720 Gemein­de­glie­der in 54 Kir­chen­ge­mein­den. Die­se ver­tei­len sich auf die fünf Kir­chen­re­gio­nen: Ros­tock, Ribnitz/Sanitz, Meck­len­bur­gi­sche Schweiz, Güs­trow und Doberan. Die Gren­zen ver­lau­fen von Ros­tock öst­lich bis Wus­trow über Dar­gun bis Mal­chin und Rit­ter­manns­ha­gen. Im Wes­ten rei­chen sie von Kra­kow am See nörd­lich über Büt­zow und Krö­pe­lin bis nach Küh­lungs­born.

Zusam­men mit den Props­tei­en Wis­mar (Pröps­tin Ant­je Exner), Par­chim (Pröps­tin Sabi­ne Schüm­ann) und Neu­stre­litz (Pröps­tin Brit­ta Cars­ten­sen) bil­det sie den Ev.-Luth. Kir­chen­kreis Meck­len­burg. Die­ser umfasst ins­ge­samt 130.220 Mit­glie­der in 172 Kir­chen­ge­mein­den. Meck­len­burg ist einer von 13 Kir­chen­krei­sen der Nord­kir­che. Gemein­sam mit Pom­mern bil­det er den Spren­gel Meck­len­burg und Pom­mern unter Lei­tung von Bischof Til­man Jere­mi­as.

Das Team in der Kir­chen­stra­ße 1 freut sich auf die neue Nach­bar­schaft. Ein gro­ßer Plus­punkt ist die her­vor­ra­gen­de Erreich­bar­keit: Vom Bahn­hof War­ne­mün­de sind es zu Fuß nur rund vier Minu­ten Geh­zeit bis zum Pfarr­haus.

 

Mark Sturm (links) und Juli­an Sturm­schnei­der von der Nur­se Stif­tung sind Frank, der an den Roll­stuhl gefes­selt ist, beim Umset­zen ins Sea­truc behilf­lich. Foto:mkad

Bade­spaß trotz Han­di­cap

6. August:  Das hat unser Strand wirk­lich noch nicht gese­hen: eine futu­ris­tisch anmu­ten­de Schie­nen­kon­struk­ti­on. Auf die­ser ist ein was­ser­fes­ter Ses­sel mon­tiert. Hier nahm am ver­gan­ge­nen Diens­tag mit­hil­fe von zwei kräf­ti­gen Nur­se Club Mit­ar­bei­tern Frank Platz. Der jun­ge Mann, der mit star­ken Ein­schrän­kun­gen lebt, war wahn­sin­nig auf­ge­regt, als er die was­ser­fes­te Tas­ta­tur umge­hängt bekam und ohne Hil­fe­stel­lung allein und nur mit einer Begleit­per­son ins Meer fuhr. Und end­lich das küh­le Was­ser, die Wel­len spü­ren konn­te. An die­sem Diens­tag war dies alles noch ein Test – aber bereits eine Sen­sa­ti­on, denn das mit Frank besetz­te Sea­trac am Ende des Strand­auf­gan­ges 4 zog sofort eine neu­gie­ri­ge Men­schen­trau­be an. „Etwas ganz Tol­les für unse­re Pati­en­ten, die auf einen Roll­stuhl ange­wie­sen sind!“, so Juli­an Sturm­schnei­der vom Nur­se Club. Die­se Stif­tung, die gera­de mal weni­ge Mona­te alt ist in der Han­se­stadt, hat sich auf die Fah­nen geschrie­ben, die Lebens­qua­li­tät pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen mit Behin­de­run­gen zu för­dern. Dabei haben die vier exami­nier­ten Pfle­ger und die ein­zi­ge Frau an ihrer Sei­te, die Pfle­ge­hel­fe­rin Sarah Kuring, beson­ders die mög­li­chen Frei­zeit­an­ge­bo­te im Ost­see­bad im Blick. Zu dem ers­ten, von Mathi­as Trei­chel und der Stadt auf­ge­stell­ten gro­ßen Strand­korb für Behin­der­te  stell­te die Nur­se Stif­tung gleich noch drei Kör­be dazu. Das gro­ße SUP für drei Roll­stüh­le folg­te. Zu dem von Trei­chel ange­schaff­ten Bade­wa­gen mit Bal­lon­rei­fen im Hand­be­trieb betrie­ben, gesell­te sich von der Nur­se Stif­tung  ein zwei­ter dazu.

Nun am Diens­tag die Vor­stel­lung des Sea­trac. Inner­halb weni­ger Minu­ten las­sen sich die Steck­ver­bin­dun­gen mon­tie­ren und der ergo­me­tri­sche Sitz fährt per Knopf­druck eigen­stän­dig ins Was­ser. „Aber vor allem“, erklärt Juli­an Sturm­schnei­der, „fah­ren unse­re inten­siv pfle­ge­be­dürf­ti­gen Pati­en­ten selbst­stän­dig und am bes­ten nur mit einer Begleit­per­son.  So spü­ren sie mit allen Sin­nen das Meer..“

Noch ist die­ser Sea­trac bei uns Zukunfts­mu­sik. In den Mit­tel­meer­län­dern ist er fast an jedem Strand­ab­schnitt ver­tre­ten… Aber alle Ach­tung: im Herbst wird die Ros­to­cker Ober­bür­ger­meis­te­rin  mit der Lan­des­re­gie­rung und dem Nur­se Club zusam­men­kom­men, damit eine frei bestimm­te Bade­mög­lich­keit  für Rol­li-Fah­rer am War­ne­mün­der Strand mit Blau­er Flag­ge und dem Prä­di­kat Ost­see­bad Rea­li­tät wird.   Moni­ka Kad­ner

Nähe­res zur Nur­se Stif­tung unter: 0381⁄87399304 und das Spen­den­kon­to: Ost­see­s­par­kas­se,  IBAN:  DE 61 1305 0000 0201175800

 

Hotel Nep­tun kom­plett zur DERTOUR Group

25. Juli: Die Deut­sche See­ree­de­rei schärft ihre stra­te­gi­sche Aus­rich­tung: Das Unter­neh­men über­trägt sei­ne ver­blei­ben­den 25,1 Pro­zent an der DSR Hotel Hol­ding mit Wir­kung zum 1. August 2026 an die DERTOUR Group und schafft sich damit gezielt Raum, sei­ne unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit auf die Ent­wick­lung neu­er tou­ris­ti­scher Kon­zep­te zu rich­ten. Die DERTOUR Group wird damit allei­ni­ge Eig­ne­rin des Unter­neh­mens. Über den Ver­kauf hin­aus blei­ben bei­de Unter­neh­men bei aus­ge­wähl­ten Pro­jek­ten part­ner­schaft­lich ver­bun­den.

Die DSR Hotel Hol­ding geht auf die über vie­le Jah­re von Horst Rahe und der Deut­schen See­ree­de­rei erfolg­reich auf­ge­bau­ten Hotel­ak­ti­vi­tä­ten zurück. Zum Port­fo­lio gehö­ren die Mar­ken A‑ROSA, aja, HENRI, Urban Natu­re und MIRA Hotels & Resorts sowie tra­di­ti­ons­rei­che Ein­zel­ho­tels wie das Hotel NEPTUN in War­ne­mün­de  und das Hotel Lou­is C. Jacob in Ham­burg. Das Port­fo­lio umfasst 34 Feri­en­ho­tels in Deutsch­land, Öster­reich und Ita­li­en, die gezielt auf erd­ge­bun­de­ne Anrei­sen set­zen.

Seit 2021 hat­ten die Deut­sche See­ree­de­rei und die DERTOUR Group das Hotel­ge­schäft gemein­sam geführt; die DERTOUR Group bau­te ihre Betei­li­gung in den Fol­ge­jah­ren schritt­wei­se auf zuletzt 74,9 Pro­zent aus. Mit dem jet­zi­gen Schritt zieht sich die Deut­sche See­ree­de­rei bewusst aus dem ope­ra­ti­ven Hotel­ge­schäft zurück und kon­zen­triert ihre Kräf­te auf Zukunfts­the­men, denen sie sich bereits seit Län­ge­rem wid­met. Mit der voll­stän­di­gen Über­nah­me der DSR Hotel Hol­ding stärkt die DERTOUR Group ein stra­te­gisch wich­ti­ges Wachs­tums­feld.

Horst Rahe, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Deut­schen See­ree­de­rei, erklärt: „Wir über­ge­ben ein erfolg­reich auf­ge­bau­tes Hotel­ge­schäft in gute Hän­de und schaf­fen uns damit den Frei­raum, unse­re Ener­gie auf die Ent­wick­lung neu­er tou­ris­ti­scher Geschäfts­mo­del­le zu kon­zen­trie­ren. Die Zusam­men­ar­beit mit der DERTOUR Group bleibt part­ner­schaft­lich und wird bei geeig­ne­ten Pro­jek­ten fort­ge­führt.“

„Die DSR Hotel Hol­ding ist ein wich­ti­ger Bestand­teil unse­rer Hotel Divi­si­on. Mit der voll­stän­di­gen Über­nah­me schaf­fen wir eine kla­re und ver­läss­li­che Grund­la­ge für die wei­te­re Ent­wick­lung des Unter­neh­mens und sei­ner Mar­ken. Mein beson­de­rer Dank gilt Horst Rahe, dem geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ter der Deut­schen See­ree­de­rei. Mit außer­ge­wöhn­li­chem unter­neh­me­ri­schem Weit­blick, Inno­va­ti­ons­freu­de und gro­ßem per­sön­li­chem Ein­satz hat er die Ent­wick­lung die­ses hoch­wer­ti­gen Hotel- und Mar­ken­port­fo­li­os maß­geb­lich geprägt. Für die­se her­aus­ra­gen­de Leis­tung gebührt ihm unse­re höchs­te Aner­ken­nung“, sagt Chris­toph Debus, CEO der DERTOUR Group. „Wir freu­en uns dar­auf, die DSR auch bei neu­en Pro­jek­ten part­ner­schaft­lich zu beglei­ten.

Künf­tig bün­delt die Deut­sche See­ree­de­rei ihre Kom­pe­ten­zen auf die Kon­zep­ti­on, Ent­wick­lung und Markt­ein­füh­rung neu­er Ange­bo­te für den Tou­ris­mus- und Frei­zeit­markt. Die Rei­se­bran­che befin­det sich in einem tief­grei­fen­den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess, der durch Digi­ta­li­sie­rung und künst­li­che Intel­li­genz, ver­schärf­te Nach­hal­tig­keits­an­for­de­run­gen, ver­än­der­te Mobi­li­täts­prä­fe­ren­zen, geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten und struk­tu­rel­le Eng­päs­se auf dem Arbeits­markt geprägt ist. „Unse­re beson­de­re Stär­ke lag immer dar­in, Ver­än­de­run­gen im Rei­se­ver­hal­ten früh­zei­tig zu erken­nen und dar­aus kon­kre­te Pro­duk­te und Geschäfts­mo­del­le zu ent­wi­ckeln. Wir arbei­ten wei­ter an der Ent­wick­lung neu­er, zukunfts­fä­hi­ger Ange­bo­te,“ betont Horst Rahe.

War­ne­mün­der Braut­kro­nen: die lin­ke ist mehr als 200 Jah­re alt und wur­de 1848 letzt­mals getra­gen. Die rech­te ist ein etwa 40 Jah­re altes Replik, das die Trach­ten­grup­pe als Dau­er­leih­ga­be dem Hei­mat­mu­se­um zur Ver­fü­gung gestellt hat. Foto: susa

In War­ne­mün­der Tracht mit Braut­kro­ne hei­ra­ten?

23. Juli: Auch im dies­jäh­ri­gen Nie­gen Ümgang war die War­ne­mün­der Trach­ten­grup­pe mit einem Braut-Paar, dar­ge­stellt von Shan­na Dshanus­so­wa und Mathi­as Rima­ne, ver­tre­ten. Braut und Bräu­ti­gam tra­gen zu die­sem Anlass Klei­dung wie sie etwa um 1840 in War­ne­mün­de zur Trau­ung üblich gewe­sen sein könn­te.  Ein beson­de­res, aber auch schwe­res Pracht­stück ist die Braut­kro­ne, ein fili­gra­nes Kunst­werk, das sei­nes­glei­chen sucht.  Bei Fried­rich Bar­ne­witz nach­le­sen kann man dazu:  „… auf dem Kopf trug sie  die über und über mit Glas­per­len geschmück­te Braut­kro­ne, deren gro­ßen Ohren­klap­pen aus schwar­zem Tuch mit Gold­fä­den schne­cken­för­mig durch­zo­gen waren und das gan­ze Haar ver­deck­ten.“

Da die Braut­kro­ne sehr auf­wän­dig her­ge­stellt wer­den muss­te, sie damit in der Anschaf­fung sehr teu­er war und die Men­schen in War­ne­mün­de in frü­he­ren Zei­ten beschei­den leb­ten, wur­de die­se Kopf­be­de­ckung zur Hoch­zeit aus­ge­lie­hen. Im Ort soll es zwei Braut­kro­nen gege­ben haben. Die eine ver­lieh die Frau des amtie­ren­den Pas­tors, die ande­re die Putz­ma­che­r­ein Trien-Liesch Michel­sen, die 1882 mit ihrer Kro­ne beer­digt wor­den ist. Im Hei­mat­mu­se­um, so Chris­toph Weg­ner, sind die metal­le­nen Res­te die­ses Kopf­schmu­ckes, die bei Umbet­tungs­ar­bei­ten gefun­den wur­den, auf­be­wahrt. Eben­so wie jene Braut­kro­ne, die die Pfar­rers­frau letzt­mals 1848 ver­lie­hen hat. In einer Vitri­ne im Dau­er­aus­stel­lungs­raum hat die­ses Pracht­stück einen beson­de­ren Platz gefun­den. Dane­ben befin­det sich seit eini­ger Zeit ein Replik, das die War­ne­mün­der Trach­ten­grup­pe als Dau­er­leih­ga­be zur Ver­fü­gung gestellt hat. „Im War­ne­mün­der Umgang von Klaus Mar­tens gab es eine Sze­ne, wäh­rend der eine War­ne­mün­der Hoch­zeit vor der See­kis­te zur Krim nach­ge­stellt wor­den ist. Dazu brauch­te man eine Braut­kro­ne. Eine Mas­ken­bild­ne­rin des Volks­thea­ters Ros­tock hat vor etwa 40 Jah­ren die­ses Replik nach alten Fotos ange­fer­tigt. Die dazu not­wen­di­gen Mate­ria­li­en wie die Glas­per­len hat sie über Kon­tak­te aus dem Wes­ten bezo­gen“, weiß Karin Scar­barth aus Erzäh­lun­gen. 1996, als die lang­jäh­ri­ge Lei­te­rin der Trach­ten­grup­pe in die­ser Mit­glied wur­de, wur­de die­se Kro­ne zum Umgang von einer Braut bereits aus­ge­führt. Die nach­ge­stell­te Braut­kro­ne, so Karin Scar­barth, kommt dem Ori­gi­nal recht nahe. Die wei­te­re Klei­dung, die Braut und Bräu­ti­gam zum Umgang tra­gen, hin­ge­gen ist in Anleh­nung an alte Auf­zeich­nun­gen ent­stan­den. Der Bräu­ti­gam bei­spiels­wei­se trägt die War­ne­mün­der Fischer­tracht – mit einem Sträuß­chen am Revers.

Woll­te heu­te ein Paar in War­ne­mün­der Tracht, sprich auch mit Braut­kro­ne, hei­ra­ten, könn­te es sich dazu Klei­dung aus­lei­hen? „Bis 1933 noch haben War­ne­mün­der in Tracht gehei­ra­tet. Dann war das nicht mehr erwünscht. Auch in der DDR hat­te man damit zunächst Pro­ble­me. Erst mit dem ers­ten Som­mer­fest der War­ne­mün­der War­now­werft und dem Script von Klaus Mar­tens änder­te sich die Ein­stel­lung. Und ja, tat­säch­lich haben wir hin und wie­der schon mal eine Tracht aus­ge­lie­hen. Nie­mals aber die Braut­kro­ne. Sie ist ein­fach auch als Replik zu wert­voll. Außer­dem ist sie sehr schwer. Und auf­grund der Ohren­klap­pen kann die Braut fast nichts hören“, ver­rät die Ehren­vor­sit­zen­de der Trach­ten­grup­pe.

Und wie sieht es mit dem Ori­gi­nal aus? „Unse­re Braut­kro­ne wur­de 1848 letzt­mals von einer Braut getra­gen. Sie ist mehr als 200 Jah­re alt. Ein wert­vol­les musea­les Stück, das wir nicht aus­lei­hen kön­nen“, betont Muse­ums­lei­ter Chris­toph Weg­ner. Sabi­ne Schu­bert

War­ne­mün­der Biblio­thek

Ballan­chie­ren auf der Mole

Han­no Hoch­muth, Mein War­ne­mün­de. 128 Sei­ten, mare­ver­lag 2026, ISBN 978−3−86648−771−0, 20 Euro

Insi­de, Rostock/Warnemünde, Hinstorff Ver­lag 2026, 132 Sei­ten, ISBN 978−3356−02580−4

22. Juli: Die bei­den Neu­erschei­nun­gen, die wir heu­te vor­stel­len, soll­ten in kei­ner gut sor­tier­ten War­ne­mün­der Hotel- oder Pen­si­ons­bi­blio­thek feh­len. Zu Hau­se im Bücher­schrank schon gar nicht. Mehr War­ne­mün­de geht kaum.

Begin­nen wir mit dem gera­de bei Hinstorff erschie­ne­nen neu­es­ten Stadt- und Rei­se­füh­rer Rostock/Warnemünde im hand­li­chen Pocket­for­mat aus der bewähr­ten „INSIDE“-Reihe. Anhand über­sicht­lich und prä­gnant auf­be­rei­te­ter Infor­ma­tio­nen kön­nen sich Gäs­te und selbst Ein­hei­mi­sche schnell über Adres­sen, Kon­tak­te und News aus Ros­tock und War­ne­mün­de infor­mie­ren. Neben his­to­ri­schen Exkur­sen gibt es eine Fül­le von Tipps für neue und bekann­te Restau­rants und Bars, Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, Aus­flugs­tipps sowie Sze­ne­treffs und Cafés. Emp­feh­lun­gen für Stadt­rund­gän­ge feh­len eben­so wenig wie Sport- und Frei­zeit­an­ge­bo­te, Hin­wei­se auf Kul­tur­ein­rich­tun­gen und das Nacht­le­ben. Auf den Punkt gebrach­te „INSIDE Infos“ laden zum Schmö­kern und Pla­nen ein, die vie­len Fotos machen das Büch­lein zu einem moder­nen Füh­rer durch Ros­tock und War­ne­mün­de. Lei­der auch mit ziem­lich viel Hoch­glanz­wer­bung. Wer nach dem Blät­tern in die­sem aktua­li­sier­ten Rei­se­füh­rer kei­ne Ideen für einen Besuch am Alten Strom, in der Ros­to­cker Hei­de, der Fischer­bas­ti­on, der Alten Vog­tei oder zu einem der benach­bar­ten Sehens­wür­dig­kei­ten in Küh­lungs­born, Wis­mar, Mar­low oder Wiet­ha­gen fin­det, dem ist, wenigs­tens in War­ne­mün­de und Umge­bung, kaum zu hel­fen.

 

Der Ost­ber­li­ner His­to­ri­ker Han­no Hoch­muth, ein vom Leib­niz-Zen­trum gewähl­ter „Kopf der Wis­sen­schaft“, hat bereits 2024 sein Haupt­stadt-Buch „Ber­lin: Das Rom der Zeit­ge­schich­te“ ver­öf­fent­licht. Nun erzählt er im bekannt­lich auf mari­ti­me The­men spe­zia­li­sier­ten mare-Ver­lag über sein War­ne­mün­de. Natür­lich wie in die­ser Rei­he üblich unter dem Titel „Mein War­ne­mün­de“.

Es ist nicht weni­ger als eine Lie­bes­ge­schich­te, die schon als Kind begann, als er sei­ne Tan­te Ant­je in Lüt­ten Klein besuch­te und immer wie­der auch nach War­ne­mün­de kam. „In War­ne­mün­de gab es nie Dis­kus­sio­nen, wo wir hin­ge­hen soll­ten. Der Weg war klar: zur Mole! Vor­bei am alten Leucht­turm und am iko­ni­schen Tee­pott…“ Angst hat­te der klei­ne Han­no vor allem vor den Feu­er­qual­len in der Ost­see, die Mole aber war ein siche­rer Ort, „die Mau­er war breit genug, um gefahr­los ganz allei­ne lau­fen zu kön­nen“. ‚Ballan­chie­ren nann­te ich das damals und fand es groß­ar­tig. Plötz­lich war ich grö­ßer als die Erwach­se­nen auf der Mole. Ich konn­te das offe­ne Meer sehen, und ich konn­te alles wer­den, was ich mir wünsch­te. His­to­ri­ker gehör­te damals noch nicht dazu. Aber von War­ne­mün­de gibt es vie­le Geschich­ten zu erzäh­len.“

Genau das gelingt Hoch­muth auf den fol­gen­den über 100 Sei­ten. Ich wür­de mich als gebo­re­ner Rüga­ner sehr wun­dern, wenn nicht selbst War­ne­mün­der in die­sem unter­halt­sa­men, kurz­wei­lig geschrie­be­nen Büch­lein Epi­so­den und Din­ge ent­de­cken, die sie so noch nicht wuss­ten.

Anek­do­ten aus der Fami­li­en­ge­schich­te des Autors, His­to­ri­sches von Ste­phan Jant­zen bis Ulrich Müt­her, sehr per­sön­li­che Erleb­nis­se und Refle­xio­nen ver­dich­ten sich zu eben jenem War­ne­mün­de-Bild, wie wir alle es ken­nen, doch dies­mal aus der Per­spek­ti­ve eines ver­lieb­ten Ber­li­ners neu und anders sehen wer­den. Wuss­ten Sie, das Edvard Munchs Gemäl­de „Baden­de Män­ner“ noch immer Sand­kör­ner vom War­ne­mün­der Strand in der Farb­schicht ent­hält? Oder was die Bücher­bü­xe im Kur­park über die Zusam­men­set­zung der Bewoh­ner und Gäs­te von War­ne­mün­de ver­rät? Oder was der Tee­pott mit der West­ber­li­ner Kon­gress­hal­le oder einem Nacht­club in Aca­pul­co zu tun hat? Oder war­um Wal­ter Ulb­richt sich den Tee­pott zum per­sön­li­chen Geschenk erkor? Nicht zuletzt, weil man dort „die lau­schi­gen Ecken“ für die ver­lieb­te Jugend nicht ver­ges­sen hät­te.

Das Kapi­tel über das Son­nen­blu­men­haus in Lich­ten­ha­gen muss dem Autor sehr wich­tig gewe­sen sein, scheint aber in einem War­ne­mün­de-Buch etwas deplat­ziert. Infor­ma­tiv und unter­halt­sam zugleich die Geschich­te des „Nep­tun“, wo heu­te noch immer Gäs­te „den Osten im Nor­den“ fin­den, wie einst den Wes­ten im Osten. Mit dem hei­me­li­gen Duft der Broi­ler-Bar.

Wagen sie sich also unbe­küm­mert mit dem Autor auf sein Stand-up-Padd­le-Board und genie­ßen mit ihm vom Meer aus ein brei­tes Pan­ora­ma sei­nes War­ne­mün­de.

Unter uns: Hei­ßen Back­fisch-Udo und Back­fisch-Thi­lo wirk­lich und immer noch Thi­lo und Udo?             Hol­ger Kan­kel

Im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res wur­den die Flü­gel der War­ne­mün­der Müh­le abge­nom­men. Über die inter­es­san­te Geschich­te unse­rer Müh­le sprach Chris­ti­an Mey­er auf dem Muse­ums­abend vor weni­gen Tagen. Fotos: susa

War­ne­mün­der Zeit­rei­se: Meyer’s Müh­le

20. Juli: Wie ein Lauf­feu­er ver­brei­te­te sich im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res die Kun­de im Ost­see­bad: von Mey­ers Müh­le sind Flü­gel abge­fal­len. Seit­her ver­fol­gen vie­le War­ne­mün­der das Gesche­hen rund um das his­to­ri­sche, unter Denk­mal­schutz ste­hen­de Gemäu­er mit Argus­au­gen. Auch wenn das im Jah­re 1866 gebau­te Gebäu­de nicht mehr sei­nen ursprüng­li­chen Zweck dient, es gehört zu War­ne­mün­de wie Ost­see, Leucht­turm, Kir­che und Tee­pott.  Wie groß das Inter­es­se an der Gale­rie-Hol­län­der-Wind­müh­le nach wie vor ist, wur­de spä­tes­tens wäh­rend des jüngs­ten Muse­ums­abends deut­lich: sämt­li­che Kar­ten für die­se Ver­an­stal­tung unter dem Mot­to „1866 – 2026: 160 Jah­re Warnemünder/ Mey­ers Müh­le“ waren schon lan­ge im Vor­aus ver­kauft.

Aus Schwe­rin in sei­ne alte Hei­mat gekom­men war Chris­ti­an Mey­er, der Sohn der letz­ten Besit­zer Ger­hard und Doris Mey­er. Der 60-Jäh­ri­ge nahm die Zuhö­rer mit auf eine Zeit­rei­se, die mit der Geburts­stun­de der Müh­le 1866 „einen Sonn­tags­spa­zier­gang weit von den letz­ten Häu­sern des Ortes ent­fernt inmit­ten grü­ner Wie­sen“ begann. Am 29. Sep­tem­ber 1867, so bele­gen es alte Urkun­den, kam das ers­te Mehl aus der Müh­le, deren Holz­tei­le sämt­lich aus der Ros­to­cker Hei­de stam­men. Höhen und Tie­fen gehö­ren zur Geschich­te der Müh­le, deren Besit­zer teils Plei­te gin­gen, sich teils zur Ruhe setz­ten. Schließ­lich soll­te sie 1912 gar Wohn­häu­sern wei­chen, sprich abge­ris­sen wer­den. Dann ent­schloss sich Hugo Mey­er 1919 das Grund­stück samt Müh­len­be­trieb zu kau­fen. Der Kauf­mann war weit­sich­tig und bau­te bereits 1921 ein Moto­ren­haus an, für den Fall, dass auch in War­ne­mün­de mal kein Wind wehen soll­te. Vor­aus­schau­end gedacht, denn mit der Bebau­ung der Laak­stra­ße ver­schlech­ter­ten sich die Wind­ver­hält­nis­se. Als Hugo Mey­er 1937 starb, über­nahm sein Sohn Ger­hard die Müh­le. 1953 dann star­te­te die DDR-Regie­rung ent­lang der Ost­see­küs­te und eben auch in War­ne­mün­de die Akti­on Rose. Wer Eigen­tum besaß, soll­te – unter wel­chem Vor­wand auch immer – ent­eig­net wer­den. „Mein Vater wur­de zu einer 13-mona­ti­gen Haft ver­ur­teilt. Nach vier Mona­ten kam er aus dem Gefäng­nis in Büt­zow frei. Wir beka­men die Müh­le zurück. Doch sämt­li­che Betriebs­kon­ten waren gelöscht und alles ein­ge­la­ger­te Getrei­de und Mehl ver­schwun­den. Wie­der ein Neu­an­fang“, sagt Chris­ti­an Mey­er. Zumal die pri­va­ten Müh­len erst dann Getrei­de zur Mehl­her­stel­lung beka­men, wenn die volks­ei­ge­nen Müh­len aus­ge­las­tet waren. 1971 konn­te der War­ne­mün­der auf der Leip­zi­ger Mes­se zwei moder­ne Dop­pel­wal­zen­stuhl-Maschi­nen kau­fen – weil ein poten­ti­el­ler aus­län­di­scher Kun­de abge­sagt hat­te. Acht Ton­nen Getrei­de in drei Schich­ten pro Tag konn­ten in der War­ne­mün­der Müh­le zu Rog­gen­meh­len und Schrot ver­mah­len wer­den. Als Ger­hard Mey­er 1975 plötz­lich starb, über­nahm sei­ne Frau Doris den Betrieb. Da sie kei­nen Meis­ter­ab­schluss hat­te, wur­de ein lang­jäh­ri­ger Ober­mül­ler als sol­cher aner­kannt. Oft waren Schul­klas­sen in der Müh­le zu Gast. Die Kin­der bestaun­ten die Tech­nik und durf­ten mit einem für das Mehl bzw. Mehl­sä­cke gedach­ten Auf­zug fah­ren. Davon, so wur­de wäh­rend des Muse­ums­abends berich­tet, erzäh­len die dama­li­gen Kin­der noch heu­te.

Am 1. April 1991 wur­de der Mahl­be­trieb in der seit 1979 unter Denk­mal­schutz ste­hen­den Müh­le ein­ge­stellt. Brot und Bröt­chen gab es im Super­markt, Bäcke­rei­en ver­schwan­den. Die ver­än­der­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen, aber auch die Tat­sa­che, dass kei­nes der drei Kin­der von Ger­hard und Doris Mey­er das Mül­ler­hand­werk gelernt haben, führ­ten zu dem schwe­ren Ent­schluss. 1993 wur­den an der Müh­le Sanie­rungs­ar­bei­ten durch­ge­führt und neue Flü­gel und die Wind­ro­se ange­baut. Das Gebäu­de aber stand leer. Was tun? Gast­wir­t­ehe­paar Karin und Andre­as Bau­er leg­ten ein Nut­zungs­kon­zept für ein Restau­rant vor, das vor­sah, die alte Müh­len­tech­nik erleb­bar zu machen. Denk­mal­pfle­ger Ger­hard Lau und Chris­ti­an Mey­er haben die­ses Vor­ha­ben beglei­tet. Bis 2017 exis­tier­te die Gast­stät­te. Ein Jahr spä­ter haben sich die Erben zum Ver­kauf des Anwe­sens ent­schlos­sen. Drei Woh­nun­gen sind in der Müh­le ent­stan­den. „Schön wäre es, wenn die Müh­le anläss­lich ihres 160. Geburts­ta­ges wie­der Flü­gel bekä­me. Sie noch lan­ge erhal­ten bleibt“, sagt Chris­ti­an Mey­er. Nicht uner­wähnt las­sen möch­te er:  Nach der poli­ti­schen Wen­de wur­de das im Zuge der Akti­on Rose gefäll­te Unrechts-Urteil gegen den War­ne­mün­der Müh­len­be­sit­zer Ger­hard Mey­er auf­ge­ho­ben. Sabi­ne Schu­bert

 

Für Mathi­as Rieck ist und bleibt das Segel-Revier vor War­ne­mün­de das schöns­te weit und breit. Foto: mkad

Auf­ta­keln und los!

10. Juli:  Zwei Stun­den vor dem Hupen, dem Start­be­ginn, gibt‘s nur eins für Mathi­as Rieck, auf­ta­keln und los! Er liebt sei­ne OK-Jol­le und will raus aus dem Hafen. Ein, zwei Schlä­ge mal eben vor­weg, Wind und Wel­len che­cken. Dass Mat­ze, so kennt ihn  ein jeder in der Seg­ler­fa­mi­lie, noch kei­ne Schwimm­häu­te gewach­sen sind – ein Wun­der!

Fami­lie Rieck wohnt ein paar Häu­ser neben uns Am Strom. Ich weiß noch genau, wenn die Jungs mit ihren neun Jah­ren auf dem Schul­hof  Kräf­te­mes­sen „ver­an­stal­te­ten“, war Mat­ze längst am Steg, hör­te gespannt, was  Han­si Petrow­ski, spä­ter Jörn Etzold, sei­ne War­ne­mün­der Übungs­lei­ter, ihm erklär­ten und natür­lich ging‘s dann ab in den Opti. Klitsch­nass, völ­lig zer­strub­belt, mit brei­tem Grin­sen kam er nach Hau­se.

Wir tref­fen uns heu­te im son­nen­durch­flu­te­ten Foy­er der Sport­schu­le. Mat­ze ist inzwi­schen 47 Jah­re alt. Sei­ne 17jährige Toch­ter Joan­na und der 12 Jah­re alte Kal­le wol­len nach­her im Hafen sein. Aber erst ein­mal kommt Mat­ze nicht aus dem Schwär­men über sein ehe­ma­li­ges Hei­mat­re­vier raus. „Es ist für mich mit gro­ßem Abstand das bes­te Revier Deutsch­lands. Fast stän­dig bläst es auf­lan­dig Nord-West. Mit gro­ßer Wel­le run­ter zu segeln, ist  ein Genuss! In 20 Minu­ten bist du am Kurs.“ Mathi­as und sei­ne Frau arbei­ten und leben längst in der Nähe von Ber­lin. Nach­dem er von der 420er Boots­klas­se bei den Lasern ein­ge­stie­gen war und die Sport­re­por­ter ihn als Segel-Ass der Ost­see zu recht beschrie­ben, war vor 20 Jah­ren die Fami­lie aber dann doch die Num­mer 1 in sei­nem Leben. „Jetzt sind die Kin­der groß. Es krib­bel­te auch bei den „klei­nen“ Was­sern in Rangsdorf oder am Wann­see. Ich fand für mich eine fas­zi­nie­ren­de Boots­klas­se, die OK-Jol­le. Gleich­zei­tig aber auch Lol­li­popp, einen Regat­ta­ver­ein, wo alte Hasen es noch mal wis­sen wol­len und eine wun­der­ba­re fami­liä­re Atmo­sphä­re herrscht. Die Mel­de­lis­te für mei­ne ers­te Regat­ta im Novem­ber 2025 auf dem Wann­see war lei­der sehr klein. Aber dafür erschwing­lich für das Fami­li­en­bud­get. Das ist jetzt anders.. Ein gro­ßes Teil­neh­mer­feld und viel, viel teu­rer. Trotz­dem! In War­ne­mün­de passt alles. Es ist pro­fes­sio­nell, fami­li­är, denn man läuft auf den Ste­gen vie­len Bekann­ten über den Weg.“

Er ist heu­te elf­ter gewor­den. Sein Kom­men­tar: „ Mor­gen geht‘s mit zwei­ter und drit­ter Regat­ta wei­ter. Für das zwei­te mal über­haupt aktiv zu segeln, bin ich zufrie­den. Ist aber mor­gen aus­bau­fä­hig!“                                                    Moni­ka Kad­ner 

12. Juli: Nach­richt von der Jury: Von den 21 gestar­te­ten OK-Jol­len wur­de Mathi­as Rieck mit sei­ner Jol­le in der Gesamt­wer­tung Fünf­ter Gra­tu­la­ti­on auch von aal­glatt!                           

 

Wie sau­ber ist die­ser Sand tat­säch­lich? Pro­fes­so­rin Dr. Joan­na Waniek vom IOW weiß, wie­viel Plas­tik und ande­rer Müll im Strand­sand ver­steckt ist. Foto: mkad

Wie geht’s unse­rer Ost­see?

aal­glatt-Redak­teu­rin Moni­ka Kad­ner war mit Prof. Dr. Joan­na Waniek vom IOW am Strand unter­wegs

2. Juli:  Eine Ver­ab­re­dung mit der War­ne­mün­de­rin, Pro­fes­so­rin Dr. Joan­na Waniek vom Leib­niz Insti­tut für Ost­see­for­schung, lässt mich immer wie­der mei­nen Hut abneh­men, den ich im Som­mer so ger­ne tra­ge, wie die­se Frau mit­rei­ßen kann, ihre hoch spe­zia­li­sier­ten, wis­sen­schaft­li­chen Pro­ble­me weit über das Insti­tut, den Hör­saal hin­aus, für jeder­mann ver­ständ­lich zu machen. Ich fra­ge sie:

Wie geht‘s denn der Ost­see?

Die Blaue Flag­ge für eine her­vor­ra­gen­de Was­ser­qua­li­tät zum Baden weht ja auch in die­sem Jahr wie­der an unse­rem Strand. Aber! Die Akti­vi­tä­ten der Men­schen, die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels stel­len die größ­ten Bedro­hun­gen dar. Für uns Wis­sen­schaft­ler  sind das gro­ße Her­aus­for­de­run­gen.  Wir möch­ten doch alle gemein­sam das Meer und den Strand vor unse­rer Haus­tür auch für nach­fol­gen­de Gene­ra­tio­nen schüt­zen.

Wie geschieht das kon­kret?

Bereits 1974 kon­sti­tu­ier­te sich die Hel­sin­ki-Kom­mis­si­on zum Schutz der Mee­res­um­welt der Ost­see. Die HELCOM. Die Ost­see­an­rai­ner­staa­ten und die EU haben bei­spiels­wei­se im Ost­see­ak­ti­ons­plan bis 2030 fest­ge­schrie­ben, dass Daten über Men­gen und Quel­len  und die Trans­port­we­ge von Mee­res­ab­fäl­len an die Poli­ti­ker wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Damit die Gesetz­ge­bung auf fun­dier­ten Erkennt­nis­sen basie­ren kann.

Ist das nicht ein Kampf à la  Don Qui­chot­te gegen Wind­müh­len­flü­gel? 

Ich bin doch nicht allein! In unse­rem Insti­tut sind wir 15 Mee­res­for­scher in ver­schie­dens­ten Arbeits­grup­pen. Beson­ders die jun­gen, oft noch stu­die­ren­den und an Dis­ser­ta­tio­nen arbei­ten­den Mit­ar­bei­ter, geben immer wie­der Anstö­ße, wenn wir die Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen phy­si­ka­li­schen und bio­lo­gi­schen Pro­zes­sen unter­su­chen. Wir neh­men regel­mä­ßig Pro­ben im Sand und im Spül­saum, um Belas­tung durch Ziga­ret­ten­rück­stän­de und Mikro­plas­tik zu erfas­sen. Wir haben Sen­so­ren in unter­schied­li­chen Becken der Ost­see auf zahl­rei­chen Tie­fen aus­ge­bracht. Fünf Mal im Jahr fah­ren wir mit unse­ren For­schungs­schif­fen auf See, den Zustand der Ost­see zu mes­sen. Die wis­sen­schaft­lich belast­ba­ren Ergeb­nis­se der betei­lig­ten Staa­ten sind über die HELCOM für jeden und jedes Land ver­füg­bar.

Was steht im Moment im Mit­tel­punkt?

Eines von vie­len: Plastk! Es löst sich nicht auf…  Es zer­fällt in Mikro-und Nano­plas­tik, also in Par­ti­kel, die mit blo­ßem Auge vom Sand nicht unter­scheid­bar sind. Es gelangt in die mensch­li­che Nah­rungs­ket­te über Spei­sen und Geträn­ke.

Die inten­si­ve For­schung ist zir­ka 15 Jah­re jung. Wir haben noch vie­le unbe­ant­wor­te­te Fra­gen.

Nicht nur mit Ihrem kürz­li­chen Vor­trag im Munch Haus oder mit den War­ne­mün­der Aben­den immer am Don­ners­tag im Insti­tut im Juli und August, wer­ben Sie und ihre Kol­le­gen für den Schutz der Ost­see? 

Ja, denn ich fin­de, das ist wich­tig! Wel­cher Rau­cher denkt schon dar­an wenn er sei­ne Ziga­ret­ten­kip­pe in den Sand steckt, dass damit Gif­te wie Schwer­me­tal­le und Teer in den Boden kom­men, den Sand und das Grund­was­ser ver­seu­chen. Ein Stum­mel ver­gif­tet rund 60 Liter Was­ser. Auf einem Qua­drat­ki­lo­me­ter Strand sind kürz­lich über 900  Ziga­ret­ten­res­te gefun­den wor­den….

Eine Plas­tik­fla­sche oder eine Plas­tik­tü­te, braucht 100 bis 200 Jah­re bist sie zu Mikro- und Nano­plas­tik zer­fällt. Bei einem acht­los hin­ge­wor­fe­nen Papier­ta­schen­tuch dau­ert es bis zu fünf Jah­re bis der Zer­set­zungs­pro­zess ein­setzt.

Gibt es bei all die­sem gru­se­li­gen Umwelt­müll auch Opti­mis­ti­sches zu ver­kün­den? 

Seit eini­gen Jah­ren ver­teilt die Tou­ris­mus­zen­tra­le hier in War­ne­mün­de 5000 Strand­aschen­be­cher. „Eigent­lich“ sind Eis­löf­fel, Stroh­hal­me Kaf­fee­be­cher, Scha­len für das Mit­tag to go  aus Plas­tik ver­bo­ten. All dies wird bei­spiels­wei­se aus Mais bereits her­ge­stellt. Zum Glück  wird es auf unse­rer Pro­me­na­de teil­wei­se auch ange­bo­ten.  

Es sind ers­te, klei­ne Schrit­te. Aber es hat ein Nach­den­ken ein­ge­setzt. Dazu ver­hilft auch ein von Mee­res­for­schern und Muse­ums­päd­ago­gen ent­wi­ckel­tes Pro­gramm „Plastc School“. Es wen­det sich an Päd­ago­gen und Schü­ler der unter­schied­lichs­ten Klas­sen­stu­fen.  Es kos­tet nichts. Ist nur vom Com­pu­ter run­ter zu laden. 

Gibt es einen stil­len Wusch für unser Land?

Dass  Kur­be­trie­be und kom­mu­na­le Kur­ver­wal­tun­gen, ein­ge­schlos­sen der Tou­ris­mus­be­trieb Rostock/Warnemünde,  nicht nur Trop­fen auf den hei­ßen Stein reg­nen las­sen. Müll nicht ver­teilt wird  mit mor­gend­li­chem Har­ken des Stran­des oder wie vor­bild­lich vom Was­ser-und Schiff­fahrts­amt Stral­sund wöchent­lich die West­mo­le gefegt wird, der Sand mit dem Müll aller­dings auf das Boll­werk und den Strand geschleu­dert wird. Sicher­lich müss­te Geld in die Hand genom­men wer­den… Wenn dann noch die Poli­tik auf­wacht…. 

 

Mäd­chen und Jun­gen aus der Klas­se 3a der Hein­rich-Hei­ne-Grund­schu­le haben die Juro­ren in ihrem Schul­gar­ten nicht nur mit selbst­ge­mach­ten Kräu­ter­salz, son­dern auch mit einem Quiz begrüßt und über­rascht. Foto: mkad

KGA Am Moor: Spaß und Freu­de statt Prü­fungs­stress

24. Juni:  Wenn Prü­fun­gen anste­hen, jemand vor einer Jury bestehen möch­te… immer schwingt ein biss­chen Bam­mel, Auf­re­gung mit.  Man kann nicht sagen, dass die Klein­gar­ten­freun­de von der Anla­ge „Am Moor“ nicht auf­ge­regt waren, aber ange­fan­gen von den Zehn­jäh­ri­gen bis hin zu den betag­ten Rent­nern, stan­den sie alle selbst­be­wusst, ideen­reich den Juro­ren  aus der gesam­ten Bun­des­re­pu­blik Rede und Ant­wort. Sie führ­ten ihre som­mer­li­chen Gär­ten vor, die Begeg­nungs­stät­te Am Moor als Kul­tur- und Ver­an­stal­tungs­ort, ihren Schul­gar­ten und besta­chen bereits beim Rund­gang durch sicht­bar geleb­tes Enga­ge­ment, öko­lo­gi­sche und sozia­le Leis­tun­gen.

Der Grund aber, war­um gera­de ges­tern vie­le Klein­gärt­ner mit ihrem blau­en T‑Shirt „Gärt­nern und Meer“ in der Anla­ge prä­sent waren:  Der 26. Bun­des­wett­be­werb „Gär­ten im Städ­te­bau“  unter dem Mot­to „Klein­gar­ten­som­mer: cool und gemein­sam statt hit­zig und ein­sam!“.

Immer­hin rech­nen sich die über 600 Mit­glie­der der ältes­ten und größ­ten Klein­gar­ten­an­la­ge  „Am Moor“ e. V.  gute Chan­cen  aus, im Bun­des­wett­be­werb zu punk­ten. Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den sie Lan­des­sie­ger im Wett­be­werb der Klein­gar­ten­ver­ei­ne Mecklenburg/Vorpommerns.

Gleich hin­ter dem Haupt­ein­gang fröh­li­ches Kin­der­ge­schnat­ter. Hier im Schul­gar­ten gehen eini­ge mit Gra­be­for­ke und hand­schuh­be­hü­te­ten Fin­gern dem Unkraut zu Lei­be. Ande­re pflan­zen noch sehr zar­te Salat­pflan­zen und rufen nach Was­ser zum Angie­ßen nach den Mäd­chen mit den Gieß­kan­nen. Phil und Julie haben bei Oma und den Eltern auch einen Gar­ten. Sie wis­sen schon Bescheid und sagen ihren Klas­sen­ka­me­ra­den an, wäh­rend Anna und Mala sich die vor­be­rei­te­ten Rät­sel­fra­gen noch ein­mal vor­neh­men, denn die Juro­ren sol­len zei­gen, was sie kön­nen… Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin Susann Schu­bert und Klas­sen­leh­re­rin Ant­je Schmidt sind immer mit­ten­drin und freu­en sich, dass der Schul­gar­ten – natür­lich auch mit einer  2022 vom War­ne­mün­der Lions Club gestif­te­ten Lau­be – so ein wesent­li­cher Bestand­teil eines pra­xis­na­hen Unter­richts gewor­den ist.

Der Rund­gang führ­te wei­ter durch ver­schie­de­ne Par­zel­len, zu den benach­bar­ten Klein­tier­züch­tern, zum Erfri­schungs­stand mit Pro­duk­ten aus den Gär­ten, zum Moor­bio­top und zum Ver­ein­sim­ker Tho­mas, der den ers­ten Som­mer­blü­ten­ho­nig des Jah­res dabei hat­te, und schließ­lich zum regio­na­len Büfett, das das Land­kom­bü­se-Team vor­be­rei­tet hat­te.

Tho­mas Klein­worth, Chef der Juro­ren, ist ange­tan. „Hier sind die alten Struk­tu­ren in Bewe­gung. Offen­sicht­lich ist es: Am Moor  wird nicht nur Obst  und Gemü­se ange­baut. Es ist eine schö­ne Mischung zur Natur­nä­he, einem Mit­ein­an­der, einer Ver­ant­wor­tung für öko­lo­gi­sches Gleich­ge­wicht mit der Stadt.“

Das ist doch schon mal ein Lob. Aber die ande­ren Sie­ger der Lan­des­wett­be­wer­be in der Bun­des­re­pu­blik kön­nen bestimmt auch mit so man­chem Pfund für die­sen Bun­des­wett­be­werb  wuchern.

Es bleibt span­nend. Am 14.  Novem­ber fällt die Ent­schei­dung. Das Team aal­glatt – War­ne­mün­der Aller­lei drückt die Dau­men. Moni­ka Kad­ner.

  1. Nep­tun-Werft baut Off­shore-Platt­for­men

17. Juni: Einer der größ­ten Indus­trie­auf­trä­ge für Meck­len­burg-Vor­pom­mern seit Jah­ren geht nach War­ne­mün­de. Auf der Nep­tun-Werft sol­len Off­shore-Platt­for­men ent­ste­hen, mit­tels derer der Strom in die Net­ze an Land ein­ge­speist wer­den kann. Dar­über hat der Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber 50Hertz heu­te gemein­sam mit Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che (CDU) infor­miert. Den ers­ten Auf­trag für eine Off­shore-Kon­ver­ter­platt­form des neu­en Zwei-Giga­watt-Stan­dards hat das Unter­neh­men an ein Kon­sor­ti­um aus Sie­mens Ener­gy und Nep­tun Smuld­ers Off­shore Rene­wa­bles (NSO­Re) ver­ge­ben. Das Kon­sor­ti­um aus der Mey­er-Toch­ter Nep­tun und dem Unter­neh­men Smuld­ers wur­de 2023 eigens zu die­sem Zweck gegrün­det.

Für Meck­len­burg-Vor­pom­mern bedeu­tet der Auf­trag neue Arbeits­plät­ze und Mil­li­ar­den­in­ves­ti­tio­nen . Zumal es nicht nur um einen ein­zel­nen Auf­trag geht.  Ein zwei­ter wird der­zeit ver­han­delt. Kommt auch die­ser zustan­de, sum­miert sich das Volu­men auf rund 2,5 Mil­li­ar­den Euro. “Das ist ein Rie­sen­auf­trag”, sag­te Meck­len­burg-Vor­pom­merns Minis­ter­prä­si­den­tin Manue­la Schwe­sig (SPD). Bis zu 500 neue tarif­ge­bun­de­ne Arbeits­plät­ze auf der Werft und wei­te­re 500 Stel­len bei Zulie­fe­rern könn­ten im Umfeld der Werft ent­ste­hen.

Instal­liert wer­den die Kon­ver­ter­platt­for­men spä­ter rund 200 Kilo­me­ter west­lich von Sylt in der Nord­see. Dort wan­deln sie den von Off­shore-Wind­parks erzeug­ten Wech­sel­strom in Gleich­strom um. Über Unter­see­ka­bel wird die Ener­gie an Land trans­por­tiert. Die Lei­tung endet an einem neu­en Netz­ver­knüp­fungs­punkt bei Müh­len­beck nord­west­lich von Schwe­rin. Dort wird der Gleich­strom wie­der in Wech­sel­strom umge­wan­delt, ins Höchst­span­nungs­netz ein­ge­speist und schließ­lich wei­ter in Rich­tung Süd­deutsch­land trans­por­tiert.

Über Jah­re war unklar, ob deut­sche Werf­ten bei die­sen hoch­spe­zia­li­sier­ten Anla­gen über­haupt eine Chan­ce gegen inter­na­tio­na­le Wett­be­wer­ber haben. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­ri­na Rei­che wer­te­te die Ver­ga­be als indus­trie­po­li­ti­sches Signal. Welt­weit gebe es nur weni­ge Unter­neh­men, die sol­che Anla­gen über­haupt bau­en könn­ten. “Die­ser Auf­trag ist ein wirk­lich ermu­ti­gen­des Signal”, beton­te Rei­che.

Noris: Lösun­gen für mari­ti­me Wirt­schaft

13. Juni: Unter den Geehr­ten zur 28. Unter­neh­mer­eh­rung der Han­se- und Uni­ver­si­täts­stadt Ros­tock 2025 befin­det sich auch der Geschäfts­füh­rer der Noris Auto­ma­ti­on GmbH Felix Weiss mit Sitz in War­ne­mün­de. In der Lau­da­tio heißt es u. a.:

Die Noris Auto­ma­ti­on GmbH wur­de 1992 in Ros­tock gegrün­det und ist Teil der tra­di­ti­ons­rei­chen NORIS Group aus Nürn­berg, die seit 1925 zu den füh­ren­den Spe­zia­lis­ten für Mess‑, Steue­rungs- und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik gehört.  Das Unter­neh­men Noris Auto­ma­ti­on ent­wi­ckelt und fer­tigt seit­her Antriebs­steue­rungs- und Auto­ma­ti­sie­rungs­sys­te­me für Schif­fe. Im Jahr 2014 erfolg­te die Zen­tra­li­sie­rung der Auto­ma­ti­sie­rungs­pro­jek­tie­rung aus Nürn­berg nach Ros­tock. Damit wur­de die Noris Auto­ma­ti­on GmbH zum Inno­va­ti­ons­kno­ten­punkt der Grup­pe im Bereich Schiff­bau und mari­ti­me Tech­nik.

Die Noris Auto­ma­ti­on GmbH als Teil des Fami­li­en­un­ter­neh­mens der Noris Group, reinves­tiert Gewin­ne kon­se­quent im Unter­neh­men. Hin­ter dem Erfolg ste­hen Men­schen aus Ros­tock und der Regi­on – Fach­kräf­te, die mit Lei­den­schaft und Prä­zi­si­on arbei­ten.  Am War­ne­mün­der Stand­ort arbei­ten 66 Mit­ar­bei­ter im Bereich Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on. Die NORIS Auto­ma­ti­on GmbH zeigt, was ver­ant­wor­tungs­vol­le Unter­neh­mens­füh­rung bedeu­tet. Obwohl NORIS in einem hoch­spe­zia­li­sier­ten Nischen­markt tätig ist, ent­fal­tet die Tech­no­lo­gie des Unter­neh­mens eine bemer­kens­wer­te inter­na­tio­na­le Wir­kung und zählt zu den gefrag­ten Lösun­gen der mari­ti­men Indus­trie.  Die kom­ple­xen Auto­ma­ti­ons- und Steue­rungs­sys­te­me aus Ros­tock fin­den sich nicht nur in der kom­mer­zi­el­len Schiff­fahrt – etwa auf moder­nen Car­go­schif­fen oder Fäh­ren –, son­dern eben­so auf Flot­ten von natio­na­len und inter­na­tio­na­len Sicher­heits­kräf­ten. Dar­über hin­aus ver­trau­en auch anspruchs­vol­le Expe­di­ti­ons­schif­fe auf die­se Tech­nik, und sogar die größ­ten Mega­yach­ten welt­weit setzt auf Lösun­gen aus War­ne­mün­de.

Mit sei­ner tech­no­lo­gi­schen Spe­zia­li­sie­rung trägt das Unter­neh­men NORIS wesent­lich zur Posi­tio­nie­rung Ros­tocks als mari­ti­mer High-Tech-Clus­ter bei sind ein bedeu­ten­der Image­trä­ger für unse­re Han­se- und Uni­ver­si­täts­stadt Ros­tock.  Die Noris Auto­ma­ti­on GmbH ist regel­mä­ßig an zukunfts­wei­sen­den Ent­wick­lun­gen betei­ligt, womit der Stand­ort das Zukunfts­bild Ros­tocks als „Inno­va­ti­ons­stand­ort im mari­ti­men Engi­nee­ring“ stärkt. Seit mehr als drei Jahr­zehn­te ist die NORIS Auto­ma­ti­on GmbH in Ros­tock prä­sent – eine Bestän­dig­keit, die das Unter­neh­men zu einem Sym­bol für wirt­schaft­li­che Ver­läss­lich­keit macht und zugleich ein wich­ti­ges Ele­ment der posi­ti­ven Außen­wir­kung unse­rer Stadt dar­stellt.

Die Noris Auto­ma­ti­on GmbH trägt in beson­de­rer Wei­se zur Image­för­de­rung der Han­se- und Uni­ver­si­täts­stadt Ros­tock bei. Durch ihre tech­no­lo­gi­sche Spit­zen­po­si­ti­on im mari­ti­men Sek­tor, ihre inter­na­tio­na­le Sicht­bar­keit, ihre lan­ge regio­na­le Ver­wur­ze­lung und ihre Rol­le als Inno­va­ti­ons­mo­tor. Noris zeigt, wie ein Unter­neh­men aus Ros­tock welt­weit Maß­stä­be setz­ten kann. Mit jeder Steue­rungs­ein­heit und jedem Pro­jekt trägt die Noris Auto­ma­ti­on GmbH den Namen Ros­tock hin­aus in die Welt und steht für Inge­nieurs­kunst Made in Ros­tock.

Aus Werft­be­cken wird Zukunfts­stand­ort für Off­shore- und Ener­gie­tech­no­lo­gien

11. Juni: Heu­te wur­de der ers­te offi­zi­el­le Ramm­schlag für die Umge­stal­tung des ehe­ma­li­gen Werft­be­ckens am War­ne­mün­der Pas­sa­gier­kai gesetzt. Das Are­al wird zum mari­ti­men Gewer­be­park für nach­hal­ti­ge Ener­gie­tech­no­lo­gien umge­stal­tet.

Der tra­di­ti­ons­rei­che Schiff­bau­stand­ort wird revi­ta­li­siert und zu einem moder­nen Off­shore- und Gewer­be­quar­tier ent­wi­ckelt. Mit einem Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men von mehr als 100 Mil­lio­nen Euro han­delt es sich um die zweit­größ­te Infra­struk­tur­maß­nah­me in der jün­ge­ren Geschich­te des Ros­to­cker Hafens nach der Ansied­lung von Lieb­herr im Über­see­ha­fen.

Lan­des­weit ist das Vor­ha­ben nach dem Neu­bau der Pee­ne­strom­brü­cke der­zeit die zweit­größ­te Infra­struk­tur­in­ves­ti­ti­on in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Minis­ter­prä­si­den­tin Manue­la Schwe­sig: „Mit die­sem Pro­jekt ent­steht in Ros­tock ein neu­er Zukunfts­stand­ort für die mari­ti­me Wirt­schaft und die Ener­gie­wen­de. Die Lan­des­re­gie­rung unter­stützt das Vor­ha­ben mit 78,3 Mil­lio­nen Euro, um hier die Vor­aus­set­zun­gen für neue Inves­ti­tio­nen, hoch­wer­ti­ge Arbeits­plät­ze und nach­hal­ti­ge Wert­schöp­fung zu schaf­fen. Gleich­zei­tig stär­ken wir Meck­len­burg-Vor­pom­mern als füh­ren­den Stand­ort für Off­shore-Wind­ener­gie und wei­te­re umwelt­freund­li­che Ener­gie­tech­no­lo­gien.“

Ober­bür­ger­meis­te­rin Eva-Maria Krö­ger unter­strich: „Für den Schiff­bau nicht mehr benö­tig­te Flä­chen erhal­ten eine neue Per­spek­ti­ve und wer­den künf­tig für Zukunfts­tech­no­lo­gien genutzt. Es ent­ste­hen attrak­ti­ve Gewer­be­flä­chen mit direk­tem Kai­an­schluss und her­vor­ra­gen­den Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten. Ros­tock beweist damit ein­mal mehr sei­ne hohe Stand­ort­qua­li­tät für inno­va­ti­ve Unter­neh­men.“

Mehr als zehn Jah­re Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren waren erfor­der­lich, um die bereits seit 2007 ver­folg­te Umpro­fi­lie­rung des ehe­ma­li­gen Schiff­bau­stand­or­tes nun auch bau­lich umzu­set­zen. Das künf­ti­ge Gewer­be­ge­biet wird eine Flä­che von mehr als zehn Hekt­ar umfas­sen. Hin­zu kom­men knapp drei Hekt­ar Kai­flä­chen mit einer Gesamt­kai­län­ge von 555 Metern. Rund 15 Pro­zent des Are­als ent­fal­len auf Stra­ßen und Wege. Allein für die Errich­tung einer neu­en Spund­wand sind über 6.000 Ton­nen Stahl not­wen­dig.

Ralf Merz für die ARGE Züb­lin, Prien, Col­cre­te: „Die Umge­stal­tung des ehe­ma­li­gen Werft­stand­or­tes zählt zu den anspruchs­volls­ten Hafen­bau­pro­jek­ten in Nord­deutsch­land. Neben umfang­rei­chen Rück­bau- und Sanie­rungs­ar­bei­ten ent­ste­hen moder­ne Kai­an­la­gen und Erschlie­ßungs­flä­chen für zukünf­ti­ge Nut­zer. Dabei set­zen wir auf die Kom­pe­tenz zahl­rei­cher Unter­neh­men und Fach­kräf­te aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern und der Regi­on.“

Die Bau­ar­bei­ten glie­dern sich in fünf von­ein­an­der abhän­gi­ge Teil­pro­jek­te. Nach dem Rück­bau von ins­ge­samt 28 Bestands­ge­bäu­den und der Ent­sor­gung vor­han­de­ner Abfall- und Recy­cling­ma­te­ria­li­en erfol­gen umfang­rei­che Boden­sa­nie­run­gen an Land sowie im Bereich der bestehen­den Spund­wän­de. Anschlie­ßend wird das Gebiet durch den Bau einer Haupt­stra­ße und drei wei­te­rer Erschlie­ßungs­stra­ßen sowie durch die Neu­ver­le­gung sämt­li­cher Ver- und Ent­sor­gungs­lei­tun­gen erschlos­sen. An vier Lie­ge­plät­zen ent­ste­hen neue Spund­wän­de. Dar­über hin­aus wird ein Teil des bis­he­ri­gen Werft­be­ckens ver­füllt, um zusätz­li­che Vor­stell- und Logis­tik­flä­chen zu schaf­fen. Für die Lie­ge­plät­ze im Becken ist ein Tief­gang von etwa 9,5 Metern vor­ge­se­hen. Die Fer­tig­stel­lung des Gewer­be­parks ist inner­halb der kom­men­den fünf Jah­re vor­ge­se­hen.

Als Gene­ral­pla­ner ver­ant­wor­tet die INROS LACKNER SE die Ent­wick­lung des Werft­be­ckens zum mari­ti­men Gewer­be­park von der Mach­bar­keits­stu­die bis zur Fer­tig­stel­lung. Dabei koor­di­niert das Archi­tek­tur- und Inge­nieur­un­ter­neh­men sämt­li­che Pro­jekt­be­tei­lig­te in enger Abstim­mung mit dem Hafen- und See­manns­amt. Seit mehr als sechs Jahr­zehn­ten beglei­tet INROS LACKNER die Ent­wick­lung der mari­ti­men Infra­struk­tur in Ros­tock und der Regi­on. Zu den Pro­jek­ten zäh­len unter ande­rem das Kreuz­fahrt­ter­mi­nal mit Land­strom­an­la­ge sowie die Ent­wick­lung von Stück- und Schütt­gut­ter­mi­nals, des Ölha­fens und des Lieb­herr-Stand­orts im Über­see­ha­fen sowie zahl­rei­che Pro­jek­te im Stadt­ha­fen. Als wei­te­re Pla­ner dabei sind Bau­grund Stral­sund Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH, Plan Akzent Ros­tock und UGB Geneh­mi­gungs­ma­nage­ment GmbH sowie die bau­aus­füh­ren­den Fir­men ARGE Züb­lin, Döring GmbH, SDL City Bau­ma­nage­ment und STRABAG AG. Pro­jekt­lei­ter ist Tobi­as Günzl, der seit 1999 bei INROS LACKNER arbei­tet. Sei­ne Exper­ti­se ist die Pla­nung und Umset­zung kom­ple­xer Hafen- und Was­ser­bau­pro­jek­te. Am Stand­ort Ros­tock ist Tobi­as Günzl für den Bereich Was­ser­bau zustän­dig.

Mit dem Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber 50Hertz steht bereits einer der ers­ten Anker­nut­zer des neu­en Gewer­be­parks fest. Auf 25.000 Qua­drat­me­tern Grund­stücks­flä­che wird das „Ros­tock Off­shore Quar­tier“ als mul­ti­funk­tio­na­les Gebäu­de­en­sem­ble mit moder­nen Büros, Werk­stät­ten und Mate­ri­al­la­ger direkt an der Kai­kan­te ent­ste­hen. Dort sol­len bis zu 180 Men­schen in unter­schied­li­chen Funk­ti­ons­be­rei­chen des 50Hertz-Off­shore-Betrie­bes arbei­ten. Neben der Zen­tra­le in Ber­lin und dem Regio­nal­zen­trum Mit­te in Neu­en­ha­gen in Bran­den­burg wird dies der dritt­größ­te 50Hertz-Stand­ort sein.

Das neue Gewer­be­ge­biet soll ins­be­son­de­re Unter­neh­men aus den Berei­chen Off­shore-Wind­ener­gie, Netz­in­fra­struk­tur, mari­ti­me Ener­gie­tech­nik sowie wei­te­re mari­ti­me Dienst­leis­tun­gen anzie­hen.

War­ne­mün­der Biblio­thek

Ein War­ne­mün­der Hexen­zir­kel

Regio­nal­kri­mis, wohin man schaut. Mor­den im Nor­den, Süden, Osten, Wes­ten.

Natür­lich ist auch die Ost­see oft ein belieb­ter Tat­ort. Dies­mal gehen „War­ne­mün­der Wit­wen“, so der Titel des unlängst erschie­ne­nen Kri­mi­nal­ro­mans von Hen­ri­et­ta Hartl, ihren Cha­ri­ty- und kri­mi­nel­len Klün­ge­lei­en nach. Eigent­lich müss­te der Roman ja „Die War­ne­mün­der Wit­we“ hei­ßen, weil nur Hed­da, die „ungut ver­netz­te“ und „unter­welt­affi­ne“ Che­fin des Hexen­zir­kels aus schwar­zen und wei­ßen Wit­wen, tot­schick mit mör­de­ri­scher Ener­gie unter­wegs ist zwi­schen Altem Strom und Hoher Düne. Dort­hin hat es die Münch­ner Luxus-Immo­bi­li­en­be­ra­te­rin Karo­li­ne ver­schla­gen. Sie wit­tert schnell hin­ter dem Tod von Hed­das Mann bei der Explo­si­on sei­ner Yacht einen zünf­ti­gen Mord, den sie in Miss-Mar­ple-Manier auf­zu­klä­ren gedenkt.

Hen­ri­et­ta Hartl, die sich selbst als „anglo­phi­le Ost­see­frän­kin“ bezeich­net, hat einen soli­den, aus der Sicht ver­schie­de­ner Figu­ren erzähl­ten, weit­ge­hend unter­halt­sa­men Kri­mi geschrie­ben. Neben Möwen­ter­ror und Kri­tik an def­ti­gen Restau­rant­prei­sen hät­te er durch­aus etwas mehr Ost­see-Flair ver­tra­gen. Auch die sprach­li­chen Anlei­hen aus der Bui­siness- und Jugend­welt wir­ken eher ärger­lich und zu sehr gewollt. Sti­lis­ti­sche Ver­beu­gung vor dem Zeit­geist ist das Gegen­teil von modern.

Wahr­schein­lich, so deu­tet es die Autorin jeden­falls zum Schluss an, wer­den wir eini­gen der Figu­ren die­ses Schmö­kers, ein­schließ­lich eines gru­se­li­gen Mes­ser-Stal­kers, in einem Fol­ge­band wie­der begeg­nen. Karo­li­ne könn­te dann etwas mehr Far­be und Pro­fil ver­tra­gen und das Regio­na­le in die­sem War­ne­mün­de-Kri­mi etwas mehr wie­der erkenn­ba­re Regio­na­li­tät. Sozu­sa­gen. Um das über­stra­pa­zier­te Lieb­lings­wort der Autorin zu zitie­ren. Hol­ger Kan­kel

(Hen­ri­et­ta Hartl, War­ne­mün­der Wit­wen, TB, 288 Sei­ten. emons Ver­lag 2026, ISBN 978−3−7408−2788−5, 14 Euro)

Eine alte Post­kar­te, die sich im Bestand des Hei­mat­mu­se­ums befin­det, zeigt die Müh­len­stra­ße mit ihren Lin­den in ver­gan­ge­ner Zeit. Damals haben Anwoh­ner offen­sicht­lich den Wild­wuchs an den Bäu­men noch besei­tigt und für eine gepfleg­te Fla­nier­mei­le gesorgt. 

Die­se Auf­nah­me von der Müh­len­stra­ße ent­stand in die­sen Tagen. Foto: mkad

Alt wie ein Baum….

11. Mai: Alt wie ein Baum, möch­te ich werden….wer von uns Älte­ren kann die­sen Text nicht zur Melo­die der Puh­dys aus dem Jahr 1977 mit­sin­gen? Mir fällt die Melo­die ein, wenn über die alten Bäu­me in der Müh­len­stra­ße mit anmu­ten­den wis­sen­schaft­li­chen Abhand­lun­gen der Initia­ti­ve Ret­tet den Küs­ten­wald gegen die  Gewer­be­trei­ben­den und mit vie­len Ämtern in der Stadt­ver­wal­tung gestrit­ten wird. Dabei hat kei­ner die Leich­tig­keit der Puh­dy-Musik im Hin­ter­kopf…

Wir  Ein­woh­ner lie­ben die­se knor­ri­gen Kopf­lin­den so oder so in unse­rer Haupt­stra­ße.

So sagen die einen: Wir möch­ten die Kopf­lin­den in der Müh­len­stra­ße als Baum­na­tur­denk­ma­le unter Schutz stel­len.

Das bedeu­tet, dass auch die unmit­tel­ba­re Umge­bung der Bäu­me, min­des­tens mit einer Flä­che unter der Baum­kro­ne zuzüg­lich fünf Meter nach allen Sei­ten, geschützt ist. Es bedeu­tet, dass kein Bür­ger­steig repa­riert wer­den darf, kei­ne Blu­men­kü­bel das Grün der Bäu­me ergän­zen dür­fen und vor allem kei­ne Tische und Stüh­le auf­ge­stellt wer­den kön­nen. Es wür­de sehr still wer­den in der Haupt­stra­ße unse­res Ortes.

Die Gas­tro­no­men könn­ten den Som­mer nicht nut­zen, um in jeder Form ihren Gäs­ten ent­ge­gen zu kom­men und ihr Geschäfts­kon­to fül­len, um im Win­ter über­le­ben zu kön­nen. Es wür­de bedeu­ten, dass die Lin­den, die vor hun­dert Jah­ren in den Zen­tren von klei­nen Orten tat­säch­lich extra gepflanzt wur­den als Treff­punkt für ein Gemein­de­le­ben, dass dies in War­ne­mün­de nicht in Fra­ge kommt.

So sagen es in der Stra­ße ihrem Beruf und Gewer­be nach­ge­hen­den Wir­te und Händ­ler:

Wir möch­ten einen Ein­klang zwi­schen einem leben­di­gen Stadt­le­ben und der Natur.

So sagt es die lang­jäh­ri­ge Lei­te­rin des Teams Stadt­bäu­me im Grün­amt Ros­tock, Stef­fie Sold­an: „Wir haben in der Baum­schutz­ord­nung unse­rer Stadt die Müh­len­stra­ße mit ihren ins­ge­samt 61 Kopf­lin­den  bereits unter Schutz gestellt. Sie genießt als Allee beson­de­re Auf­merk­sam­keit und stän­di­ges Beob­ach­ten. So u. a. regel­mä­ßi­ge Bege­hun­gen und Unter­su­chun­gen auf Pilz­be­fall und Ver­kehrs­si­cher­heit, oder das Ein­hal­ten von frei­en Baum­schei­ben vor den Häu­sern

In War­ne­mün­de wer­den jähr­lich pro Fäll­sai­son aus Ver­kehrs­si­cher­heits­grün­den im Durch­schnitt 28 Bäu­me gefällt. 29 Nach­pflan­zun­gen sind es jähr­lich, wobei nach einem Rota­ti­ons­prin­zip gepflanzt wird. In die­sem Jahr wäre War­ne­mün­de wie­der dran. Es sind 126 Nach­pflan­zun­gen geplant.“

So sieht es die Redak­ti­on von aal­glatt: Es tut gut mit­ten­drin zu sit­zen in der Müh­len­stra­ße beim Glas Wein, bei einem guten Essen. Hier trifft man Ein­hei­mi­sche, Nach­barn und auch Tou­ris­ten, die sich freu­en, mit War­ne­mün­dern ins Gespräch zu kom­men. Wir haben hier bereits mehr als eine Neu­ig­keit erfah­ren für unse­re Ver­öf­fent­li­chun­gen.

Ist das nicht ein Trumpf für unser Ost­see­bad! Nur – kommt jemand mit dem Kin­der­wa­gen, mit dem Roll­stuhl, dann wird es oft sehr eng für ein Fla­nie­ren. Gas­tro­no­men soll­ten nicht erst alt und gebrech­lich wer­den, um hier ihre Außen­gas­tro­no­mie bes­ser zu möblie­ren!

Stich­wort Fla­nie­ren. Vor mehr als hun­dert Jah­ren wur­den 121 Lin­den hier ange­pflanzt. Sie soll­ten Schat­ten spen­den und aus­drück­lich klein blei­ben. Das haben wir natür­lich auch recher­chiert.

Im Orts­bei­rat wird nun in Kür­ze die Lin­de einen gan­zen Tagungs­ord­nungs­punkt für sich bean­spru­chen. Hof­fent­lich kul­tur­voll und dem Ver­stand von Fach­leu­ten fol­gend.

Übri­gens, das wird auch im Orts­bei­rat zur Spra­che kom­men: In den städ­ti­schen Ämtern wird geprüft, ob die gro­ße Sti­lei­che im Ste­phan-Jant­zen-Park den Schutz­sta­tus als Natur­denk­mal erhal­ten kann. Wenn ja, wird die Ober­bür­ger­meis­te­rin dann vor­aus­sicht­lich noch in die­sem Jahr die­sen beson­de­ren Sta­tus aus­spre­chen. Moni­ka Kad­ner

 In einer der weni­gen Muße­stun­den immer wie­der ein Blick in die Foli­an­te des Kir­chen­bu­ches ab 1938.  Für Pas­tor Ste­phan Fey Minu­ten der Ent­span­nung. Foto: mkad

Pfarr­haus atmet neu­en Geist

14. April: Welch ein guter Geruch nach fri­scher Far­be beim Ein­tre­ten ins sanier­te Pfarr­haus in der Kir­chen­stra­ße 1. Vie­le War­ne­mün­der haben Zeit ihres Lebens gera­de­zu ehr­fürch­tig den über 200 Jah­re alten Bau betre­ten, um mit den Pas­to­ren zu reden, Ter­mi­ne für Tau­fen und Beer­di­gun­gen abzu­spre­chen oder über den Gar­ten­zaun hin­weg zur Veran­da hin sich einen Gruß zuzu­ru­fen.

Heu­te – es ist ja immer­hin das 21.Jahrhundert – ist es anders. In freund­li­cher, hel­ler Atmo­sphä­re emp­fängt mich Pas­tor Fey. Wäh­rend schnur­rend die bei­den schwar­zen Hauska­ter Stör­te Beker und Flens Bur­ger um unse­re Füße strei­chen, höre ich zu: „Jahr­zehn­te konn­te die Kir­che nicht an eine umfang­rei­che Sanie­rung die­ses denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­des den­ken. Doch heut­zu­ta­ge war es wich­tig nicht nur Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren anzu­ge­hen, son­dern auch eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung vor­zu­neh­men. Behut­sam sind wir das mit dem Ros­to­cker Archi­tek­ten Achim Mans­feld ange­gan­gen.“  Tat­säch­lich atmet das Gebäu­de durch die noch vor­han­de­nen alten Struk­tu­ren den Geist der Jahr­zehn­te. Erhal­tens­wer­tes ist bewahrt wor­den. Neue, licht­durch­flu­te­te Räu­me sind für die kirch­li­che Nut­zung sowie für die Wohn- und Arbeits­räu­me des Pas­to­ren­paa­res ent­stan­den. Spar­sam, sehr sorg­sam aus­ge­wählt das Mobi­li­ar und die Wand­ge­stal­tung. Sogar der Dach­bo­den ist als gut auf­ge­stell­tes Archiv mit den alten und uralten Kir­chen­bü­chern genutzt – welch Schatz für War­ne­mün­de.

Bei war­mem Wet­ter wer­den sich die Tisch­ler noch der Veran­da und des alten Wasch­hau­ses anneh­men. „Dann ist für die nächs­ten Gene­ra­tio­nen alles per­fekt!“ Der Pas­tor kann gar nicht alle Gewer­ke auf­zäh­len, die hier dank der guten Beglei­tung durch den Archi­tek­ten voll im Zeit‑, Geld– und Bau­rah­men geblie­ben sind und die wirk­lich mit gro­ßer Freu­de die­ses Pfarr­haus wie­der ertüch­tigt haben!  Moni­ka Kad­ner

Jan Böhn­ke fängt mit sei­nem beson­de­ren Foto­gra­fen­blick­win­kel War­ne­mün­de in all sei­nen Facet­ten ein. Eine Aus­wahl sei­ner Fotos stellt er aal­glatt kos­ten­frei zur Ver­fü­gung. 

Eine Tra­di­ti­on mit Zukunft

13. April:  Foto­gra­fen waren in War­ne­mün­de etwas Beson­de­res. Zuerst oft in Strand­bu­den sai­so­nal tätig, spä­ter dann die heu­te noch ehr­fürch­tig genann­ten Namen: Erhard Schä­fer, der für sei­ne Schiffs­bil­der und Ansichts­kar­ten bekannt war. Karl Eschen­burg, her­vor­ra­gen­der Zeit­chro­nist der 20er und 30er Jah­re. Foto­gra­fen­meis­ter Wolf­hard Eschen­burg, bei dem wohl jede War­ne­mün­der Fami­lie für ein Foto im Ate­lier war. Sorg­sam wer­den all die­se Foto­do­ku­men­te im Stadt-oder Uni­ver­si­täts­ar­chiv, in Muse­en bewahrt.

In die­se Dynas­tie bricht nun ein jun­ger Spund im Jah­re 1990  ein: Jan Böhn­ke. Gera­de hat­te die­ser im Schick­sals­jahr 1989 sei­nen Beruf als Forst­fach­wirt ver­lo­ren, als er sich in Kat­rin Abel ver­lieb­te. Ein­ge­hei­ra­tet in die­se War­ne­mün­der Dro­gis­ten­fa­mi­lie, war Schwie­ger­va­ter Fritz so tole­rant, dass er Jan sein Hob­by aus­le­ben ließ: Die Foto­gra­fie. Im Hin­ter­zim­mer der Dro­ge­rie vom Kir­chen­platz!

Jan pack­te die­se Gele­gen­heit beim Schop­fe. Als Wolf­hard Eschen­burg mit ihm im Mini-Labor fach­sim­pel­te, Jan für ihn archi­va­risch arbei­te­te,  war das so etwas wie ein Rit­ter­schlag, auf den der heu­te 56Jährige mit allem Recht der Welt stolz sein kann.

In den mehr als 30 ver­gan­ge­nen Jah­ren war es nicht mög­lich, nur noch an die Dro­ge­rie mit der Foto­ab­tei­lung zu den­ken. Im Ost­see­bad eta­blier­ten sich Dro­ge­rie­ket­ten, in der Kauf­hal­le Dro­ge­rie­sor­ti­men­te. Im klu­gen Fami­li­en­rat wur­de ent­schie­den, sich ganz bewusst auf nur aus­ge­wähl­te geschäft­li­che Bei­ne zu stel­len. So schwär­men die War­ne­mün­der inzwi­schen von den Des­sous an der Ecke Schul-/ Fried­rich-Franz-Stra­ße. Am Kir­chen­platz kommt nie­mand vor­bei an der aus­ge­sucht bestück­ten Par­fü­me­rie, den beson­de­ren Pfle­ge­pro­duk­ten und an der gro­ßen Foto­ab­tei­lung.

Gibt‘s hier eigent­lich etwas was es nicht gibt? „Aber ja!“ Jan Böhn­ke lacht. Ich sehe all die bereits gerahm­ten Foto­auf­nah­men, die wun­der­schö­ne Erin­ne­run­gen an einen Ost­see­ur­laub sein kön­nen.  Moderns­te Com­pu­ter­tech­nik ist hier zu Hau­se, um u. a. Han­dy­fo­tos gern noch auf Foto­pa­pier ban­nen zu kön­nen,  drei­di­men­sio­na­le Pass­bil­der zu erstel­len – kurz all das und viel mehr fin­den Foto­ama­teu­re –  gewürzt mit einer Pri­se Bera­tung. Nur den beson­de­ren Foto­gra­fen­blick­win­kel, den kann kei­ne Maschi­ne und den hat Jan Böhn­ke.

Nicht lan­ge gezö­gert hat der Foto­graf. aalglatt-warnemuen.de sei­ne Bil­der für eine neue und hin­gu­ckens­wür­di­ge Prä­sen­ta­ti­on zur Ver­fü­gung zu stel­len. Unent­gelt­lich, wie wir alle ger­ne für aal­glatt und unse­ren Hei­mat­ort arbei­ten. Moni­ka Kad­ner    

Schul­cam­pus und Woh­nen im Laak-Quar­tier

Ent­wurf eines Hand­lungs- und Maß­nah­men­kon­zep­tes 2026 für War­ne­mün­de vor­ge­legt

19. März: Wer da meint, die Stadt Ros­tock hat ihr See­bad War­ne­mün­de aus den Augen ver­lo­ren, der irrt. Wie wir heu­te erfah­ren, soll ein Hand­lungs- und Maß­nah­men­kon­zept 2026 für War­ne­mün­de den Rah­men für die wei­te­re Ent­wick­lung des See­ba­des set­zen. Ein Ent­wurf aus dem Amt für Stadt­ent­wick­lung, Stadt­pla­nung und Mobi­li­tät wur­de jetzt den kom­mu­nal­po­li­ti­schen Gre­mi­en vor­ge­legt. Ziel ist es, War­ne­mün­de sowohl als attrak­ti­ven Wohn­ort als auch als leis­tungs­fä­hi­gen Wirt­schafts- und Tou­ris­mus­stand­ort nach­hal­tig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

„Wir brau­chen eine kla­re Ori­en­tie­rung für die Ent­wick­lung War­ne­mün­des in den kom­men­den Jah­ren“, unter­streicht Sena­to­rin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Gemein­sam mit allen betei­lig­ten Part­ne­rin­nen und Part­nern wol­len wir die dann beschlos­se­nen Maß­nah­men trans­pa­rent umset­zen und bau­en dabei auf eine kon­struk­ti­ve Mit­wir­kung der War­ne­mün­de­rin­nen und War­ne­mün­der.“

Das Kon­zept umfasst kurz‑, mit­tel- und lang­fris­ti­ge Pro­jek­te, die schritt­wei­se umge­setzt wer­den könn­ten. Fünf Schwer­unk­te wur­den dabei her­aus­ge­ar­bei­tet:

Woh­nen und Feri­en­woh­nen: Der Schutz von Wohn­raum steht im Fokus. Mit der Fort­schrei­bung des Bebau­ungs­plans soll das Gleich­ge­wicht zwi­schen dau­er­haf­tem Woh­nen und Feen­woh­nun­gen gesi­chert wer­den.

Ent­wick­lung des Werft­be­ckens: Das Gebiet soll künf­tig stär­ker für mari­ti­me Wirt­schaft, ins­be­son­de­re im Bereich Ener­gie, genutzt wer­den. Pla­nungs- und Abstim­mungs­pro­zes­se lau­fen der­zeit, ein Beschluss wird 2026 ange­strebt.

Mit­tel­mo­le War­ne­mün­de: Die Mit­tel­mo­le soll zu einem moder­nen, mari­ti­men Quar­tier ent­wi­ckelt wer­den. Geplant ist eine bes­se­re Ver­knüp­fung von Hafen, Bahn­hof und städ­ti­schem Leben. Ers­te Schrit­te wer­den in die­sem Jahr vor­be­rei­tet.

Schul­cam­pus und Woh­nen im Laak-Quar­tier: Am Orts­ein­gang War­ne­mün­des sol­len eine Schu­le sowie neue Woh­nun­gen ent­ste­hen. Ein städ­te­bau­li­cher Wett­be­werb könn­te schon in die­sem Jahr gestar­tet wer­den, Bau­recht wird bis 2028 ange­strebt.

Strand­ent­wick­lung: Für den Strand­be­reich wird ein Bebau­ungs­plan erar­bei­tet, der tou­ris­ti­sche Nut­zung, Natur­schutz und Kli­ma­schutz in Ein­klang bringt. Die öffent­li­che Aus­le­gung ist für Anfang 2026 vor­ge­se­hen (ist der Anfang 2026 nicht schon vor­bei? , fragt aal­glatt).

Die Bür­ger­schaft hat­te bereits im Jahr 2011 das Struk­tur­kon­zept für War­ne­mün­de als Leit­li­nie für die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung beschlos­sen. In den Jah­ren 2019 bis 2022 wur­de die­ses Kon­zept in einem inten­si­ven Betei­li­gungs­pro­zess gemein­sam mit der Bevöl­ke­rung, Poli­tik, Ver­wal­tung und Fach­pla­nern umfas­send fort­ge­schrie­ben. In meh­re­ren öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, Work­shops und Aus­stel­lun­gen konn­ten Bür­ger ihre Ideen und Ein­schät­zun­gen ein­brin­gen. Dabei ging es um den Städ­te­bau und das Orts­bild eben­so wie um die The­men Ver­kehr und Mobi­li­tät, Wirt­schaft und Gewer­be, Tou­ris­mus und Kreuz­schiff­fahrt, Infra­struk­tur sowie Kli­ma- und Umwelt­schutz. Einen beson­de­ren Schwer­punkt bil­de­te das The­ma Woh­nen. Die viel­fäl­ti­gen Anre­gun­gen wur­den aus­ge­wer­tet, dis­ku­tiert und in einem aktua­li­sier­ten Hand­lungs- und Maß­nah­men­kon­zept zusam­men­ge­fasst. Sie sind wich­ti­ge Grund­la­ge für War­ne­mün­des Zukunft.

Die Infor­ma­ti­ons­vor­la­ge soll am 22. April 2026 auf der Tages­ord­nung der Ros­to­cker Bür­ger­schaft ste­hen.

Nicht nur Tee kann wär­men

27. Febru­ar: Mei­ne Bade­freun­din wur­de 88 Jah­re alt. Als die übri­gen drei Frau­en vom Strand kamen – noch ein biss­chen unter­kühlt von der Ost­see­tem­pe­ra­tur – wärm­te uns die Haus­her­rin beim Früh­stück  mit hei­ßem Tee auf und mit einer beson­de­ren Lek­tü­re. Mit einem ganz alten Lese­buch. Es war gera­de mal 37 DIN‑A 5- Sei­ten dick. Schwar­zer, schon völ­lig ver­knit­ter­ter, immer wie­der glatt gestri­che­ner Ein­band. Es war ein–  oder zwei­mal schon von ihrer Mut­ter sorg­fäl­tig per Stopf­garn mit gro­ßen Sti­chen gehef­tet, dass es ja nicht aus­ein­an­der­fie­le. Die Innen­sei­ten völ­lig ver­gilbt. Gleich auf der Auf­schlag­sei­te ein natur­ge­treu­er Lin­ol­schnitt mit Pfer­den auf der Wei­de. Lei­der kei­ne Jah­res­an­ga­be.

Unse­re Augen leuch­te­ten, und allen wur­de warm ums Herz. Dies war ein Buch aus dem Schul­ran­zen, als unse­re Gast­ge­be­rin gera­de mal Lesen gelernt hat. Aus­ge­wähl­te Mär­chen u. a. auch von den Gebr. Grimm waren hier auf den dün­nen Sei­ten in alt­deut­scher Schrift gedruckt wor­den.

Wir reim­ten die alten Ver­se auf Sei­te 25 mit, lach­ten und beschlos­sen: Ab mit dem schma­len Bänd­chen in unser Hei­mat­mu­se­um!  Moni­ka Kad­ner

Mit­tel­mo­le wird Fokus­pro­jekt

17. Dezem­ber: Still ruht schein­bar der See bezüg­lich der Bebau­ung der Mit­tel­mo­le, einem abso­lu­ten Filet-Grund­stück. Erin­nern Sie sich an die Vor­stel­lung von Ideen und an all die Dis­kus­sio­nen, die teils sehr kon­tro­vers geführt wor­den sind? Dar­an, dass der vor­ma­li­ge OB Madsen sämt­li­che Pla­nun­gen gestoppt hat? Hat Irgend­wer in der Stadt­ver­wal­tung doch die Mit­tel­mo­le noch auf dem Schirm oder bleibt das gro­ße Are­al wei­ter­hin WIRO-Park­platz? Aal­glatt gab die Fra­gen wei­ter an die Pres­se­stel­le der Stadt­ver­wal­tung und erfuhr:

Die Mit­tel­mo­le spielt eine ent­schei­den­de Rol­le für die Ent­wick­lung des See­ba­des War­ne­mün­de und der Han­se- und Uni­ver­si­täts­stadt Ros­tock und ist ein Aus­hän­ge­schild der Regi­on Rich­tung Ost­see. Daher wur­de nach Auf­ga­be des Fähr­ver­kehrs nach Gedser und Ver­kauf der Grund­stü­cke an die WIRO ein gro­ßer städ­te­bau­li­cher Wett­be­werb durch­ge­führt, aus dem in einem inten­si­ven Pla­nungs­ver­fah­ren mit den Betei­lig­ten vor Ort der Funk­ti­ons­plan Mit­tel­mo­le ent­wi­ckelt wur­de.

In einem dis­kur­si­ven Pro­zess mit den ört­li­chen Kri­ti­kern des Plans, den Gre­mi­en des Orts­bei­rats und der WIRO wur­de nach poli­tisch mehr­heits­fä­hi­gen und wirt­schaft­lich rea­li­sier­ba­ren Lösun­gen gesucht, die in einen Bebau­ungs­plan umge­setzt wer­den soll­ten. Für eini­ge weni­ge Punk­te wur­de kei­ne für alle Betei­lig­ten befrie­di­gen­de Lösung gefun­den, daher wur­de der Pro­zess gestoppt.

Tors­ten Fischer als neu­er Amts­lei­ter des Amtes für Stadt­ent­wick­lung, Stadt­pla­nung und Mobi­li­tät möch­te die Ent­wick­lung der Mit­tel­mo­le ihrer her­aus­ra­gen­den städ­te­bau­li­chen Bedeu­tung wegen nun zu einem Fokus­pro­jekt für die Ent­wick­lung des See­ba­des War­ne­mün­de machen. Er hat das The­ma daher wie­der auf die Agen­da des Amtes gesetzt. Aktu­ell wer­den die Vor­aus­set­zun­gen für eine mög­li­che Pla­nung und Umset­zung geprüft und ent­spre­chen­de Gesprä­che mit den betei­lig­ten Akteu­ren geführt. Wich­tig für das Gelin­gen ist ein star­kes Com­mit­ment mit Poli­tik und dem Grund­ei­gen­tü­mer.