Blaualgen: Vorsicht geboten
10. August: Heute ist nicht allzu viel los im Wasser. Sogar die unverdrossenen Badenden, die selbst im Winter ins Ostseewasser gehen, verhielten sich auffallend zurückhaltend. Was ist passiert? In kürzester Zeit war die Ostsee vor unserer Haustür „gekippt“, wie es die Warnemünder so gar nicht wissenschaftlich ausdrücken.
Wir fragen nach im IOW bei Pressesprecherin Dr. Kristin Beck. und erfahren:
Generell ist Phytoplankton (also kleine Organismen, die Photosynthese im Wasser) natürlicher Bestandteil der Lebewesen in der Ostsee – die eben kein gechlortes Schwimmbecken ist. Bei bestimmten Windsituationen und Wassertemperaturen können diese Algenblüten auch im Badewasserbereich des Warnemünder Strandes zusammengetrieben werden.
Alle Badenden sollten sich folgende einfache Faustregel merken: Wenn man bis zu den Knien im Wasser steht und die Füße nicht mehr sehen kann, ist Vorsicht geboten. Im Fall der heute Vormittag gesichteten sehr starken Wassertrübung handelt es sich um die Blaualgen-Art “Nodularia spumigena”. Bei dieser Art ist bei Massenentwicklung tatsächlich Vorsicht geboten, denn sie kann das Gift Nodularin produzieren. Dieses kann bei Menschen Hautreizungen und Magendarmbeschwerden hervorrufen
Ebenso schnell, wie der Wind die Algen im Badebereich zusammentreiben kann, kann es aber auch sein, dass die Algen durch veränderte Windbedingungen wieder weiter aufs Meer hinaus getrieben werden. Insofern ist neben offiziellen Badewarnungen eine eigenverantwortliche Beobachtung der aktuellen Situation immer angebracht.
Wie gut, dass wir das Institut für Ostseeforschung direkt vor unserer Haustür haben und Wissenschaftler, die uns unkompliziert ohne bürokratische Hürden Auskunft geben. Danke! Monika Kadner für die aalglatt-warnemuen.de Redaktion
Eine halbe Million Besucher zu Gast auf der Hanse Sail
9. August: Zum Abschluss der diesjährigen Hanse Sail informiert die Buchungszentrale des Hanse Sail Büros, dass sie in diesem Jahr insgesamt 15.225 Mitsegeltickets für 372 Ausfahrten vermittelt hat. 277 Personen mussten aufgrund von Änderungen oder Ausfällen umgebucht werden. Damit konnten erneut tausende Gäste selbst Teil einer Crew werden und die Traditionsschiffe auf der Ostsee erleben.
„Die Traditionsschiffe sind und bleiben das Herz der Hanse Sail. Dass auch zum 35. Jubiläum wieder so viele Menschen mitsegeln wollten, zeigt, wie groß die Begeisterung für die Seefahrtstradition ist“, sagt Bettina Fust, Leiterin des Hanse Sail Büros.
Mit bis zu 500.000 Besuchern war die Hanse Sail erneut in der gesamten Stadt präsent. Die Gäste verteilten sich über die verschiedenen Veranstaltungsbereiche und erlebten Rostock von der Innenstadt bis Warnemünde. Das maritime Großereignis lockte dabei nicht nur Einheimische, sondern auch zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland nach Rostock. Die Auslastung der Hotels lag bei über 95 %, die Parkhäuser und Park-&-Ride-Flächen waren größtenteils voll belegt.
Auch der Marinestützpunkt in Hohe Düne war ein Anziehungspunkt. Insgesamt sind rund 22.000 Menschen von Freitag bis Sonntag auf dem Marinestützpunkt Hohe Düne und der Fregatte Brandenburg zu Gast gewesen. Das Interesse hat die Erwartungen des Marine übertroffen. Zwischenzeitlich musste der Parkplatz am Marinestützpunkt gesperrt werden, da keine Kapazitäten für weitere Gäste mehr zur Verfügung gestanden hat.
Wie die Polizei informiert, wurden keine nennenswerten oder herausragenden Zwischenfälle verzeichnet. Die Veranstaltung verlief demnach insgesamt sicher und störungsfrei. Rund 200 Polizeibeamte waren dafür täglich im Einsatz und sorgten gemeinsam mit den weiteren Einsatzkräften für die Sicherheit der Besucher.
Herausfordernd waren die Windbedingungen am Donnerstag und Freitag. So musste leider das Eröffnungsfeuerwerk über der Ostsee entfallen, da die Show, die von einem Schiff abgeschossen werden sollte, bei hohem Wellengang nicht durchführbar war. Auch die „Baltic Crossing Challenge“, bei der 18 Akteure auf Wassersportgeräten die Ostsee von Gedser nach Rostock überqueren wollten, war durch den Wind beeinflusst. Eine Person musste auf halber Strecke von Wasserschutzpolizei und DGzRS abgeholt werden, da sie aus eigener Kraft die Fahrt nicht fortsetzen konnte.
Die 35. Hanse Sail endet heute Abend mit der Verabschiedung der teilnehmenden Schiffe und Crews. Nach vier ereignisreichen Tagen richtet sich der Blick bereits auf die nächste Ausgabe der Hanse Sail, die von 5. bis 8. August 2027 in Rostock stattfinden wird.

Mark Sturm (links) und Julian Sturmschneider von der Nurse Stiftung sind Frank, der an den Rollstuhl gefesselt ist, beim Umsetzen ins Seatruc behilflich. Foto:mkad
Badespaß trotz Handicap
6. August: Das hat unser Strand wirklich noch nicht gesehen: eine futuristisch anmutende Schienenkonstruktion. Auf dieser ist ein wasserfester Sessel montiert. Hier nahm am vergangenen Dienstag mithilfe von zwei kräftigen Nurse Club Mitarbeitern Frank Platz. Der junge Mann, der mit starken Einschränkungen lebt, war wahnsinnig aufgeregt, als er die wasserfeste Tastatur umgehängt bekam und ohne Hilfestellung allein und nur mit einer Begleitperson ins Meer fuhr. Und endlich das kühle Wasser, die Wellen spüren konnte. An diesem Dienstag war dies alles noch ein Test – aber bereits eine Sensation, denn das mit Frank besetzte Seatrac am Ende des Strandaufganges 4 zog sofort eine neugierige Menschentraube an. „Etwas ganz Tolles für unsere Patienten, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind!“, so Julian Sturmschneider vom Nurse Club. Diese Stiftung, die gerade mal wenige Monate alt ist in der Hansestadt, hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen mit Behinderungen zu fördern. Dabei haben die vier examinierten Pfleger und die einzige Frau an ihrer Seite, die Pflegehelferin Sarah Kuring, besonders die möglichen Freizeitangebote im Ostseebad im Blick. Zu dem ersten, von Mathias Treichel und der Stadt aufgestellten großen Strandkorb für Behinderte stellte die Nurse Stiftung gleich noch drei Körbe dazu. Das große SUP für drei Rollstühle folgte. Zu dem von Treichel angeschafften Badewagen mit Ballonreifen im Handbetrieb betrieben, gesellte sich von der Nurse Stiftung ein zweiter dazu.
Nun am Dienstag die Vorstellung des Seatrac. Innerhalb weniger Minuten lassen sich die Steckverbindungen montieren und der ergometrische Sitz fährt per Knopfdruck eigenständig ins Wasser. „Aber vor allem“, erklärt Julian Sturmschneider, „fahren unsere intensiv pflegebedürftigen Patienten selbstständig und am besten nur mit einer Begleitperson. So spüren sie mit allen Sinnen das Meer..“
Noch ist dieser Seatrac bei uns Zukunftsmusik. In den Mittelmeerländern ist er fast an jedem Strandabschnitt vertreten… Aber alle Achtung: im Herbst wird die Rostocker Oberbürgermeisterin mit der Landesregierung und dem Nurse Club zusammenkommen, damit eine frei bestimmte Bademöglichkeit für Rolli-Fahrer am Warnemünder Strand mit Blauer Flagge und dem Prädikat Ostseebad Realität wird. Monika Kadner
Näheres zur Nurse Stiftung unter: 0381⁄87399304 und das Spendenkonto: Ostseesparkasse, IBAN: DE 61 1305 0000 0201175800
Unter dem Mikroskop entdecken Leos und Lir unter anderem Wasserflöhe, Amöben, Wimpertiere, Hüpferlinge und Rädertierchen. Fachleute erklären ihnen, dass die winzigen Lebewesen für die Natur von großer Bedeutung und Teil des Naturkreislaufes sind. Damit tragen sie zur Gesundheit der Gewässer bei. Foto: Kleinhans
Warnemünder Angler beim DAFV-Jugendcamp
5. August: Mit zwei Kindern, Jugendwart Andreas Reimann und Betreuer Uwe Kleinhans war der Warnemünder Anglerverein in diesem Jahr beim DAFV-Jugendcamp in der Jugendherberge Flessenow bei Schwerin vertreten. Vom 30. Juli bis 3. August 2026 erlebten Lir (7) und Leos Lex (9 ) gemeinsam mit mehr als 25 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland ein abwechslungsreiches Camp voller Angelpraxis, Wissen und Gemeinschaft.
Teilgenommen hatten junge Angler unter anderem vom Bodensee, aus Sindelfingen, Bad Zwischenahn und Hövelhof. Organisiert wurde das Camp von der Jugendabteilung des DAFV, die für ein vielseitiges Programm mit Vorträgen, Workshops und viel Praxis sorgte.
Neben der Uferangelei konnten die Kinder und Jugendlichen auch Bellyboote ausprobieren und so eine besondere Form des Angelns kennenlernen. Ein Workshop der Firma Yuki bot zudem die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung Brandungsvorfächer zu bauen, die am Nachmittag direkt am Strand zum Einsatz kamen.
Für besondere Einblicke sorgten bekannte Gäste aus der Angelszene wie Peter Rinow und Alexander Dorow. Peter Rinow nahm die Teilnehmenden mit in die Welt der Natur und erklärte anschaulich, welche Pflanzen nützlich und teils sogar essbar sind. Außerdem vermittelte er Grundlagen des Bootsangelns und verschiedene Techniken.
Am Ende blieb vor allem eines: Begeisterung. Das DAFV-Jugendcamp war für alle Beteiligten eine rundum gelungene Veranstaltung. Der Warnemünder Anglerverein freut sich schon jetzt auf das nächste Camp.
Der Warnemünder Anglerverein e.V. hat einen eigenen WhatsApp Kanal „WAVeV“ hier sind Videos unter anderem von der Veranstaltung zu sehen.
Uwe Kleinhans, Vorstand / Schatzmeister WAVeV Warnemünder Anglerverein e.V.
Barrierefrei kam Frank in seinem Rollstuhl am Strandaufgang 4 bis zum Spülsaum am Strand. Seine beiden Helfer der Nurse Stiftung trugen ihn per Rollstuhl auf das breite SUPund zogen paddelnd kleine Runden auf See. „Welch ein Gefühl die Wellen zu spüren. Wunderbar!“, so der glückliche Schwerstkranke. Foto: mkad
Strenge Kriterien für Seebad-Status
4. August: Es schreibt sich so leicht hin: Ostseebad Warnemünde – und das schon seit 1821, als die Badegeschichte hier in unserm Ort begann.
Vor genau 30 Jahren und bis zum heutigen Tag im Jahr 2026 mussten bzw. müssen für diesem Schriftzug „Seebad“ allerdings strenge Kriterien erfüllt werden.
Prüfverfahren gab es, Gutachten und Nachweise u .a. zur Wasserqualität, zu gepflegten Stränden. Klima- und Luftverhältnisse mussten begutachtet sowie die leistungsfähige medizinische Versorgung nachgewiesen werden. Vielfältige Angebote für Erholung, Bewegung und Sport nahmen die Prüfer unter die Lupe, und auch eine leistungsfähige Infrastruktur. Das Kurortgesetz von Mecklenburg/Vorpommern hatte sehr hohe Maßstäbe gesetzt.
Die vier Seebäder der Hansestadt schrieben im Laufe der vergangenen 30 Jahre und heute weiter an dieser Erfolgsgeschichte als „Staatlich anerkanntes Seebad“. Das neuerliche Verfahren zum Prädikatsverleih durch die Landesregierung bestätigte nun bei der feierlichen Prädikatsübergabe in der Strandoase von Mathias Treichel, dass sämtliche Voraussetzungen für hohe Qualität im Tourismus auch nach 30 Jahren erfüllt wurden: Warnemünde als lebendiges touristisches
Juli 2026 mit drittheißestem Tag in der Warnemünder Wettergeschichte
Den Witterungsrückblick der Wetterstation Warnemünde gibt Rudolf Kemnitz, Dipl.-Ing. für Meteorologie
Zu warm? Zu frisch? Wie fällt der Juli aus meteorologischer Sicht aus?
Nachdem der Juni mit einer historischen Hitzewelle endete, startete der Juli mit etwas gemäßigteren Temperaturen. Im weiteren Monatsverlauf gab es dann ein leichtes Auf und Ab, allerdings auf insgesamt hohem Temperaturniveau, sodass am Ende das Temperaturmittel mit 18,8 Grad Celsius um 2,0 Grad höher ausfiel. Zum Monatsende erfolgte ein erneutes kurzes Comeback der extremen Hitze. Nach einer Tropennacht, die die Temperatur nicht unter 20 Grad absinken ließ, kletterten diese bis 14 Uhr auf 36,8 Grad. Aber schon kurz darauf sorgte ein Temperatursturz von 13 Grad innerhalb einer Stunde mit kräftigen Windböen für einen Ausgleich. Die kühlste Nacht wurde übrigens am 19. Juli mit 13,0 Grad registriert.
Damit hatten wir den heißesten Juli aller Zeiten?
Nein. Denn Spitzenreiter bleibt weiterhin der 20. Juli 2022 mit 38,4 Grad. Aber immerhin haben wir den drittheißesten Tag in der Warnemünder Wettergeschichte registriert.
Gab es ausreichend Niederschlag?
Mit 53,9 l/m² endete der Juli mit einem Niederschlagsdefizit von rund einem Viertel zum langjährigen Mittelwert von 71,3 l/m². Allerdings verteilte sich der Regen weitgehend gleichmäßig über den abgelaufenen Monat.
Wie sieht es hinsichtlich der Sonnenscheindauer aus?
Dabei verzeichnen wir mit 255,2 Stunden ein leichtes Plus von neun Prozent zum Soll von 233,7 Stunden.
Treffpunkt am Riesenrad: Die Geislers sind zurück
28. Juli: Die Geislers dürfen weitermachen. Diese Nachricht erreichte die einheimische Schaustellerfamilie, die den Treffpunkt am Riesenrad auf der Mittelmole lange Zeit erfolgreich betrieben hat, am Freitagnachmittag. Der von der WIRO zu Jahresbeginn ausgewählte Schausteller Oscar Bruch aus Düsseldorf, der die Fläche nur wenige Wochen genutzt hatte, gab den Geislers in Absprache mit dem Platzeigentümer WIRO das Okay. „Wir haben sofort losgelegt. Freunde und auch Gäste haben uns geholfen beim Aufbau des Biergartens, der ab 11 Uhr geöffnet hat bis die letzten Gäste den Heimweg antreten. Auch wenn noch hier und da ein bisschen Deko fehlt, Schritt für Schritt wird hier wieder alles richtig schön“, versichert Katrin Geisler. Gute, über Jahre gepflegte Kontakte hat das ortsansässige Unternehmen, das u. a. am Kirchenplatz die ehemalige Stehbierhalle „Captain Bligh“ betreibt, zu ortsansässigen Firmen. Ein Anruf genügte und man versicherte den Geislers, zu jeder Zeit, auch am Wochenende, Getränke und Lebensmittel zu liefern. Und dann die Freude, die Zustimmung in den sozialen Medien. „Unsere ehemaligen Besucher, Einheimische wie Urlauber, haben uns geschrieben, gratuliert und gejubelt. So viel liebe Worte, das waren Gänsehautmomente für uns“, gesteht die 54-Jährige, die selbst mit Blumen und Schokolade seitens der Treffpunkt-am Riesenrad-Fans bedacht wurde. Die Freude teilt sie mit ihren Mitarbeitern, die auch in schlechten Zeiten nicht entlassen worden sind und nun wieder, unterstützt von Aushilfen, so richtig loslegen und unter anderem hausgemachten Backfisch oder frisch belegte Muschel-Fischbrötchen zubereiten können. Und vor allem wird nun wieder Party gefeiert. Los geht es am morgigen Mittwoch um 19 Uhr. DJ Resident legt auf. Nicht verpassen sollte man am Freitag die große Wieder-Eröffnungsparty. Viel Spaß! Sabine Schubert
Ps: Das Riesenrad von Schausteller Bruch bleibt stehen. Und garantiert aus den Gondeln eine gute Aussicht auf das Geschehen.
Hotel Neptun komplett zur DERTOUR Group
25. Juli: Die Deutsche Seereederei schärft ihre strategische Ausrichtung: Das Unternehmen überträgt seine verbleibenden 25,1 Prozent an der DSR Hotel Holding mit Wirkung zum 1. August 2026 an die DERTOUR Group und schafft sich damit gezielt Raum, seine unternehmerische Tätigkeit auf die Entwicklung neuer touristischer Konzepte zu richten. Die DERTOUR Group wird damit alleinige Eignerin des Unternehmens. Über den Verkauf hinaus bleiben beide Unternehmen bei ausgewählten Projekten partnerschaftlich verbunden.
Die DSR Hotel Holding geht auf die über viele Jahre von Horst Rahe und der Deutschen Seereederei erfolgreich aufgebauten Hotelaktivitäten zurück. Zum Portfolio gehören die Marken A‑ROSA, aja, HENRI, Urban Nature und MIRA Hotels & Resorts sowie traditionsreiche Einzelhotels wie das Hotel NEPTUN in Warnemünde und das Hotel Louis C. Jacob in Hamburg. Das Portfolio umfasst 34 Ferienhotels in Deutschland, Österreich und Italien, die gezielt auf erdgebundene Anreisen setzen.
Seit 2021 hatten die Deutsche Seereederei und die DERTOUR Group das Hotelgeschäft gemeinsam geführt; die DERTOUR Group baute ihre Beteiligung in den Folgejahren schrittweise auf zuletzt 74,9 Prozent aus. Mit dem jetzigen Schritt zieht sich die Deutsche Seereederei bewusst aus dem operativen Hotelgeschäft zurück und konzentriert ihre Kräfte auf Zukunftsthemen, denen sie sich bereits seit Längerem widmet. Mit der vollständigen Übernahme der DSR Hotel Holding stärkt die DERTOUR Group ein strategisch wichtiges Wachstumsfeld.
Horst Rahe, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Seereederei, erklärt: „Wir übergeben ein erfolgreich aufgebautes Hotelgeschäft in gute Hände und schaffen uns damit den Freiraum, unsere Energie auf die Entwicklung neuer touristischer Geschäftsmodelle zu konzentrieren. Die Zusammenarbeit mit der DERTOUR Group bleibt partnerschaftlich und wird bei geeigneten Projekten fortgeführt.“
„Die DSR Hotel Holding ist ein wichtiger Bestandteil unserer Hotel Division. Mit der vollständigen Übernahme schaffen wir eine klare und verlässliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens und seiner Marken. Mein besonderer Dank gilt Horst Rahe, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Deutschen Seereederei. Mit außergewöhnlichem unternehmerischem Weitblick, Innovationsfreude und großem persönlichem Einsatz hat er die Entwicklung dieses hochwertigen Hotel- und Markenportfolios maßgeblich geprägt. Für diese herausragende Leistung gebührt ihm unsere höchste Anerkennung“, sagt Christoph Debus, CEO der DERTOUR Group. „Wir freuen uns darauf, die DSR auch bei neuen Projekten partnerschaftlich zu begleiten.
Künftig bündelt die Deutsche Seereederei ihre Kompetenzen auf die Konzeption, Entwicklung und Markteinführung neuer Angebote für den Tourismus- und Freizeitmarkt. Die Reisebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz, verschärfte Nachhaltigkeitsanforderungen, veränderte Mobilitätspräferenzen, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Engpässe auf dem Arbeitsmarkt geprägt ist. „Unsere besondere Stärke lag immer darin, Veränderungen im Reiseverhalten frühzeitig zu erkennen und daraus konkrete Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wir arbeiten weiter an der Entwicklung neuer, zukunftsfähiger Angebote,“ betont Horst Rahe.
Glücksmaler gestaltet Kunstwerk mit Kindern
24. Juli: Er ist wieder in Warnemünde, Michael Frahm, der mit seinen modernen maritimen Bildern die neue Jugendsportschule möblierte.
Die aalglatt-Redaktion traf den 50-Jährigen bereits im Oktober des vergangenen Jahres in seinem zuhause in Basthorst, einen Katzensprung entfernt von Schwerin. Damals waren all seine Vorstellungen für maritime Kunst an der Kaikante von Warnemünde noch vage. Drei Stile stellte er der Jury vor: realistische Arbeiten in Öl, gespachteltes Acryl auf einem abstrakten Untergrund und aufgebaute Spachteltechnik. Wie die Jury entschied, erlebt nun jeder Besucher an den Wänden der Jugendsportschule.
Schon im Foyer schlagen seine, hoch aufschäumenden Wellen jedem entgegen – ohne nasse Füße zu bekommen. „Nasse Füße“ ist vielmehr der Titel eines seiner Bilder…
Nun hat Michael Frahm ab heute in der Jugendschule Quartier bezogen und sein offenes Atelier eingerichtet.. Er will alle willkommen heißen, die ihm bei der Arbeit im Ostseebad über die Schulter schauen. Aber nicht nur das. Kinder hat der Maler eingeladen, mit ihnen zu malen, zu gestalten, um vielleicht nicht nur bei den Eltern dieser Kinder Glücksgefühle auszulösen.
Das dachte sich auch die Kapitänin der Hanse Sail und hob gemeinsam mit Frahm ein Kunstprojekt aus der Taufe. 15 Kindergärten in der ganzen Stadt haben Reste von altem Segeltuch erhalten. Insgesamt sind es 225 Teile, die von den Lütten nach eigenen Vorstellungen kreativ zum Thema „Segelboote“ gestaltet werden können. All diese Stücke kommen in diesen Tagen zurück zur Bootshalle. „Das wird spannend! Mit so viel unterschiedlichen Ideen ein Gesamtkunstwerk zu schaffen! Ich freue mich darauf”, so der Künstler.
Und noch etwas, was wir und der Künstler immer wieder gefragt werden, warum wird er Glücksmaler genannt? Als er bei einem Auftrag für ein Wohnungsunternehmen sein Atelier auf Zeit wie stets mit offener Tür einrichtete, kamen neugierige Bewohner und klönten mit ihm. Entgegen seines figürlichen Auftrages malte er für das Hochhaus die Glücksmomente seiner Bewohner – so optimistisch wie er selbst empfindet. Michael Frahm hatte seinen Ehrentitel weg!
Die als zeitweiliges Atelier geöffnete Bootshalle der Jugendsportschule ist vom 24.Juli bis zum 9.August geöffnet – solange es das Licht zum Malen zulässt.
Sicher ist, die Vernissage am 8.August (geladener Empfang) wird für maritime Kunst begeisterte Einheimische und Touristen Anlass sein, mit dem einen oder anderen Bild zu liebäugeln.
Monika Kadner

Warnemünder Brautkronen: die linke ist mehr als 200 Jahre alt und wurde 1848 letztmals getragen. Die rechte ist ein etwa 40 Jahre altes Replik, das die Trachtengruppe als Dauerleihgabe dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt hat. Foto: susa
In Warnemünder Tracht mit Brautkrone heiraten?
23. Juli: Auch im diesjährigen Niegen Ümgang war die Warnemünder Trachtengruppe mit einem Braut-Paar, dargestellt von Shanna Dshanussowa und Mathias Rimane, vertreten. Braut und Bräutigam tragen zu diesem Anlass Kleidung wie sie etwa um 1840 in Warnemünde zur Trauung üblich gewesen sein könnte. Ein besonderes, aber auch schweres Prachtstück ist die Brautkrone, ein filigranes Kunstwerk, das seinesgleichen sucht. Bei Friedrich Barnewitz nachlesen kann man dazu: „… auf dem Kopf trug sie die über und über mit Glasperlen geschmückte Brautkrone, deren großen Ohrenklappen aus schwarzem Tuch mit Goldfäden schneckenförmig durchzogen waren und das ganze Haar verdeckten.“
Da die Brautkrone sehr aufwändig hergestellt werden musste, sie damit in der Anschaffung sehr teuer war und die Menschen in Warnemünde in früheren Zeiten bescheiden lebten, wurde diese Kopfbedeckung zur Hochzeit ausgeliehen. Im Ort soll es zwei Brautkronen gegeben haben. Die eine verlieh die Frau des amtierenden Pastors, die andere die Putzmacherein Trien-Liesch Michelsen, die 1882 mit ihrer Krone beerdigt worden ist. Im Heimatmuseum, so Christoph Wegner, sind die metallenen Reste dieses Kopfschmuckes, die bei Umbettungsarbeiten gefunden wurden, aufbewahrt. Ebenso wie jene Brautkrone, die die Pfarrersfrau letztmals 1848 verliehen hat. In einer Vitrine im Dauerausstellungsraum hat dieses Prachtstück einen besonderen Platz gefunden. Daneben befindet sich seit einiger Zeit ein Replik, das die Warnemünder Trachtengruppe als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. „Im Warnemünder Umgang von Klaus Martens gab es eine Szene, während der eine Warnemünder Hochzeit vor der Seekiste zur Krim nachgestellt worden ist. Dazu brauchte man eine Brautkrone. Eine Maskenbildnerin des Volkstheaters Rostock hat vor etwa 40 Jahren dieses Replik nach alten Fotos angefertigt. Die dazu notwendigen Materialien wie die Glasperlen hat sie über Kontakte aus dem Westen bezogen“, weiß Karin Scarbarth aus Erzählungen. 1996, als die langjährige Leiterin der Trachtengruppe in dieser Mitglied wurde, wurde diese Krone zum Umgang von einer Braut bereits ausgeführt. Die nachgestellte Brautkrone, so Karin Scarbarth, kommt dem Original recht nahe. Die weitere Kleidung, die Braut und Bräutigam zum Umgang tragen, hingegen ist in Anlehnung an alte Aufzeichnungen entstanden. Der Bräutigam beispielsweise trägt die Warnemünder Fischertracht – mit einem Sträußchen am Revers.
Wollte heute ein Paar in Warnemünder Tracht, sprich auch mit Brautkrone, heiraten, könnte es sich dazu Kleidung ausleihen? „Bis 1933 noch haben Warnemünder in Tracht geheiratet. Dann war das nicht mehr erwünscht. Auch in der DDR hatte man damit zunächst Probleme. Erst mit dem ersten Sommerfest der Warnemünder Warnowwerft und dem Script von Klaus Martens änderte sich die Einstellung. Und ja, tatsächlich haben wir hin und wieder schon mal eine Tracht ausgeliehen. Niemals aber die Brautkrone. Sie ist einfach auch als Replik zu wertvoll. Außerdem ist sie sehr schwer. Und aufgrund der Ohrenklappen kann die Braut fast nichts hören“, verrät die Ehrenvorsitzende der Trachtengruppe.
Und wie sieht es mit dem Original aus? „Unsere Brautkrone wurde 1848 letztmals von einer Braut getragen. Sie ist mehr als 200 Jahre alt. Ein wertvolles museales Stück, das wir nicht ausleihen können“, betont Museumsleiter Christoph Wegner. Sabine Schubert
Warnemünder Bibliothek
Ballanchieren auf der Mole
Hanno Hochmuth, Mein Warnemünde. 128 Seiten, mareverlag 2026, ISBN 978−3−86648−771−0, 20 Euro
Inside, Rostock/Warnemünde, Hinstorff Verlag 2026, 132 Seiten, ISBN 978−3356−02580−4
22. Juli: Die beiden Neuerscheinungen, die wir heute vorstellen, sollten in keiner gut sortierten Warnemünder Hotel- oder Pensionsbibliothek fehlen. Zu Hause im Bücherschrank schon gar nicht. Mehr Warnemünde geht kaum.
Beginnen wir mit dem gerade bei Hinstorff erschienenen neuesten Stadt- und Reiseführer Rostock/Warnemünde im handlichen Pocketformat aus der bewährten „INSIDE“-Reihe. Anhand übersichtlich und prägnant aufbereiteter Informationen können sich Gäste und selbst Einheimische schnell über Adressen, Kontakte und News aus Rostock und Warnemünde informieren. Neben historischen Exkursen gibt es eine Fülle von Tipps für neue und bekannte Restaurants und Bars, Einkaufsmöglichkeiten, Ausflugstipps sowie Szenetreffs und Cafés. Empfehlungen für Stadtrundgänge fehlen ebenso wenig wie Sport- und Freizeitangebote, Hinweise auf Kultureinrichtungen und das Nachtleben. Auf den Punkt gebrachte „INSIDE Infos“ laden zum Schmökern und Planen ein, die vielen Fotos machen das Büchlein zu einem modernen Führer durch Rostock und Warnemünde. Leider auch mit ziemlich viel Hochglanzwerbung. Wer nach dem Blättern in diesem aktualisierten Reiseführer keine Ideen für einen Besuch am Alten Strom, in der Rostocker Heide, der Fischerbastion, der Alten Vogtei oder zu einem der benachbarten Sehenswürdigkeiten in Kühlungsborn, Wismar, Marlow oder Wiethagen findet, dem ist, wenigstens in Warnemünde und Umgebung, kaum zu helfen.
Der Ostberliner Historiker Hanno Hochmuth, ein vom Leibniz-Zentrum gewählter „Kopf der Wissenschaft“, hat bereits 2024 sein Hauptstadt-Buch „Berlin: Das Rom der Zeitgeschichte“ veröffentlicht. Nun erzählt er im bekanntlich auf maritime Themen spezialisierten mare-Verlag über sein Warnemünde. Natürlich wie in dieser Reihe üblich unter dem Titel „Mein Warnemünde“.
Es ist nicht weniger als eine Liebesgeschichte, die schon als Kind begann, als er seine Tante Antje in Lütten Klein besuchte und immer wieder auch nach Warnemünde kam. „In Warnemünde gab es nie Diskussionen, wo wir hingehen sollten. Der Weg war klar: zur Mole! Vorbei am alten Leuchtturm und am ikonischen Teepott…“ Angst hatte der kleine Hanno vor allem vor den Feuerquallen in der Ostsee, die Mole aber war ein sicherer Ort, „die Mauer war breit genug, um gefahrlos ganz alleine laufen zu können“. ‚Ballanchieren nannte ich das damals und fand es großartig. Plötzlich war ich größer als die Erwachsenen auf der Mole. Ich konnte das offene Meer sehen, und ich konnte alles werden, was ich mir wünschte. Historiker gehörte damals noch nicht dazu. Aber von Warnemünde gibt es viele Geschichten zu erzählen.“
Genau das gelingt Hochmuth auf den folgenden über 100 Seiten. Ich würde mich als geborener Rüganer sehr wundern, wenn nicht selbst Warnemünder in diesem unterhaltsamen, kurzweilig geschriebenen Büchlein Episoden und Dinge entdecken, die sie so noch nicht wussten.
Anekdoten aus der Familiengeschichte des Autors, Historisches von Stephan Jantzen bis Ulrich Müther, sehr persönliche Erlebnisse und Reflexionen verdichten sich zu eben jenem Warnemünde-Bild, wie wir alle es kennen, doch diesmal aus der Perspektive eines verliebten Berliners neu und anders sehen werden. Wussten Sie, das Edvard Munchs Gemälde „Badende Männer“ noch immer Sandkörner vom Warnemünder Strand in der Farbschicht enthält? Oder was die Bücherbüxe im Kurpark über die Zusammensetzung der Bewohner und Gäste von Warnemünde verrät? Oder was der Teepott mit der Westberliner Kongresshalle oder einem Nachtclub in Acapulco zu tun hat? Oder warum Walter Ulbricht sich den Teepott zum persönlichen Geschenk erkor? Nicht zuletzt, weil man dort „die lauschigen Ecken“ für die verliebte Jugend nicht vergessen hätte.
Das Kapitel über das Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen muss dem Autor sehr wichtig gewesen sein, scheint aber in einem Warnemünde-Buch etwas deplatziert. Informativ und unterhaltsam zugleich die Geschichte des „Neptun“, wo heute noch immer Gäste „den Osten im Norden“ finden, wie einst den Westen im Osten. Mit dem heimeligen Duft der Broiler-Bar.
Wagen sie sich also unbekümmert mit dem Autor auf sein Stand-up-Paddle-Board und genießen mit ihm vom Meer aus ein breites Panorama seines Warnemünde.
Unter uns: Heißen Backfisch-Udo und Backfisch-Thilo wirklich und immer noch Thilo und Udo? Holger Kankel
Im Mai vergangenen Jahres wurden die Flügel der Warnemünder Mühle abgenommen. Über die interessante Geschichte unserer Mühle sprach Christian Meyer auf dem Museumsabend vor wenigen Tagen. Fotos: susa
Warnemünder Zeitreise: Meyer’s Mühle
20. Juli: Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im Mai vergangenen Jahres die Kunde im Ostseebad: von Meyers Mühle sind Flügel abgefallen. Seither verfolgen viele Warnemünder das Geschehen rund um das historische, unter Denkmalschutz stehende Gemäuer mit Argusaugen. Auch wenn das im Jahre 1866 gebaute Gebäude nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck dient, es gehört zu Warnemünde wie Ostsee, Leuchtturm, Kirche und Teepott. Wie groß das Interesse an der Galerie-Holländer-Windmühle nach wie vor ist, wurde spätestens während des jüngsten Museumsabends deutlich: sämtliche Karten für diese Veranstaltung unter dem Motto „1866 – 2026: 160 Jahre Warnemünder/ Meyers Mühle“ waren schon lange im Voraus verkauft.
Aus Schwerin in seine alte Heimat gekommen war Christian Meyer, der Sohn der letzten Besitzer Gerhard und Doris Meyer. Der 60-Jährige nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise, die mit der Geburtsstunde der Mühle 1866 „einen Sonntagsspaziergang weit von den letzten Häusern des Ortes entfernt inmitten grüner Wiesen“ begann. Am 29. September 1867, so belegen es alte Urkunden, kam das erste Mehl aus der Mühle, deren Holzteile sämtlich aus der Rostocker Heide stammen. Höhen und Tiefen gehören zur Geschichte der Mühle, deren Besitzer teils Pleite gingen, sich teils zur Ruhe setzten. Schließlich sollte sie 1912 gar Wohnhäusern weichen, sprich abgerissen werden. Dann entschloss sich Hugo Meyer 1919 das Grundstück samt Mühlenbetrieb zu kaufen. Der Kaufmann war weitsichtig und baute bereits 1921 ein Motorenhaus an, für den Fall, dass auch in Warnemünde mal kein Wind wehen sollte. Vorausschauend gedacht, denn mit der Bebauung der Laakstraße verschlechterten sich die Windverhältnisse. Als Hugo Meyer 1937 starb, übernahm sein Sohn Gerhard die Mühle. 1953 dann startete die DDR-Regierung entlang der Ostseeküste und eben auch in Warnemünde die Aktion Rose. Wer Eigentum besaß, sollte – unter welchem Vorwand auch immer – enteignet werden. „Mein Vater wurde zu einer 13-monatigen Haft verurteilt. Nach vier Monaten kam er aus dem Gefängnis in Bützow frei. Wir bekamen die Mühle zurück. Doch sämtliche Betriebskonten waren gelöscht und alles eingelagerte Getreide und Mehl verschwunden. Wieder ein Neuanfang“, sagt Christian Meyer. Zumal die privaten Mühlen erst dann Getreide zur Mehlherstellung bekamen, wenn die volkseigenen Mühlen ausgelastet waren. 1971 konnte der Warnemünder auf der Leipziger Messe zwei moderne Doppelwalzenstuhl-Maschinen kaufen – weil ein potentieller ausländischer Kunde abgesagt hatte. Acht Tonnen Getreide in drei Schichten pro Tag konnten in der Warnemünder Mühle zu Roggenmehlen und Schrot vermahlen werden. Als Gerhard Meyer 1975 plötzlich starb, übernahm seine Frau Doris den Betrieb. Da sie keinen Meisterabschluss hatte, wurde ein langjähriger Obermüller als solcher anerkannt. Oft waren Schulklassen in der Mühle zu Gast. Die Kinder bestaunten die Technik und durften mit einem für das Mehl bzw. Mehlsäcke gedachten Aufzug fahren. Davon, so wurde während des Museumsabends berichtet, erzählen die damaligen Kinder noch heute.
Am 1. April 1991 wurde der Mahlbetrieb in der seit 1979 unter Denkmalschutz stehenden Mühle eingestellt. Brot und Brötchen gab es im Supermarkt, Bäckereien verschwanden. Die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen, aber auch die Tatsache, dass keines der drei Kinder von Gerhard und Doris Meyer das Müllerhandwerk gelernt haben, führten zu dem schweren Entschluss. 1993 wurden an der Mühle Sanierungsarbeiten durchgeführt und neue Flügel und die Windrose angebaut. Das Gebäude aber stand leer. Was tun? Gastwirtehepaar Karin und Andreas Bauer legten ein Nutzungskonzept für ein Restaurant vor, das vorsah, die alte Mühlentechnik erlebbar zu machen. Denkmalpfleger Gerhard Lau und Christian Meyer haben dieses Vorhaben begleitet. Bis 2017 existierte die Gaststätte. Ein Jahr später haben sich die Erben zum Verkauf des Anwesens entschlossen. Drei Wohnungen sind in der Mühle entstanden. „Schön wäre es, wenn die Mühle anlässlich ihres 160. Geburtstages wieder Flügel bekäme. Sie noch lange erhalten bleibt“, sagt Christian Meyer. Nicht unerwähnt lassen möchte er: Nach der politischen Wende wurde das im Zuge der Aktion Rose gefällte Unrechts-Urteil gegen den Warnemünder Mühlenbesitzer Gerhard Meyer aufgehoben. Sabine Schubert
Sven Henning und Ronald Henning, Leitungsmitglieder der DRK-Wasserwacht Rostock, präsentieren mit Jürgen Breuer, Geschäftsführer der Rostocker Dach Bau GmbH, einen “Dolphin 3” am Warnemünder Strand. Foto: Junge
Moderne Rettungsroboter im Einsatz
18. Juli: Die DRK Wasserwacht Rostock setzt künftig auf modernste Rettungstechnik: Zwei ferngesteuerte Wasserrettungsroboter vom Typ „Dolphin 3“ ergänzen ab sofort die Ausrüstung der Rettungsschwimmer an der Ostseeküste. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch eine großzügige Spende der Rostocker Dach-Bau GmbH.
Zur offiziellen Übergabe der neuen Technik an den Strand von Warnemünde war auch Geschäftsführer der Rostocker Dach-Bau GmbH Jürgen Breuer vor Ort. Gemeinsam mit den Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern informierte er sich über die Einsatzmöglichkeiten der innovativen Rettungsgeräte und verfolgte eine erste Vorführung.
Die neuen Rettungsroboter kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo starke Strömungen, hoher Wellengang oder große Entfernungen eine unmittelbare Wasserrettung erschweren. Anstatt sofort selbst ins Wasser gehen zu müssen, können die Rettungsschwimmer den „Dolphin 3“ zunächst per Handfernbedienung vom Strand oder von einem Boot aus zum Verunglückten steuern. Bei Bedarf kann das Gerät auch gemeinsam mit einem Rettungsschwimmer eingesetzt und direkt im Wasser bedient werden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern erreicht der „Dolphin 3“ auch bei Wind und Wellen schnell die
Einsatzstelle. Der leistungsstarke Jet-Antrieb mit geschützten Propellern minimiert dabei das Verletzungsrisiko. Das Rettungsgerät verfügt über eine Reichweite von bis zu 800 Metern und eine Akkulaufzeit von rund 45 Minuten. Besonders hilfreich ist die integrierte Kamera. Sie ermöglicht den Einsatzkräften, Verunglückte auch auf größere Distanz gezielt anzusteuern und Hindernisse frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig bietet der Rettungsroboter ausreichend Auftrieb, um Personen sicher über Wasser zu halten und bis ans Ufer oder zu einem Rettungsboot zu transportieren.
„Mit dem Dolphin 3 gewinnen wir wertvolle Zeit und können unsere Einsatzkräfte in gefährlichen Situationen zunächst außerhalb des Wassers einsetzen. Das erhöht sowohl die Sicherheit der zu rettenden Personen als auch die unserer ehrenamtlichen Rettungsschwimmer“, erklärt Ronald Hennig, technischer Leiter der DRK Wasserwacht Rostock.
Die beiden Rettungsroboter werden während der verbleibenden Badesaison im regulären Einsatzbetrieb getestet. Dabei möchte die Wasserwacht Erfahrungen sammeln, wie sich die neue Technik unter den Bedingungen der Ostsee bewährt und wie sie die klassische Wasserrettung künftig sinnvoll ergänzen kann.
Die DRK Wasserwacht Rostock bedankt sich bei der Rostocker Dach-Bau GmbH für die großzügige Unterstützung. Ohne dieses Engagement wäre die Anschaffung der modernen Rettungstechnik nicht möglich gewesen.Julia Junge

Für Mathias Rieck ist und bleibt das Segel-Revier vor Warnemünde das schönste weit und breit. Foto: mkad
Auftakeln und los!
10. Juli: Zwei Stunden vor dem Hupen, dem Startbeginn, gibt‘s nur eins für Mathias Rieck, auftakeln und los! Er liebt seine OK-Jolle und will raus aus dem Hafen. Ein, zwei Schläge mal eben vorweg, Wind und Wellen checken. Dass Matze, so kennt ihn ein jeder in der Seglerfamilie, noch keine Schwimmhäute gewachsen sind – ein Wunder!
Familie Rieck wohnt ein paar Häuser neben uns Am Strom. Ich weiß noch genau, wenn die Jungs mit ihren neun Jahren auf dem Schulhof Kräftemessen „veranstalteten“, war Matze längst am Steg, hörte gespannt, was Hansi Petrowski, später Jörn Etzold, seine Warnemünder Übungsleiter, ihm erklärten und natürlich ging‘s dann ab in den Opti. Klitschnass, völlig zerstrubbelt, mit breitem Grinsen kam er nach Hause.
Wir treffen uns heute im sonnendurchfluteten Foyer der Sportschule. Matze ist inzwischen 47 Jahre alt. Seine 17jährige Tochter Joanna und der 12 Jahre alte Kalle wollen nachher im Hafen sein. Aber erst einmal kommt Matze nicht aus dem Schwärmen über sein ehemaliges Heimatrevier raus. „Es ist für mich mit großem Abstand das beste Revier Deutschlands. Fast ständig bläst es auflandig Nord-West. Mit großer Welle runter zu segeln, ist ein Genuss! In 20 Minuten bist du am Kurs.“ Mathias und seine Frau arbeiten und leben längst in der Nähe von Berlin. Nachdem er von der 420er Bootsklasse bei den Lasern eingestiegen war und die Sportreporter ihn als Segel-Ass der Ostsee zu recht beschrieben, war vor 20 Jahren die Familie aber dann doch die Nummer 1 in seinem Leben. „Jetzt sind die Kinder groß. Es kribbelte auch bei den „kleinen“ Wassern in Rangsdorf oder am Wannsee. Ich fand für mich eine faszinierende Bootsklasse, die OK-Jolle. Gleichzeitig aber auch Lollipopp, einen Regattaverein, wo alte Hasen es noch mal wissen wollen und eine wunderbare familiäre Atmosphäre herrscht. Die Meldeliste für meine erste Regatta im November 2025 auf dem Wannsee war leider sehr klein. Aber dafür erschwinglich für das Familienbudget. Das ist jetzt anders.. Ein großes Teilnehmerfeld und viel, viel teurer. Trotzdem! In Warnemünde passt alles. Es ist professionell, familiär, denn man läuft auf den Stegen vielen Bekannten über den Weg.“
Er ist heute elfter geworden. Sein Kommentar: „ Morgen geht‘s mit zweiter und dritter Regatta weiter. Für das zweite mal überhaupt aktiv zu segeln, bin ich zufrieden. Ist aber morgen ausbaufähig!“ Monika Kadner
12. Juli: Nachricht von der Jury: Von den 21 gestarteten OK-Jollen wurde Mathias Rieck mit seiner Jolle in der Gesamtwertung Fünfter Gratulation auch von aalglatt!

Polier Dirk Aulerich im Gespräch mit Torsten Schrank, Vorsitzender des Warnemünder Segelclubs (r.). Foto: mkad
WSC-Bautagebuch (7)
Sie haben gut lachen
9. Juli: Sie haben gut lachen: Torsten Schrank, Vorsitzender des WSC, und Dirk Aulerich, Polier der Warnemünder Bau GmbH. Die Baustelle auf der Mittelmole geht planmäßig voran. Auch wenn mancher Segler, der bestens mit Wind und Wellen umgehen kann, die Stirn kraust, dass an manchen Tagen niemand auf der Baustelle zu sehen ist, muss man wissen, dass es Zeit bedarf, bis die gegossene Bodenplatte abgebunden ist und wie hier erst nach 15 Tagen weiter gearbeitet werden kann.
Ja, und das ist jetzt!
Die Betonfacharbeiter Rayk Seelow, Torsten Helmanzick und Lehrling Johannes Türmer haben dem Sturm mit den unberechenbaren Böen auf Dachhöhe getrotzt und passgenau die Deckenrandschalung gesetzt, damit hier Bewehrung geflochten und verlegt werden kann. 175 Stützen tragen diesen Deckentiscch, auf den Beton für die Geschossdecke des Sozialgebäudes gegossen wird. Der Kran hebt darauf die Fassadenplatten für das Dach. Sie bestehen aus lackiertem Stahlblech, sind ausgeschäumt und enthalten Mineralwolle, die isolierend wirkt. Gleiches gilt für die bereits vorhandenen Stahlträger. Schwingungen und Schall sollen auch hier entkoppelt werden. Nun können Wände gesetzt werden und das Stahlgerippe gehört der Vergangenheit an, bevor es dann weiter geht mit dem Bau der Halle für die Boote.
Doch in vorderster Front zum Alten Strom ist nun erkennbar, dass hier ein weiterer Warnemünder Mosaikstein für den Segelsport gesetzt wird.
„Nicht nur ich bin froh, dass wir mit den Warnemünder Bauleuten verlässliche Partner gefunden haben, die unseren Traum realisieren, besonders für Kinder und Jugendliche beste Voraussetzungen zum Training zu schaffen. Die Siegertreppchen nicht nur bei der Warnemünder Woche sind jedenfalls angepeilt.“ So der Vorsitzende des WSC, der nach unserem Treff auf der Baustelle sofort wieder in der Jugendsportschule verschwunden ist, wo die Organisationsfäden der 88.Warnemünder Woche im hundertsten Jahr zusammenlaufen. Er ist mit seiner Familie, einer der rund 300 Ehrenamtlichen, der die Warnemünder Woche immer wieder national und international in die positiven Schlagzeilen bringt. Monika Kadner
Die Ferienarbeiter der Strandoase Fred Haase (r.) und Asadchy Fiodar rücken mit Schaufel und Schubkarre dem zu Dünen aufgetürmten Sand zu Leibe.
Foto: mkad
Für eine saubere Ostsee unterwegs
7. Juli: Am vergangenen Freitag und in der Woche davor war aalglatt-Redakteurin Monika Kadner im Gespräch mit der Meeresforscherin Prof. Dr. Joanna Waniek vom Leibniz Institut für Ostseeforschung. Ausführlich schrieb sie über die Bemühungen der Wissenschaftler, die Ostsee zu schützen. Denn, so hieß es in unserem Artikel u. a., dass eine einzige Zigarettenkippe 60 Liter Wasser mit Schwermetallen und Teer vergiftet. Eine Plastikflasche oder Plastiktüte 100 bis 200 Jahre braucht, bis sie zu Mikro-und Nanoplastik zerfallen. Und damit in die Nahrungskette von Tier und Mensch eingehen. Ein achtlos weggeworfenes Papiertaschentuch fünf Jahre benötigt, ehe der Zerfallsprozess einsetzt.
Monika Kadner schaute sich auf der Promenade um und kam ins Gespräch mit:
Manfred Schumann. Er ist mit seiner Crew direkt auf dem Leuchtturmvorplatz präsent. Sein Terrain ist wunderbar maritim ausgerichtet! Die Bestecke sind aus Holz. Es fallen keine Pappbecher an, weil alle Getränke in Gläsern ausgeschenkt werden. Die Teller sind aus recycelter Pappe. „Die Gäste lohnen uns den Aufwand!“, so Schumann.
Liana Mähling. Sie ist am Strandaufgang 9 seit rund 15 Jahren Vermieterin von Strandkörben. „Was denken Sie, wir sammeln morgens zwischen den Körben allen Schmutz auf. Die Strandaschenbecher der Tourismuszentrale sind für die Raucher unbedingt wichtig!“
Eine Warnemünder Legende ist die Strandkorbvermietung Saat. Philipp Saat keschert Morgen für Morgen zwischen seinen Körben den Sand und sammelt so Zigarettenkippen.
Im WAL lautet die Schlussansage um 22 Uhr: „take fife! – und wenn‘s geht, füttert mit mehr Kleinmüll die Tonnen am Strandaufgang!“
Bevor Conny Cunna ihre ehrenamtliche „Arbeit“ bei der Organisation der Warnemünder Woche aufnimmt, ist sie früh mit ihrem rumänischen Mischlingshund am Strand unterwegs: „ Ich habe immer eine Tüte mit. Ruck, zuck ist diese voll mit Kippen und Plastikteilchen.“
Der eine und andere Frühspaziergänger auf der Westmole gehört ebenfalls zur Riege jener, die mit Gummihandschuh und Tüte Hinterlassenschaften aufsammeln.
Prima, was seit Langem in der Strandoase Treichel Alltag ist: Der Nichtraucherabschnitt im Bereich der Strandkörbe.
Berechtigt stolz präsentieren sich die jungen Künstlerinnen mit ihren Müttern und der Lehrerin (rechts) vor ihren Bildern. Foto: mkad
Ecolea-Schüler stellen aus im Kunstatelier
4. Juli:. „Wer weiß, was daraus erwächst!“ – das war genau der Punkt, auf den es die Kunstlehrerin Katja Caglayan von der ecolea brachte, als sie heute die Laudatio für ihre Schülerinnen ausbrachte im Kunstatelier der alten Post. Ausgestellt haben auf kleiner Wandfläche mit erfreulich großer Wirkung: Hannah Lipinski, Helene Götzke und Maila Naumann.
Für Helene, die gerade die 9.Klasse beendet, „ist das Malen ein Weg sich auszudrücken und viele Dinge zu verarbeiten.“
Bei ihnen enden gerade die letzten Schulstunden der 10. Klasse: Hannah Lipinski und Maila Naumann. Maila sagt: “Wenn ich mich bereits am Montag auf die Kunststunde am Donnerstag freue, weiß ich doch, dass ich etwas Wichtiges für mich gefunden habe.“ Und: „Ich bin dankbar, hier meine Werke aufstellen zu können, denn Kunst sollte doch betrachtet werden.“ Und Hannah bekennt: “Ich liebe es einfach, den Pinsel in der Hand zu haben und etwas, was mir gerade durch den Kopf geht, auf die Leinwand zu bringen.“
Mit Recht waren die Mütter, die ihren herangewachsenen, aufgeregten Mädchen an diesem Vormittag zur Seite standen, stolz. Martina Götzke ist es nicht minder: “Wie großartig, dass hier die Arbeiten im Kunstatelier präsentiert werden können. Einen kleinen Grundstein haben wir vielleicht zu Hause gelegt. Am zweiten haben die Kunstlehrerinnen der ecolea erheblich gefeilt. Von Herzen gönn ich den jungen Mädchen ihre erste Vernissage!“
Auch wenn, wie es ein Warnemünder Kunstkenner im Atelier ausdrückte, dies nicht die große Kunst ist, wie im Ostseebad so oft präsentiert in Galerien, erinnert sei daran, was sich die Kunst interessierten und engagierten Lehrer und Eltern erhoffen: „Wer weiß, was daraus erwächst:“ Monika Kadner
100 Jahre Warnemünder Woche
2. Juli Sehr feierlich und fröhlich eröffneten Mitglieder des Museumsvereins und Vertreter des Heimatmuseums die Sonderausstellung „100 Jahre Warnemünder Woche“. Wie bei einer Familienfeier ging es am heutigen Spätnachmittag zu. Umarmungen, laute Begrüßungen, „ weißt du noch“, waren geflügelte Worte. aalglatt-Redakteurin Monika Kadner hat ein paar Meinungen und die Stimmung eingefangen:
Torsten Schrank, Vorsitzender des Warnemünder Segelclubs: Es ist eine Ehre, dass unser Club mit dieser Ausstellung so in den Mittelpunkt als Ausrichter der Warnemünder Woche rückt. Die Fußabdrücke vorangegangener Vorsitzender des WSC sind groß. Unser aktueller Trumpf ist der Bau des neuen Clubhauses, in das vor allem Kinder und Jugendliche einziehen werden.
Dirk Jahnke – zu Himmelfahrt 2026 gerade den Euro Cup „Sail horse“ in Rostock gewonnen:
All diese Erinnerungen – eigentlich mein ganzes Leben – hier in den Vitrinen zu sehen, mir geht das Herz auf. Mein Vater wird gewürdigt, der fast 20 Jahre Chef der Warnemünder Woche war und so nicht vergessen wird. Viele haben meiner Mutter und mir heute auf die Schulter geklopft. Es geht gar nicht anders, als meinem Club die Treue zu halten und bei der Warnemünder Woche nach all den aktiven Jahren als Segler nun als Wettfahrtleiter der Seeregatten bei der 88.Warnemünder Woche dabei zu sein.
Pepe Hartmann, Fotograf und Grafiker: Das 30.Plakat für diese Woche habe ich abgeliefert. Seit 25 Jahren bin ich mit der Kamera auf der Warnemünder Woche. Der WSC und ich sind eine eingeschworene Crew. Du musst die Segelboote verstehen, wenn du sie fotografierst, musst wissen, wie sie sich bei Wind und Wellen und gleißender Sonne bei einer Regatta verhalten. Nur so ist es gelungen, auch prägnante Fotos von mir hier zu zeigen. Darüber freue ich mich sehr.
Jörn Etzold, Leiter der Jugendsportschule: Ich bin quasi auf dem Boot meiner Eltern geboren, die seit 1965 schon immer Mitglied im Warnemünder Club waren. Ich fing bei den Optimisten an, konnte später mehrmals auf dem obersten Treppchen nach Regatten stehen. Als Übungsleiter trainierte ich die jüngsten ohne Mast- und Schotbruch wieder nach Hause in den Hafen zu kommen. Ab 1991 bis 2006 stand ich dann hauptamtlich Uwe Jahnke bei der Organisation der Warnemünder Woche zur Seite. Ich bin echt begeistert, wie diese Ausstellung das Segelleben mit Flauten und Stürmen und Hochs wiedergibt. Toll!
Dieter Goldschmidt, Ehrenvorsitzender des Seglerverbandes und Autor „Der Warnemünder Segel-Club“: Eine wunderbare Ausstellung ist dem Heimatmuseum gelungen. Ich bin glücklich, dass die Geschichte des Clubs, über die ich ausführlich geschrieben habe, so ausgezeichnet präsentiert wird. Ich freue mich sehr darüber, das im Heimatmuseum dieses Buch verkauft wird, und der Erlös den Warnemünder Nachwuchsseglern zu Gute kommt. Danke!

Wie sauber ist dieser Sand tatsächlich? Professorin Dr. Joanna Waniek vom IOW weiß, wieviel Plastik und anderer Müll im Strandsand versteckt ist. Foto: mkad
Wie geht’s unserer Ostsee?
aalglatt-Redakteurin Monika Kadner war mit Prof. Dr. Joanna Waniek vom IOW am Strand unterwegs
2. Juli: Eine Verabredung mit der Warnemünderin, Professorin Dr. Joanna Waniek vom Leibniz Institut für Ostseeforschung, lässt mich immer wieder meinen Hut abnehmen, den ich im Sommer so gerne trage, wie diese Frau mitreißen kann, ihre hoch spezialisierten, wissenschaftlichen Probleme weit über das Institut, den Hörsaal hinaus, für jedermann verständlich zu machen. Ich frage sie:
Wie geht‘s denn der Ostsee?
Die Blaue Flagge für eine hervorragende Wasserqualität zum Baden weht ja auch in diesem Jahr wieder an unserem Strand. Aber! Die Aktivitäten der Menschen, die Auswirkungen des Klimawandels stellen die größten Bedrohungen dar. Für uns Wissenschaftler sind das große Herausforderungen. Wir möchten doch alle gemeinsam das Meer und den Strand vor unserer Haustür auch für nachfolgende Generationen schützen.
Wie geschieht das konkret?
Bereits 1974 konstituierte sich die Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee. Die HELCOM. Die Ostseeanrainerstaaten und die EU haben beispielsweise im Ostseeaktionsplan bis 2030 festgeschrieben, dass Daten über Mengen und Quellen und die Transportwege von Meeresabfällen an die Politiker weitergegeben werden. Damit die Gesetzgebung auf fundierten Erkenntnissen basieren kann.
Ist das nicht ein Kampf à la Don Quichotte gegen Windmühlenflügel?
Ich bin doch nicht allein! In unserem Institut sind wir 15 Meeresforscher in verschiedensten Arbeitsgruppen. Besonders die jungen, oft noch studierenden und an Dissertationen arbeitenden Mitarbeiter, geben immer wieder Anstöße, wenn wir die Wechselwirkungen zwischen physikalischen und biologischen Prozessen untersuchen. Wir nehmen regelmäßig Proben im Sand und im Spülsaum, um Belastung durch Zigarettenrückstände und Mikroplastik zu erfassen. Wir haben Sensoren in unterschiedlichen Becken der Ostsee auf zahlreichen Tiefen ausgebracht. Fünf Mal im Jahr fahren wir mit unseren Forschungsschiffen auf See, den Zustand der Ostsee zu messen. Die wissenschaftlich belastbaren Ergebnisse der beteiligten Staaten sind über die HELCOM für jeden und jedes Land verfügbar.
Was steht im Moment im Mittelpunkt?
Eines von vielen: Plastk! Es löst sich nicht auf… Es zerfällt in Mikro-und Nanoplastik, also in Partikel, die mit bloßem Auge vom Sand nicht unterscheidbar sind. Es gelangt in die menschliche Nahrungskette über Speisen und Getränke.
Die intensive Forschung ist zirka 15 Jahre jung. Wir haben noch viele unbeantwortete Fragen.
Nicht nur mit Ihrem kürzlichen Vortrag im Munch Haus oder mit den Warnemünder Abenden immer am Donnerstag im Institut im Juli und August, werben Sie und ihre Kollegen für den Schutz der Ostsee?
Ja, denn ich finde, das ist wichtig! Welcher Raucher denkt schon daran wenn er seine Zigarettenkippe in den Sand steckt, dass damit Gifte wie Schwermetalle und Teer in den Boden kommen, den Sand und das Grundwasser verseuchen. Ein Stummel vergiftet rund 60 Liter Wasser. Auf einem Quadratkilometer Strand sind kürzlich über 900 Zigarettenreste gefunden worden….
Eine Plastikflasche oder eine Plastiktüte, braucht 100 bis 200 Jahre bist sie zu Mikro- und Nanoplastik zerfällt. Bei einem achtlos hingeworfenen Papiertaschentuch dauert es bis zu fünf Jahre bis der Zersetzungsprozess einsetzt.
Gibt es bei all diesem gruseligen Umweltmüll auch Optimistisches zu verkünden?
Seit einigen Jahren verteilt die Tourismuszentrale hier in Warnemünde 5000 Strandaschenbecher. „Eigentlich“ sind Eislöffel, Strohhalme Kaffeebecher, Schalen für das Mittag to go aus Plastik verboten. All dies wird beispielsweise aus Mais bereits hergestellt. Zum Glück wird es auf unserer Promenade teilweise auch angeboten.
Es sind erste, kleine Schritte. Aber es hat ein Nachdenken eingesetzt. Dazu verhilft auch ein von Meeresforschern und Museumspädagogen entwickeltes Programm „Plastc School“. Es wendet sich an Pädagogen und Schüler der unterschiedlichsten Klassenstufen. Es kostet nichts. Ist nur vom Computer runter zu laden.
Gibt es einen stillen Wusch für unser Land?
Dass Kurbetriebe und kommunale Kurverwaltungen, eingeschlossen der Tourismusbetrieb Rostock/Warnemünde, nicht nur Tropfen auf den heißen Stein regnen lassen. Müll nicht verteilt wird mit morgendlichem Harken des Strandes oder wie vorbildlich vom Wasser-und Schifffahrtsamt Stralsund wöchentlich die Westmole gefegt wird, der Sand mit dem Müll allerdings auf das Bollwerk und den Strand geschleudert wird. Sicherlich müsste Geld in die Hand genommen werden… Wenn dann noch die Politik aufwacht….

Mädchen und Jungen aus der Klasse 3a der Heinrich-Heine-Grundschule haben die Juroren in ihrem Schulgarten nicht nur mit selbstgemachten Kräutersalz, sondern auch mit einem Quiz begrüßt und überrascht. Foto: mkad
KGA Am Moor: Spaß und Freude statt Prüfungsstress
24. Juni: Wenn Prüfungen anstehen, jemand vor einer Jury bestehen möchte… immer schwingt ein bisschen Bammel, Aufregung mit. Man kann nicht sagen, dass die Kleingartenfreunde von der Anlage „Am Moor“ nicht aufgeregt waren, aber angefangen von den Zehnjährigen bis hin zu den betagten Rentnern, standen sie alle selbstbewusst, ideenreich den Juroren aus der gesamten Bundesrepublik Rede und Antwort. Sie führten ihre sommerlichen Gärten vor, die Begegnungsstätte Am Moor als Kultur- und Veranstaltungsort, ihren Schulgarten und bestachen bereits beim Rundgang durch sichtbar gelebtes Engagement, ökologische und soziale Leistungen.
Der Grund aber, warum gerade gestern viele Kleingärtner mit ihrem blauen T‑Shirt „Gärtnern und Meer“ in der Anlage präsent waren: Der 26. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ unter dem Motto „Kleingartensommer: cool und gemeinsam statt hitzig und einsam!“.
Immerhin rechnen sich die über 600 Mitglieder der ältesten und größten Kleingartenanlage „Am Moor“ e. V. gute Chancen aus, im Bundeswettbewerb zu punkten. Bereits im vergangenen Jahr wurden sie Landessieger im Wettbewerb der Kleingartenvereine Mecklenburg/Vorpommerns.
Gleich hinter dem Haupteingang fröhliches Kindergeschnatter. Hier im Schulgarten gehen einige mit Grabeforke und handschuhbehüteten Fingern dem Unkraut zu Leibe. Andere pflanzen noch sehr zarte Salatpflanzen und rufen nach Wasser zum Angießen nach den Mädchen mit den Gießkannen. Phil und Julie haben bei Oma und den Eltern auch einen Garten. Sie wissen schon Bescheid und sagen ihren Klassenkameraden an, während Anna und Mala sich die vorbereiteten Rätselfragen noch einmal vornehmen, denn die Juroren sollen zeigen, was sie können… Schulsozialarbeiterin Susann Schubert und Klassenlehrerin Antje Schmidt sind immer mittendrin und freuen sich, dass der Schulgarten – natürlich auch mit einer 2022 vom Warnemünder Lions Club gestifteten Laube – so ein wesentlicher Bestandteil eines praxisnahen Unterrichts geworden ist.
Der Rundgang führte weiter durch verschiedene Parzellen, zu den benachbarten Kleintierzüchtern, zum Erfrischungsstand mit Produkten aus den Gärten, zum Moorbiotop und zum Vereinsimker Thomas, der den ersten Sommerblütenhonig des Jahres dabei hatte, und schließlich zum regionalen Büfett, das das Landkombüse-Team vorbereitet hatte.
Thomas Kleinworth, Chef der Juroren, ist angetan. „Hier sind die alten Strukturen in Bewegung. Offensichtlich ist es: Am Moor wird nicht nur Obst und Gemüse angebaut. Es ist eine schöne Mischung zur Naturnähe, einem Miteinander, einer Verantwortung für ökologisches Gleichgewicht mit der Stadt.“
Das ist doch schon mal ein Lob. Aber die anderen Sieger der Landeswettbewerbe in der Bundesrepublik können bestimmt auch mit so manchem Pfund für diesen Bundeswettbewerb wuchern.
Es bleibt spannend. Am 14. November fällt die Entscheidung. Das Team aalglatt – Warnemünder Allerlei drückt die Daumen. Monika Kadner.
Mitglieder vom Shantychor De Klaashahns und der ecolea-Schulband sorgten mit völlig gegensätzlichen Musik- bzw. Gesangseinlagen für einen tollen Kontrast. Foto: susa
An der Reuter-Eiche gab’s ein Fest
22. Juni: Bei wunderbaren Sommerwetter haben gestern Warnemünder Vereine und Gruppen unseren Heimatdichter Fritz Reuter und die vorpommersche Dichterin Martha Müller-Grählert mit einem buntgemixten Programm up Platt und Hoch im Stephan-Jantzen-Park geehrt. An der von unseren Altvorderen anlässlich des 100. Geburtstages von Fritz Reuter im November 1910 gepflanzten Eiche fanden sich Mitglieder des Shantychors De Klaashahns, der Trachtengruppe, des Chors SingManTau, der Gruppe Plattdüütsch in de Schummerstunn und der Ecola-Schulband zusammen. Sie sangen von Warnemünde, den Urlaubern, die ihren Sommer gern bei uns verleben, und den Ostseewellen, sie tanzten in alter Warnemünder Tracht und brachten kleine Geschichten up Platt zu Gehör. Und dazwischen die Songs aus heutiger Zeit, die das dreiköpfige Team der ecolea ausgewählt hatte. Viele Zuhörer sangen und schunkelten mit, spendeten immer wieder reichlich Beifall. Schönster Lohn für alle Akteure.
Vor zwei Jahren, so erinnerte ich in der Begrüßungsrede, wurde genau an dieser Stelle ein Fritz-Reuter-Stein eingeweiht. Ebenfalls mit einem wunderbaren, von Warnemünder Vereinen gestalteten Programm und unter Regie des Museumsvereins, des Warnemünde Vereins und des Leuchtturmvereins. Die Begeisterung damals war groß. Und die Akteure waren sich einig: An diesem idyllischen, ja geschichtsträchtigen Ort wird es bald wieder eine Veranstaltung geben. Inzwischen ist viel Wasser die Warnow entlang in unsere Ostsee geflossen. Nix ist passiert. Also habe ich die Idee auf- und zum Telefon gegriffen. Und genau das zeichnet Warnemünde aus: Es gab nicht eine einzige Absage. Nachdem wir vier zur Diskussion stehende Termine geprüft haben und der 21. Juni passend gefunden wurde, ging es an die Programmgestaltung. Und an die Lösung von Problemen, an die Johanna Bojarra vom Landesheimatverband und ich zunächst nicht gedacht haben. Woher beispielsweise den Strom für die Technik nehmen? Christoph Wegner, Leiter des Heimatmuseums, fand den Kontakt zum Haus Strandläufer. Und plötzlich – fünf Tage vor der Veranstaltung – die Frage: Gibt es eine Sondernutzungserlaubnis für die Fläche? Nein. Nicht mal einen Antrag. Dankenswerter Weise konnten wir diesen noch stellen. Und wir bekamen die Genehmigung. In Warnemünde und Diedrichshagen haben wir mal ebenso ganz nebenbei die von Sebastian Stave wunderbar gestalteten und vom Leuchtturmverein finanzierten Plakate verteilt. Einige wenige, die noch übrig waren, haben wir mit Unterstützung der Trachtengruppe gegen einen kleinen Obolus unter die Zuschauer gebracht. Über den Erlös von 96 Euro freut sich der Museumsverein. Auch soziale Medien haben wir genutzt, um auf das kleine Event aufmerksam zu machen. Bevor dieses gestern Nachmittag startete, fegte Werner Kreuscher vom Vorstand des Museumsvereins fix noch die Wege und mähte ein Stück Rasenfläche. Und schon eilten nach und nach rund 100 Zuhörer bzw. Zuschauer herbei. Unter ihnen zahlreiche Warnemünder, aber auch Touristen sowie Mitglieder verschiedener Vereine – selbst die Angler waren vertreten.
Alle Akteure und die meisten Zuhörer waren sich einig: Eine kleine, feine, gelungene Veranstaltung. Natürlich gab‘s auch Kritik: Keine Sitzgelegenheiten. Keine Getränke. Aber wo anfangen, wo aufhören? Wer soll woher Stühle holen? Wer Getränke ausschenken, wofür wahrscheinlich wieder eine Genehmigung vorhanden sein muss. Dazu Toiletten aufbauen, einen Rettungsdienst einschalten …. Ob das alles so nebenbei im Ehrenamt und ohne große Kosten stemmbar ist, wird sich zeigen. Im nächsten Jahr jedenfalls soll es wieder eine Veranstaltung zu Ehren Fritz Reuters geben. Vielleicht auch wie in diesem Jahr im Rahmen der plattdeutschen Wochen in MV. Wir freuen uns darauf. Sabine Schubert
Über Plastik im Meer spricht Prof. Dr. Joanna Waniek im Munch-Haus. Foto: mkad
Eine Kippe verunreinigt 60 Liter Wasser
20. Juni: . Was war das für ein spannender Abend gestern! Prof. Dr. Joanna Waniek referierte auf Einladung des Munch Hauses zum Thema Mikroplastik in der Ostsee. Immer wieder mussten Stühle organisiert werden, denn die Plätze reichten ganz knapp, um all den interessierten Warnemündern und auch so manchen angereisten Fachleuten Sitzgelegenheiten bieten zu können. Das Thema war mehr als spannend, denn wer will nicht in der sauberen See baden, sich am unvermüllten Strand aalen. „Doch Mikroplastik ist am Strand mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden,.“ so die Wissenschaftlerin, die seit 15 Jahren mit ihrem Team Mikroplastikquellen auf der Spur ist.
Nur ein aufhorchendes Beispiele: auf hundert Meter Strandsand haben die Forscher 917 Kippen gefunden. In Warnemünde! Dazu muss man wissen: eine einzige ins Meer gespülte Kippe verunreinigt 60 Liter Wasser…
Knackpunkt der sich anschließenden Aussprache immer wieder der Tenor: was macht die Politik, was der vor Ort ansässige Tourismusbetrieb (von dem leider niemand anwesend war), um Plasteabfall zu vermeiden, das Rauchen nicht nur mit dem klitzekleinen Feigenblatt des Strandaschenbechers einzuschränken. ja vielleicht ganz zu verbieten?
Die Wissenschaftlerin vermutet eine düstere Utopie, dass beispielsweise unsere Kindeskinder in Plastik schwimmen werden, mit dem Fisch Plastik verspeist wird.
Ein Thema, das mich nicht losläßt. Deshalb werde ich die Professorin zu einem ausführlichen Interview bitten, mal kurz über die Straße zu gehen und an den Strand zu kommen. Aalglatt-warnemuen.de ist wie immer neugierig im Auftrag unserer Leser.
Der Verein des Munch Hauses sah die derzeitige Ausstellung der regionalen Künstler„Bach runter-Strom auf“ mit dem dazu begleitend Vortrag als interdisziplinäres Projekt mit dem Leibnitz Institut für Ostseeforschung. Monika Kadner
Meeresforscher laden ein zu interessanten Vorträgen
20. Juni: Auch in diesem Sommer lädt das Leibniz- Institut für Ostseeforschung Warnemünde unter dem Motto “Warnemünder Abende” wieder zu populärwissenschaftlichen Vorträge zum Thema Ostsee ein. Sie finden jeweils donnerstags um 18.30 Uhr im Vortragssaal des IOW statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Der Zugang zum Institut erfolgt von der Kurparkseite aus. Bitte benutzen Sie die Abzweigung von der Seestraße neben dem Kurhaus.
Im Fokus der Warnemünder Abende 2026 stehen wissenschaftliche Aspekte über die Ostsee, aber auch die vielfältigen Belastungen, denen dieses kleine, fast vollständig von Land umschlossene Meer vor unserer Haustür, ausgesetzt ist. Forscher berichten an acht Abenden im Juli und August über verschiedenste Themen – von Mikroorganismen über Mikroplastik bis hin zu Seegraswiesen. Ein spezieller Abend am Internationalen Tag der Meeresschutzgebiete am Sonnabend, 1. August wird eine ganze Bandbreite der Bemühungen um den Schutz der Ostsee präsentieren.
Das Programm:
9. Juli: Prof. Dr. Heide Schulz-Vogt, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Die unsichtbaren Entgifter der Meere: Wie sulfidoxidierende Bakterien das Leben im Meer schützen
16. Juli: Prof. Dr. Gregor Rehder, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Methan aus den zerstörten Nord Stream Pipelines – wieviel, wohin, und wie wurde das eigentlich gemessen?
23. Juli: Dr. Georg Sebastian Völker, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Wetter, Klima, die Ostsee und wir: Eine Welt im Wandel
1. August: Bundesamt für Naturschutz & Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Wissen schafft Schutz – Abtauchen in die küstenfernen Meeresschutzgebiete der Ostsee (Kurzvortrag und interaktiver Austausch an Informationsständen)
6. August: Dr. Matthias Kreuzburg, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Wo Seegras wächst, lebt das Meer – Renaturierung in der Ostsee und warum wir Grund zur Hoffnung haben
13. August: Prof. Dr. Joanna Waniek, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Die unsichtbare Gefahr – Mikroplastik im Meer
20.August: Dr. Daniel Herlemann, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Vibrionen im warmen Badewasser: Selten, aber gefährlich
27. August, Dr. Hanno Hochmuth, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Mein Warnemünde – Zeitgeschichte und Erinnerung
- Neptun-Werft baut Offshore-Plattformen
17. Juni: Einer der größten Industrieaufträge für Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren geht nach Warnemünde. Auf der Neptun-Werft sollen Offshore-Plattformen entstehen, mittels derer der Strom in die Netze an Land eingespeist werden kann. Darüber hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz heute gemeinsam mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) informiert. Den ersten Auftrag für eine Offshore-Konverterplattform des neuen Zwei-Gigawatt-Standards hat das Unternehmen an ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) vergeben. Das Konsortium aus der Meyer-Tochter Neptun und dem Unternehmen Smulders wurde 2023 eigens zu diesem Zweck gegründet.
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet der Auftrag neue Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen . Zumal es nicht nur um einen einzelnen Auftrag geht. Ein zweiter wird derzeit verhandelt. Kommt auch dieser zustande, summiert sich das Volumen auf rund 2,5 Milliarden Euro. “Das ist ein Riesenauftrag”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Bis zu 500 neue tarifgebundene Arbeitsplätze auf der Werft und weitere 500 Stellen bei Zulieferern könnten im Umfeld der Werft entstehen.
Installiert werden die Konverterplattformen später rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee. Dort wandeln sie den von Offshore-Windparks erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um. Über Unterseekabel wird die Energie an Land transportiert. Die Leitung endet an einem neuen Netzverknüpfungspunkt bei Mühlenbeck nordwestlich von Schwerin. Dort wird der Gleichstrom wieder in Wechselstrom umgewandelt, ins Höchstspannungsnetz eingespeist und schließlich weiter in Richtung Süddeutschland transportiert.
Über Jahre war unklar, ob deutsche Werften bei diesen hochspezialisierten Anlagen überhaupt eine Chance gegen internationale Wettbewerber haben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wertete die Vergabe als industriepolitisches Signal. Weltweit gebe es nur wenige Unternehmen, die solche Anlagen überhaupt bauen könnten. “Dieser Auftrag ist ein wirklich ermutigendes Signal”, betonte Reiche.
Noris: Lösungen für maritime Wirtschaft
13. Juni: Unter den Geehrten zur 28. Unternehmerehrung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock 2025 befindet sich auch der Geschäftsführer der Noris Automation GmbH Felix Weiss mit Sitz in Warnemünde. In der Laudatio heißt es u. a.:
Die Noris Automation GmbH wurde 1992 in Rostock gegründet und ist Teil der traditionsreichen NORIS Group aus Nürnberg, die seit 1925 zu den führenden Spezialisten für Mess‑, Steuerungs- und Automatisierungstechnik gehört. Das Unternehmen Noris Automation entwickelt und fertigt seither Antriebssteuerungs- und Automatisierungssysteme für Schiffe. Im Jahr 2014 erfolgte die Zentralisierung der Automatisierungsprojektierung aus Nürnberg nach Rostock. Damit wurde die Noris Automation GmbH zum Innovationsknotenpunkt der Gruppe im Bereich Schiffbau und maritime Technik.
Die Noris Automation GmbH als Teil des Familienunternehmens der Noris Group, reinvestiert Gewinne konsequent im Unternehmen. Hinter dem Erfolg stehen Menschen aus Rostock und der Region – Fachkräfte, die mit Leidenschaft und Präzision arbeiten. Am Warnemünder Standort arbeiten 66 Mitarbeiter im Bereich Entwicklung und Produktion. Die NORIS Automation GmbH zeigt, was verantwortungsvolle Unternehmensführung bedeutet. Obwohl NORIS in einem hochspezialisierten Nischenmarkt tätig ist, entfaltet die Technologie des Unternehmens eine bemerkenswerte internationale Wirkung und zählt zu den gefragten Lösungen der maritimen Industrie. Die komplexen Automations- und Steuerungssysteme aus Rostock finden sich nicht nur in der kommerziellen Schifffahrt – etwa auf modernen Cargoschiffen oder Fähren –, sondern ebenso auf Flotten von nationalen und internationalen Sicherheitskräften. Darüber hinaus vertrauen auch anspruchsvolle Expeditionsschiffe auf diese Technik, und sogar die größten Megayachten weltweit setzt auf Lösungen aus Warnemünde.
Mit seiner technologischen Spezialisierung trägt das Unternehmen NORIS wesentlich zur Positionierung Rostocks als maritimer High-Tech-Cluster bei sind ein bedeutender Imageträger für unsere Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Die Noris Automation GmbH ist regelmäßig an zukunftsweisenden Entwicklungen beteiligt, womit der Standort das Zukunftsbild Rostocks als „Innovationsstandort im maritimen Engineering“ stärkt. Seit mehr als drei Jahrzehnte ist die NORIS Automation GmbH in Rostock präsent – eine Beständigkeit, die das Unternehmen zu einem Symbol für wirtschaftliche Verlässlichkeit macht und zugleich ein wichtiges Element der positiven Außenwirkung unserer Stadt darstellt.
Die Noris Automation GmbH trägt in besonderer Weise zur Imageförderung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bei. Durch ihre technologische Spitzenposition im maritimen Sektor, ihre internationale Sichtbarkeit, ihre lange regionale Verwurzelung und ihre Rolle als Innovationsmotor. Noris zeigt, wie ein Unternehmen aus Rostock weltweit Maßstäbe setzten kann. Mit jeder Steuerungseinheit und jedem Projekt trägt die Noris Automation GmbH den Namen Rostock hinaus in die Welt und steht für Ingenieurskunst Made in Rostock.
Aus Werftbecken wird Zukunftsstandort für Offshore- und Energietechnologien
11. Juni: Heute wurde der erste offizielle Rammschlag für die Umgestaltung des ehemaligen Werftbeckens am Warnemünder Passagierkai gesetzt. Das Areal wird zum maritimen Gewerbepark für nachhaltige Energietechnologien umgestaltet.
Der traditionsreiche Schiffbaustandort wird revitalisiert und zu einem modernen Offshore- und Gewerbequartier entwickelt. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro handelt es sich um die zweitgrößte Infrastrukturmaßnahme in der jüngeren Geschichte des Rostocker Hafens nach der Ansiedlung von Liebherr im Überseehafen.
Landesweit ist das Vorhaben nach dem Neubau der Peenestrombrücke derzeit die zweitgrößte Infrastrukturinvestition in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Mit diesem Projekt entsteht in Rostock ein neuer Zukunftsstandort für die maritime Wirtschaft und die Energiewende. Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit 78,3 Millionen Euro, um hier die Voraussetzungen für neue Investitionen, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen. Gleichzeitig stärken wir Mecklenburg-Vorpommern als führenden Standort für Offshore-Windenergie und weitere umweltfreundliche Energietechnologien.“
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger unterstrich: „Für den Schiffbau nicht mehr benötigte Flächen erhalten eine neue Perspektive und werden künftig für Zukunftstechnologien genutzt. Es entstehen attraktive Gewerbeflächen mit direktem Kaianschluss und hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten. Rostock beweist damit einmal mehr seine hohe Standortqualität für innovative Unternehmen.“
Mehr als zehn Jahre Planungs- und Genehmigungsverfahren waren erforderlich, um die bereits seit 2007 verfolgte Umprofilierung des ehemaligen Schiffbaustandortes nun auch baulich umzusetzen. Das künftige Gewerbegebiet wird eine Fläche von mehr als zehn Hektar umfassen. Hinzu kommen knapp drei Hektar Kaiflächen mit einer Gesamtkailänge von 555 Metern. Rund 15 Prozent des Areals entfallen auf Straßen und Wege. Allein für die Errichtung einer neuen Spundwand sind über 6.000 Tonnen Stahl notwendig.
Ralf Merz für die ARGE Züblin, Prien, Colcrete: „Die Umgestaltung des ehemaligen Werftstandortes zählt zu den anspruchsvollsten Hafenbauprojekten in Norddeutschland. Neben umfangreichen Rückbau- und Sanierungsarbeiten entstehen moderne Kaianlagen und Erschließungsflächen für zukünftige Nutzer. Dabei setzen wir auf die Kompetenz zahlreicher Unternehmen und Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und der Region.“
Die Bauarbeiten gliedern sich in fünf voneinander abhängige Teilprojekte. Nach dem Rückbau von insgesamt 28 Bestandsgebäuden und der Entsorgung vorhandener Abfall- und Recyclingmaterialien erfolgen umfangreiche Bodensanierungen an Land sowie im Bereich der bestehenden Spundwände. Anschließend wird das Gebiet durch den Bau einer Hauptstraße und drei weiterer Erschließungsstraßen sowie durch die Neuverlegung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erschlossen. An vier Liegeplätzen entstehen neue Spundwände. Darüber hinaus wird ein Teil des bisherigen Werftbeckens verfüllt, um zusätzliche Vorstell- und Logistikflächen zu schaffen. Für die Liegeplätze im Becken ist ein Tiefgang von etwa 9,5 Metern vorgesehen. Die Fertigstellung des Gewerbeparks ist innerhalb der kommenden fünf Jahre vorgesehen.
Als Generalplaner verantwortet die INROS LACKNER SE die Entwicklung des Werftbeckens zum maritimen Gewerbepark von der Machbarkeitsstudie bis zur Fertigstellung. Dabei koordiniert das Architektur- und Ingenieurunternehmen sämtliche Projektbeteiligte in enger Abstimmung mit dem Hafen- und Seemannsamt. Seit mehr als sechs Jahrzehnten begleitet INROS LACKNER die Entwicklung der maritimen Infrastruktur in Rostock und der Region. Zu den Projekten zählen unter anderem das Kreuzfahrtterminal mit Landstromanlage sowie die Entwicklung von Stück- und Schüttgutterminals, des Ölhafens und des Liebherr-Standorts im Überseehafen sowie zahlreiche Projekte im Stadthafen. Als weitere Planer dabei sind Baugrund Stralsund Ingenieurgesellschaft mbH, Plan Akzent Rostock und UGB Genehmigungsmanagement GmbH sowie die bauausführenden Firmen ARGE Züblin, Döring GmbH, SDL City Baumanagement und STRABAG AG. Projektleiter ist Tobias Günzl, der seit 1999 bei INROS LACKNER arbeitet. Seine Expertise ist die Planung und Umsetzung komplexer Hafen- und Wasserbauprojekte. Am Standort Rostock ist Tobias Günzl für den Bereich Wasserbau zuständig.
Mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz steht bereits einer der ersten Ankernutzer des neuen Gewerbeparks fest. Auf 25.000 Quadratmetern Grundstücksfläche wird das „Rostock Offshore Quartier“ als multifunktionales Gebäudeensemble mit modernen Büros, Werkstätten und Materiallager direkt an der Kaikante entstehen. Dort sollen bis zu 180 Menschen in unterschiedlichen Funktionsbereichen des 50Hertz-Offshore-Betriebes arbeiten. Neben der Zentrale in Berlin und dem Regionalzentrum Mitte in Neuenhagen in Brandenburg wird dies der drittgrößte 50Hertz-Standort sein.
Das neue Gewerbegebiet soll insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Offshore-Windenergie, Netzinfrastruktur, maritime Energietechnik sowie weitere maritime Dienstleistungen anziehen.
Warnemünder Bibliothek
Ein Warnemünder Hexenzirkel
Regionalkrimis, wohin man schaut. Morden im Norden, Süden, Osten, Westen.
Natürlich ist auch die Ostsee oft ein beliebter Tatort. Diesmal gehen „Warnemünder Witwen“, so der Titel des unlängst erschienenen Kriminalromans von Henrietta Hartl, ihren Charity- und kriminellen Klüngeleien nach. Eigentlich müsste der Roman ja „Die Warnemünder Witwe“ heißen, weil nur Hedda, die „ungut vernetzte“ und „unterweltaffine“ Chefin des Hexenzirkels aus schwarzen und weißen Witwen, totschick mit mörderischer Energie unterwegs ist zwischen Altem Strom und Hoher Düne. Dorthin hat es die Münchner Luxus-Immobilienberaterin Karoline verschlagen. Sie wittert schnell hinter dem Tod von Heddas Mann bei der Explosion seiner Yacht einen zünftigen Mord, den sie in Miss-Marple-Manier aufzuklären gedenkt.
Henrietta Hartl, die sich selbst als „anglophile Ostseefränkin“ bezeichnet, hat einen soliden, aus der Sicht verschiedener Figuren erzählten, weitgehend unterhaltsamen Krimi geschrieben. Neben Möwenterror und Kritik an deftigen Restaurantpreisen hätte er durchaus etwas mehr Ostsee-Flair vertragen. Auch die sprachlichen Anleihen aus der Buisiness- und Jugendwelt wirken eher ärgerlich und zu sehr gewollt. Stilistische Verbeugung vor dem Zeitgeist ist das Gegenteil von modern.
Wahrscheinlich, so deutet es die Autorin jedenfalls zum Schluss an, werden wir einigen der Figuren dieses Schmökers, einschließlich eines gruseligen Messer-Stalkers, in einem Folgeband wieder begegnen. Karoline könnte dann etwas mehr Farbe und Profil vertragen und das Regionale in diesem Warnemünde-Krimi etwas mehr wieder erkennbare Regionalität. Sozusagen. Um das überstrapazierte Lieblingswort der Autorin zu zitieren. Holger Kankel
(Henrietta Hartl, Warnemünder Witwen, TB, 288 Seiten. emons Verlag 2026, ISBN 978−3−7408−2788−5, 14 Euro)

Vom Hörsaal an die Bar – hinterm WAL-Tresen: Shirley und Lea (links). Foto: mkad
WAL lädt in Unterwasserwelt ein
8. Juni: Seit gut einer Woche ist er wieder da: der WAL mit seinen umfangreichen Zeltaufbauten in Nachbarschaft und Kooperation mit der Strand Arena. Schon ab zehn Uhr ist täglich die Zeltbahntür zurück geschlagen, laden die rustikalen Tische und Stühle zum Verweilen beim Morgenkaffee ein. Liegestühle und Hängematten stehen zum Relaxen bereit. Sportfelder sind bereits abgesteckt und die dazu passenden Sportgeräte warten auf erste Spieler.
Jedes Jahr haben sich die engagierten Macher um den DOCKINN-Chef Christoph Krause Besonderes einfallen lassen. So lockt der WAL die eigentlich nur zum Strand eilenden Sonnenhungrigen am Strandaufgang 1 in seine Unterwasserwelt, die naturgetreu von Außen das große Zelt des Bistros schmückt. Wer will da nicht näher kommen…
Natürlich sind auch die kunstvollen Eisengeflechte des großen und kleinen WALs, die Metallskulptur des Hais auf der Freifläche wieder hier gestrandet. Ohne Sand im Schuh kommen Rollstuhlfahrer nun ganz bequem auf neu verlegten Betonplatten zum Rendezvous mit dem WAL und zur Strand Arena.
Für Furore hatte in den vergangenen Jahren die Möwen-Police in der WAL-Strandbar gesorgt. Jeder, dessen Essen vom Imbissstand einer Attacke von Möwen zum Opfer gefallen war, bekam dies kostenfrei ersetzt. In diesem Jahr wird die Police sogar noch ausgeweitet. „Auch unser Bar-Angebot ist künftig inbegriffen“, sagt Christoph Krause.
In einem Pilotprojekt wurden zudem gemeinsam mit der Uni Rostock kostenfreie Sonnencrème-Spender für die Strand Arena Warnemünde entwickelt. „Davon profitieren dann nicht nur die vielen Athletinnen und Athleten in der Arena, sondern auch alle Gäste des Warnemünder Strandes. Es soll doch ein sorgenfreier und gesunder Aufenthalt am Warnemünder Strand werden“, so Krause.
Ich wohne nur gute hundert Meter vom Strandaufgang 1 entfernt, freue mich aber – bis jetzt – jedes Jahr, wie Jung UND Alt hier willkommen sind, wie sich dieses Areal zu einer Oase zum Entspannen, zum abendlichen Träumen beim Sonnenuntergang, zum gesitteten Musik Hören geworden ist. Um 22 Uhr ist strikt Daddeldu. Und wenn am Wochenende bis 24 Uhr getanzt wird, kann man das als Anwohner gut tolerieren. Das nächste Konzert ist übrigens Mittwoch (10. Juni) ab 20 Uhr mit Leon Zeug. Monika Kadner
Christopher, Silke und Bo haben in der Anlage “Am Moor” den für sie passenden Kleingarten gefunden. Foto: susa
Junge Familie hat ihr grünes Paradies gefunden
21. Mai: Auch wenn noch einige Kartoffeln der vorjährigen Ernte auf ihren großen kulinarischen Einsatz warten, Christopher Gührcke hat die neuen Knollen für die 2026er Saison schon längst in die Erde gebracht. „Im vergangenen Jahr haben wir sogar ein Riesenexemplar geerntet. Das hat für eine komplette Mahlzeit für unsere Familie gereicht“, erinnert sich Silke Dewitz, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Kleingarten in der Anlage Am Moor bewirtschaftet. Die junge Familie, zu der auch Sohn Bo gehört, findet sich auch mit Hilfe netter Nachbarn Stück für Stück ins Kleingärtnern hinein. „Als wir 2020 aus der Nähe von Hamburg, wo wir aus beruflichen Gründen einige Jahre gelebt haben, zurück nach Mecklenburg und damit näher an die Familie gezogen sind, haben wir uns nach einem Garten umgeschaut. In der Anlage Am Moor wurden wir auf eine Warteliste gesetzt. Als der Vorbesitzer gestorben ist, hat der Sohn sich als Nachfolger eine junge Familie gewünscht. Und so sind wir zu unserem kleinen Paradies gekommen“, freut sich die 37-Jährige. Gemeinsam mit ihrem Sohn, der die erste Klasse in der Heinrich-Heine-Schule besucht, bringt sie kleine, von der Nachbarin vorgezogene Pflänzchen in die Erde. „Im Supermarkt Gemüse oder Obst zu kaufen, ist die eine Sache. Die andere, zu sehen, wie etwas wächst, gedeiht, gepflegt und gegossen werden muss, bis es dann auf dem Tisch landet“, findet die Lehrerin. Auch wenn die Wohnung in Warnemünde nur wenige Radfahr-Minuten vom Kleingarten entfernt ist, die jungen Leute haben auch die Gartenlaube auf Vordermann gebracht. Neues Dach, neuer Fußboden, neue Elektrik. Neue Küche. Alles modern und zweckmäßig. „Noch ist einiges zu tun“, sagt Christopher, der als Mechatroniker arbeitet und einen Teil seiner Freizeit gern auf der Scholle verbringt. „So oft es die Zeit erlaubt, sind wir im Garten. Es macht ja auch Spaß“, fügt der 38-Jährige hinzu. Sabine Schubert
Im vergangenen Jahr war die Strand Arena Warnemünde Austragungsort eines Geheimkonzertes von Marteria, organisiert durch die Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde. Auch für 2026 sind Überraschungen geplant. © TZRW
Ein Sommer zwischen Teepott und Ostsee
16. Mai: Am kommenden Montag rollen die Schwerlasttransporter in Richtung Teepott, zum Strandaufgang 1. Planen, Schienen, Taue, Gittergerüste und vieles Zubehör mehr haben sie auf den Ladeflächen, um die Strandarena aufzubauen. Das Zelt für die inzwischen so beliebte WAL-Bar, die unterhalb des Teepotts im Sommer nicht mehr wegzudenken ist, die Tribüne mit den bis zu 1200 Plätzen und dem tollen Blick auf Konzerte, Sportwettkämpfe, und natürlich auch auf die Ostsee, wenn u. a. die Segler zur großen Rund Bornholm Regatta starten und wieder ankommen. Für drei Monate wird sich der Strand unterhalb des Teepotts in eine von jung und alt angenommene Event-Arena verwandeln. Auf der Pressekonferenz informiert die Chefin der Strandarena, die auch in diesem Sommer bei Wind und Wetter gern ihren Schreibtisch in der Tourismuszentrale eintauscht gegen die Ostseebrise, um alle Organisationsfäden hier in der Hand zu halten. Wir erfahren von Ulrike Döring einige Ausschnitte:
Wir starten mit dem 6. Jugger-Strandturnier am 30. Mai. Dies ist eine recht neue, laute Mannschaftssportart mit Pompfen und Juggs. Dann vom 12. bis 14. Juni Beachhandball. Über 200 Mannschaften werden erwartet. Erstmals startet vom 16. bis 18. Juli die Deutsche Meisterschaft im Rettungssport. Insgesamt werden Wettbewerbe in acht unterschiedlichen Sportarten in der Strand Arena ausgetragen.
Doch auch kulturell wird es vielfältig. Über 30 verschiedene Künstlerinnen und Künstler haben sich für Auftritte angekündigt. Kultureller Höhepunkt im Juli werden die zweiten Glashäger Strandkonzerte. Dazu werden nach der Hinterlandgang und Tocotronic wie im vergangenen Jahr, am 9. Juli Soffie, Blond und Fatoni am Strand erwartet. Die Konzerte sind kostenfrei.
Auch Chriistoph Krause, Geschäftsführer von DockInn und vom WAL, hat in der WAL Bar neben vielfältigen gastronomischen Angeboten wieder weitaus mehr mit seinem Team zu bieten: Strandpartys, Mittwochkonzerte, High Seaciety, das kleine Strandfestival am 31.August, eine Pre Party 20 Jahre Feine Sahne Fischfilet mit Ostmaul und Astro Punks am 18.Juli, Lesungen, Filmaufführungen und, und..
Sehr erfreulich, dass es auch in diesem Jahr wieder die originelle Möwenpolice gibt, die ja vor allem an die Jüngsten gerichtet ist, die ihr Eis kostenlos nachgeliefert bekommen, wenn es von den Möwen stiebitzt wurde. Aber es wird auch an jene Menschen gedacht, die nicht gut zu Fuß sind. Sowohl zur Tribüne als auch in den WAL, ja auch bis zur Ostsee kommt man jetzt per Rollstuhl!
Neu werden in diesem Jahr Sonnencremespender für die Athleten und die Besucher sein. Mit einem Faktor 50 kann sich Jedermann und jede Frau vor den Sonnenstrahlen schützen. Der Sommer zwischen Teepott und Ostsee kann also kommen! Monika Kadner
Rückenwind für Bewerbung um Olympische Segelwettbewerbe vor Warnemünde
15. Mai: Die vom Meinungsforschungsinstitut dimap in der vergangenen Woche durchgeführte repräsentative Befragung in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zeichnet ein ausgesprochen positives Bild für eine mögliche Olympiabewerbung mit Rostocker Beteiligung: 73 Prozent der befragten wahlberechtigten Rostocker befürworten grundsätzlich eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele. Noch deutlicher fällt die Unterstützung für Rostock-Warnemünde als Austragungsort der Segelwettbewerbe aus: 80 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Wettbewerbe im Falle einer deutschen Olympiabewerbung in Warnemünde auszurichten. Damit bestätigen die Ergebnisse die hohe fachliche Eignung der Region als traditionsreicher und international etablierter Segelstandort.
Auch die Bekanntheit der Bewerbung ist bereits hoch: 60 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben bereits von der Bewerbung gehört. Das zeigt, dass das Thema in der Stadtgesellschaft präsent ist und auf breite öffentliche Aufmerksamkeit stößt.
Bei den Erwartungen an eine mögliche Bewerbung stehen konkrete Zukunftsthemen im Mittelpunkt. Besonders wichtig sind den Befürwortern langfristige Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur, wirtschaftliche Impulse für Region und Tourismus sowie eine stärkere internationale Sichtbarkeit für Rostock und Warnemünde. Auch nachhaltige Effekte für den Sportstandort sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt werden als zentrale Chancen gesehen. Zugleich messen viele Befragte ökologischer Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung bei.
Unterstützung erhält die Bewerbung auch aus Wirtschaft und Tourismus. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA M‑V) hat sich ebenso hinter das Vorhaben gestellt wie die Industrie- und Handelskammer zu Rostock mit einem entsprechenden Kammerbeschluss. Die breite Rückendeckung zeigt, dass die Bewerbung weit über den Sport hinaus als Chance für Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland verstanden wird.
Mit dem klaren Rückhalt aus der Bevölkerung geht Rostock-Warnemünde selbstbewusst in die nächsten Schritte des Bewerbungsprozesses. Ziel bleibt es, sich innerhalb der deutschen Bewerbung als Austragungsort der Segelwettbewerbe zu positionieren. Voraussichtlich im Herbst 2026 will der DOSB festlegen, welches deutsche Konzept offiziell ins internationale Rennen um Olympia 2026, 2040 oder 2044 geht. Die Entscheidung trifft dann das Internationale Olympische Komitee (IOC). Informationen zur Bewerbung: www.rostock.de/olympia
Die beiden Optikermeister vom Alten Strom: Jana und Martin Ernst. Foto: mkad
Janmare – für den richtigen Blick
12. Mai: Auf der Walz? Wanderstock und Charlottenburger dabei? „Nein, nein!“, lacht Jana Ernst, obwohl sie drei Jahre und mehr als einen Tag fort war aus Warnemünde. Der Werdegang der heute 49jährigen Optikermeisterin erinnert mich aber sehr an die Walz, die in ihrem Beruf Meister ihres Faches ist. Sie erlernte den Beruf eines Optikers 1993 in Graal Müritz.
1999 absolvierte sie die Meisterschule. An der Werkstattwand hängt heute die Urkunde eines „Staatlich geprüften Augenoptikermeisters“ neben der Meisterurkunde ihres Geschäftspartners Martin Ernst.
Dann doch wieder Reisen. Diesmal München, um einen noch besseren Überblick über all die angebotenen, mehr als 600 Brillenkollektionen auf dem Markt, die Technik lang eingesessener Optiker vergleichen zu können, das Neueste zu sehen, zu lernen, anzuwenden.
Ein Koffer aber stand immer in Mecklenburg! Ob es im Urlaub Schicksal war? Sie kamen gerade in großer Familie vom Strand… da wurde das traditionsreiche Fotogeschäft Schäfer und das spätere vom Fotografenmeister Ansehl von der Eigentümerin zur Miete angeboten. Fragen kostete ja nichts! Ob sie am Alten Strom, in erster Lage, eine Chance mit den Vorstellungen einer realen Miete hätten? Hatten sie! Das solide, das kreative Handwerk, die Leidenschaft der jungen Bewerber überzeugte die alteingesessene Warnemünder Familie. Und wieder waren es Warnemünder, die Tischlerei Rische und die Glaserei Dettmann, die mit Freude, mit großer Energie und Fertigkeit die Baupläne so realisierten, wie es sich die neuen Mieter vorgestellt hatten.
Zwanzig Jahre sind seit all dieser Zeit vergangen, die für Jana Ernst noch sehr fassbar und immer noch aufregend sind im Janmare, Am Strom. Übrigens der Name setzt sich aus den beiden Namen Jana und Martin Ernst zusammen, die im Ostseebad ihr Erfolgskonzept realisieren: Offene, herzliche Willkommenskultur für Jedermann. Individuelle, kompetente und modische Beratung. Die beiden Optikermeister sind sicher, hier noch weitere Jahresjubiläen zu feiern.
Mit den anderen Optikern in unserem Ort gibt es keine Berührungsängste, denn alle drei ergänzen sich, erklären mir die beiden freundlichen Optiker und fügen hinzu, dass Brillen auch Mode und gut angezogen zu sein bedeuten. Deshalb haben sie mit elf besonderen Kollektionen für jeden Geldbeutel ab 150 Euro ganz individuell die passende Brille. Tatsächlich? In diesem Geschäft mit dem Hauch von Großstadt und Luxus? „Warnemünde ist doch kein verschlafener Ort!“
Ich sehe der gebürtigen Warnemünderin an, wie glücklich sie ist, wieder zu Hause angekommen zu sein, wie gut es gelungen ist in 20 Jahren zu zweit und mit täglich achtstündigen Öffnungszeiten hohe Versorgungs-und Verkaufskultur an den Strom zu bringen. Monika Kadner
Eine alte Postkarte, die sich im Bestand des Heimatmuseums befindet, zeigt die Mühlenstraße mit ihren Linden in vergangener Zeit. Damals haben Anwohner offensichtlich den Wildwuchs an den Bäumen noch beseitigt und für eine gepflegte Flaniermeile gesorgt.
Diese Aufnahme von der Mühlenstraße entstand in diesen Tagen. Foto: mkad
Alt wie ein Baum….
11. Mai: Alt wie ein Baum, möchte ich werden….wer von uns Älteren kann diesen Text nicht zur Melodie der Puhdys aus dem Jahr 1977 mitsingen? Mir fällt die Melodie ein, wenn über die alten Bäume in der Mühlenstraße mit anmutenden wissenschaftlichen Abhandlungen der Initiative Rettet den Küstenwald gegen die Gewerbetreibenden und mit vielen Ämtern in der Stadtverwaltung gestritten wird. Dabei hat keiner die Leichtigkeit der Puhdy-Musik im Hinterkopf…
Wir Einwohner lieben diese knorrigen Kopflinden so oder so in unserer Hauptstraße.
So sagen die einen: Wir möchten die Kopflinden in der Mühlenstraße als Baumnaturdenkmale unter Schutz stellen.
Das bedeutet, dass auch die unmittelbare Umgebung der Bäume, mindestens mit einer Fläche unter der Baumkrone zuzüglich fünf Meter nach allen Seiten, geschützt ist. Es bedeutet, dass kein Bürgersteig repariert werden darf, keine Blumenkübel das Grün der Bäume ergänzen dürfen und vor allem keine Tische und Stühle aufgestellt werden können. Es würde sehr still werden in der Hauptstraße unseres Ortes.
Die Gastronomen könnten den Sommer nicht nutzen, um in jeder Form ihren Gästen entgegen zu kommen und ihr Geschäftskonto füllen, um im Winter überleben zu können. Es würde bedeuten, dass die Linden, die vor hundert Jahren in den Zentren von kleinen Orten tatsächlich extra gepflanzt wurden als Treffpunkt für ein Gemeindeleben, dass dies in Warnemünde nicht in Frage kommt.
So sagen es in der Straße ihrem Beruf und Gewerbe nachgehenden Wirte und Händler:
Wir möchten einen Einklang zwischen einem lebendigen Stadtleben und der Natur.
So sagt es die langjährige Leiterin des Teams Stadtbäume im Grünamt Rostock, Steffie Soldan: „Wir haben in der Baumschutzordnung unserer Stadt die Mühlenstraße mit ihren insgesamt 61 Kopflinden bereits unter Schutz gestellt. Sie genießt als Allee besondere Aufmerksamkeit und ständiges Beobachten. So u. a. regelmäßige Begehungen und Untersuchungen auf Pilzbefall und Verkehrssicherheit, oder das Einhalten von freien Baumscheiben vor den Häusern
In Warnemünde werden jährlich pro Fällsaison aus Verkehrssicherheitsgründen im Durchschnitt 28 Bäume gefällt. 29 Nachpflanzungen sind es jährlich, wobei nach einem Rotationsprinzip gepflanzt wird. In diesem Jahr wäre Warnemünde wieder dran. Es sind 126 Nachpflanzungen geplant.“
So sieht es die Redaktion von aalglatt: Es tut gut mittendrin zu sitzen in der Mühlenstraße beim Glas Wein, bei einem guten Essen. Hier trifft man Einheimische, Nachbarn und auch Touristen, die sich freuen, mit Warnemündern ins Gespräch zu kommen. Wir haben hier bereits mehr als eine Neuigkeit erfahren für unsere Veröffentlichungen.
Ist das nicht ein Trumpf für unser Ostseebad! Nur – kommt jemand mit dem Kinderwagen, mit dem Rollstuhl, dann wird es oft sehr eng für ein Flanieren. Gastronomen sollten nicht erst alt und gebrechlich werden, um hier ihre Außengastronomie besser zu möblieren!
Stichwort Flanieren. Vor mehr als hundert Jahren wurden 121 Linden hier angepflanzt. Sie sollten Schatten spenden und ausdrücklich klein bleiben. Das haben wir natürlich auch recherchiert.
Im Ortsbeirat wird nun in Kürze die Linde einen ganzen Tagungsordnungspunkt für sich beanspruchen. Hoffentlich kulturvoll und dem Verstand von Fachleuten folgend.
Übrigens, das wird auch im Ortsbeirat zur Sprache kommen: In den städtischen Ämtern wird geprüft, ob die große Stileiche im Stephan-Jantzen-Park den Schutzstatus als Naturdenkmal erhalten kann. Wenn ja, wird die Oberbürgermeisterin dann voraussichtlich noch in diesem Jahr diesen besonderen Status aussprechen. Monika Kadner
In einer der wenigen Mußestunden immer wieder ein Blick in die Foliante des Kirchenbuches ab 1938. Für Pastor Stephan Fey Minuten der Entspannung. Foto: mkad
Pfarrhaus atmet neuen Geist
14. April: Welch ein guter Geruch nach frischer Farbe beim Eintreten ins sanierte Pfarrhaus in der Kirchenstraße 1. Viele Warnemünder haben Zeit ihres Lebens geradezu ehrfürchtig den über 200 Jahre alten Bau betreten, um mit den Pastoren zu reden, Termine für Taufen und Beerdigungen abzusprechen oder über den Gartenzaun hinweg zur Veranda hin sich einen Gruß zuzurufen.
Heute – es ist ja immerhin das 21.Jahrhundert – ist es anders. In freundlicher, heller Atmosphäre empfängt mich Pastor Fey. Während schnurrend die beiden schwarzen Hauskater Störte Beker und Flens Burger um unsere Füße streichen, höre ich zu: „Jahrzehnte konnte die Kirche nicht an eine umfangreiche Sanierung dieses denkmalgeschützten Gebäudes denken. Doch heutzutage war es wichtig nicht nur Schönheitsreparaturen anzugehen, sondern auch eine energetische Sanierung vorzunehmen. Behutsam sind wir das mit dem Rostocker Architekten Achim Mansfeld angegangen.“ Tatsächlich atmet das Gebäude durch die noch vorhandenen alten Strukturen den Geist der Jahrzehnte. Erhaltenswertes ist bewahrt worden. Neue, lichtdurchflutete Räume sind für die kirchliche Nutzung sowie für die Wohn- und Arbeitsräume des Pastorenpaares entstanden. Sparsam, sehr sorgsam ausgewählt das Mobiliar und die Wandgestaltung. Sogar der Dachboden ist als gut aufgestelltes Archiv mit den alten und uralten Kirchenbüchern genutzt – welch Schatz für Warnemünde.
Bei warmem Wetter werden sich die Tischler noch der Veranda und des alten Waschhauses annehmen. „Dann ist für die nächsten Generationen alles perfekt!“ Der Pastor kann gar nicht alle Gewerke aufzählen, die hier dank der guten Begleitung durch den Architekten voll im Zeit‑, Geld– und Baurahmen geblieben sind und die wirklich mit großer Freude dieses Pfarrhaus wieder ertüchtigt haben! Monika Kadner
Jan Böhnke fängt mit seinem besonderen Fotografenblickwinkel Warnemünde in all seinen Facetten ein. Eine Auswahl seiner Fotos stellt er aalglatt kostenfrei zur Verfügung.
Eine Tradition mit Zukunft
13. April: Fotografen waren in Warnemünde etwas Besonderes. Zuerst oft in Strandbuden saisonal tätig, später dann die heute noch ehrfürchtig genannten Namen: Erhard Schäfer, der für seine Schiffsbilder und Ansichtskarten bekannt war. Karl Eschenburg, hervorragender Zeitchronist der 20er und 30er Jahre. Fotografenmeister Wolfhard Eschenburg, bei dem wohl jede Warnemünder Familie für ein Foto im Atelier war. Sorgsam werden all diese Fotodokumente im Stadt-oder Universitätsarchiv, in Museen bewahrt.
In diese Dynastie bricht nun ein junger Spund im Jahre 1990 ein: Jan Böhnke. Gerade hatte dieser im Schicksalsjahr 1989 seinen Beruf als Forstfachwirt verloren, als er sich in Katrin Abel verliebte. Eingeheiratet in diese Warnemünder Drogistenfamilie, war Schwiegervater Fritz so tolerant, dass er Jan sein Hobby ausleben ließ: Die Fotografie. Im Hinterzimmer der Drogerie vom Kirchenplatz!
Jan packte diese Gelegenheit beim Schopfe. Als Wolfhard Eschenburg mit ihm im Mini-Labor fachsimpelte, Jan für ihn archivarisch arbeitete, war das so etwas wie ein Ritterschlag, auf den der heute 56Jährige mit allem Recht der Welt stolz sein kann.
In den mehr als 30 vergangenen Jahren war es nicht möglich, nur noch an die Drogerie mit der Fotoabteilung zu denken. Im Ostseebad etablierten sich Drogerieketten, in der Kaufhalle Drogeriesortimente. Im klugen Familienrat wurde entschieden, sich ganz bewusst auf nur ausgewählte geschäftliche Beine zu stellen. So schwärmen die Warnemünder inzwischen von den Dessous an der Ecke Schul-/ Friedrich-Franz-Straße. Am Kirchenplatz kommt niemand vorbei an der ausgesucht bestückten Parfümerie, den besonderen Pflegeprodukten und an der großen Fotoabteilung.
Gibt‘s hier eigentlich etwas was es nicht gibt? „Aber ja!“ Jan Böhnke lacht. Ich sehe all die bereits gerahmten Fotoaufnahmen, die wunderschöne Erinnerungen an einen Ostseeurlaub sein können. Modernste Computertechnik ist hier zu Hause, um u. a. Handyfotos gern noch auf Fotopapier bannen zu können, dreidimensionale Passbilder zu erstellen – kurz all das und viel mehr finden Fotoamateure – gewürzt mit einer Prise Beratung. Nur den besonderen Fotografenblickwinkel, den kann keine Maschine und den hat Jan Böhnke.
Nicht lange gezögert hat der Fotograf. aalglatt-warnemuen.de seine Bilder für eine neue und hinguckenswürdige Präsentation zur Verfügung zu stellen. Unentgeltlich, wie wir alle gerne für aalglatt und unseren Heimatort arbeiten. Monika Kadner
Für alle: ein Picknick am Meer
10. April: Wann haben Sie, liebe Leser, das letzte Mal ein Picknick veranstaltet oder an einem teilgenommen? Gelegenheit, bei solch einem geselligen Essen, zu dem jeder etwas mitbringt, dabei zu sein, haben wir am Sonnabend, 29. August, zwischen 10 und 15 Uhr in unserem Kurhausgarten. Mit dieser Idee haben Sabine Engel und Melanie Lex vom Warnemünde-Verein ganz offensichtlich ins Schwarze getroffen. Denn noch ist die Werbung für dieses Event unter dem Motto „Frühstück am Meer“ gar nicht offiziell gestartet und schon liegen fast 200 Anmeldungen vor.
„Die ersten Ideen zu einem Picknick hatten wir bereits im Oktober. Wo aber soll es stattfinden? Wer übernimmt die Organisation? Was gilt es alles zu beachten? Fragen über Fragen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg, haben im Kurhaus einen Partner gefunden“, berichtet Sabine Engel, die hofft, dass viele Einheimische, Mitglieder von Vereinen, dabei sein und an diesem Sommertag ins Gespräch kommen werden. Natürlich sind auch Urlauber gern gesehen.
Stilvoll soll dieses gemeinsame Essen sein; ein bisschen Luxus ist an diesem Tag gestattet. Warum also nicht mal die wunderschöne Tischdecke, die sonst nie benutzt wird und im Schrank schlummert, mitbringen? Hübsche Gläser oder die geerbte Sammeltasse, ein Strauß Sommerblumen dürfen den Tisch schmücken. Von der selbstgemachten Konfitüre oder dem Pesto könnte man den Nachbarn probieren lassen … Und wer Lust hat, darf auch ein Liedchen singen oder seinem Musikinstrument ein paar Töne entlocken.
Wer keine Zeit hat, das Picknick vorzubereiten, der kann im Kurhaus bis zum 15. August auch einen kompletten Picknick-Korb bestellen. Das Kurhaus-Team wartet zudem mit einem Zusatzangebot an Leckereien wie hausgebackenem Kuchen und frischen Waffeln sowie duftendem Kaffee auf.
„Wir stellen die Tische und Stühle bereit, weshalb wir um eine Anmeldung bitten. Wer es sich auf einer Decke gemütlich machen will, auch das ist möglich“, versichert Melanie Lex, die als Mutter zweier Jungen natürlich auch an das Wohl der Kinder denkt. „Damit die Eltern ein bisschen Ruhe haben beim Essen sind wir dabei mehrere Angebote für Mädchen und Jungen zu organisieren“, sagt Melanie, die als Sportkoordinatorin beim Seglerverband MV hauptberuflich und ehrenamtlich im Warnemünde-Verein tätig ist.
Wie die beiden Organisatorinnen betonen, geht der Eintritt von drei Euro pro Erwachsenen nicht in die Vereinskasse. Vielmehr wird der Obolus vom Kurhaus erhoben, um damit diverse Unkosten bestreiten zu können. Sabine Schubert
Kontakt/Anmeldung: fruehstueck.am.meer@web.de
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier
Entwurf eines Handlungs- und Maßnahmenkonzeptes 2026 für Warnemünde vorgelegt
19. März: Wer da meint, die Stadt Rostock hat ihr Seebad Warnemünde aus den Augen verloren, der irrt. Wie wir heute erfahren, soll ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept 2026 für Warnemünde den Rahmen für die weitere Entwicklung des Seebades setzen. Ein Entwurf aus dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität wurde jetzt den kommunalpolitischen Gremien vorgelegt. Ziel ist es, Warnemünde sowohl als attraktiven Wohnort als auch als leistungsfähigen Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig weiterzuentwickeln.
„Wir brauchen eine klare Orientierung für die Entwicklung Warnemündes in den kommenden Jahren“, unterstreicht Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Gemeinsam mit allen beteiligten Partnerinnen und Partnern wollen wir die dann beschlossenen Maßnahmen transparent umsetzen und bauen dabei auf eine konstruktive Mitwirkung der Warnemünderinnen und Warnemünder.“
Das Konzept umfasst kurz‑, mittel- und langfristige Projekte, die schrittweise umgesetzt werden könnten. Fünf Schwerunkte wurden dabei herausgearbeitet:
Wohnen und Ferienwohnen: Der Schutz von Wohnraum steht im Fokus. Mit der Fortschreibung des Bebauungsplans soll das Gleichgewicht zwischen dauerhaftem Wohnen und Feenwohnungen gesichert werden.
Entwicklung des Werftbeckens: Das Gebiet soll künftig stärker für maritime Wirtschaft, insbesondere im Bereich Energie, genutzt werden. Planungs- und Abstimmungsprozesse laufen derzeit, ein Beschluss wird 2026 angestrebt.
Mittelmole Warnemünde: Die Mittelmole soll zu einem modernen, maritimen Quartier entwickelt werden. Geplant ist eine bessere Verknüpfung von Hafen, Bahnhof und städtischem Leben. Erste Schritte werden in diesem Jahr vorbereitet.
Schulcampus und Wohnen im Laak-Quartier: Am Ortseingang Warnemündes sollen eine Schule sowie neue Wohnungen entstehen. Ein städtebaulicher Wettbewerb könnte schon in diesem Jahr gestartet werden, Baurecht wird bis 2028 angestrebt.
Strandentwicklung: Für den Strandbereich wird ein Bebauungsplan erarbeitet, der touristische Nutzung, Naturschutz und Klimaschutz in Einklang bringt. Die öffentliche Auslegung ist für Anfang 2026 vorgesehen (ist der Anfang 2026 nicht schon vorbei? , fragt aalglatt).
Die Bürgerschaft hatte bereits im Jahr 2011 das Strukturkonzept für Warnemünde als Leitlinie für die zukünftige Entwicklung beschlossen. In den Jahren 2019 bis 2022 wurde dieses Konzept in einem intensiven Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Bevölkerung, Politik, Verwaltung und Fachplanern umfassend fortgeschrieben. In mehreren öffentlichen Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen konnten Bürger ihre Ideen und Einschätzungen einbringen. Dabei ging es um den Städtebau und das Ortsbild ebenso wie um die Themen Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Gewerbe, Tourismus und Kreuzschifffahrt, Infrastruktur sowie Klima- und Umweltschutz. Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Thema Wohnen. Die vielfältigen Anregungen wurden ausgewertet, diskutiert und in einem aktualisierten Handlungs- und Maßnahmenkonzept zusammengefasst. Sie sind wichtige Grundlage für Warnemündes Zukunft.
Die Informationsvorlage soll am 22. April 2026 auf der Tagesordnung der Rostocker Bürgerschaft stehen.
Ver.di Nord klagt: Gericht kippt Bäderregelung
14. März: Die Aufregung ist groß. Denn die aktuelle Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern steht erneut auf dem Prüfstand. Das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern hat mit Urteil vom 12. März 2026 die derzeitige Öffnungszeitenverordnung des Landes für unwirksam erklärt
Nach Auffassung des Gerichts erlaubt die bestehende Verordnung Sonntagsöffnungen in zu vielen Orten und an zu vielen Tagen im Jahr. Damit werde das verfassungsrechtlich gebotene Verhältnis zwischen der Regel – der Sonn- und Feiertagsruhe – und möglichen Ausnahmen nicht ausreichend gewahrt. Konkret betrifft das die Freigabe von Sonderöffnungszeiten in touristisch geprägten Orten im Zeitraum vom 15. März bis 31. Oktober sowie rund um die Weihnachts- und Neujahrsferien.
Trotz der Entscheidung bleibt die derzeitige Regelung zunächst bestehen, da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Das heißt: Ab morgen dürfen ausgewählte Geschäfte auch in Warnemünde sonntags wieder ab 11 Uhr öffnen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern prüft derzeit, ob gegen die Entscheidung eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt wird. Zunächst will das Wirtschaftsministerium die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.
Aus Sicht des DEHOGA MV unterstreicht die aktuelle Entwicklung erneut, wie wichtig eine rechtssichere und zugleich praxistaugliche Lösung für touristisch geprägte Regionen ist. In einer Presseerklärung sagt DEHOGA-Präsident Lars Schwarz: Unser Bundesland gehört zu den bedeutendsten Tourismusländern Deutschlands. Gerade in Ferienzeiten erwarten Gäste ein Angebot, das den Bedürfnissen eines modernen Urlaubslandes entspricht. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass Geschäfte in stark frequentierten Tourismusorten an ausgewählten Sonn- und Feiertagen öffnen können. Die Bäderregelung ist daher weit mehr als eine Frage des Einzelhandels. Sie betrifft das gesamte touristische Angebot und damit auch das Gastgewerbe. Geschlossene Geschäfte an stark frequentierten Urlaubstagen sorgen regelmäßig für Unverständnis bei Gästen und führen zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen Destinationen im In- und Ausland. Da kommen Gäste ins Land mit vollem Portemonnaie und wir geben ihnen nicht die Möglichkeit, das Geld auszugeben. Das hat nicht nur einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Regionen zur Folge, sondern wirkt sich auch auf den Erhalt von Arbeitsplätzen aus.
Auch der Tourismusverein Rostock & Warnemünde e. V. sieht diese Entscheidung mit großer Sorge. Für die Tourismusregion Rostock und Warnemünde, so Vorsitzender Holger Martens, ist die Möglichkeit der Sonntagsöffnung ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Standort- und Serviceangebots. Sie stärkt die Aufenthaltsqualität für Gäste, verbessert die Besucherorientierung in der Destination und unterstützt zugleich die wirtschaftliche Stabilität des stationären Handels. Davon profitieren nicht nur Urlauber und Tagesgäste, sondern auch viele Einheimische, die diese Angebotsstrukturen ebenfalls nutzen. Gerade in einer stark touristisch geprägten Region erwarten Besucher an Wochenenden und in saisonalen Spitzenzeiten eine verlässliche Infrastruktur. Dazu gehören neben Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft ausdrücklich auch geöffnete Einzelhandelsangebote. Sonntagsöffnungen leisten damit einen konkreten Beitrag zur lokalen Wertschöpfung, zur Attraktivität des Aufenthalts und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die aktuelle Entwicklung trifft Handel und Tourismuswirtschaft in einem ohnehin anspruchsvollen Marktumfeld. Zahlreiche Betriebe stehen bereits unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Weitere Einschränkungen bei den Rahmenbedingungen verschärfen diese Situation zusätzlich.
Kommentar: Mal sind es die Kirchen, mal ist es die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft ver.di Nord (wie viele Mitglieder hat sie eigentlich?), die gegen Sonntagsöffnungszeiten in Geschäften in Warnemünde und anderen ausgewählten Orten Beschwerde einlegen. Der Sonntag sei als gemeinsamer verlässlicher freier Tag ein elementarer Bestandteil des sozialen Lebens. Für Familien, für Freunde, für Vereine und in vielen weiteren Zusammenhängen sind die Sonn- und Feiertage eine extrem wichtige Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen und die Gemeinschaft zu pflegen, meint die Gewerkschaft. Was aber machen Pastoren, Ärzte, Pfleger, Journalisten, Notdienst-Mitarbeiter (weiblich, männlich, divers) und viele weitere Menschen, die sonntags arbeiten müssen? Sie haben dafür einen anderen Tag frei. Wie mir eine Verkäuferin, die Am Strom tätig ist, sagte, arbeitet sie gern mal sonntags. Wechselt sich ab mit Kollegen und dem Laden-Inhaber. Den so gewonnenen freien Tag kann sie in der Woche nehmen, kann mal in der Schule ihres Sprösslings vorbeischauen und mit dem Mathe-Lehrer reden, mal einen Arzttermin wahrnehmen oder sich einfach mal um sich selbst kümmern. Gehen der Gewerkschaft die Themen aus, möchte sie mal wieder gehört werden, oder warum nimmt sie immer wieder die Sonntagsöffnungszeiten auf ihre Tagesordnung? In anderen Ländern ist das übrigens überhaupt kein Thema, da öffnen Geschäfte selbstverständlich auch sonntags, dann, wenn vor allem Urlauber und Tagestouristen Zeit und Lust auf Shopping haben. Sabine Schubert
Nicht nur Tee kann wärmen
27. Februar: Meine Badefreundin wurde 88 Jahre alt. Als die übrigen drei Frauen vom Strand kamen – noch ein bisschen unterkühlt von der Ostseetemperatur – wärmte uns die Hausherrin beim Frühstück mit heißem Tee auf und mit einer besonderen Lektüre. Mit einem ganz alten Lesebuch. Es war gerade mal 37 DIN‑A 5- Seiten dick. Schwarzer, schon völlig verknitterter, immer wieder glatt gestrichener Einband. Es war ein– oder zweimal schon von ihrer Mutter sorgfältig per Stopfgarn mit großen Stichen geheftet, dass es ja nicht auseinanderfiele. Die Innenseiten völlig vergilbt. Gleich auf der Aufschlagseite ein naturgetreuer Linolschnitt mit Pferden auf der Weide. Leider keine Jahresangabe.
Unsere Augen leuchteten, und allen wurde warm ums Herz. Dies war ein Buch aus dem Schulranzen, als unsere Gastgeberin gerade mal Lesen gelernt hat. Ausgewählte Märchen u. a. auch von den Gebr. Grimm waren hier auf den dünnen Seiten in altdeutscher Schrift gedruckt worden.
Wir reimten die alten Verse auf Seite 25 mit, lachten und beschlossen: Ab mit dem schmalen Bändchen in unser Heimatmuseum! Monika Kadner
Heimatmuseum vergrößert sich
30. Januar: Im Heimatmuseum Warnemünde blieben die Gästezahlen im vergangenen Jahr im Gesamttrend unverändert gut. Fast 12.200 Besucher wurden 2025 gezählt, bilanzieren das Museum und der Museumsverein zufrieden. Zum Vergleich: 2024 waren es rund 12900 Gäste.
Bis zum 14. Juni 2026 läuft im Heimatmuseum noch die Sonderausstellung „Ob die Möwen manchmal an mich denken? Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee”. In der zweiten Junihälfte erfolgt der Ausstellungswechsel. Ab 4. Juli 2026 bis 13. Juni 2027 wird die Sonderausstellung „100 Jahre Warnemünder Woche“ zu sehen sein. Darüber hinaus gibt es in der Dauerausstellung viel zu entdecken, sodass sich ein Besuch immer lohnt. Seit Herbst 2025 ist im Ausstellungsbereich zum 20. Jahrhundert auch eine Mini-Ausstellung zur Geschichte der Eisenbahnfährverbindung Warnemünde-Gedser zu sehen, die von 1903 bis 1995 existierte.
Das Heimatmuseum wird sich wie in jedem Jahr wieder am Internationalen Museumstag im Mai und am Tag des offenen Denkmals am 13. September beteiligen. Am Internationalen Museumstag gibt es neben Musik, Maibowle und Schmalzstullen auch einen Flohmarkt unter dem Motto „Kunst & Krempel“. Der Eintritt ist an beiden Tagen wie immer frei. Von April bis Oktober lädt die Einrichtung jeweils am dritten Mittwoch des Monats wieder zu Museumsabenden.
Darüber hinaus wächst das kleine Museum in diesem Jahr auch örtlich weiter über sich hinaus. Denn 2026 beginnt die Erweiterung des Museums durch die Übernahme des Hauses Alexandrinenstraße 30 (bislang Pension Birnbom).
Vorträge und Veranstaltungen 2026:
| 15.04. | Warneminner Utkiekers – Lieder auf Hoch und Platt |
| 17.05. | Internationaler Museumstag – Museen mit Freude entdecken (10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei!). |
| Mit einem Flohmarkt der besonderen Art unter dem Motto „Kunst & Krempel“ | |
| 20.05. | Johannes Lang – Handel mit Teer in Rostock und Warnemünde |
| 17.06. | Reno Stutz – Die Rostocker Schifferkompanie |
| 15.07. | Christian Meyer – 1866–2026 – 160 Jahre Meyers Mühle Warnemünde |
| 19.08. | Uwe Heimhardt – Warnemünder Baugeschichte |
| 13.09. | Tag des offenen Denkmals (10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei!) |
| 16.09. | Christoph Wegner – Auf den Spuren des kolonialen Erbes in Warnemünde |
| 19.09. | Hoffest des Museumsvereins (Museum geschlossen!) |
| 01.–04.10. | Stephan-Jantzen-Tage in Warnemünde und im Heimatmuseum |
| 21.10. | Susanne Buch – Bericht aus der Restaurierungs-Werkstatt: Wie die Vereinsfahne des Warnemünder Männer-Turn-Vereins von 1887 wieder zu neuem Glanz gekommen ist |
| 04.12. | Adventsmarkt vorm Heimatmuseum (als Teil vom “Lebendigen Adventskalender”) |
Die Vorträge finden in der Regel am dritten Mittwoch des jeweiligen Monats statt. Vortragsbeginn ist 18 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Kartenreservierungen haben bis 24 Stunden vor Vortragsbeginn Gültigkeit. (Änderungen und Ergänzungen im Programm sind möglich.) Linktipp: https://heimatmuseum-warnemuende.de
Mittelmole wird Fokusprojekt
17. Dezember: Still ruht scheinbar der See bezüglich der Bebauung der Mittelmole, einem absoluten Filet-Grundstück. Erinnern Sie sich an die Vorstellung von Ideen und an all die Diskussionen, die teils sehr kontrovers geführt worden sind? Daran, dass der vormalige OB Madsen sämtliche Planungen gestoppt hat? Hat Irgendwer in der Stadtverwaltung doch die Mittelmole noch auf dem Schirm oder bleibt das große Areal weiterhin WIRO-Parkplatz? Aalglatt gab die Fragen weiter an die Pressestelle der Stadtverwaltung und erfuhr:
Die Mittelmole spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Seebades Warnemünde und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und ist ein Aushängeschild der Region Richtung Ostsee. Daher wurde nach Aufgabe des Fährverkehrs nach Gedser und Verkauf der Grundstücke an die WIRO ein großer städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem in einem intensiven Planungsverfahren mit den Beteiligten vor Ort der Funktionsplan Mittelmole entwickelt wurde.
In einem diskursiven Prozess mit den örtlichen Kritikern des Plans, den Gremien des Ortsbeirats und der WIRO wurde nach politisch mehrheitsfähigen und wirtschaftlich realisierbaren Lösungen gesucht, die in einen Bebauungsplan umgesetzt werden sollten. Für einige wenige Punkte wurde keine für alle Beteiligten befriedigende Lösung gefunden, daher wurde der Prozess gestoppt.
Torsten Fischer als neuer Amtsleiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität möchte die Entwicklung der Mittelmole ihrer herausragenden städtebaulichen Bedeutung wegen nun zu einem Fokusprojekt für die Entwicklung des Seebades Warnemünde machen. Er hat das Thema daher wieder auf die Agenda des Amtes gesetzt. Aktuell werden die Voraussetzungen für eine mögliche Planung und Umsetzung geprüft und entsprechende Gespräche mit den beteiligten Akteuren geführt. Wichtig für das Gelingen ist ein starkes Commitment mit Politik und dem Grundeigentümer.
















