Diese, von dem Warnemünder Fotografenmeister Wolfhard Eschenburg gefertigte, heute als Nachlass im Heimatmuseum befindliche Reproduktion eines nicht bekannten Fotografen zeigt die Warnemünder Mühle in den Jahren vor 1930. Damals gab es noch keine Bebauung in der Laak- und in der Dänischen Straße.
Mecklenburgische Volksüberlieferungen:
Die Warnemünder Mühle
aufgeschrieben von Richard Wossidlo: Du Grisegräsegrau, stehst alle Nacht in’n Dau, un hest nich weder Fleesch un Bloot, un deist doch alle Minschen goot.
Bilder aus Alt-Warnemünde:
Kein anderer Ort mit derart vielen Besonderheiten
Richard Wossidlo schrieb vor mehr als 100 Jahren die Erzählungen der Warnemünder auf:
Auf Grund eindringender Erkundungen, die ich in den letzten Jahren bei den bejahrten Bewohnern des Ortes eingezogen habe, will ich versuchen, hier in kurzen Zügen das Leben und Treiben der Warnemünder Bevölkerung in der Zeit um 1870 herum zu schildern. Kein anderer Ort in ganz Mecklenburg hatte früher so viel Besonderheiten des Volkstums aufzuweisen, wie gerade Warnemünde. Diese starke Eigenart des Hafenortes geht in sehr alte Zeit zurück. Es ist vollkommen sicher, dass bei der Neubesiedelung nach der Wendezeit, also um 1200 herum, neben Zuwanderern aus Westfalen, die auch im benachbarten Häger-Ort sich ansässig machten, hier in Warnemünde auch fremdstämmige und zwar friesische und holländische Kolonisten sich an-gesiedelt haben.
Nach Friesland weisen neben der Lautgestalt der Mundart, auf die ich zurückkommen werde, allerlei Eigenheiten sowohl in der Bauart der Häuser, als auch im Betrieb der Fischerei. Auch die allen Badegästen bekannte Bezeichnung Jolle für das große Fischer- und Segelboot, weiter der Vorname Jaap für Jakob, die Sitte, bei Hochzeiten den Gästen Tonpfeifen darzureichen und anderes mehr sind friesischer Herkunft. Auf Einwanderung aus Holland führt – neben der ungewöhnlichen Sauberkeit der Häuser – schon die alte Überlieferung, dass die Besatzung eines schiffbrüchig gewordenen holländischen Schiffes die ältesten Bewohner Warnemündes abgegeben habe. Auch eine der Eigentümlichkeiten der alten Warnemünder Tracht, die sich überhaupt durch charakteristische Einzelzüge von der Volkstracht der Rostocker Gegend unterscheidet, – das so genannte Heuken, d. h. der Mantel den in alter Zeit die Braut tragen musste, ist aus Holland entlehnt.
Woher die bedeutsame, an alte Kulturverhältnisse gemahnende Stellung des Reiskessels bei der Hochzeitsfeier alter Zeit ihren Ursprung genommen hat, bedarf noch der Feststellung. Die Vorschrift, dass kein Hochzeitsgast den großen Kessel berühren dürfe, dass aber die Braut unter ihm hindurchkriechen müsse, und der Brauch, dass die Brautjungfern den Kessel singend umtanzen, sind im übrigen Mecklenburg völlig unbekannt und sicher aus der Fremde übernommen.
Trotz – oder vielleicht auch gerade wegen jener knorrigen Eigenart der Warnemünder haben sich die Badegäste stets wohl gefühlt im Orte. Manche Familien, so auch meine eigenen Eltern, haben viele Jahre lang im selben Haus gewohnt. Mittelpunkt des Badelebens war früher die Vogtei. Die alten Warnemünder selbst badeten nicht. Bad’t würd nich von de Ollen – dor würd dat Fell dünn’na, säden se. Wat hest du di ümmer to waschen un to baden, sagte eine alte Fischerfrau zu ihrem Sohn: du verschlierst jo bloot dien Huut.
Bei dem kärglichen Boden, der größeren Gemüseanbau nicht zuließ, und dem geringen Verdienst war die Lebensweise der Bevölkerung in alter Zeit sehr bescheiden. Die Niederlassung von Schlachtern (ebenso wie von Bäckern) war von Rostock verboten.
Die Nahrung bestand schon deshalb, zumal im Sommer, hauptsächlich aus Fischen. Dorsche und Maischollen wurden getrocknet und für den Winter aufbewahrt. Der aus Schweden bezogene Klippfisch musste, um genießbar zu werden, zunächst mit dem Waschholz weichgeklopft werden. Seeleute, die früher auf Schiffen gefahren waren, hatten die alte Seemannsspeise, den im Sack gekochten Pudding, den sogenannten Büdelklump, im Orte heimisch gemacht. Die übliche Festspeise war Brataal mit Plummenklüüt. Eine willkommene Abwechslung bot im Winter die Eisente (Klaashahns genannt), dar, die entweder am Ostseestrand in Netzen gefangen oder auf dem Breitling in den eisfreien Waken, an die man sich in weißen Kitteln heranschlich, geschossen wurde.
Die Arbeit der Frauen war früher so schwer, wie nirgends sonst in Mecklenburg. Fleißig sind die Warnemünderinnen, früh am Morgen sieht man sie beginnen, eh’ Tag anfängt, singt ein altes Lied.
Jede Bequemlichkeit fehlte. Schon das Heranholen des Süßwassers aus den beiden Pumpen des Ortes (bei Stralendorfs Hotel und in den Anlagen) war namentlich für die Bewohner des Rostocker Endes überaus lästig. Das Holz wurde aus der Rostocker Heide geholt. Vör Dau un Näbel güngen wi los up Söcknasen, also auf alten, mit Segelzeug benähten Strümpfen – Den ganzen Winter hendörch würd spunnen un wunnen: Hanf für die Netze, dane-ben Flachs, der auf dem Michaelismarkt in Rostock gekauft war, und Wolle. Die Kinder mussten den Haspel drehen. Wenn de Frugens uppe Straat gahn deden un sik wat vertellten, hadden se dat Knüttlüüg unner’n Arm, – man sehg keen Fru recht ahn Knütt. Die gefangenen Fische wurden Tag für Tag von den Frauen nach Rostock gefahren: zehn bis zwölf Frauen, jede mit drei bis vier mit Fischen gefüllten Körben, ruderten die schwere Jolle – nur bei ganz gutem Winde wurde gesegelt.
Die schwerste Arbeit war das Sandfahren in den bis zur Reeling beladenen Booten. Begehrt war namentlich von den Rostocker Kontoren als Streusand der rote Sand von der Ostseite, der nach Nordoststürmen mühsam zusammengesucht wurde. Seessand von der Westseite wurde vielfach auf großen Peekschlitten nach der Stadt gefahren; schon ein dänischer Offizier in einer Reisebeschreibung vom Jahre 1809 weiß die Gewandtheit der Frauen in der Führung solcher Schlitten zu rühmen.
Auch die Mädchen wurden früh an Arbeit gewöhnt. To’n Spälen hadden wi nich recht Tiet, sagte mir eine Frau – wi müssten knütten un sticken.
Die erwachsenen Töchter wurden in strenger Zucht gehalten. Wenn in’n Frühjohr abends Jubel un Trubel wier von all de frömden Seelüd’, dörften de Dierns nich uppe Straat – dat leden de Oellern nich.
Ganz im Gegensatz zu dieser Gebundenheit der weiblichen Jugend war das Leben der Warnemünder Jungen früher ganz von ungezügelter Jugendlust erfüllt – die Augen der Alten werden hell, wenn sie von ihrer Kindheit erzählen.
(Ausschnitte aus einem Rundfunk-Vortrag von Richard Wossidlo, gefunden im Norddeutschen Leuchtturm, der Wochenendbeilage der Norddeutschen Zeitung, 1955; Der Gymnasialprofesssor Richard Carl Theodor August Wossidlo (26. Januar 1859 in Friedrichshof – 4. Mai 1939 in Waren (Müritz)) bereiste ab 1883 nahezu jeden Ort in Mecklenburg. Er gilt als Nestor der mecklenburgischen Volkskunde und als Mitbegründer der deutschsprachigen Volkskunde
Die Alexandrinenstraße
In Warnemünde ist ’ne Strasse Gefährlich wohl in hohem Masse. Für jeden der kein Auto hat Zum mindesten jedoch ein Rad Ich rat’ Dir, geh’ zu Fuss da nicht Weil gar gefährlich die Geschicht. Leicht wirst Du auf dem Fahrweg gehn Weil oft da kein Trottoir zu sehn. Willst Du zu Wagen sie passieren Musst Du Dein Ross schrittweise führen. Und da kann es auch leicht dann sein Dass schnell dich holt ein Auto ein. Und das ein Unglück ist geschehn Eh’ ihr einander recht gesehn. Denn ach! es ist gar eng und krumm Die zweite Reih’, ich rat Dir drum, Nennst weder Auto noch Rad Du Dein Lass da das Gehn und Fahren sein. Fahr lieber da im Luftballon Wenn es nach dem Oktober schon. Doch wenn es ist die Badezeit Dann gehn da ja auch fremde Leut. Die darf denn niemand überfahren Die muss man doch davor bewahren; Darum dann Auto nicht noch Rad Die Strasse zu passieren hat.
Dann kannst Du ohn’ Gefahr bequem Da gehn und fahren wie genehm. Es werden dann auch manchmal kommen Die Herren, die, zu Nutz und Frommen In allen Warnemünder Sachen Recht haben und Gesetz’ uns machen. Sie wohnen hier nicht immer fest. Wohl mal’ ne Zeit als Badegäst’. Drum sehen sie vielleicht zu meist. Was nützlich sich für die erweist: Doch was uns andern nötig tut Das sehen sie dann nicht so gut.
(Aus dem Heft Warnemünder Strandgut, gesammelt von Emilie Schomann, Rostock, Ww. H. Winterberg’s Buchdruckerei 1908)
Vermummte Gestalten in der Adventszeit
Ein altmecklenburgischer Brauch/ Von Richard Wossidlo
Ein Brauch, desses heidnischer Charakter mit Händen zu greifen ist, ist der Umzug vermummter Gestalten in der Adventszeit, wenn der Ruklas, d. h. der rauhe, in Erbsenstroh gehüllte Nikolaus mit seinen Genossen im Dorfe umgeht. Eine Feier des Nikolaustages selbst (also am 6. Dezember), wie sie in anderen deutschen Ländern üblich ist, kennen wir in Mecklenburg nicht; bei uns findet der Umzug immer erst in der letzten Woche vor Weihnachten, meistens am Heiligabend, statt. Gefolgt war Nikolaus im siebzehnten Jahrhundert, wie wir aus einer herzoglichen Verordnung wissen, vom heiligen Martin. Heute begleiten ihn der Schimmel, der Zägenbuck, der Spitzkopp, der Knapperdacks (so genannt wegen des zusammenklappbaren Unterkiefers, den der Kopf dieser Gestalt trägt), der Rumprecker, Rumpsack und andere Genossen.
Geht man daran, die verwirrende Masse der Einzelformen dieses Brauches zu ordnen, so ergeben sich allerlei örtlich begrenzte Gruppen. Besonders beachtenswert ist, dass im Südwesten der Ruklas (oder Klingklas) immer nur am Silvester-Abend erscheint, während am Christabend der Kinnjees (d. h. Kind Jesus) oder Kannjees oder Konnjees umgeht, ein in weißes Gewand gehüllter Bursche, der die Kinder zum Beten mahnt.
Dass der Ursprung des ganzen Brauches ins Heidentum zurückgeht, macht schon der Charakter der von den Kindern den vermummten Gestalten zugerufenen Reime wahrscheinlich, die zum größten Teil von starker Derbheit sind und vielfach auf eine freilich unbewußte Verspottung christilicher Kultformen hinauslaufen. Beweisend ist auch die fast in jedem Dorf umlaufende Sage, daß den Ruklasen gern, sobald sie die Feldgrenze überschreiten, der ähnlich vermummte Teufel gegenübertritt, der sich dann meistens den Übermütigstens aus der Schar als Opfer ausersieht. Viele Eltern dulden denn auch in einem dunklen Gefühl für das Heidnische des Brauches nicht, daß sich ihre Söhne an den Vermummungen beteiligen.
(Entnommen dem Norddeutscher Leuchtturm, Wochenendbeilage der Norddeutschen Zeitung, 26. November 1955)
Fastnacht: ein Ess- und Trinkgelage
Der Fastnachtsabend ist früher bei uns in Mecklenburg als Eß- und Trinkgelage gefeiert worden – wie ein Pastor der Gnoiener Gegend es im 17. Jahrhundert ausdrückt: “Die Fastnachts-Schwärmer schämen sich nicht vor Gott oder Menschen, saufen sich voll und gießen das Bier ein wie die Kuh das Wasser.” Polizeiliche Verbote blieben ohne Wirkung.
Noch vor etwa 20 Jahren währte bei Rostock herum die Feier von Mittwoch bis Sonntag, im Ratzeburgischen sogar eine ganze Woche hindurch. Im Südwesten werden die Kosten des Festes von den Mädchen bestritten. Dafür hatten sie bei dem Tanz das Kommando. Als Zeichen ihrer Herrschaft ward ein großer Pantoffel im Saal unter der dort angebrachten, reich mit Lexen verzierten Krone befestigt. In der Stavenhagener Gegend steckten die jungen Männer am Abend vor der Feier den Mädchen, die sie gern hatten, einen Fastelabendstrutz ans Fenster. In Kraak mussten sich beim Fastnachtsbier die etwa neuzugezogenen Bauern in die Snutenlad einkaufen, die der Schmied des Dorfes in Verwahrung hatte, wobei sich der Preis nach der Größe der Nase richtete.
Auch an allerlei Vermummungen hat es nicht gefehlt. In Plau zogen am Fastelabend die Tuchmachergesellen umher. Einer hatte sich als Bär verkleidet; so ging es zu den Meistern, die die übermütige Schar bewirteten. Am Abend war ein Tanzfest der Zunft. Durch das ganze Land verbreitet war früher das Auftreten des Schimmelreiters, der oft von einem ganzen Gefolge – einem Schmied, Doktor Eisenbart und anderen mehr – umgeben war. Zum Schluss pflegte der Reiter die ganze Festgesellschaft aus einer großen Flasche zu besprengen. In den meisten Teilen Mecklenburgs wurde in der Fastenzeit früher das so genannte Stüpen vorgenommen, dass aus Reuter’s Dörchtläuchting bekannt ist. Mit einer abgeschälten Haselrute oder einem Vogelbeerzweig in der Hand drangen die jungen Leute in die Mädchenkammer, um die Mädchen zu schlagen. Das ist ein uralter, durch ganz Europa hindurchgehender Fruchtbarkeitszauber: die Lebenskraft der frischen Pflanzentriebe soll durch das Schlagen auf den Menschen übertragen werden – wie in Russland dabei gerufen wird: Krankheit in den Wald, Gesundheit in die Gebeine.
Besonderen Charakter hatte die Fastenzeit an der Ostseeküste, wo die Kinder, Gaben heischend, mit dem Rummelpott umgingen, d.h. mit einem mit einer Schweinsblase bespannten Topf, in dessen Mitte ein Stock gesteckt war, durch dessen Umdrehung ein rummelndes Geräusch hervorgebracht wurde. Auf Poel gehen die Kinder hie und da noch heute umher, um kleine Gaben zu erbitten. Früher trugen sie dabei große Stöcke, in welche Zweige hineingesteckt waren, auf denen allerhand Geschenke befestigt wurden.
(Aus: Altmecklenburgische Sitten und Bräuche von Prof. Dr. Richard Wossidlo, gefunden im Norddeutschen Leuchtturm vom 19./ 20. Februar 1955).
Ollen Kamellen auf der Spur
2024 Ein Jahr, in dem sich der Todestag von Fritz Reuter zum 150. Mal jährt. Olle Kamellen und ab und an eine Reuter-Spur in uns Warnmünn
„Olle Kamellen“ so steht‘s gleich auf dem Titelblatt eines Reuter Bandes von 1901 aus der „Hinstorff‘sche Hofbuchhandlung“ in Wismar, den ich gerade aus dem Bücherschrank zog.
Dies ist eine davon: Klar, wissen besonders de Öllings oder deren Kinder, dass der Plattdeutsche Verein im Jahre 1905 uns oll Fritzing zu Ehren eine Eiche in Höhe der Parkstraße gepflanzt hat. Doch wo ist sie?
Am 12. Juli 2024, zum 150.Todestag des weit über die Grenzen Mecklenburgs bekannten Dichters, des Mannes, der die niederdeutsche Sprache zu einer Literatursprache machte, wollen das Heimatmuseum, zahlreiche Warnemünder Vereine nun gemeinsam mit dem Grünamt eine Bank um eine ebenbürtige Eiche stellen, eine Tafel mit Inschrift verankern, damit die Erinnerung an Fritz Reuter lebendig bleibt und hier vielleicht niemodsche Kamellen vertellt werden können.
Kommen wir zu einer weiteren Erinnerung an Fritz Reuter, die mit unserem Ort eng verbunden ist.
Bei der ältesten Hamburger Reederei Slomann, fuhr ein Segelschiff mit 3‑Mast-Vollschiff-Takelage ab 1874 unter dem Namen „Fritz Reuter“ mit Auswanderern über den Atlantik nach Australien und Neuseeland. Ein weiteres Schiff von Slomann trug den Namenszug „Stromtid“. Der Förderverein für Schifffahrtsgeschichte Cuxhaven lässt uns dazu wissen „Es wird immer wieder behauptet, dass das bekannte plattdeutsche Shanty “Ick heff mol een Hamborger Veermaster seen” sich auf die „Fritz Reuter“ bezieht. Dagegen spricht, dass die „Fritz Reuter“ nur drei Masten besaß.“
Egal, ein schönes Döntjes….
Und auch das ist für mich ein Schätzchen der Heimatgeschichte, dem wir mithilfe von Ben Bohmann, Professor in München, auf die Spur gekommen sind. Er forscht in Sachen Stammbaum in unserem Ort. Allerdings kann er keinen Nachweis finden, wann Fritz Reuter vielleicht mit Sack und Pack ei-ne Veranda in de Vörreeg angemietet hatte und am Strand Erholung suchte. Aber er fand etwas anderes:
In Warnemünde lebte der Arzt Carl (Eduard, Samuel, Ferdinand, Ludewig) Uterhart (1835 – 1895). Er studierte Medizin in Rostock und praktizierte – laut Adressbuch – 1861 hier in Warnemünde als Arzt. Dieser hatte anscheinend Hummeln im Allerwertesten. Sein Nachbar vom Strom 123, dem Quartier IV , Kapitän Stephan Jantzen, hatte vor, mit seiner Bark „Johannes Kepler“ in die Unites States zu segeln. Uterhart war dabei.
Ab Dezember 1874 war es die „Fritz Reuter“ mit der der Warnemünder von Hamburg nach Napier in Neuseeland Auswanderer als Schiffsarzt begleitete.
Warnemünde zog ihn aber immer wieder an Land. Zu Hause wartete Dorothea Ohlerich, eine fesche Nachbarin auch im IV.Quartier. Beide heirateten am 8.Mai 1878. Sie zogen in die Wohnbude 32a, heute Am Strom 90–91.
Aus unserem heutigen Ostseebad kann ich aber auch Niemodsches aufschreiben.
Vor der „Fritz Reuter Schule“, in denen Generationen des Ortes gelernt haben, und die jetzt eine internationale Privatschule ist, steht es in Granit gemeißelt: „De Hauptsak is, liehr wat, Jehann“. Über 500 Schüler büffeln unter der Leitung von Schulleiterin Katja Dudeck und Schulgründer Sven Olsen um ihr Abitur zu schaffen, ihren Weg in die Welt zu gehen.
An seine Landsleute gerichtet, sagte Reuter zu seiner Zeit wenn etwas nicht gleich klappen wollte – vielleicht heute in unserer Schule in der Fritz-Reuter-Straße bei Mathe oder Deutsch? – „Ja, oewer‘t wir doch argerlich, indessen doch, den help dat nich!“ denn „De Hauptsak is, lier war, Jehann.“
Soweit de aufgespürten Kamellen. Monika Kadner
(ausführlicher zu lesen im Tidingsbringer 28)

